Holzhausen (Dautphetal)

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Holzhausen
Gemeinde Dautphetal
Wappen von Holzhausen
Koordinaten: 50° 48′ 43″ N, 8° 31′ 34″ O
Höhe: 327 (320–370) m ü. NHN
Fläche: 8,4 km²[1]
Einwohner: 1876 (30. Jun. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 223 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35232
Vorwahl: 06468
Karte
Lage von Holzhausen in der Gemeinde Dautphetal
Luftaufnahme von Holzhausen
Luftaufnahme von Holzhausen

Holzhausen am Hünstein, benannt nach dem Berg Hünstein, ist eine Ortschaft im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf und ist eine Ortsteil der Gemeinde Dautphetal. Der Ort zählt etwa 1900 Einwohner und liegt etwa 320 bis 370 m ü. NN. Der Ort ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzhausen liegt 24 km westlich von Marburg an der Kreisstraße 74, nördlich der Bottenhorner Hochflächen.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet liegt im warm-gemäßigten Regenklima der mittleren Breiten. Die mittlere Tagestemperatur beträgt im Sommer ungefähr 15 bis 16 °C und im Winter etwa −1 bis 1 °C. Die mittlere Niederschlagshöhe beträgt in zirka 800 bis 1000 mm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde Holzhausen 1251 urkundlich erwähnt, als Heinrich von Damshausen einer Schenkung, nach dem Tod seines Bruders, an den Deutschen Orden in Marburg zustimmte. 1368 versöhnten sich die Herren von Hohenfels mit der Stadt Wetzlar wegen der Übergriffe auf die Stadt zu Holzhausen und am Streichenberg. Der Marburger Bürger Wigand Mühlbach wies 1443 dem Kloster Caldern nach, dass seine Vorfahren diesem eine Gülte aus dem inzwischen verkauften Mühlbachgut in Holzhausen geschenkt hatten, und übergab diese dem Kloster erneut. Im Jahr 1455 vermachte Gernand von Dausenbach dem Deutschen Orden Gefälle aus seinem Hof in Holzhausen. 1463 verkauften der Marburger Schöffe Ludwig Imhof und seine Frau Luise, eine geborene von Hohenfels, dem Hospital in Biedenkopf Ländereien. Im Jahr 1577 hielten der Deutsche Orden fünf, die von Hatzfeld, die Herren von Dernbach, die Grafen von Solms und das Kloster Haina je ein Gut in Holzhausen.

Mit Wirkung zum 1. Oktober 1954 wurde auf Beschluss der Hessischen Landesregierung der Name der Gemeinde von „Holzhausen bei Gladenbach“ nach „Holzhausen am Hünstein“ geändert.[4]

Ringwall Hünstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Ringwall Hünstein

Die Ringwallanlage auf dem 504 Meter Hohen Hünstein entstand vermutlich während der Hallstattzeit oder der Latènezeit. Sie liegt ca. 1 km südöstlich des Ortes in einer Zone erzführender Diabase am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Holzhausen unterstand im Überblick:[5][1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1967 sind:[1]

1577: 51 Hausgesesse
1630: 37 Hausgesesse (6 dreispännige, 7 zweispännige, 13 einspännige Ackerleute, 11 Einläuftige). 2 Witwen.
1677: 1 Freier, 41 Hausgründe, 3 Witwen, 18 ledige Personen.
1742: 39 Haushalte
1830: 563 evangelische, 1 römisch-katholische Einwohner.
1867: Erwerbspersonen: 181 Landwirtschaft, 3 Bergbau und Hüttenwesen, 1 Kirche und Gottesdienst, 5 Gemeindeverwaltung.
1885: 667 evangelische, 1 katholische, 38 andere Christen
1961: 1383 evangelische, 153 römisch-katholische Einwohner. Erwerbspersonen: 226 Land- und Forstwirtschaft, 410 produzierendes Gewerbe, 73 Handel und Verkehr, 68 Dienstleistungen und sonstiges.
Holzhausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
610
1840
  
677
1846
  
666
1852
  
650
1858
  
612
1864
  
620
1871
  
598
1875
  
610
1885
  
706
1895
  
695
1905
  
739
1910
  
807
1925
  
1.008
1939
  
1.119
1946
  
1.564
1950
  
1.593
1956
  
1.522
1961
  
1.565
1967
  
1.713
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Holzhausen
Wappenbeschreibung: „In Rot auf goldenem Dreiberg ein singender blau bewehrter silberner Vogel.“

Im November 1951 wurde der Gemeinde Holzhausen durch das Hessische Staatsministerium das Recht zur Führung eines Wappens verliehen.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldschwimmbad

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

im Ort gibt es eine evangelische Kirche, eine Grundschule, ein Kindergarten, ein Kinderspielplatz, ein Bürgerhaus, eine Kegelbahn, mehrere Sportplätze, ein Tretbecken, eine Parkanlage, eine Schutzhütte, mehrere Grillplätze, eine Skipiste mit Lift, eine Loipe, eine Tennishalle mit Freiplätzen, ein Minigolfplatz, ein Reitplatz und mehrere markierte Wanderwege. Eine lokale Besonderheit stellt das 1935 eröffnete Waldschwimmbad[9] dar. Es wird durch einen eigenen Förderverein der Bürger unterhalten und umfasst u. a. drei Schwimmbecken; das größte ist 50 mal 25 m groß.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Buslinie MR-40 von Gladenbach (Busbahnhof) nach Biedenkopf (Marktplatz) der Verkehrsgesellschaft ALV-Oberhessen fährt die innerörtliche Haltestelle Dautphetal-Holzhausen Talstraße in beide Richtungen im Zweistundentakt an.[10] Die Linie bietet in Wolfgruben über die Bushaltestelle Wolfgruben Wilhelmshütte bzw. den Bahnhaltepunkt Wilhelmshütte Anschluss an die Obere Lahntalbahn.

Etwas östlich umgeht die Bundesstraße 453 den Ort.

Blick auf Holzhausen am Hünstein (linke Bildhälfte) und das Dautphetal. Im Hintergrund (v.l.n.r.) der Nimerich (Breidenbacher Grund, 533 m), die Sackpfeife (674 m) und ihre Vorhöhen (u. a. Arennest, 592 m) und davor der Ort Dautphe; in der rechten Bildhälfte die westlichen Damshäuser Kuppen mit Hornberg (451 m), Eichelhardt (465 m, teils verdeckt), Schweinskopf (473 m, hinter Herzhausen) und Dusenberg (457 m)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Holzhausen (Dautphetal) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Holzhausen am Hünstein, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 5. Juli 2017)
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Gemeinde Dautphetal, abgerufen im Oktober 2016.
  3. Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung: 77. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 17. November 2011. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. Nr. 7, 13. Februar 2012, ISSN 0724-7885, S. 221 (Online [PDF]).
  4. Der Hessische Minister des Innern, 19. Oktober 1954: Änderung des Namens der Gemeinde Holzhausen bei Gladenbach im Landkreis Biedenkopf, Regierungsbezirk Wiesbaden, in „Holzhausen am Hünstein“. In: Staats-Anzeiger für das Land Hessen. Nr. 45, 6. November 1954, S. 1058 (Scan [PDF]).
  5. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  6. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins: vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 7 (bei google books).
  7. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 415 (online bei Google Books).
  8. Der Hessische Minister des Innern, 15. November 1951: Verleihung des Rechts zur Führung eines Wappens an die Gemeinde Holzhausen, Landkreis Biedenkopf, Reg.-Bez. Wiesbaden. In: Staats-Anzeiger für das Land Hessen. Nr. 49, 8. Dezember 1951, S. 740 (Scan [PDF]).
  9. Waldschwimmbad Holzhausen, abgerufen im September 2017.
  10. Die ALV Oberhessen GmbH & Co. KG, abgerufen 2014.