Bio-Siegel

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Ein Bio-Siegel ist ein Güte- und Prüfsiegel, mit welchem Erzeugnisse aus ökologischem Landbau gekennzeichnet werden.

Die Genehmigung zur Verwendung eines Siegels wird vom Herausgeber reglementiert und ist an die Einhaltung gewisser Standards und Auflagen geknüpft. Die Einhaltung der Kriterien durch die Erzeuger soll durch eine Dokumentationspflicht sowie regelmäßige Entnahme und Untersuchung von Warenproben gewährleistet werden. Überwacht wird die Einhaltung der Bestimmungen für alle Bio-Produkte in der EU durch die jeweils zuständige Öko-Kontrollstelle, bei Verwendung eines Verbandssiegels zusätzlich durch den jeweiligen Anbauverband.

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschützter Begriff ‚Bio‘[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Bio (zu „Biologischer Landwirtschaft“) ist ein durch EU-Recht europaweit geschützter Begriff. Gleiches gilt für die Bezeichnungen aus kontrolliert biologischem Anbau und Öko. Produkte, die als Bio beschrieben werden, müssen ebenfalls den Kriterien des Bio-Siegels entsprechen, das Siegel-Logo selber aber nicht zwingend tragen.[1]

Unterschiede zwischen Bio- und Verbandssiegeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bio-Siegel kennzeichnet die Produkte, die mindestens den Anforderungen der EG-Öko-Verordnung genügen. Darüber hinaus gibt es private Label, die erweiterte, teilweise strengere Anforderungen stellen.[2] (Im Artikel zur ökologischen Landwirtschaft findet sich ein Vergleich der Richtlinien beider Zertifizierungsmethoden.) Die privaten Standards wie Demeter, Bioland, Biokreis oder Naturland sind in der Tat mit strengeren Anforderungen verbunden. Jedoch liegen jedem Standard als Zertifizierungsgrundlage die Anforderungen der EG-Öko-VO zugrunde. Das heißt, die Produkte müssen nach der EG-Öko-VO zertifiziert sein und zusätzlich die Standards der Verbände erfüllen, um auch ein Verbandszertifikat zu erlangen. Eine Verbandszertifizierung ist ohne eine Bio-Zertifizierung nicht möglich.

Europäisches staatliches Bio-Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bio-Siegel der Europäischen Union
Einführung am 1. Juli 2010

Im Juli 2010 wurde EU-weit ein verbindliches neues Bio-Siegel eingeführt (auch als EU-Bio-Logo bezeichnet).[3] Ein Produkt kann das europäische Bio-Siegel erhalten, wenn[4]

  • höchstens 0,9 % gentechnisch verändertes Material enthalten ist und
  • mindestens 95 % der Inhaltsstoffe aus Öko-Anbau kommen.

Lebensmittel mit Bio-Siegel gehören zu den Produkten mit dem höchsten gesetzlich gesicherten lebensmittelrechtlichen Standard. Durch die Einheitlichkeit wird ein breiter Markt gesichert – auch Nicht-EU-Länder richten ihre Verordnungen mittlerweile nach dem Lebensmittelrecht des europäischen Biosiegels aus.

Die nicht-staatlichen Bio-Siegel erfüllen die staatlichen Vorgaben als Mindestwert. Traditionelle Bio-Siegel (Demeter, Bioland, Naturland etc.) sichern weitere höhere Standards wie einen hundertprozentigen Ökoanbau.

In vielen Mitgliedsstaaten der EU hat sich das EU-Biosiegel durchgesetzt. In Deutschland wurde es bisher wegen des größeren Bekanntheitsgrades des staatlichen deutschen Siegels und der Logos der Anbauverbände relativ wenig verwendet, bzw. in Kombination mit dem deutschen Logo. Ab 1. Juli 2012 ist es nunmehr verpflichtend.

Vorläufer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bio-Siegel der Europäischen Union
deutsche Version
2000 bis Juni 2010

Im März 2000 nahm die Europäische Kommission ein Logo mit der Aufschrift Ökologischer Landbau – EG-Kontrollsystem nach der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 bzw. (EG) 834/2007 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen an, welches Erzeuger auf freiwilliger Basis verwenden können, wenn Kontrollen ergeben haben, dass ihre Wirtschaftsweise und ihre Erzeugnisse den einschlägigen EU-Vorschriften entsprechen.

In der Verordnung (EWG) Nr. 2092/92 der Europäischen Kommission wird die Verwendung des Gemeinschaftsemblems geregelt. Das ‚EU-Biosiegel‘ wird in allen EU-Amtssprachen und in verschiedenen Versionen herausgegeben; in deutscher Sprache sind die Bezeichnungen Biologische Landwirtschaft und Ökologischer Landbau zulässig.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsches staatliches Bio-Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das deutsche staatliche Bio-Siegel
Einführung im September 2001

Im September 2001 wurde das deutsche staatliche Bio-Siegel eingeführt. Es ist ein sechseckiges, grün-schwarz-weißes Symbol, mit dem in Deutschland Lebensmittel und andere Produkte gekennzeichnet werden können, die den Kriterien der EG-Öko-Verordnung genügen.

Demnach dürfen mit dem Siegel gekennzeichnete Lebensmittel

  • zur Konservierung nicht ionisierender Strahlung ausgesetzt werden
  • nicht durch und mit gentechnisch veränderte/n Organismen erzeugt werden
  • nicht mit Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln erzeugt werden
  • nicht mit Hilfe von leicht löslichen mineralischen Düngern erzeugt werden
  • nicht mehr als 5 % konventionell erzeugte Bestandteile enthalten (begrenzt auf in der Verordnung im Anhang VI c gelistete Rohstoffe)
  • keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, Farbstoffe und Emulgatoren enthalten
  • nur die Zusatz- und Hilfsstoffe, die in Anhang VI a und b vorgegeben werden, enthalten

Weitere Forderungen:

  • Die Einfuhr von Rohwaren und Produkten aus Drittländern ist geregelt und wird streng, chargenbezogen kontrolliert.
  • Fruchtfolgen (Zwei-, Drei- und Vierfelderwirtschaft) sind abwechslungsreich zu gestalten.
  • Es werden Mindeststall- und -freiflächen vorgegeben.
  • Tiere sind mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern zu füttern.

Bei biologischen Tierprodukten darf in Ausnahmefällen ein GVO-Anteil über dem Schwellenwert von 0,9 % verwendet werden, wenn zu dem Zeitpunkt, zu dem der Bauer Futter kaufen muss, am Markt kein Futter angeboten wird, das komplett gentechnikfrei ist.[5]

Im Dezember 2010 nutzten 3.803 Unternehmen das Bio-Siegel auf 61.744 Produkten. Ende März 2015 nutzten 4.486 Unternehmen das Bio-Siegel auf 70.393 Produkten.[6]

Deutsche Verbandssiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biosiegel der Produktionsverbände kennzeichnen Produkte, die über die Mindeststandards der EG-Öko-Verordnung hinaus den strengeren Bestimmungen des jeweiligen Verbandes genügen.

Das Bayerische Bio-Siegel

Regionale Bio-Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bayerische Bio-Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bayerische Bio-Siegel wurde 2015 eingeführt und ist ein Güte- und Prüfsiegel für Produkte aus dem ökologischen Landbau, deren Qualitätskriterien über denen der EG-Öko-Verordnung liegen. Die Qualitäts- und Herkunftsanforderungen orientieren sich an den vier bayerischen Öko-Anbauverbänden (Biokreis, Bioland, Demeter und Naturland). Alle verwendeten Rohstoffe müssen aus Bayern stammen, alle Erzeugungs- und Verarbeitungsschritte müssen lückenlos in Bayern erfolgen.

Vergleich der Biosiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zutaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriterium
Organic-Logo.svg
EU-Bio-Siegel[7]
Bioland Logo 2012.svg
Bioland

[8]

Demeter Logo.svg
Demeter

[9]

Naturland Logo.svg
Naturland

[10] [11]

Ökologische Herkunft 95 % 100 % 90 % 100 %
Geschmacksverstärker nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Künstliche Aromen nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Farbstoffe nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Nitritpökelsalz erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt erlaubt
weitere verbotene Zusatzstoffe keine Calciumphosphat
Carrageen
Zitronensäure
Diammoniumphosphat
Kupferzitrat
keine

Tierhaltung und Tierfütterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriterium
Organic-Logo.svg
EU-Bio-Siegel[7]
Bioland Logo 2012.svg
Bioland[8]
Demeter Logo.svg
Demeter[9]
Naturland Logo.svg
Naturland[10][11]
Fläche Schweinehaltung Stallfläche 0,8 – 1,2 m2
Außenfläche 0,6 – 1,0 m2[12]
Stallfläche 0,8 – 1,2 m2
Außenfläche 0,6 – 1,0 m2
Stallfläche 0,8 – 1,2 m2
Außenfläche 0,6 – 1,0 m2
Stallfläche 0,8 – 1,2 m2
Außenfläche 0,6 – 1,0 m2
Anzahl Schweinehaltung (pro ha/y) 14 Mastschweine 10 Mastschweine 14 Mastschweine 14 Mastschweine
Fläche Kuhhaltung Stallfläche 6 m2
Außenfläche 4,5 m2[13]
Stallfläche 6 m2
Außenfläche 4,5 m2
Stallfläche 6 m2
Außenfläche 4,5 m2
Stallfläche 6 m2
Außenfläche 4,5 m2
Anzahl Kuhhaltung (pro ha/y) 2 Milchkühe 2 Milchkühe 2 Milchkühe 2 Milchkühe
Kuhtrainer erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Enthornung erlaubt erlaubt nicht erlaubt erlaubt
Fläche Hühnerhaltung bis zu 16 Tiere pro m2 bis zu 16 Tiere pro m2 bis zu 16 Tiere pro m2 bis zu 16 Tiere pro m2
Anzahl Hühnerhaltung (pro ha/y) 140 Legehennen
280 Masthühner
140 Legehennen
280 Masthühner
140 Legehennen
280 Masthühner
140 Legehennen
280 Masthühner
Gentechnisch verändertes Futter nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Konventionelles Mischfutter erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Fischmehl erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt erlaubt
Silagefutter erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt erlaubt
Futterzukauf erlaubt, max. 80 % erlaubt, max. 50 % erlaubt, max. 50 % erlaubt, max. 50 %
Länge Tiertransporte unter 6 Stunden[14] max. 4 Stunden & max. 200km max. 200km max. 4 Stunden & max. 200km
Treiben mit Stromstößen nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Beruhigungsmittel nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt

pro ha/y heißt: Anzahl der Tiere je Hektar pro Jahr

Dünger, Pflanzenschutzmittel und Bewirtschaftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriterium
Organic-Logo.svg
EU-Bio-Siegel[7]
Bioland Logo 2012.svg
Bioland[8]
Demeter Logo.svg
Demeter[9]
Naturland Logo.svg
Naturland[10][11]
Stickstoff-Dünger erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt
Blutmehl erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Tiermehl erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Knochenmehl erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Guano erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Synthetische Pflanzenschutzmittel nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Pflanzenschutzmittel auf Kupferbasis erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt
Pflanzenschutzmittel auf Schwefelbasis erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt
Spinosad erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt erlaubt
Bewirtschaftungsform ökologisch und konventionell nur ökologisch nur ökologisch nur ökologisch

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das staatliche österreichische AMA-Biosiegel ist ein Markenzeichen der Agrarmarkt Austria. Es wird von ihr verwaltet und kontrolliert. Seit 1. Januar 2014 gilt die neue AMA-Biosiegel-Richtlinie, die das frühere AMA-Biozeichen zu einem Bio-Gütesiegel weiterentwickelt hat. Es ist ein geschütztes, unabhängiges Gütesiegel, mit dem biologisch erzeugte Lebensmittel ausgezeichnet werden, die qualitativ die gesetzlichen Vorgaben übertreffen. Die Marke ist beim Österreichischen Patentamt unter der Registriernummer AM 6259/98 als Wort-Bild-Marke eingetragen. Das AMA-Biosiegel gibt es in zwei Ausprägungen, mit und ohne Ursprungsangabe. Das rot-weiß-rote AMA-Biosiegel mit Ursprungsangabe „Austria“ steht für ökologisch erzeugte landwirtschaftliche Produkte aus Österreich bzw. für Lebensmittel, die aus ökologisch erzeugten österreichischen Zutaten hergestellt werden. Beim schwarz-weißen AMA-Biosiegel ohne Ursprungsangabe wird die Herkunft der biologischen landwirtschaftlichen Rohstoffe nicht eingeschränkt. Die Siegel werden jeweils in Verbindung mit einem Lizenzvertrag vergeben.

Aufbau und Verantwortlichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegelträger ist die Republik Österreich, vertreten durch die Agrarmarkt Austria Marketing. Lizenznehmer sind Erzeuger, Verarbeitungsbetriebe und Vermarkter von ökologisch erzeugten Produkten.

Basisanforderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vergeben wird das rot-weiß-rote AMA-Biosiegel in Verbindung mit einem Lizenzvertrag ausschließlich an Lebensmittel, die den Bestimmungen und Qualitätsanforderungen der AMA-Biosiegel-Richtlinie in der jeweils aktuell geltenden Fassung entsprechen.

Eingehalten werden müssen folgende Basisanforderungen (laut EU-Bio-Verordnung über die Produktion und die Kennzeichnung von biologischen Erzeugnissen) – Auszug aus der Verordnung (EG) Nr. 834/2007:

  • Verbot der Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO)

Keine Verwendung von GVO und von mit GVO hergestellten Erzeugnissen.

  • Verbot der Verwendung von ionisierender Strahlung zur Behandlung biologischer Lebensmittel oder der in biologischen Lebensmitteln verwendeten Ausgangsstoffe.
  • Keine Verwendung von leicht löslichen mineralischen Düngern.
  • Synthetische Pflanzenschutzmittel dürfen nicht eingesetzt werden.
  • Der Einsatz von Wachstumsförderern (z. B. Hormone) und synthetischen Aminosäuren ist untersagt.
  • Das Produkt muss zumindest aus 95 % biologischen landwirtschaftlichen Rohstoffen bestehen.
  • Geschmacksverstärker, künstliche Aromen (naturidente Aromen, synthetische Aromen) und Farbstoffe sind für die Produktion von biologischen Lebensmitteln nicht erlaubt.
  • Zusätzlich ist laut der Durchführungsverordnung (EG) Nr. 889/2008 (Stand September 2012) der Einsatz von Zusatzstoffen eingeschränkt.

Mit dem AMA-Biosiegel gekennzeichnete Lebensmittel erfüllen nicht nur die Kriterien der EU-Bio-Verordnung (EG) Nr. 834/2007 idgF. und der Durchführungsverordnung (EG) 889/2008 idgF., sondern die zu erfüllenden Anforderungen gehen über diese rechtlichen Bestimmungen hinaus.

Anforderungen der AMA-Biosiegel-Richtlinie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biologischer Ursprung der Rohstoffe: Die Grundstandards erlauben bei zusammengesetzten Lebensmitteln eine Bio-Kennzeichnung, wenn 95 Prozent der Zutaten aus biologischer Landwirtschaft stammen. Die AMA verlangt mit Einführung der neuen Richtlinie mehr Bio, nämlich 100 Prozent biologische Zutaten bei landwirtschaftlichen Rohstoffen. Monoprodukte (also Fleisch, Milch, Eier oder Obst und Gemüse) mit dem AMA-Biosiegel müssen zu hundert Prozent biologischen Ursprungs sein.

Mit konkreten Qualitätskriterien und Anforderungen an die „gute Herstellungspraxis“ und an hohe Hygienestandards wird die Produktqualität abgesichert. Werden Lebensmittel mit dem AMA-Biosiegel ausgezeichnet, müssen ihre chemischen, mikrobiologischen und sensorischen Eigenschaften höchsten Vorgaben entsprechen. Beispielsweise ist eine garantierte Rindfleischreifung von mindestens neun Tagen bei Edelteilen vorgeschrieben. Bei Milchprodukten werden die jeweils höchste Qualitätsstufe laut dem Österreichischen Lebensmittelbuch sowie die erste Güteklasse nach dem AMA-Gütebewertungsschemata gefordert. Das wird durch regelmäßige Produktanalysen überprüft.

Regelung für Zusatzstoffe und Verpackung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das AMA-Biosiegel sieht Einschränkungen bei den Zusatzstoffen vor. Rund ein Viertel der Zusatzstoffe, deren Verwendung die EU-Bio-Verordnung erlaubt, ist bei AMA-Biosiegel-Produkten verboten. Langfristiges Ziel der AMA ist eine weitere Reduzierung der erlaubten Zusatzstoffe. Auch bei den Verpackungen gibt es Anforderungen: So darf kein chlorhaltiges Verpackungsmaterial verwendet werden, wenn es mit Bio-Lebensmittel in Kontakt kommen könnte.

Wo ist was geregelt?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die landwirtschaftliche Erzeugung gelten die Vorschriften der EU-Bio-Verordnungen sowie eventuell weiterführende Kriterien von Bioverbänden. Die AMA-Biosiegel-Richtlinie setzt auf Ebene der Verarbeitung und des Handels an. Sie legt Anforderungen für die Be- und Verarbeitung, für Schlacht- und Zerlegebetriebe, Packstellen, Direktvermarkter und den Lebensmittelhandel fest.

Produktgruppen, die mit dem AMA-Biosiegel ausgezeichnet werden können: Das AMA-Biosiegel wird ausschließlich für Bio-Lebensmittel vergeben. Der Schwerpunkt liegt auf Frischeprodukten wie Milch und Milchprodukte, Obst und Gemüse, Eier, Fleisch und Fleischwaren inkl. Geflügel sowie Brot und Gebäck.

Rot-weiß-rotes AMA-Biosiegel mit Ursprungsangabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rot-weiß-rotes AMA-Biosiegel

Beim rot-weißen AMA-Biosiegel mit der Herkunftsangabe „Austria“ stammen alle wertbestimmenden landwirtschaftlichen Bio-Rohstoffe ausschließlich aus Österreich. Das gilt auch für verarbeitete Lebensmittel, die aus mehr als einer Zutat bestehen. Nur ausnahmsweise dürfen Bio-Zutaten bei solchen biologischen Lebensmitteln aus einem anderen Land stammen – etwa, wenn eine Bio-Zutat in Österreich nicht oder nicht in marktrelevanten Mengen erzeugt wird. Selbst dann dürfen diese Bio-Zutaten maximal ein Drittel des Produktes ausmachen. „Klassiker“ sind Bio-Bananen oder Bio-Erdbeeren im Bio-Fruchtjoghurt oder der Bio-Pfeffer in der Bio-Wurst. Wird von dieser Ausnahme Gebrauch gemacht, muss die Herkunft gekennzeichnet werden.

Schwarz-weißes AMA-Biosiegel ohne Ursprungsangabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarz-weißes AMA-Biosiegel

Das AMA-Biosiegel ohne Herkunftsangabe garantiert die kontrollierte Bio-Qualität der Lebensmittel gemäß der AMA-Biosiegel-Richtlinie. Der Ort der Be- und Verarbeitung sowie die Herkunft der Bio-Rohstoffe werden nicht eingeschränkt.

Kontrollsystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Landwirtschaft wird mindestens einmal jährlich durch Bio-Kontrollstellen kontrolliert. Bei den Verarbeitern erfolgen:

  • laufende Eigenkontrollen und Dokumentation durch den Betrieb (Produktanalysen, HACCP, gute Herstellungspraxis)
  • mindestens einmal jährlich externe Kontrollen durch unabhängige Bio-Kontrollstellen
  • Überkontrollen durch die AMA (Kontrolle der Kontrolle)

Beispiel Biomilch

  • Landwirt: Bio-Futtermittel (landwirtschaftliche biologische Bewirtschaftung der Futterflächen), Haltungsbedingungen (Gruppenhaltung, etc.), Stallkontrolle
  • Transport: Trennung Bio-Milch von konventioneller Milch (getrennte Kammern)
  • Molkerei: Trennung zwischen konventioneller und biologischer Milch, Hygiene, HACCP, Laboruntersuchungen, ordnungsgemäße Kennzeichnung

Andere Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Öko-Siegel Teil 2: Das EU-Bio-Siegel – pragmatische Europa-Lösung, biobay.de, abgerufen am 9. Juni 2014.
  2. Bio-Siegel in Europa reformhaus.de, 21. März 2016.
  3. [1], oekolandbau.de, abgerufen am 9. Juni 2014.
  4. nano, 3sat, 1. Juli 2010 (Weblink)
  5. Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e. V.: Bio-Lebensmittel ohne Gentechnik, Stand: Jänner 2011
  6. bio-siegel.de
  7. a b c oekolandbau.de. 2017. Abgerufen am 9. März 2017.
  8. a b c Vergleich Bioland-Richtlinien / EU-Öko-Verordnung (PDF; 346 kB) 3. August 2017. Abgerufen am 9. März 2017.
  9. a b c Unterschied von Bio zu Demeter. Oktober 2015. Abgerufen am 4. März 2017.
  10. a b c Naturland Richtlinien Erzeugung (PDF; 366 kB) Mai 2014. Abgerufen am 20. Februar 2017.
  11. a b c Naturland Richtlinien Verarbeitung (PDF; 562 kB) Mai 2014. Abgerufen am 20. Februar 2017.
  12. Haltung von Mastschweinen. 25. Juni 2015. Abgerufen am 26. März 2017.
  13. Anforderungen und Richtlinien für tiergerechte Milchviehställe. 25. Juni 2015. Abgerufen am 26. März 2017.
  14. Tierschutz bei Transport und Schlachtung. 17. August 2015. Abgerufen am 26. März 2017.
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