Hinrich Schmidt-Henkel

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Hinrich Schmidt-Henkel (* 15. November 1959 in Berlin) ist ein deutscher literarischer Übersetzer.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinrich Schmidt-Henkel ist ein Sohn des Germanisten Gerhard Schmidt-Henkel. Schmidt-Henkel studierte Germanistik und Romanistik an der Universität Saarbrücken und schloss 1988 mit dem 2. Staatsexamen ab. Danach organisierte er ein Modellprojekt im Gesundheitswesen. Von 1991 bis 1993 war er persönlicher Referent und Pressesprecher der Hamburger Kultursenatorin Christina Weiss. Seit 1996 lebt er als freier Übersetzer wieder in Berlin.

Seit 1987 übersetzt er Prosa, Theaterstücke und Lyrik aus dem Französischen, Norwegischen und Italienischen ins Deutsche. Als besonders bedeutende Leistung wurde von der Kritik seine 2003 erschienene Neuübersetzung von Célines Roman Reise ans Ende der Nacht gewürdigt. Für seine Übersetzung von Diderots Roman Jacques der Fatalist und sein Herr war Schmidt-Henkel 2014 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert (wie bereits 2007 mit seiner Übersetzung des Romans Ravel von Jean Echenoz).

Er übersetzte unter anderem Werke von Stefano Benni, Massimo Carlotto, Philippe Delerm, Denis Diderot, Jean Echenoz, Tomas Espedal, Øivind Hånes, Jon Fosse, Hervé Guibert, Michel Houellebecq, Henrik Ibsen, Erlend Loe, Édouard Louis, Lars Mytting, Jo Nesbø, Camille de Peretti, Guri Tuft und Tanguy Viel.

Schmidt-Henkel war von September 2008 bis März 2017 im Ehrenamt Vorsitzender im Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke, VdÜ, Bundessparte Übersetzer im VS in ver.di. Seit März 2017 ist er Beisitzer im Vorstand und hat einen Sitz in der Honorarkommission des Verbandes. Er ist Mitglied im LCB.

Für die Sendung Karambolage beim deutsch-französischen Sender arte tritt er immer wieder in Beiträgen auf, in denen er die Herkunft oder Entstehung von Worten, Ausdrücken oder Redewendungen erklärt.

Seit Sommer 2007 ist er Vorsitzender des Deutsch-Deutschen Kammerchors e.V.

Sein langjähriger Lebensgefährte ist der Übersetzer, Autor und Sänger Frank Heibert. Beide gingen im Mai 2002 im Standesamt Berlin-Schöneberg eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersetzungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Französischen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louis-Ferdinand Céline

Denis Diderot

Jean Echenoz

Michel Houellebecq

Édouard Louis

Camille de Peretti

Romain Puértolas

  • Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte, S. Fischer 2014, ISBN 978-3-10-000395-9

Raymond Queneau

Raymond Radiguet

Yasmina Reza

Tanguy Viel

Aus dem Italienischen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Massimo Carlotto

Aus dem Norwegischen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kjell Askildsen

Jon Fosse

Henrik Ibsen

  • Nora oder ein Puppenhaus, Hedda Gabler, Baumeister Solness, John Gabriel Borkmann, Theaterstücke, Rowohlt 2006, ISBN 978-3-499-24234-2

Erlend Loe

Tomas Espedal

Lars Mytting

Arne Lygre

  • Zahlreiche Theaterstücke

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cathrin Elss-Seringhaus: Er macht Schweres für uns leicht. Ein Großer im Übersetzerfach - Hinrich Schmidt-Henkel. In: Saarbrücker Zeitung, Beilage Kultur, vom 1. September 2015, S. B4
  • Julian Müller: "Ein Kahn, auf dem es sich fahren lässt." Interview mit Mitgliedern der Vorstände seit 2008, in: Souveräne Brückenbauer. 60 Jahre Verband der Literaturübersetzer. Für den Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke, Bundessparte Übersetzer des VS in ver.di. Hg. Helga Pfetsch. Sonderheft Sprache im technischen Zeitalter, Böhlau Verlag, Köln 2014 ISBN 9783412222840 ISSN 0038-8475 S. 135–143 (weitere Gesprächspartner Luis Ruby, Brigitte Große, Martina Kempter, Josef Winiger)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hinrich Schmidt-Henkel. In: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 2016/2017. Band II: P-Z. Walter De Gruyter, 2016, ISBN 978-3-11-045397-3, S. 1229.