Herforder SV

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Herforder SV
Logo
Basisdaten
Name Herforder Sportverein
Borussia Friedenstal e.V.
Sitz Herford, NRW
Gründung 1953
Farben rot-schwarz
Präsident Björn Hebbe
Website www.herfordersv.com
Erste Mannschaft
Trainer Ralf Lietz
Stadion Ludwig-Jahn-Stadion
Plätze 18.400
Liga 2. Bundesliga Nord
2016/17 10. Platz
Heim
Auswärts
Die Mannschaft, Saison 2014/15

Der Herforder SV (vollständiger Name: Herforder Sportverein Borussia Friedenstal e.V.) ist ein Fußballverein aus dem Herforder Stadtbereich Friedenstal. Gegründet wurde der Verein im Jahre 1953. Die erste Frauenmannschaft spielte drei Jahre lang in der Bundesliga. Nach dem Abstieg 2015 tritt die Mannschaft in der 2. Bundesliga Nord an. Die Vereinsfarben sind schwarz-rot. Heimspielstätte ist das Ludwig-Jahn-Stadion.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre (1953 bis 1990)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1953 wurde in der Gaststätte Böke der HSV Borussia Friedenstal gegründet. Nach einem Gaudispiel entstand im Jahre 1969 unter der Leitung von Fritz Böke und Doris Henschel eine Frauenfußballmannschaft. Erster Trainer wurde Horst Hebrock. Vier Jahre später wurde der offizielle Spielbetrieb aufgenommen. Durch eine Niederlage im letzten Spiel gegen Löhne wurde der Aufstieg in die Bezirksliga verpasst. Rolf Gießelmann übernahm die Mannschaft. Gleichzeitig wurde eine Mädchenmannschaft gegründet. 1975 schaffte man den Aufstieg in die Bezirksliga. Schon drei Jahre später gelang als Vizemeister der Sprung in die Landesliga, die seinerzeit höchste Spielklasse.[1]

1980 erreichte man das Finale im Westfalenpokal. Gegen den TSV Siegen unterlag man im Elfmeterschießen. Ein Jahr später qualifizierten sich die Herforderinnen als Vizemeister hinter dem FC Schalke 04 für die neu gegründete Verbandsliga Westfalen. Auch für die 1985 aus der Taufe gehobene Regionalliga West qualifizierte sich die Mannschaft als Dritter hinter Siegen und Schalke. Nachdem es bisher nur bergauf gegangen war, gab es nun einen Rückschlag. Aus vereinsinternen Gründen zog man die Mannschaft zurück und machte einen Neuanfang in der Verbandsliga. Der direkte Wiederaufstieg wurde verpasst. 1989 wurde Birgit Schmidt Spielertrainerin.[1]

Weg in die Bundesliga (1990 bis 2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1993 konnten die Herforderinnen den Wiederaufstieg in die Regionalliga erreichen und schafften in der folgenden Spielzeit den Klassenerhalt erst in den letzten Spielen. Im Jahre 1996 musste der HSV wieder absteigen. Die folgende Verbandsligasaison wurde ungeschlagen als Meister beendet. Zurück in der Regionalliga konnte sich die Mannschaft etablieren und erreichte in der Saison 1997/98 den dritten Platz. Unter der neuen Trainerin Elke Jackisch wurde im Jahre 2000 erstmals der Westfalenpokal gewonnen.[1] Das Endspiel gegen den SV Brackel 06 wurde mit 3:1 gewonnen. Damit qualifizierten sich die Herforderinnen erstmals für den DFB-Pokal, wo die Mannschaft sich zunächst mit 5:0 gegen den SV Neuenbrook durchsetzte und dann im Achtelfinale mit 1:5 gegen den WSV Wolfsburg verlor.

Ein Jahr später war im DFB-Pokal im Achtelfinale Endstation. Nach einem Freilos in der ersten Runde sorgte der 1. FFC Turbine Potsdam 10:0 für das Aus der Herforderinnen. Im Jahre 2004 verpasste der HSV die Qualifikation für die neu geschaffene 2. Bundesliga. Am letzten Spieltag gegen die SG Lütgendortmund wurde die Qualifikation verpasst.[1] Zwei Jahre später wurde die Mannschaft nach einer Aufholjagd Meister der Regionalliga West und schaffte erstmals den Aufstieg in die 2. Bundesliga. In der Saison 2006/07 belegte die Mannschaft den achten Platz. Höhepunkt war der 1:0-Sieg im Derby über den FC Gütersloh 2000.

In der darauf folgenden Saison 2007/08 wollte der Verein zunächst die Nummer eins in Ostwestfalen-Lippe werden und spielte im Frühjahr um die Meisterschaft mit. Am letzten Spieltag sicherte sich die Mannschaft durch einen 2:1-Sieg über die zweite Mannschaft des Hamburger SV und dem gleichzeitigen 1:1 des FC Gütersloh 2000 gegen die zweite Mannschaft des 1. FFC Turbine Potsdam die Meisterschaft und der Aufstieg in die Bundesliga. Marie Pollmann wurde mit 21 Treffern Torschützenkönigin der 2. Bundesliga Nord.

Fahrstuhljahre (seit 2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach nur einem Jahr stieg der Herforder SV jedoch als Vorletzter wieder ab, jedoch konnte der Verein den dritthöchsten Zuschauerschnitt der Liga erreichen.[1] Der Verein konnte die Mannschaft weitestgehend zusammenhalten und erreichte in der Saison 2009/10 den direkten Wiederaufstieg. Das Team blieb während der Saison unbesiegt und erreichte bereits nach 17 von 22 Spieltagen den Aufstieg.[2] In der Bundesligasaison 2010/11 war die Mannschaft chancenlos. Trainerin Tanja Schulte wurde im Oktober 2010 entlassen[3] und durch Jürgen Prüfer ersetzt. Dennoch standen die Herforderinnen bereits fünf Spieltage vor Saisonende als Absteiger fest. Der 4:2-Sieg gegen den SC 07 Bad Neuenahr blieb der einzige dreifache Punktgewinn für die Herforderinnen.

Im Jahre 2013 wurden die Herforderinnen Vizemeister der 2. Bundesliga Nord hinter dem BV Cloppenburg und stellte mit Anna Laue, die 22 Saisontore erzielte, erneut die Torschützenkönigin der Liga. Ein Jahr später wurde der HSV erneut Vizemeister. Da der 1. FFC Turbine Potsdam II als Meister nicht aufsteigen durfte, gelang den Herforderinnen der dritte Aufstieg in die Bundesliga. Doch erneut waren die Herforderinnen chancenlos und stieg mit nur fünf Punkten als Tabellenletzter wieder ab. Tiefpunkt der Saison war eine 0:10-Niederlage beim VfL Wolfsburg. Nach einer turbulenten Saison, in der die langjährige Präsidentin Birgit Schmidt zurücktrat, wurde Herford schließlich Vierter. Giustina Ronzetti wurde mit 23 Treffern Torschützenkönigin. Trainer Jürgen Prüfer wurde am 1. April 2016 beurlaubt und wurde durch Daniel Hollensteiner ersetzt.[4] In der Saison 2016/17 rutschten die Herforderinnen auf den drittletzten Platz ab. Nur duch den freiwilligen Rückzug des Drittletzten der Südgruppe SC Sand II konnte die Mannschaft die Klasse halten.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader Saison 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
12 Josephine Plehn DeutschlandDeutschland
21 Kira Kutzinski DeutschlandDeutschland
02 Leonie Heitlindemann DeutschlandDeutschland
03 Meike Delißen DeutschlandDeutschland
04 Friederike Schaaf DeutschlandDeutschland
05 Jessy Atila BelgienBelgien
07 Helen Baus DeutschlandDeutschland
14 Oliwia Wos PolenPolenDeutschlandDeutschland
18 Lena Hackmann (C)Kapitän der Mannschaft DeutschlandDeutschland
20 Nina Lange DeutschlandDeutschland
06 Lea Althof DeutschlandDeutschland
08 Valentina Vogt DeutschlandDeutschland
10 Lisa Lösch DeutschlandDeutschland
11 Gina Kleinedöpke DeutschlandDeutschland
16 Anna Meierebert DeutschlandDeutschland
17 Gina Meierebert DeutschlandDeutschland
19 Nina Neumann DeutschlandDeutschland
22 Amelie Fölsing DeutschlandDeutschland
24 Gina Sieksmeier DeutschlandDeutschland
13 Giustina Ronzetti DeutschlandDeutschland
15 Pia-Marie Salzmann DeutschlandDeutschland

Zu- und Abgänge zur Saison 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugänge Abgänge
Helen Baus (Herforder SV Borussia, U-17)
Orsolya Dencz (Blau-Weiß Hohen Neuendorf)
Amelie Fölsing (VfL Bochum U-17)
Gina Kleindöpke (Herforder SV Borussia, U-17)
Kira Kutzinski (Herforder SV Borussia, U-17)
Kira Klemmer (Arminia Bielefeld)
Anna Meierebert (FSV Gütersloh 2009, U-17)
Gina Meierebert (FSV Gütersloh 2009, U-17)
Nina Neumann (TuS Bexterhagen)
Gina Sieksmeier (eigene Jugend)
Valentina Vogt (FSV Gütersloh 2009, U-17)
Oliwia Wos (VfL Bochum U-17)
Anja Barwinsky (KarriereEnde)
Lena Göllner (DSC Arminia Bielefeld)
Lena Hackmann (KarriereEnde)
Merza Julević (DSC Arminia Bielefeld)
Isabelle Knipp (KarriereEnde)
Louisa Lagaris (FF USV Jena II)
Christabel Oduro (Ramat HaSharon, Israel)
Carina Schlüter (SC Sand)

Wechsel während der Saison 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugänge Abgänge
Orsolya Dencz (MTK Hungaria Budapest)
Kira Klemmer (Black Panthers Bielefeld)


Ehemalige Spielerinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportliche Heimat ist das Ludwig-Jahn-Stadion in Herford. Das Stadion wurde 1955 gebaut und bietet 18.400 Zuschauern Platz. Bei Bundesligaspielen ist das Fassungsvermögen durch Sicherheitsauflagen des DFB und der Versammlungsstättenverordnung auf 5.000 Zuschauer begrenzt.[7] Auf der Haupttribüne gibt es 1.400 überdachte Sitzplätze. Die bisher höchste Zuschauerzahl erreichte der Verein am 17. September 2008, als 2.748 Zuschauer das Bundesligaspiel gegen den 1. FFC Frankfurt sahen.[8]

Weitere Mannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zweite Frauenmannschaft spielt seit dem Abstieg im Jahre 2016 in der fünftklassigen Landesliga. Im Nachwuchsbereich hat der Verein vier Mädchenmannschaften. Die B-Juniorinnen wurden 2010 Vizemeister der Regionalliga West sowie Gruppenzweiter in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft[9] und gewannen den Westfalenpokal.[6]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grün unterlegte Platzierungen kennzeichnen einen Aufstieg, rot unterlegte Spielzeiten einen Abstieg. Fett geschriebene Namen der besten Torschützin kennzeichnet eine Torschützenkönigin.

Saison Liga Platz S U N Tore Punkte DFB-Pokal Beste Torschützin
1984/85 Verbandsliga Westfalen 3. nicht bekannt nicht qualifiziert
1985/86 Regionalliga West 9. 3 7 12 17:47 13:31 nicht qualifiziert
1986/87 Regionalliga West 12. Rückzug vor Saisonbeginn nicht qualifiziert
1991/92 Verbandsliga Westfalen 6. nicht bekannt nicht qualifiziert
1992/93 Verbandsliga Westfalen 1. nicht bekannt nicht qualifiziert
1993/94 Regionalliga West 8. 8 3 11 34:38 19:25 nicht qualifiziert
1994/95 Regionalliga West 10. 7 6 9 27:41 20:24 nicht qualifiziert
1995/96 Verbandsliga Westfalen 1. nicht bekannt nicht qualifiziert
1996/97 Regionalliga West 4. 12 3 9 39:28 39 nicht qualifiziert
1997/98 Regionalliga West 3. 13 5 4 42:20 44 nicht qualifiziert
1998/99 Regionalliga West 5. 9 2 11 38:44 29 nicht qualifiziert
1999/00 Regionalliga West 5. 11 1 10 37:39 34 nicht qualifiziert
2000/01 Regionalliga West 7. 6 4 10 33:63 22 Achtelfinale
2001/02 Regionalliga West 4. 14 4 6 66:43 46 Achtelfinale
2002/03 Regionalliga West 6. 11 3 10 56:44 36 nicht qualifiziert
2003/04 Regionalliga West 9. 8 3 13 41:48 27 nicht qualifiziert
2004/05 Regionalliga West 4. 12 4 6 64:38 40 nicht qualifiziert
2005/06 Regionalliga West 1. 16 3 3 80:32 51 nicht qualifiziert
2006/07 2. Bundesliga Nord 8. 8 6 8 42:42 30 2. Runde Marie Pollmann (14)
2007/08 2. Bundesliga Nord 1. 13 5 4 53:33 44 Achtelfinale Marie Pollmann (21)
2008/09 Bundesliga 11. 4 2 16 23:79 14 2. Runde Marie Pollmann (9)
2009/10 2. Bundesliga Nord 1. 18 4 0 69:21 58 2. Runde Marie Pollmann (23)
2010/11 Bundesliga 12. 1 2 19 25:80 5 2. Runde Laura Feiersinger (7)
2011/12 2. Bundesliga Nord 4. 13 4 5 62:27 43 Achtelfinale Anna Laue (17)
2012/13 2. Bundesliga Nord 2. 15 2 5 62:26 47 Viertelfinale Anna Laue (22)
2013/14 2. Bundesliga Nord 2. 14 5 3 54:18 47 2. Runde Kirsten Nesse (13)
2014/15 Bundesliga 12. 1 2 19 18:89 5 Achtelfinale Kirsten Nesse (5)
2015/16 2. Bundesliga Nord 4. 11 4 7 55:38 37 Achtelfinale Giustina Ronzetti (23)
2016/17 2. Bundesliga Nord 10. 7 1 14 34:67 22 1. Runde Giustina Ronzetti (13)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Chronik. Herforder SV, abgerufen am 24. Juli 2016.
  2. Tanja Schulte: "Deutliches Potenzial nach oben". Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 24. Juli 2016.
  3. Schulte wird vor dem SGS-Spiel entlassen. RevierSport, abgerufen am 24. Juli 2016.
  4. Dirk Kröger: Herforder SV trennt sich vom Trainer. FuPa, abgerufen am 12. September 2016.
  5. Westfalenmeister Feld. FLVW, abgerufen am 4. August 2016.
  6. a b Westfalenpokalsieger. FLVW, abgerufen am 4. August 2016.
  7. Unser Stadion. Herforder SV, abgerufen am 24. Juli 2016.
  8. Aufbruchstimmung in Herford. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 24. Juli 2016.
  9. Endrunde 2010. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 24. Juli 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 52° 6′ 32″ N, 8° 41′ 19″ O