Ulrike Guérot

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Ulrike Guérot (2011)

Ulrike Beate Guérot (* 1964 in Grevenbroich[1]) ist eine deutsche Politikwissenschaftlerin und Publizistin. Sie ist Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems,[2] Gründerin des European Democracy Lab (EDL) in Berlin und beschäftigt sich mit der Zukunft des europäischen Integrationsprozesses.

Berufliche Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guérot studierte Politikwissenschaft und wurde 1995 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster mit einer Arbeit über die Geschichte des französischen Parti socialiste promoviert.[3]

Von 1992 bis 1995 war Guérot Mitarbeiterin im Abgeordnetenbüro des Außenpolitischen Sprechers der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Karl Lamers, und wirkte an dem Schäuble-Lamers-Papier zur Vertiefung der Europäischen Union von 1994 mit.

1995 bis 1998 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin beim ehemaligen Präsidenten der Europäischen Kommission, Jacques Delors, bei der Organisation Notre Europe in Paris und anschließend von 1998 bis 2000 Juniorprofessorin an der Paul H. Nitze School for Advanced International Studies an der Johns Hopkins University, Washington, D.C., USA.

2000 bis 2003 leitete sie die Programmgruppe Europa bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin.[4] Zudem unterrichtete sie 2003 an der INSEAD – Business School in Singapur. Von 2004 bis 2007 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim German Marshall Fund. Von 2007 bis 2013 leitete Guérot das Berliner Büro des European Council on Foreign Relations (ECFR).[5]

Im Frühjahr 2012 war Guérot Visiting Scholar am Deutschen Haus der New York University (NYU)[6] und im Herbst 2014 hatte sie einen Gastaufenthalt am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB). Weiters unterrichtete sie im Wintersemester 2014/2015 an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt / Oder sowie der Bucerius Law School, Hamburg.[7]

Im März 2014 gründete sie das European Democracy Lab (EDL), einen in Berlin beheimateten Think Thank an der European School of Governance (eusg).[8] Seit April 2016, ist sie Leiterin des „Departments für Europapolitik und Demokratieforschung“ an der Donau Universität Krems.[9]

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2013 veröffentlichte sie gemeinsam mit Robert Menasse ein Manifest zur „Gründung einer Europäischen Republik“. Beide plädieren für eine Neugründung der europäischen Demokratie, eine Europäische Republik und sind in diesem Zusammenhang für die Schaffung eines nachnationalen Europas.

Im April 2016 erschien ihr erstes Buch „Warum Europa eine Republik werden muss! Eine politische Utopie“, im Dietz-Verlag.[10] Darin zeichnet sie die Utopie einer europäischen Republik, welche auf der Gleichheit aller europäischen BürgerInnen jenseits nationaler Grenzen beruht. Die SZ lobt das Buch als originellen, klugen und radikalen Beitrag.[11]

Im Mai 2017 wurde ihr zweites Werk mit dem Titel: „Der neue Bürgerkrieg: Das offene Europa und seine Feinde“ [12] im Ullstein Verlag veröffentlicht. Der NDR wählte es als bestes Sachbuch des Monats.[13]

Guérot publiziert umfangreich in deutschen und europäischen Zeitschriften und Zeitungen zu europäischen und transatlantischen Themen und wird regelmäßig eingeladen, in europäischen Medien aktuelle Themen zu kommentieren.

Für ihr Engagement der europäischen Integration wurde sie 2003 zum Ritter des französischen Ordre national du Mérite ernannt. Im Herbst 2013 begleitete sie Bundespräsident Joachim Gauck auf seinem Staatsbesuch in Frankreich als Teil seiner offiziellen Delegation.[14]

Guérot ist Mitglied im Scientific Comitee des Institute of European Democrates (IED), Council Member beim European Council of Foreign Relations (ECFR),[15] dem Sydney Democracy Network (SDN) sowie Vorstandsmitglied des Institutes für Medien und Kommunikation (IFM) Köln.[16]

Ebenfalls erhielt Ulrike Guérot für das Wintersemester 2017/18 die Alfred-Grosser-Gastprofessur der Goethe-Universität Frankfurt.[17]

Im November 2017 erschien ihr Buch "Warum Europa eine Republik werden muss" als Taschenbuchversion im Piper Verlag.[18]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrike Guérot war mit dem französischen Diplomaten Olivier Guérot verheiratet und ist Mutter zweier erwachsener Söhne. Sie ist außerdem Mitglied der internationalen Yogabewegung Jivamukti.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Was ist los mit Frankreich? Dietz Verlag, Bonn 2017. ISBN 978-3-8012-0510-2
  • Der neue Bürgerkrieg. Das offene Europa und seine Feinde. Propyläen Verlag, Berlin 2017. ISBN 978-3-549-07491-6.
  • Warum Europa eine Republik werden muss! Eine politische Utopie. Dietz Verlag, Bonn 2016. ISBN 978-3-8012-0479-2.
  • Manifest für die Begründung einer Europäischen Republik. Mit Robert Menasse. In: Ders.: Kritik der Europäischen Vernunft. Dreisprachig (dt, frz., engl.). Bernstein-Verlag 2017. ISBN 978-3-945426-28-9.
  • Die PS und Europa. Eine Untersuchung der europapolitischen Pragmatik der französischen Sozialisten 1971–1995. Brockmeyer, Bochum 1996. ISBN 978-3-8196-0412-6.

Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marine Le Pen und die Metamorphose der französischen Republik. Leviathan Vol. 44, Jg. 43, Heft 02/2015, S. 139–174. ISSN 0340-0425
  • Einmal heißer Krieg – kalter Frieden und zurück. In: Kursbuch, 188 (2016): S. 60–87. ISBN 978-3-946514-30-5

Interviews

Essays

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ulrike Guérot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.blaetter.de/archiv/autoren/2010/januar/autoren-januar-2010 Blätter für deutsche und internationale Politik, Autoren Januar 2010
  2. http://www.donau-uni.ac.at/de/universitaet/whois/23740/index.php
  3. Guérot, Ulrike, 1964-: Die PS und Europa : eine Untersuchung der europapolitischen Programmatik der französischen Sozialisten, 1971-1995. N. Brockmeyer, Bochum 1996, ISBN 3-8196-0412-X.
  4. Ulrike Guérot. In: DGAP e. V. (dgap.org [abgerufen am 4. Oktober 2017]).
  5. Ulrike Guérot. Abgerufen am 4. Oktober 2017 (englisch).
  6. Deutsches Haus at NYU. Abgerufen am 4. Oktober 2017.
  7. Freund oder Feind? (law-school.de [abgerufen am 4. Oktober 2017]).
  8. Home – European School of Governance. Abgerufen am 4. Oktober 2017 (amerikanisches Englisch).
  9. (c) 2003-2017 Donau-Universität Krems – Universität für Weiterbildung. All rights reserved.: Donau-Universität Krems, Univ.-Prof. Dr. Ulrike Guérot, DED, Europapolitik, Demokratieforschung, Eröffnung, Amikejo, Der neue Bürgerkrieg, Das offene Europa und seine Feinde. Abgerufen am 4. Oktober 2017.
  10. Verlag J. H. W. Dietz Nachf. (Berlin, West; Bonn).: Warum Europa eine Republik werden muss! : eine politische Utopie. Bonn, ISBN 978-3-8012-0479-2.
  11. Isabell Trommer: Renaissance der res publica. In: sueddeutsche.de. 12. Juni 2016, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 4. Oktober 2017]).
  12. Guérot, Ulrike, Propyläen-Verlag: Der neue Bürgerkrieg Europa zwischen Humanismus und Ungeist. Berlin, ISBN 978-3-549-07491-6.
  13. NDR: Sachbücher des Monats Juni 2017. Abgerufen am 12. November 2017.
  14. www.bundespraesident.de: Der Bundespräsident / Reden / Empfang in der Residenz der Botschafterin, gegeben vom Bundespräsidenten und von Daniela Schadt. Abgerufen am 4. Oktober 2017.
  15. Ulrike Guérot. Abgerufen am 4. Oktober 2017 (englisch).
  16. Impressum – Institut für Medien- und Kommunikationspolitik. Abgerufen am 4. Oktober 2017.
  17. Grosser-Gastprofessur: Vortrag von Prof. Ulrike Guérot – Deutsch-Französische Gesellschaft Frankfurt am Main eV. In: Deutsch-Französische Gesellschaft Frankfurt am Main eV. (dfg-frankfurt.de [abgerufen am 4. Oktober 2017]).
  18. Warum Europa eine Republik werden muss. Abgerufen am 11. Dezember 2017.