Hermann Winkler (Politiker)

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Hermann Winkler

Hermann Winkler (* 22. April 1963 in Grimma) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments und war zuvor von 2004 bis 2007 Staatsminister und Chef der Sächsischen Staatskanzlei sowie von 1990 bis 2009 Mitglied des Sächsischen Landtags.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur 1981 an der Erweiterten Oberschule „Ernst Schneller“ (heute: Gymnasium St. Augustin) in Grimma studierte Hermann Winkler bis 1988 an der Technischen Universität Magdeburg (jetzt Otto-von-Guericke-Universität) Fertigungsprozessgestaltung im Maschinenbau zum Dipl.-Ing. Anschließend war er von 1988 bis 1990 Entwicklungsingenieur im Chemieanlagenbau Leipzig-Grimma. Er übernahm von 1998 bis 2004 das Präsidentenamt des Landessportbundes Sachsen, seit 2016 ist er Präsident des Sächsischen Fußball-Verbands.[1]

Hermann Winkler ist evangelisch-lutherisch, verheiratet und hat zwei Töchter.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1988 wurde Hermann Winkler Mitglied der CDU (DDR), 1990/91 war er stellvertretender Bürgermeister von Grimma. Von 1990 bis 1999 war er dort auch Vorsitzender der CDU und war von 1990 bis 2007 Mitglied im Kreisvorstand Muldentalkreis, dem er von 2005 bis 2007 als Vorsitzender vorstand. Im Juni 2007 trat er vom Amt des Kreisvorsitzenden der CDU Muldental zurück, da sich der Kreisvorstand in einem Beschluss mehrheitlich dafür aussprach, die Muldentaler CDU-Landtagsabgeordneten sollen im Rahmen der Debatte zur Verwaltungs- und Funktionalreform in Sachsen in der Kreissitzfrage entgegen der Koalitionsmeinung votieren.[2] Winkler war anschließend von 2007 bis 2011 Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Leipzig-Stadt.

Auf Landesebene war er von 1992 bis 1995 Vorsitzender der Jungen Union und von 2001 bis 2004 Generalsekretär der sächsischen Union.

Vom 20. März 2006 bis 26. Oktober 2007 war Hermann Winkler Mitglied im Verwaltungsrat der Landesbank Sachsen.

Er war von 1990 bis 2009 Mitglied des Sächsischen Landtages (zuletzt 2004 direkt gewählt im Wahlkreis 35, Muldental 2). Dort arbeitete er für seine Fraktion als Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Technologie sowie im Ausschuss für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien. Zudem war er vom 11. November 2004 bis 7. November 2007 Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Sächsischen Staatskanzlei. Von 2005 bis 2009 vertrat er den Freistaat Sachsen im Ausschuss der Regionen (AdR) in Brüssel.

Hermann Winkler im EU-Wahlkampf 2019

Bei den Europawahlen am 7. Juni 2009 wurde Winkler als Spitzenkandidat der Sächsischen Union in das Europäische Parlament gewählt. Dort war er in der 7. Wahlperiode Mitglied in den Ausschüssen für Regionale Entwicklung (REGI) und für Industrie, Forschung und Energie (ITRE). Ebenso war er Mitglied in der Delegation für die Kooperation EU-Ukraine und in der Delegation in der Parlamentarischen Versammlung EURO-NEST. Stellvertreter war er in der Delegation für die Beziehungen zu Belarus.[3]

Seit 2010 ist Hermann Winkler zudem Mitglied im Bundesfachausschuss Außen-, Europa- und Sicherheitspolitik der CDU Deutschlands. Bei den Halbzeitwahlen im Europäischen Parlament 2012 wurde Winkler zum Sprecher der ostdeutschen CDU-Europaabgeordneten gewählt.

Am 18. Januar 2014 wurde er von der CDU Sachsen als Spitzenkandidat auf der Landesliste zur Wahl des 8. Europäischen Parlaments am 25. Mai 2014 nominiert.

Am 6. Mai 2014 warnte Winkler eindringlich vor weiteren Wirtschaftssanktionen gegen Russland. In einem Gespräch mit der Journalistin Nina-Carissima Schönrock verdeutlichte er, dass sich Europa dringend aus dem Schatten der USA lösen und ein Grundverständnis für Russland entwickeln müsse.[4] Am 10. Juni 2015 stimmte er als einziger CDU-Abgeordneter im Europäischen Parlament gegen eine Entschließung „Über den Stand der Beziehungen zwischen der EU und Russland“, in der geäußert wurde, dass „Russland zu diesem Zeitpunkt […] nicht mehr als ‚strategischer Partner‘ behandelt oder angesehen werden kann“.[5]

Am 5. Oktober 2016 befürwortete Winkler in der Zeitschrift Superillu eine Koalition aus CDU und AfD auf Landes- und Bundesebene, womit eine „linke Republik“[6] verhindert werden könne.

Winkler stimmte am 26. März 2019 im Europäischen Parlament – zunächst als einziger von 34 Abgeordneten aus CDU-/CSU-Fraktion – gegen die Urheberrechtsreform.[7] Später korrigierte Thomas Mann sein Abstimmungsverhalten ebenfalls zu einer Gegenstimme.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hermann Winkler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hermann Winkler zum SFV-Präsidenten gewählt. In: sfv-online.de. Sächsischer Fußball-Verband e.V., 23. April 2016, abgerufen am 17. Mai 2019.
  2. Hermann Winkler neuer Vorsitzender der Leipziger CDU. In: sz-online.de. 6. Oktober 2007, archiviert vom Original; abgerufen am 17. Mai 2019.
  3. Hermann Winkler, 7. Wahlperiode. In: Abgeordnete. Europäisches Parlament, abgerufen am 17. Mai 2019.
  4. Nina-Carissima Schönrock: Ukraine-Krise: „Blindheit und Taubheit“ gegenüber Russland bringen Europa nicht weiter. In: web.de. 5. Mai 2014, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  5. Anton Shekhovtsov: EU-Russland-Beziehungen: Eine kurze Analyse der Abstimmung im Europaparlament. 13. Juni 2015, abgerufen am 30. März 2019.
  6. CDU-Politiker plädiert für Koalition mit AfD. In: n-tv.de. 5. Oktober 2016, abgerufen am 17. Mai 2019.
  7. Protokoll. Ergebnis der namentlichen Abstimmungen – Anlage. (PDF) Europäisches Parlament, 11. April 2019, S. 52–53, abgerufen am 14. Mai 2019.
  8. Lars Wienand: Sachse stimmte mit Nein – CDU-Abweichler Hermann Winkler will kein Rebell sein. In: t-online.de. 26. März 2019, abgerufen am 16. Mai 2019.