Hasorea

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Ha-Soreʿa
Blick aufs Gemeinschaftshaus südwestwärts mit Reihenhäusern zur Anhöhe des Carmels
Blick aufs Gemeinschaftshaus südwestwärts mit Reihenhäusern zur Anhöhe des Carmels
Basisdaten
hebräisch: הַזּוֹרֵעַ
arabisch: هزورع
Staat: Israel Israel
Bezirk: Nord
Gegründet: 1936
Koordinaten: 32° 39′ N, 35° 7′ OKoordinaten: 32° 38′ 41″ N, 35° 7′ 15″ O
Höhe: 64 m
 
Einwohner: 855 (31. Dezember 2016[1])
Postleitzahl: 36581
 
Gemeindeart: Kibbuz
Ha-Soreʿa (Israel)
Ha-Soreʿa
Ha-Soreʿa

Hasorea (hebräisch הזורע, dt. „Der Sämann“) ist ein Kibbuz im Regionalverband Megiddo des Nordbezirk Israels. Der Kibbuz liegt am westlichen Rand der Ebene Jesre'el und ist etwa 22 km von der Hafenstadt Haifa entfernt.[2] Gleich nördlich entstand ab den 1950er Jahren Jokne’am als israelische Entwicklungsstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder der Jugendorganisation Werkleute (Bund jüdische Jugend) gründeten während der Fünften Alija 1936 Hasorea im damaligen Völkerbundsmandat für Palästina,[2] nachdem sie zuvor zwei Jahre in Chadera in Gemeinschaft gelebt hatten.[3]

Wilfrid-Israel-Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wilfrid-Israel-Museum für Kunst und Studium des Orients (hebräisch מוזיאון וילפריד ישראל לאומנות ולידיעות המזרח) im Kibbuz erbauten Alfred Mansfeld und Munio Weinraub in den Jahren 1948 bis 1951.[2] Der Unabhängigkeitskrieg hatte die Fertigstellung verzögert.

Anblick des Wilfrid-Israel-Museums von Osten, 2010

Wilfrid Israel hatte sich vor dem Zweiten Weltkrieg für die Werkleute begeistert, sie unterstützt und testamentarisch verfügt, dass ihr Kibbuz seine Sammlung südasiatischer und fernöstlicher Kunstwerke erbt. Nach Israels Tod (1943) und Ende des Weltkrieges konnte der Nachlass übergeben werden.

Nach interner Debatte 1947 entschied der junge Kibbuz, noch im Prozess sich materiell zu etablieren, die Aufgabe zu bewältigen, diesen Nachlass aus Achtung für Wilfrid Israel anzunehmen, zu bewahren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seit 1951 zeigt das Museum Israels Sammlung. Es wurde später erweitert und bietet im Anbau Raum für wechselnde Ausstellungen auch zeitgenössischer Kunst.

Ausgrabungsplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Kibbuz liegt der Fundplatz Ein el-Jarba, der seit den 1960er Jahren ausgegraben wird.

Gründerinnen und frühe Bewohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Porträts der Gründerinnen und Gründer finden sich in dem Buch die Die rettende Kraft der Utopie. Die beiden Autoren gehen davon aus, dass bis 1936 siebzig Werkleute aus Deutschland nach Hasorea kamen; bis 1946 habe sich deren Zahl auf etwa dreihundert erhöht.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter B. Godenschweger, Fritz Vilmar: Die rettende Kraft der Utopie. Deutsche Juden gründen den Kibbuz Hasorea. Luchterhand Literaturverlag, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-630-86733-2.
  • Shlomo Erel: 50 Jahre Immigration deutschsprachiger Juden in Israel. Bleicher Verlag, Gerlingen 1983, ISBN 3-88350-601-X. Auf den Seiten 189–193 (Kibbuz Hasorea der „Werkleute“) gibt der Autor einen kurzen Überblick über die Gründungsgeschichte und den Entwicklungsstand des Kibbuz zu Beginn der 1980er Jahre.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hasorea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.cbs.gov.il/ishuvim/reshimalefishem.pdf abgerufen am 1. April 2018
  2. a b c Avraham Lewensohn: Reiseführer Israel mit Straßenkarten und Stadtplänen. Miriam Magal (Übs.). Tourguide, Tel Aviv-Yapho 1982, S. 158.
  3. Die Geschichte von Hasorea ist ausführlich dargestellt in dem Buch von Walter B. Godenschweger und Fritz Vilmar: Die rettende Kraft der Utopie.
  4. Walter B. Godenschweger und Fritz Vilmar: Die rettende Kraft der Utopie, S. 146
  5. Hanna Oppenheimer – Kibbuz-Gründerin in Israel
  6. a b Dorothea Kolland: Vom Gründerzeitbau in den Kibbuz
  7. Arnon Tamir: Eine Reise zurück, FISCHER Taschenbuch, Frankfurt, 1992, ISBN 978-3-596-11466-5.
  8. The Way They Were (and Are)