IP-Suisse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schweizerische Vereinigung integriert produzierender Bauern und Bäuerinnen (IP-SUISSE)

Logo
Rechtsform Verein
Gründung 29. Mai 1989
Sitz Zollikofen, Schweiz
Branche Landwirtschaft
Website www.ipsuisse.ch

Die Schweizerische Vereinigung integriert produzierender Bauern und Bäuerinnen (IP-SUISSE), bezweckt in der Schweiz die Förderung einer umweltschonenden und tiergerechten Landwirtschaft, sprich der Integrierten Landwirtschaft.[1] Ihre Mitglieder erfüllen Mindestanforderungen ans Tierwohl und können je nach Marktgegebenheit an einzelnen Produktionen nach Labelrichtlinien der IP-Suisse teilnehmen.[2] Das Produktelabel, bzw. das Logo von IP-Suisse zeichnet Produkte aus, die nach entsprechenden Richtlinien hergestellt werden und deren Produzenten die Biodiversität auf ihren Bauernhöfen fördern. Die Einhaltung der Richtlinien und die korrekte Vermarktung wird kontrolliert durch ProCert AG.[3]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das oberste Organ der IP-Suisse bilden die Delegierten. Diese werden in ihren Wahlkreisen von den Mitgliedern gewählt und müssen selbst auch Mitglied bei IP-SUISSE sein. Die Delegierten haben unter anderem die Befugnis den Vorstand und Präsidenten zu wählen und über die Verwendung des Jahresergebnisses zu beschliessen. Die Delegiertenversammlung findet jährlich statt.

Dem Vorstand obliegt die strategische Führung der IP-Suisse. Er vertritt den Verein gegen aussen, bestimmt den Geschäftsführer, entscheidet über Label-Richtlinien und weitere strategische Geschäfte, die nicht den Delegierten vorbehalten sind.

Der Geschäftsführer leitet die Geschäftsstelle gemäss Pflichtenheft des Vorstands.[1]

Zur IP-Suisse gehören seit 2016 die Viehhandelsfirmen Schneider Vieh und Fleisch, ASF Sursee und IPS-Kuvag.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlass für die Gründung war die Landwirtschaftspolitik des Bundes, die Ende der 1980er Jahre produktionsabhängige Hilfen weitgehend durch flächenbezogene Direktzahlungen ersetzte. Dies führte unter anderem dazu, dass die Mehrleistungen zahlreicher Landwirte (z. B. eingeschränkter Einsatz chemischer Spritz- und Düngemittel, mehr Flächen für Tiere) nicht mehr oder nur noch ungenügend entschädigt wurden.[5]

1989 wurde IP-Suisse am 29. Mai in Schönbühl bei Bern gegründet. Der Präsident des Initiativkomitees Hans Luder wurde dabei auch zum Präsidenten von IP-Suisse gewählt. 1993 vermarktete Hiestand Holding das erste Labelgetreide. 1995 wurden die ersten Tiere mit Migros Luzern vermarktet. 1997 übernahm der Migros-Genossenschafts-Bund die ersten Tiere von IP-Suisse. Im gleichen Jahr fand die Gründung des Vereins Pro Pane Natura statt, woraus später NaturaBeck und dann Naturel entstand. 1999 wurde das erste IP-Suisse-Rapsöl hergestellt. 2000 begann die Zusammenarbeit mit IG Dinkel. 2004 startete das Projekt Feldlerche für einen wildtierfreundlichen Getreideanbau, woraus später das Biodiversitätsprogramm entsteht. 2007 lancierte Migros ihr Label TerraSuisse für die IP-Suisse Produkte in ihren Regalen. 2008 fanden die Richtlinien zur Förderung der Biodiversität erste Anwendung. 2011 wurde die erste IP-Suisse-Wiesenmilch produziert. 2012 entstand die Organisation Naturel aus einer Überarbeitung der Kommunikation von NaturaBeck, vormals Pro Pane Natura (1997). 2016 präsentierte Denner die ersten IP-Suisse-Produkte in ihren Läden. 2017 wurde das Logo von IP-Suisse auf den Milchschokoladen von Cailler aufgetragen.[6]

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marienkäfer in verschiedenen Formen ist das Logo und Markenzeichen von IP-Suisse.[7] Er gilt als Glücksbringer und natürlicher Schädlingbekämpfer.[8]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als IP-Suisse-Produkt darf nur ausgezeichnet werden, was mindestens zu 70 % aus IP-Suisse-Zutaten besteht.[9] Der Verein IP-Suisse vermarktet nur in kleinem Rahmen Produkte direkt an Konsumenten.

Die meisten Produkte aus IP-Suisse-Labelproduktion verkauft Migros[10], allerdings unter dem Namen und Logo Terrasuisse.[11] Grösster Verkäufer von IP-Suisse-Produkten mit dem IP-Suisse-Logo ist Denner. Auch Volg, Manor Food, Spar, Aldi und Lidl bieten Produkte aus IP-Suisse-IP-SuisseLabelproduktion an.[12]

Produkte mit einzelnen Zutaten in IP-Suisse-Qualität, dürfen diese Zutaten auszeichnen.[9] Weltweite Verbreitung findet das IP-Suisse-Logo auf diese Weise durch Cailler, die für die Verwendung von IP-Suisse-Wiesenmilch seit Juli 2017 ihre Milchschokoladen mit dem IP-Suisse-Logo versieht.[13]

Seit 2018 werden auch Zuckerrüben angebaut, welche sei 2019 als IP-Suisse-Zucker verarbeitet über die Filialen von Landi und Volg vertrieben werden.[14]

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Label Ranking 2015 schaffte es IP-Suisse mit 117 von 200 Punkten in die Kategorie «Empfehlenswert». In einer vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau unter 500 Konsumenten durchgeführten Befragung zeigte sich, dass ein Drittel von ihnen davon ausgeht, es handle sich beim Label IP-Suisse (Integrierte Produktion) um ein Bio-Label, was jedoch bei weitem nicht der Fall ist.[15][16]

Bei der Produktion von Kalbfleisch liegt die Sterblichkeitsrate der Jungtiere bei rund 6 Prozent.[17] Mit dem Freiluftkalb-Konzept soll die Sterblichkeitsrate ab 2020 auf 3 % gesenkt werden.[18] Der WWF hat die Nachhaltigkeitswerte von elf Milchproduktionsstandards verglichen. Am besten hatten dabei Bio Suisse und bei Erfüllung aller Zusatzleistungen auch die IP-Suisse-Wiesenmilch abgeschnitten.[19]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statuten IP-Suisse vom 26. November 2009 (Memento des Originals vom 8. August 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ipsuisse.ch.
  2. Aufbau der Labelproduktion (Memento des Originals vom 8. August 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ipsuisse.ch. Abgerufen am 3. August 2017.
  3. ProCert AG. Abgerufen am 3. August 2017.
  4. Schweizer Bauer: IP-Suisse steigt in Tierhandel ein, vom 17. Januar 2016.
  5. umweltnetz-schweiz.ch, vom 31. Januar 2013.
  6. Schweizer Bauer: 25 Jahre IP-Suisse, Meilensteine, Seite 38, vom 17. April 2014.
  7. Logo IP-Suisse (Memento des Originals vom 9. August 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ipsuisse.ch. Abgerufen am 3. August 2017.
  8. Marienkäfer
  9. a b ProCert AG: Factsheet IP-Suisse (Memento des Originals vom 9. August 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/api.procert.ch. Abgerufen am 3. August 2017.
  10. Schweizer Bauer: Die 12 einflussreichsten Landwirte der Schweiz - Andreas Stalder, vom 3. Januar 2017.
  11. Webseite Migros Terrasuisse. Abgerufen am 3. August 2017.
  12. Bauernzeitung: IP-SUISSE: Der Käfer will hoch hinaus, vom 31. Januar 2017.
  13. Medienmitteilung Nestlé: Mehr Milch, mehr Kakao und mehr Nachhaltigkeit für mehr Genuss: Nestlé lanciert ihre Traditionsmarke Cailler neu und geht Partnerschaft mit IP-Suisse ein, vom 5. Juli 2017.
  14. IP-Suisse-Zucker findet Abnehmer. In: schweizerbauer.ch. 9. Mai 2019, abgerufen am 9. Mai 2019.
  15. Warum wir Bio einkaufen? Die artgerechte Tierhaltung, wenig Schadstoffe und Klimafreundlichkeit machen’s aus. In: fibl.org. 7. Februar 2019, abgerufen am 15. Februar 2019.
  16. Artgerechte Tierhaltung Hauptgrund. In: schweizerbauer.ch. 8. Februar 2019, abgerufen am 15. Februar 2019.
  17. Barbara Reye: Frische Luft, weniger Antibiotika. In: bazonline.ch. 12. April 2019, abgerufen am 13. April 2019.
  18. Susanne Meier: IP-Suisse setzt auf Freiluftkalb. In: schweizerbauer.ch. 15. April 2019, abgerufen am 19. Mai 2019.
  19. Schweizer Milchproduktionsstandards: Umwelt- und Ressourcenschutz bleiben auf der Strecke. In: wwf.ch. 20. August 2019, abgerufen am 20. August 2019.