Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)

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Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)
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Motto per aspera ad astra
Gründung 1994
Ort Rothenburg/Oberlausitz
Bundesland Sachsen
Land Deutschland
Komm. Rektor seit 15.11.2018 Thomas Boltz
Studierende 475 (WS 2017/18), 67,6% Männer. 32,4% Frauen. 0,2% internationale Studierende
Website www.polizei.sachsen.de/de/polfh.htm
Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)
Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)

Die Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) ist eine interne Fachhochschule der sächsischen Polizei in Rothenburg/Oberlausitz mit einer Außenstelle in Bautzen. Sie wurde am 1. Oktober 1994 mit Unterzeichnung der Gründungsurkunde formal gegründet. Pro Jahr werden ca. 140 bis 175 Studentinnen und Studenten für den gehobenen Polizeivollzugsdienst ausgebildet. Den kleineren Teil der Studenten (35 %) stellen Aufstiegsbeamte. Etwa zwei Drittel der Studenten sind Seiteneinsteiger, die in einer sechsmonatigen Vorausbildung auf das Polizeistudium vorbereitet werden. Ein Viertel der Studierenden sind Frauen. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums erfolgt die Ernennung zum/r Polizei- oder Kriminalkommissar/in. Außerdem wird jährlich eine geringe Anzahl ausgewählter Beamte der Laufbahngruppe 2.1 (Gehobener Dienst) der Sächsischen Polizei als Anwärter für ein Studium für die Laufbahngruppe 2.2 (Höherer Dienst) an der Deutschen Hochschule der Polizei in vorbereitenden Lehrgängen ausgebildet. Der Bachelor-Studiengang umfasst hierbei auch eine Sonderform in Gestalt des Computer- und Internet-Kriminalitätsdienstes (CuIKD) zur Bekämpfung der Cyberkriminalität.

Studienvoraussetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voraussetzungen für das Studium sind die allgemeine oder fachgebundene (Fach-)Hochschulreife, körperliche und gesundheitliche Eignung, ein Höchstalter von 31 Jahren und das Bestehen des mehrgliedrigen Auswahlverfahrens.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Jahre 1991 erfolgte eine Entscheidung des sächsischen Kabinetts zur Errichtung einer Fachhochschule für Polizei im Freistaat Sachsen. Im Mai 1992 begann die Arbeit des Aufbaustabes der Fachhochschule an der Landes-Polizeischule Sachsen (LPS) in Bautzen. Der erste Ausbildungslehrgang begann im Juni des Jahres 1992 in Bautzen mit der Ausbildung. Erst 1994 wurde mit Baumaßnahmen am Gebäude des ehemaligen Fliegerausbildungsgeschwaders 15 des Kommandos Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/LV) der NVA der DDR für die zukünftige Fachhochschule begonnen. Mit dem Sächsischen Polizeifachhochschulgesetz (SächsPolFHG) vom 24. Mai 1994 erhielt die Einrichtung ihre rechtliche Grundlage, woraufhin am 4. Oktober 1994 die ersten Studenten ihr Studium in Rothenburg begannen, welches sie im September 1997 abschlossen. Aufgrund des Gesetzes zur Modernisierung der Sächsischen Verwaltung kommt es zur Namensänderung in „Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)“. Mit Beginn des 17. Studienganges im Oktober 2010 führte die Hochschule den im Rahmen der auch von Deutschland unterzeichneten Erklärung von Bologna einen neuen, modularen Studiengang ein, der nach dreijähriger Ausbildung mit dem Titel „Bachelor of Arts B. A.“ abschließt.

Seit 3. November 2016 verfügt die Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) über eine Erasmus-Qualitätszertifizierung, eine sog. European Charta of Higher Education (ECHE) der Europäischen Union. In der Folge wurden bisher sieben inter-institutionelle Vereinbarungen (IIV) zu anderen Erasmus-Partnerhochschulen in CZ (Prag), SK (Bratislava), HU (Budapest), PL (Szczytno), EE (Tallinn), LV (Riga) und LT (Vilnius und Kaunas) abgeschlossen. Darüber hinaus existieren aber auch Verbindungen zu anderen Hochschulen im Erasmus-Netzwerk, die nicht unbedingt auf einer inter-institutionelle Vereinbarung beruhen, so z. B. nach NL (Apeldoorn, Leeuwarden), UK (Portsmouth), S (Huddinge, Växjö) und RO (Bukarest). Das Bachelorstudium unterteilt sich in sechs Semester mit sehr eng getakteten Inhalten. Es ist es nicht möglich, eigene Studierende mittels Austauschsemestern oder Praktika mit Erasmus zu fördern. Vor dem Hintergrund, dass die Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) für Beamtenanwärter als Einstellungs- und Ausbildungsbehörde fungiert sowie für beamtenrechtlich zu ihr abgeordnete Stammbeamten der Sächsischen Polizei personalrechtlich zuständig ist, eröffnet dies eine Erasmus-Förderung im Hinblick auf wissenschaftliche Fort- und Weiterbildung, etwa in Form akademischer Workshops, innerhalb wesentlich kürzerer und flexibler Zeiträume. Grundlage bilden hierbei immer wissenschaftliche Arbeitspläne, ggf. auch angereichert mit Fachexkursionen, abgestimmt zwischen den beteiligten Erasmus-Partnerhochschulen. Die direkte Adressierung von Polizeidienststellen im Rahmen von Praxisbesuchen in den Zielländern ist programmwidrig, weil dies nicht wissenschaftlichem Standard entspricht, sondern nicht förderfähige Erwachsenenbildung darstellt. Außerdem können Studierende der Erasmus-Partnerhochschulen im Rahmen von Austauschsemestern oder Praktika an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) aufgenommen werden, soweit sie die deutsche Sprache angemessen beherrschen, um dem Vorlesungsbetrieb folgen zu können. In der Vergangenheit wurden mehrfach Lehrkräfte der Partnerhochschulen in das Vorlesungsgeschehen eingebunden sowie sonstige ausländische Hochschulmitarbeiter in Form von Praktika und Kurzaufenthalten betreut. Das Lehrpersonal der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) unterrichtet ihrerseits auf Grundlage der bestehenden IIV an den jeweiligen Partnerhochschulen. Soweit Gastdozenten von anderen Polizeieinrichtungen des Freistaates Sachsen in den wissenschaftlichen Lehrbetrieb oder die Betreuung von Bachelor-Arbeiten der Studierenden an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) eingebunden sind, können auch diese am Erasmus-Programm teilnehmen, soweit der dienstliche Bezug zur Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) besteht. Dies ermöglicht interessante wissenschaftliche Wechselwirkungen des Erfahrungsaustausches sowie des akademischen Wissenserwerbs, sowohl im Hinblick auf die teilnehmenden Studierenden in Personalverantwortung der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) als auch deren Lehrpersonal und die angeschlossenen Gastdozenten. Die Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) ist die einzige Einrichtung innerhalb der Sächsischen Polizei, die Teil des Erasmus-Netzwerkes ist. Neben der Teilnahme am Mobilitätsprogramm (KA 1; KA 103) von Erasmus wirkt diese polizeiliche Hochschulbildungseinrichtung im Freistaat Sachsen auch an internationaler Erasmus-Projektarbeit (KA2; KA 202), z. B. im Rahmen von "Vocal in Need", als Teil eines neun Konsortialinstitutionen umfassenden Projektteams mit.[1]

Seit 2018 finden auf dem Hochschulcampus sowohl in Rothenburg/O.L., als auch in Bautzen, umfangreiche Bauarbeiten statt, um die geplante umfangreiche Erweiterung der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) angesichts weiterhin stark steigender Studienzahlen zu realisieren. U. a. wurde bereits eine moderne Sport- und Mehrzweckhalle am Standort in Rothenburg/O.L. mittlerweile fertiggestellt und ihrer Bestimmung im Rahmen des laufenden Studienbetriebes übergeben.

Ab 2013 wurde das seit 1992 bestehende Fortbildungszentrum Bautzen der Hochschule angegliedert.[2]

Fachbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Polizeiliches Management
  • Recht, Sozialwissenschaften, Sprachen

Die Ausbildung zu Grundlagen der freien Wirtschaft und modernem Haushalt wird eng verbunden mit Fragen der Polizeiarbeit.

Die Studierenden müssen obligatorisch Englisch belegen. Künftig ist vorgesehen, Polnisch, Tschechisch und Russisch in Form von Wahlpflichtfächern anzubieten. Formal kann auch Sorbisch als Fremdsprache angeboten werden. Aus verschiedenen Gründen kam es aber noch nie zur Sprachausbildung in Sorbisch.

Im Rahmen der Ausbildung führen die Studenten verschiedene Praktika zumeist bei Behörden (Kommunalverwaltung, Justiz, Zoll und Bundespolizei) durch.

Auslandsbeziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule unterhält Auslandsbeziehungen zu folgenden Einrichtungen

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. Polizei Sachsen: Die Geschichte der Hochschule.

Koordinaten: 51° 21′ 34,9″ N, 14° 57′ 40,4″ O