Gunnar Dedio

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Gunnar Dedio (* 16. November 1969 in Rostock) ist ein deutscher Filmproduzent und Autor sowie Gründer und Geschäftsführer der LOOKSfilm-Gruppe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gunnar Dedio wuchs in Rostock auf. Nach dem Abitur studierte er Physik und Philologie an den Universitäten Rostock und Avignon sowie Medienproduktion an der Hochschule Mittweida (BA).

1995 gründete er die Filmproduktionsfirma LOOKSfilm. Seitdem produziert er Dokumentationen, Spielfilme und Serien für Kino, Fernsehen und VoD. Gunnar Dedio spezialisierte sich auf internationale Koproduktionen für Kino und TV, meist mit historischem Hintergrund.

Die zehnteiligen Serie Damals in der DDR stellte den Alltag der Menschen im Arbeiter- und Bauernstaat in den Mittelpunkt und erzählte entlang der Lebensläufe ihrer Protagonisten. Für die Serie erhielt Gunnar Dedio 2005 den Adolf Grimme Preis. In vielen weiteren Filmen widmete sich Gunnar Dedio den verschiedenen Aspekten des Lebens im Osten Deutschlands.

Seit 2010 produziert Gunnar Dedio auch Spielfilme für Kino und Fernsehen. So koproduzierte er die Kleistnovelle Michael Kohlhaas (César 2014) mit Mads Mikkelsen und Bruno Ganz in den Hauptrollen. Der Film lief 2013 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes (Kategorie „Bester Film“) und gewann 2014 den französischen Filmpreis César für den besten Ton und die beste Musik.

2014 produzierte er die Serie 14 – Tagebücher des Ersten Weltkrieges, die auf zahlreichenSendern weltweit ausgestrahlt wurde. 2015 brachte er die 90-minütige szenische Dokumentation Erich Mielke – Meister der Angst von Jens Becker und Maarten van der Duin in die deutschen Kinos. Der Film beleuchtet Charakter und Leben des langjährigen Chefs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR. Der Film feierte während der DOK Leipzig im Oktober 2015 seine Premiere.

In Ko-Produktion mit Les Films d’ici in Paris verantwortete Gunnar Dedio weitere Kinofilme: Die Wilde Farm von Dominique Garaing (2010) und Michel Petrucciani – Leben gegen die Zeit (2011) von Michael Radford, der 2011 im offiziellen Programm des Filmfestivals von Cannes lief. Im Jahr 2014 produzierte Dedio den Dokumentarfilm Von Caligari zu Hitler von Rüdiger Suchsland, der auf dem Filmfestival von Venedig seine Weltpremiere hatte und seither auf mehr als 30 internationalen Filmfestivals lief.

Auf Kuba drehte LOOKS 2015 eine aufwändige TV-Serie über die Geschichte Kubas, die in Deutschland im Dezember 2015 und März 2016 bei ZDFinfo ausgestrahlt wurde. In acht Episoden erzählt die Serie die Geschichte der Karibikinsel von Christoph Kolumbus über Che Guevara bis Fidel Castro – und wagt auch einen Blick in die Zukunft. Anlass für die Serie war die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und den USA.

Er hält regelmäßig Vorlesungen, Seminare und Workshops unter anderem an der Hochschule Mittweida, der FU Berlin und der Universität Montpellier.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2001: Henker – Der Tod hat ein Gesicht (Dokumentarfilm, Regie: Jens Becker)
  • 2003: Genesis II et l'homme créa la nature (Dokumentarserie, Regie: Frédéric Lepage)
  • 2003: Schachmatt (Dokumentarfilm, Gewinner des Romy: „Spezialpreis der Jury“)
  • 2004: Damals in der DDR (Dokumentarserie, ausgezeichnet mit dem Grimme-Preis 2005)
  • 2004: Von den Sockeln (Dokumentarfilmreihe, Regie u. a. Piotr Trzaskalski, Alice Nellis, Peter Kerekes, Ferenc Török)
  • 2006: Napoleon und die Deutschen (Dokumentarserie)
  • 2007: Damals nach dem Krieg (Dokumentarserie)
  • 2007: Hitler & Mussolini (Dokumentarfilm)
  • 2008: Damals in Ostpreußen (Dokumentarserie)
  • 2008: Hitler & Stalin – Porträt einer Feindschaft (Dokumentarfilm)
  • 2008: Unterwegs in Amerika (Dokumentarserie)
  • 2008: Von Haien und Menschen (Dokumentarserie, Regie: Dirk Steffens)
  • 2009: Ein Traum in Erdbeerfolie – Comrade Couture (Dokumentarfilm)
  • 2010: Molotow (Dokumentarfilm, Regie: Ullrich H. Kasten)[1]
  • 2010: Damals nach der DDR (Dokumentarserie)
  • 2010: Die Wilde Farm (Kinodokumentation)
  • 2010: Mein Germany (Dokumentation)
  • 2010: Unterwegs im Süden Afrikas (Dokumentarserie)
  • 2011: Churchills Verrat an Polen (Dokumentation)
  • 2011: Geheimsache Mauer – Die Geschichte einer deutschen Grenze (Dokumentarfilm)
  • 2012: Hindenburg – Der Mann, der Hitler zur Macht verhalf (Dokumentarfilm, Regie: Christoph Weinert)[2]
  • 2012: Lenin – Drama eines Diktators (Dokumentarfilm, Regie: Ullrich Kasten)[3]
  • 2013: Michael Kohlhaas (Kinospielfilm, Regie: Arnaud des Pallières), ausgezeichnet mit dem César 2014 für Beste Musik und Bester Ton
  • 2013: Faszination Feuerwerk (Dokumentation)
  • 2013: Michel Petrucciani – Body and Soul (Kinodokumentation, Regie: Michael Radford)
  • 2013: Der letzte Tanz des Kaisers (Dokumentation, Autor: Daniel Schönpflug, Regie: Florian Huber)[4]
  • 2014: 14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs (dokumentarische Dramaserie, Regie: Jan Peter)
  • 2014: Kleine Hände im Grossen Krieg (Dramaserie für Kinder, Regie: Matthias Zirzow)
  • 2014: Im Krieg (3D Kinodokumentarfilm, Regie: Niko Vialkowitsch)
  • 2014: Die Wahrheit über den Holocaust (dokumentarische Serie, Regie: William Karel)[5]
  • 2015: Erich Mielke – Meister der Angst (Dokumentarfilm, Regie: Jens Becker, Maarten van der Duin)
  • 2016: Geheimes Kuba (Dokumentarische Serie, Regie/Autoren: Emmanuel Amara, Kai Christiansen, Florian Dedio)
  • 2016: Mein Freund Rockefeller (Dokumentarfilm, Regie/Autorin: Steffi Kammerer)
  • 2016: Die Sanfte (Kinospielfilm, Regie: Sergei Loznitsa), im Hauptwettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2017
  • 2017: Der Traum von der Neuen Welt (vierteilige dokumentarische Dramaserie, Regie: Kai Christiansen)
  • 2017: Kollwitz – Ein Leben in Leidenschaft (Dokumentation, Regie: Henrike Sandner, Yury Winterberg)
  • 2017: Licht (Kinospielfilm, Regie: Barbara Albert)
  • 2017: Panzer! (Dokumentarische Serie, Regie: Florian Dedio)
  • 2018: Der Krieg und ich (Dramaserie für Kinder, Regie: Matthias Zirzow)
  • 2018: Die Eiserne Zeit – Lieben und Sterben im Dreißigjährigen Krieg (Dokumentarische Dramaserie, Regie: Philippe Bérenger)
  • 2018: Krieg der Träume (Dokumentarische Dramaserie, Regie: Jan Peter)

Sachbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neues Deutschland Feuilleton "Molotow" auf arte. Abgerufen am 2. Januar 2015.
  2. Spiegel online Kultur Reichspräsident Hindenburg: Hitlers wissender Vollstrecker. Abgerufen am 2. Januar 2015.
  3. Tagesspiegel Medien Dichter und Lenker. Abgerufen am 2. Januar 2015.
  4. Centre Marc Bloch Actualités. Abgerufen am 17. Januar 2015.
  5. Berliner Zeitung Medien Ein vielstimmiger Chor für das Unmögliche. Abgerufen am 2. Januar 2015.
  6. Krieg der Träume (LOOKSfilm/IRIS Group/Les Films d'Ici/Fortis Imaginatio für SWR/NDR/WDR/RBB/ORF/CT/Toute l'histoire). Abgerufen am 21. Januar 2019.
  7. KiKA: „Goldener Spatz“ für SWR Drama-Serie „Der Krieg und ich“. Abgerufen am 18. Juni 2018.
  8. Robert Geisendörfer Preis Official Website. Archiviert vom Original am 18. Mai 2014; abgerufen am 21. Juni 2014. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.robert-geisendoerfer-preis.de
  9. Deutscher Fernsehpreis Official Website. Abgerufen am 21. Oktober 2014.
  10. Japan Prize Official Website. Abgerufen am 28. November 2014.
  11. Japan Prize Official Website. Abgerufen am 28. November 2014.
  12. Damals in der DDR (ARD / MDR / WDR). Abgerufen am 21. Januar 2019.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]