Bio-Siegel

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Ein Bio-Siegel ist ein Güte- und Prüfsiegel, mit welchem Erzeugnisse aus ökologischem Landbau gekennzeichnet werden.

Die Genehmigung zur Verwendung eines Siegels wird vom Herausgeber reglementiert und ist an die Einhaltung gewisser Standards und Auflagen geknüpft. Die Einhaltung der Kriterien durch die Erzeuger soll durch eine Dokumentationspflicht sowie regelmäßige Entnahme und Untersuchung von Warenproben gewährleistet werden. In der EU wird die Einhaltung der Bestimmungen für alle Bio-Produkte durch die jeweils zuständige Öko-Kontrollstelle überwacht, bei Verwendung eines Verbandssiegels zusätzlich – oder aber ausschliesslich – durch den jeweiligen Anbauverband.

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschützter Begriff ‚Bio‘[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Bio (zu „Biologischer Landwirtschaft“) ist ein durch EU-Recht europaweit geschützter Begriff. Gleiches gilt für die Bezeichnungen aus kontrolliert biologischem Anbau und Öko. Produkte, die als Bio beschrieben werden, müssen ebenfalls den Kriterien des Bio-Siegels entsprechen, das Siegel-Logo selber aber nicht zwingend tragen.[1]

Europäisches Bio-Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bio-Siegel der Europäischen Union
Einführung am 1. Juli 2010

Im Juli 2010 wurde EU-weit ein verbindliches neues Bio-Siegel eingeführt (auch als EU-Bio-Logo bezeichnet).[2] Ein Produkt kann das europäische Bio-Siegel erhalten, wenn[3]

  • höchstens 0,9 % gentechnisch verändertes Material enthalten ist und
  • mindestens 95 % der Inhaltsstoffe aus Öko-Anbau kommen.

Lebensmittel mit Bio-Siegel gehören zu den Produkten mit dem höchsten gesetzlich gesicherten lebensmittelrechtlichen Standard. Durch die Einheitlichkeit wird ein breiter Markt gesichert – auch Nicht-EU-Länder richten ihre Verordnungen mittlerweile nach dem Lebensmittelrecht des europäischen Biosiegels aus.

In vielen Mitgliedsstaaten der EU hat sich das EU-Biosiegel durchgesetzt. In Deutschland wurde es bisher wegen des größeren Bekanntheitsgrades des staatlichen deutschen Siegels und der Logos der Anbauverbände relativ wenig verwendet, bzw. in Kombination mit dem deutschen Siegel. Ab 1. Juli 2012 ist es nunmehr verpflichtend.

Abgrenzung zu nationalen Siegeln und Verbandssiegeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das EU-Bio-Siegel kennzeichnet die Produkte, die mindestens den Anforderungen der EG-Öko-Verordnung genügen. In einigen europäischen Ländern, darunter Deutschland, gibt es staatliche Siegel. Weil die staatlichen Siegel älter und teils bekannter als das europäische sind, können diese zusätzlich zur Kennzeichnung von Bio-Lebensmittel verwendet werden.

Darüber hinaus gibt es private Label, die über die Anforderungen der EG-Öko-Verordnung hinaus erweiterte, teilweise strengere Anforderungen stellen.[4] Hierzu zählen die Standards der Anbauverbände Biokreis, Bioland, Demeter oder Naturland.

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewertung des EU-Siegels in einem Schweizer Siegel-Vergleich[5]

Das EU-Siegel (EU-Label) und die den EU-Kriterien entsprechenden staatlichen Bio-Labels – wie folglich u. a. auch das deutsche staatliche Bio-Siegel und das direkt bewertete französische staatliche Agriculture Biologique – landeten sowohl 2010 wie 2015 in einem von der Schweizerischen NGOs Stiftung Pusch, WWF Schweiz, Helvetas und Stiftung für Konsumentenschutz SKS vorgenommenem Vergleich von Lebensmittelkennzeichen auf dem letzten Platz:

Das EU-Bio-Label ist das europäische Zeichen für biologische Lebensmittel, die nach der Bio-Verordnung der EU produziert wurden. Die EU-Bio-Verordnung schneidet schlechter ab als andere Biostandards, da sie in den Bereichen Bewässerung, Biodiversität, Klima und Soziales nur wenige oder gar keine Anforderungen stellt. Beim Tierwohl und für Aquakulturprodukte sind die Kriterien etwas strenger.

Im Hintergrundbericht 2015 Labels für Lebensmittel[6] noch dazu:

Die EU-Verordnung verbietet gentechnisch veränderte Organismen, den Einsatz von Pestiziden und fördert einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen. Insgesamt sind die Anforderungen jedoch deutlich weniger streng als jene der Bio-Verbandslabel wie Bio Suisse. Forderungen in Bezug auf Gesamtbetrieblichkeit, Ökoausgleichflächen, Klimaschutz und soziale Bedingungen fehlen. Ausserdem werden Düngemitteleinsatz, Fruchtfolge, Berücksichtigung wertvoller Schutzgebiete und Tierwohl nur teilweise geregelt. Insgesamt fehlt es an konkreten Massnahmen, die eine zielgerechte Umsetzung sicherstellen.

Vorläufer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bio-Siegel der Europäischen Union
deutsche Version
2000 bis Juni 2010

Im März 2000 nahm die Europäische Kommission ein Logo mit der Aufschrift Ökologischer Landbau – EG-Kontrollsystem nach der, inzwischen abgelösten, Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen an. Erzeuger konnten das darin definierte Kennzeichen auf freiwilliger Basis verwenden, wenn ihre Wirtschaftsweise und ihre Erzeugnisse den einschlägigen EU-Vorschriften entsprachen.

In der Verordnung (EWG) Nr. 2092/92 der Europäischen Kommission wurde die Verwendung des Gemeinschaftsemblems geregelt. Das ‚EU-Biosiegel‘ enthielt einen Text und wurde daher in allen EU-Amtssprachen und in verschiedenen Versionen herausgegeben; in deutscher Sprache waren die Bezeichnungen Biologische Landwirtschaft und Ökologischer Landbau zulässig.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsches staatliches Bio-Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das deutsche staatliche Bio-Siegel
Einführung im September 2001

Im September 2001 wurde das deutsche staatliche Bio-Siegel eingeführt. Es ist ein sechseckiges, grün-schwarz-weißes Symbol, mit dem in Deutschland Lebensmittel und andere Produkte gekennzeichnet werden können, die den Kriterien der EG-Öko-Verordnung genügen.

Demnach dürfen mit dem Siegel gekennzeichnete Lebensmittel

  • zur Konservierung nicht ionisierender Strahlung ausgesetzt werden
  • nicht durch und mit gentechnisch veränderte/n Organismen erzeugt werden
  • nicht mit Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln erzeugt werden
  • nicht mit Hilfe von leicht löslichen mineralischen Düngern erzeugt werden
  • nicht mehr als 5 % konventionell erzeugte Bestandteile enthalten (begrenzt auf in der Verordnung im Anhang VI c gelistete Rohstoffe)
  • keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, Farbstoffe und Emulgatoren enthalten
  • nur die Zusatz- und Hilfsstoffe, die in Anhang VI a und b vorgegeben werden, enthalten

Weitere Forderungen:

  • Die Einfuhr von Rohwaren und Produkten aus Drittländern ist geregelt und wird streng, chargenbezogen kontrolliert.
  • Fruchtfolgen (Zwei-, Drei- und Vierfelderwirtschaft) sind abwechslungsreich zu gestalten.
  • Es werden Mindeststall- und -freiflächen vorgegeben.
  • Tiere sind mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern zu füttern.

In Ausnahmefällen – bei nachweislich zufälligen und technisch nicht vermeidbaren Einflüssen – steht ein GVO-Anteil bis zum Schwellenwert von 0,9 % der Kennzeichnung nicht entgegen.[7]

Das staatliche deutsche Bio-Siegel darf neben dem EU-Bio-Siegel nach Anmeldung verwendet werden. Im Dezember 2010 nutzten 3.803 Unternehmen das nationale staatliche Bio-Siegel auf 61.744 Produkten, im August 2017 nutzten es 4.985 Unternehmen auf 77.342 Produkten.[8]

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Europäisches Bio-Siegel > Bewertung oben.

Deutsche Verbandssiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biosiegel der Produktionsverbände kennzeichnen Produkte, die über die Mindeststandards der EG-Öko-Verordnung hinaus den strengeren Bestimmungen des jeweiligen Verbandes genügen.

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schweizerischen NGOs Stiftung Pusch, WWF Schweiz, Helvetas und Stiftung für Konsumentenschutz SKS bewerteten im Ranking 2015 die folgenden deutschen Verbandssiegel, unter den welche in der Schweiz von Bedeutung sind (31 im 2015), als:

  • sehr empfehlenswert (zweiter Qualitätsbereich des Ratings) – die Labels Demeter (158 Punkte) und Naturland (144 Punkte)
  • empfehlenswert – das Label Bioland (125 Punkte).

Siehe auch EU-Labels, Labels der EU Länder in der Schweiz hier unten.

Bewertung des Demeter-Siegels – 158 Punkte, sehr empfehlenswert
Bio-ch-bio-eu-158-pt.png
Demeter steht für biologisch-dynamisch produzierte Lebensmittel. In der Schweiz müssen die produzierenden Höfe zusätzlich Bio Suisse zertifiziert sein, wodurch die Produkte in vielen Bereichen für inländische Erzeugnisse überdurchschnittliche Resultate erzielen. Die Tiere haben täglichen Auslauf und kommen weitgehend in den Genuss von Gruppenhaltung (Ausnahme: Rindvieh). Da die Richtlinien von Demeter International für importierte Produkte weniger streng sind als die Bio Suisse Anforderungen, erscheint das Label nicht in der höchsten Bewertungskategorie.
Bewertung des Naturland-Siegels – 144 Punkte, sehr empfehlenswert
Bio-ch-bio-eu-144-pt.png
Naturland und Bioland sind die Pendants zu Bio Suisse in Deutschland. Die Vorschriften liegen deutlich über jenen der EU-Bio-Verordnung. Naturland stellt hohe soziale Anforderungen bei Südprodukten. Besonders erwähnenswert sind die Naturland-Anforderungen zur Aquakultur, hier erreicht das Label die höchste Punktzahl. Abzug gibt es, da Flugtransporte nicht klar geregelt sind und keine konkreten Massnahmen zur Erhaltung der Artenvielfalt gefordert werden.
Bewertung des Bioland-Siegels – 125 Punkte, empfehlenswert
Bio-ch-bio-eu-125-pt.png
Bioland und Naturland sind die Pendants zu Bio Suisse in Deutschland. Die Vorschriften liegen deutlich über jenen der EU-Bio-Verordnung. Sie garantieren allen Tierarten ständigen Auslauf. Die Beheizung von Gewächshäusern wird geregelt. Abzüge gibt es vor allem in den Bereichen Management, Klima und Biodiversität. Bioland zertifiziert keine Südprodukte und ist unter der Marke Alnatura erhältlich.

Deutsche Verbandssiegel, Logos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionale Bio-Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bio-Zeichen Baden-Württemberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bio-Zeichen Baden-Württemberg soll in Baden-Württemberg hergestellte Bio-Lebensmittel kennzeichnen.

Das Bayerische Bio-Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bayerische Bio-Siegel wurde 2015 eingeführt und ist ein Güte- und Prüfsiegel für Produkte aus dem ökologischen Landbau, deren Qualitätskriterien über denen der EG-Öko-Verordnung liegen. Die Qualitäts- und Herkunftsanforderungen orientieren sich an den vier bayerischen Öko-Anbauverbänden (Biokreis, Bioland, Demeter und Naturland). Alle verwendeten Rohstoffe müssen aus Bayern stammen, alle Erzeugungs- und Verarbeitungsschritte müssen lückenlos in Bayern erfolgen.

Vergleich der Biosiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zutaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriterium
 
Organic-Logo.svg
EU-Bio-Siegel[9]
Logo Biokreis PNG.pngBiokreis[10]
Bioland Logo 2012.svg
Bioland[11]
Demeter Logo.svg
Demeter[12]
Naturland Logo.svg
Naturland[13][14]
Bayerische Bio-Siegel.png
Bayerisches Bio-Siegel[15]
Ökologische Herkunft 95 % 95 % 95 % 90 % 95 % 95 %
Geschmacksverstärker nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Künstliche Aromen nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Farbstoffe nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Nitritpökelsalz erlaubt erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt erlaubt (nur in begrenzter Menge und mit Einschränkungen/Auflagen) erlaubt

Tierhaltung und Tierfütterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriterium
 
Organic-Logo.svg
EU-Bio-Siegel[9]
Logo Biokreis PNG.png
Biokreis[10]
Bioland Logo 2012.svg
Bioland[11]
Demeter Logo.svg
Demeter[12]
Naturland Logo.svg
Naturland[13][14]
Bayerische Bio-Siegel.png
Bayerisches Bio-Siegel[15]
Fläche Schweinehaltung

(m2 / Tier, Mastschweine)

Stallfläche 0,8 – 1,2 m2
Außenfläche 0,6 – 1,0 m2[16]
Stallfläche 0,8 – 1,5 m2
Außenfläche 0,6 – 1,2 m2
Stallfläche 0,8 – 1,2 m2
Außenfläche 0,6 – 1,0 m2
Stallfläche 0,8 – 1,2 m2
Außenfläche 0,6 – 1,0 m2
Stallfläche 0,8 – 1,2 m2
Außenfläche 0,6 – 1,0 m2
Stallfläche 0,8 – 1,2 m2
Außenfläche 0,6 – 1,0 m
Anzahl Schweinehaltung (pro ha/y) 14 Mastschweine 10 Mastschweine 10 Mastschweine 14 Mastschweine 14 Mastschweine 10 Mastschweine
Fläche Kuhhaltung

(m2 / Tier, Milchkühe)

Stallfläche 6 m2
Außenfläche 4,5 m2[17]
Stallfläche 6 m2
Außenfläche 4,5 m2
Stallfläche 6 m2
Außenfläche 4,5 m2
Stallfläche 6 m2
Außenfläche 4,5 m2
Stallfläche 6 m2
Außenfläche 4,5 m2
Stallfläche 6 m2
Außenfläche 4,5 m2
Anzahl Kuhhaltung

(pro ha)

2 Milchkühe 2 Milchkühe 2 Milchkühe 2 Milchkühe 2 Milchkühe 2 Milchkühe
Kuhtrainer erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt erlaubt
Enthornung erlaubt erlaubt erlaubt nicht erlaubt erlaubt erlaubt
Fläche Hühnerhaltung bis zu 16 Tiere pro m2 bis zu 16 Tiere pro m2 bis zu 16 Tiere pro m2 bis zu 16 Tiere pro m2 bis zu 16 Tiere pro m2 bis zu 16 Tiere pro m2
Anzahl Hühnerhaltung (pro ha) 140 Legehennen
580 Masthühner
140 Legehennen
280 Masthühner
140 Legehennen
280 Masthühner
140 Legehennen
280 Masthühner
140 Legehennen
280 Masthühner
140 Legehennen
280 Masthühner
Gentechnisch verändertes Futter nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Konventionelles Mischfutter erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt erlaubt
Fischmehl erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt erlaubt (ausschließlich zur Jungtierfütterung bei Geflügel und Schweinen) erlaubt
Silagefutter erlaubt erlaubt (nicht ganzjährig & nur anteilig) erlaubt (nicht ganzjährig & nur anteilig) erlaubt (nicht ganzjährig & nur anteilig) erlaubt (nicht ganzjährig & nur anteilig) erlaubt (nicht ganzjährig & nur anteilig)
Futterzukauf erlaubt, max. 80 % erlaubt, max. 50 % erlaubt, max. 50 % erlaubt, max. 50 % erlaubt, max. 50 % erlaubt, max. 50 %
Länge Tiertransporte unter 6 Stunden[18] max. 4 Stunden & max. 200km max. 4 Stunden & max. 200km max. 200km max. 4 Stunden & max. 200km unter 6 Stunden
Treiben mit Stromstößen nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Beruhigungsmittel nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt

Dünger, Pflanzenschutzmittel und Bewirtschaftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriterium
 
Organic-Logo.svg
EU-Bio-Siegel[9]
Logo Biokreis PNG.png
Biokreis[10]
Bioland Logo 2012.svg
Bioland[11]
Demeter Logo.svg
Demeter[12]
Naturland Logo.svg
Naturland[13][14]
Bayerische Bio-Siegel.png
Bayerisches Bio-Siegel[15]
Stickstoff-Dünger erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt
Blutmehl erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Tiermehl erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Knochenmehl erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Guano erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Synthetische Pflanzenschutzmittel nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt
Pflanzenschutzmittel auf Kupferbasis erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt
Pflanzenschutzmittel auf Schwefelbasis erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt
Spinosad erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt nicht erlaubt erlaubt (nur auf Antrag in Einzelfällen) erlaubt
Bewirtschaftungsform ökologisch und konventionell nur ökologisch nur ökologisch nur ökologisch nur ökologisch nur ökologisch

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staatliches AMA-Biosiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rot-weißes AMA-Biosiegel mit Ursprungsangabel
Schwarz-weißes AMA-Biosiegel ohne Ursprungsangabe

Das staatliche österreichische AMA-Biosiegel ist ein Markenzeichen der Agrarmarkt Austria. Es wird von ihr verwaltet und kontrolliert. Seit 1. Januar 2014 gilt die neue AMA-Biosiegel-Richtlinie, die das frühere AMA-Biozeichen zu einem Bio-Gütesiegel weiterentwickelt hat. Es ist ein geschütztes, unabhängiges Gütesiegel, mit dem biologisch erzeugte Lebensmittel ausgezeichnet werden, die qualitativ die gesetzlichen Vorgaben übertreffen. Das AMA-Biosiegel gibt es in zwei Ausprägungen, mit und ohne Ursprungsangabe.

Der Schwerpunkt gekennzeichneter Produkte liegt auf Frischeprodukten wie Milch und Milchprodukte, Obst und Gemüse, Eier, Fleisch und Fleischwaren inkl. Geflügel sowie Brot und Gebäck.

Siegelträger ist die Republik Österreich, vertreten durch die Agrarmarkt Austria Marketing. Lizenznehmer sind Erzeuger, Verarbeitungsbetriebe und Vermarkter von ökologisch erzeugten Produkten.

Ursprungsangabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim rot-weißen Siegel mit der Herkunftsangabe „Austria“ stammen alle wertbestimmenden landwirtschaftlichen Bio-Rohstoffe ausschließlich aus Österreich. Das gilt auch für verarbeitete Lebensmittel, die aus mehr als einer Zutat bestehen. Nur ausnahmsweise dürfen Bio-Zutaten bei solchen biologischen Lebensmitteln aus einem anderen Land stammen – etwa, wenn eine Bio-Zutat in Österreich nicht oder nicht in marktrelevanten Mengen erzeugt wird. Selbst dann dürfen diese Bio-Zutaten maximal ein Drittel des Produktes ausmachen. „Klassiker“ sind Bio-Bananen oder Bio-Erdbeeren im Bio-Fruchtjoghurt oder der Bio-Pfeffer in der Bio-Wurst. Wird von dieser Ausnahme Gebrauch gemacht, muss die Herkunft gekennzeichnet werden.

Das schwarz-weiße Siegel ohne Herkunftsangabe schränkt Ort der Be- und Verarbeitung sowie die Herkunft der Bio-Rohstoffe nicht ein.

Basisanforderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vergeben wird das rot-weiß-rote AMA-Biosiegel in Verbindung mit einem Lizenzvertrag ausschließlich an Lebensmittel, die den Bestimmungen und Qualitätsanforderungen der AMA-Biosiegel-Richtlinie in der jeweils aktuell geltenden Fassung entsprechen. Für die landwirtschaftliche Erzeugung gelten die Vorschriften der EU-Bio-Verordnungen sowie eventuell weiterführende Kriterien von Bioverbänden. Die AMA-Biosiegel-Richtlinie setzt auf Ebene der Verarbeitung und des Handels an. Sie legt Anforderungen für die Be- und Verarbeitung, für Schlacht- und Zerlegebetriebe, Packstellen, Direktvermarkter und den Lebensmittelhandel fest.

Eingehalten werden müssen folgende Basisanforderungen (laut EU-Bio-Verordnung über die Produktion und die Kennzeichnung von biologischen Erzeugnissen) – Auszug aus der Verordnung (EG) Nr. 834/2007:

  • Verbot der Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO)
  • Verbot der Verwendung von ionisierender Strahlung zur Behandlung biologischer Lebensmittel oder der in biologischen Lebensmitteln verwendeten Ausgangsstoffe.
  • Keine Verwendung von leicht löslichen mineralischen Düngern.
  • Synthetische Pflanzenschutzmittel dürfen nicht eingesetzt werden.
  • Der Einsatz von Wachstumsförderern (z. B. Hormone) und synthetischen Aminosäuren ist untersagt.
  • Das Produkt muss zumindest aus 95 % biologischen landwirtschaftlichen Rohstoffen bestehen.
  • Geschmacksverstärker, künstliche Aromen (naturidente Aromen, synthetische Aromen) und Farbstoffe sind für die Produktion von biologischen Lebensmitteln nicht erlaubt.
  • Zusätzlich ist laut der Durchführungsverordnung (EG) Nr. 889/2008 (Stand September 2012) der Einsatz von Zusatzstoffen eingeschränkt.

Mit dem AMA-Biosiegel gekennzeichnete Lebensmittel erfüllen nicht nur die Kriterien der EU-Bio-Verordnung (EG) Nr. 834/2007 idgF. und der Durchführungsverordnung (EG) 889/2008 idgF., sondern die zu erfüllenden Anforderungen gehen über diese rechtlichen Bestimmungen hinaus.

Anforderungen der AMA-Biosiegel-Richtlinie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biologischer Ursprung der Rohstoffe: Die Grundstandards erlauben bei zusammengesetzten Lebensmitteln eine Bio-Kennzeichnung, wenn 95 Prozent der Zutaten aus biologischer Landwirtschaft stammen. Die AMA verlangt mit Einführung der neuen Richtlinie mehr Bio, nämlich 100 Prozent biologische Zutaten bei landwirtschaftlichen Rohstoffen. Monoprodukte (also Fleisch, Milch, Eier oder Obst und Gemüse) mit dem AMA-Biosiegel müssen zu hundert Prozent biologischen Ursprungs sein.

Mit konkreten Qualitätskriterien und Anforderungen an die „gute Herstellungspraxis“ und an hohe Hygienestandards wird die Produktqualität abgesichert. Werden Lebensmittel mit dem AMA-Biosiegel ausgezeichnet, müssen ihre chemischen, mikrobiologischen und sensorischen Eigenschaften höchsten Vorgaben entsprechen. Beispielsweise ist eine garantierte Rindfleischreifung von mindestens neun Tagen bei Edelteilen vorgeschrieben. Bei Milchprodukten werden die jeweils höchste Qualitätsstufe laut dem Österreichischen Lebensmittelbuch sowie die erste Güteklasse nach dem AMA-Gütebewertungsschemata gefordert. Das wird durch regelmäßige Produktanalysen überprüft.

Das AMA-Biosiegel sieht Einschränkungen bei den Zusatzstoffen vor. Rund ein Viertel der Zusatzstoffe, deren Verwendung die EU-Bio-Verordnung erlaubt, ist bei AMA-Biosiegel-Produkten verboten. Langfristiges Ziel der AMA ist eine weitere Reduzierung der erlaubten Zusatzstoffe.

Auch bei den Verpackungen gibt es Anforderungen: So darf kein chlorhaltiges Verpackungsmaterial verwendet werden, wenn es mit Bio-Lebensmittel in Kontakt kommen könnte.

Kontrollsystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Landwirtschaft wird mindestens einmal jährlich durch Bio-Kontrollstellen kontrolliert. Bei den Verarbeitern erfolgen:

  • laufende Eigenkontrollen und Dokumentation durch den Betrieb (Produktanalysen, HACCP, gute Herstellungspraxis)
  • mindestens einmal jährlich externe Kontrollen durch unabhängige Bio-Kontrollstellen
  • Überkontrollen durch die AMA (Kontrolle der Kontrolle)

Beispiel Biomilch:

  • Landwirt: Bio-Futtermittel (landwirtschaftliche biologische Bewirtschaftung der Futterflächen), Haltungsbedingungen (Gruppenhaltung, etc.), Stallkontrolle
  • Transport: Trennung Bio-Milch von konventioneller Milch (getrennte Kammern)
  • Molkerei: Trennung zwischen konventioneller und biologischer Milch, Hygiene, HACCP, Laboruntersuchungen, ordnungsgemäße Kennzeichnung

Verbandssiegel Bio Austria[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bio Austria

Neben dem staatlichen AMA-Biosiegel gibt es ein Siegel des Anbauverbandes Bio Austria, dessen Richtlinien teilweise über die staatlichen Richtlinien hinausgehen.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen / Referenzen siehe Weblinks > Schweiz

Bio-Labels in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung Pusch, der WWF Schweiz, die Helvetas und die Stiftung für Konsumentenschutz SKS haben zuletzt 2010 und 2015 die 31 wichtigsten auf dem Schweizer Lebensmittelmarkt vertretenen Labels bezüglich Nachhaltigkeit beurteilt (2010: 32 Labels) und das Rating in einem Ratgeber veröffentlicht. Sie wollen damit eine objektive Information und Orientierung für Konsumentinnen und Konsumenten erreichen und die Markttransparenz von Labelprodukten und die Verbesserung von Labelsystemen fördern.

Bewertet wurden nur Lebensmittel-Labels, die mehr als einen der Beurteilingsbereiche abdecken und gesamtschweizerisch oder in grossen Teilen der Schweiz präsent sind. Das Rating berücksichtigt somit keine Herkunftslabels (z.B. Suisse Garantie) oder Wirkungslabels (z.B CO2).

EU-Labels, Labels der EU Länder in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als sehr empfehlenswert (zweiter Qualitätsbereich des Ratings) wurden die deutschen Labels Demeter (158 Punkte) und Naturland (144 Punkte) beurteilt, als empfehlenswert das deutsche Label Bioland (125 Punkte) und das niederländische UTZ Certified (120 Punkte).

Das EU-Label, und die den EU-Kriterien entsprechenden staatlichen Bio-Labels – wie folglich u.a. auch das Deutsche staatliche Bio-Siegel, in der Bewertung das französische staatliche Agriculture Biologique – landeten im Ranking 2015 mit 83 Punkten am allerletzten Platz der bedingt empfehlenswerten:

Dazu im Hintegrundbericht 2015 Labels für Lebensmittel:[6]

Die EU-Verordnung verbietet gentechnisch veränderte Organismen, den Einsatz von Pestiziden und fördert einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen. Insgesamt sind die Anforderungen jedoch deutlich weniger streng als jene der Bio-Verbandslabel wie Bio Suisse. Forderungen in Bezug auf Gesamtbetrieblichkeit, Ökoausgleichflächen, Klimaschutz und soziale Bedingungen fehlen. Ausserdem werden Düngemitteleinsatz, Fruchtfolge, Berücksichtigung wertvoller Schutzgebiete und Tierwohl nur teilweise geregelt. Insgesamt fehlt es an konkreten Massnahmen, die eine zielgerechte Umsetzung sicherstellen.

Bewertungskriterien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Labels wurden in folgenden Bereichen beurteilt:

  • Management – Einhaltung von Gesetzen, Managementsysteme, Schulungen, Wirkungskontrolle
  • Ökologie und Soziales – Vorschriften zum Umgang mit:
    • Wasser
    • Boden
    • Biodiversität
    • Klima
    • Tierwohl
    • Soziales, Fairness
  • Prozesse und Kontrolle – Labelführung, Transparenz, Kriterienerstellung, Unabhängigkeit, Kontrolle, Geltungsbereich.

Grundlage des Kriterienkataloges waren die Kriterien der Bewertung der Lebensmittel-Labels von 2010 von WWF Schweiz, Schweizer Tierschutz STS und Stiftung für Konsumentenschutz SKS. Im weiteren aktuelle Entwicklungen und Erkenntnisse aus der Forschung, Praxis und Politik. Die Kriterien wurden abgestimmt mit Benchmarkkriterien des International Trade Centers ITC, der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ sowie der ISEAL Alliance, der globalen Mitgliedervereinigung für Nachhaltigkeitsstandards, um die Relevanz der Kriterien auch im internationalen Kontext zu gewährleisten.

Entwicklung des Kriterienkatalogs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundlage für den Kriterienkatalog bildeten die Bewertungskriterien von WWF/SKS/STS aus dem Jahr 2010, welche damals in einem standardisierten Prozess von rund 100 Experten festgelegt und gewichtet wurden. Die Experten stammten aus nationalen und internationalen Forschungsinstituten, NGOs und Bundesämtern. Personen, welche operativ in Labelorganisationen tätig waren, wurden bewusst nicht als Experten zugelassen. Genaue Informationen zur Erstellung der Kriterien 2010 sind im Hintergrundbericht 2010[19] nachzulesen. Die Bewertungskriterien von 2010 wurden 2015 überarbeitet, wobei aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung sowie Hinweise von Experten mit einbezogen wurden.

Die wichtigsten Studien, die in die neuen Bewertungskriterien mit eingeflossen sind:

Bewertungskriterien im Einzelnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Management

  • Einhaltung von lokal, regional und national geltenden Gesetzen
  • Erhaltung der ökologischen und sozialen Funktionen des Gebiets, in dem die landwirtschaftliche Produktion stattfindet
  • Regelmäßige Schulungen und Weiterbildung der Lizenznehmer
  • Erzielung der beabsichtigten Wirkung

2. Ökologie und Soziales

2.1 Wasser

  • Erhaltung der natürlichen Wasserressourcen
  • Verhinderung der Belastung von Grund- und Oberflächengewässern durch chemisch-synthetische Pestizide, Öl, Plastik, Abfall oder Abwasser
  • Ausgeglichene Nährstoffbilanz von Gewässern

2.2 Boden

  • Aufrechterhaltung der Bodensubstanz und Bodenfruchtbarkeit durch Vermeidung von Erosion, Strukturveränderungen, Verdichtung und Versalzung
  • Aufrechterhaltung der Bodenfruchtbarkeit durch ausreichende Humussubstanz und die Vermeidung von chemisch-synthetischen Pestiziden, Schwermetallbelastung, Monokulturen und Versauerung

2.3 Biodiversität

  • Erhalt von Lebensraum- und Artenvielfalt und deren Vernetzung durch:
  • Strukturvielfalt und Vernetzungselemente
  • Eindämmung weiterer Ausdehnung der Land- und Forstwirtschaft
  • Extensive Bewirtschaftungsformen
  • Vermeidung von Überdüngung durch eine geeignete Anzahl Tiere pro Fläche, verbunden mit
  • Eigenproduktion von Futtermitteln

2.4 Klima

  • Energieeffizienz und/oder Vermeidung hoher CO2-Emissionen in Produktion und Verarbeitung durch:
  • Einsatz fzienter Maschinen und neuer Technologien bei Fahrzeugen, bei der Beheizung von
  • Gewächshäusern, bei Verarbeitungsprozessen etc.
  • Verzicht auf synthetische Düngemittel und Pestizide
  • Kurze Transportwege, Verbot von Flugtransporten, Verzicht auf synthetische Kältemittel, geringer Einsatz von Verpackungen etc.
  • Erhalt natürlicher Kohlenstoffspeicher wie Wald, Busch, Savanne, Tor öden, Hochmoore oder Feuchtgebiete
  • Vermeidung von Klimabelastung durch Emissionen von luftverschmutzenden Substanzen und Treibhausgasen (Feinstaub, Ozon, Schwefeldioxide, Stickoxide, Ammoniak, Methan, Kohlenstoffdioxid)

2.5 Tierwohl (nur in der Produktegruppe Tierische Produkte)

  • Tiergerechte Haltung, die die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere gewährleistet
  • Vermeidung von Stresssituationen bei Transport und Schlachtung
  • Tiervermehrung, bei der das Tierwohl genügend berücksichtigt ist
  • Geeignete Tierzuchtmethoden, die das Tierwohl berücksichtigen

2.6 Soziale Standards und Gesellschaft

  • Hohe Sozialstandards in Produktions-, Verarbeitungs- und Handelsbetrieben, die eine Ausbeutung der Arbeitnehmer, Kinderarbeit und gefährliche Arbeitsbedingungen vermeiden
  • Verzicht auf prophylaktischen Einsatz von Antibiotika respektive Kokzidiostatika in der Tierhaltung, die zu resistenten Krankheitserregern und Krankheiten bei Tier und Mensch führen
  • Verzicht auf Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffe

3. Prozesse und Kontrolle

3.1 Labelführung

  • Umfassende Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsaspekte in den Label-Richtlinien
  • Transparente Geschäftsstrukturen und partizipativer Stakeholder-Prozess innerhalb der Labelorganisation

3.2 Transparenz

  • Transparenz der inhaltlichen Kriterien und des Kontrollverfahrens für den Verbraucher, was die Glaubwürdigkeit stützt
  • Transparenz für die Konsumenten durch gleiche Anforderungsniveaus unter einem Label
  • Klare und verifizierbare Richtlinien, die eine glaubwürdige Kontrolle der Einhaltung ermöglichen

3.3 Entwicklung der Labelanforderungen

  • Proaktive Anhörung der relevanten Stakeholder
  • Klar und konkret formulierte Richtlinien für eine zielgerechte Umsetzung
  • Häufige und regelmäßige Aktualisierung der Richtlinien, was eine Anpassung an neue Erkenntnisse ermöglicht
  • Gemeinsames Verständnis der Labelinhaber und Lizenznehmer über die Umsetzung der Richtlinien
  • Zunehmende Anstrengungen der Betriebe zur Erfüllung der Umweltleistungen

3.4 Unabhängigkeit

  • Unabhängigkeit zwischen Vergabestelle, Nutzer und Kontrollstelle zur Vermeidung von Befangenheit bei der Vergabe des Labels

3.5 Kontrolle und Zertifizierung

  • Regelmäßige, mindestens jährliche Kontrollen
  • Unangemeldete Kontrollen bei der Tierhaltung
  • Zertifizierung im Anschluss an die Kontrolle

3.6 Geltungsbereich

  • Gesamte Abdeckung der Wertschöpfungskette
  • Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit bis zum Produzenten, um das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten zu gewinnen
  • Labelrichtlinien gelten für alle Produktionszweige des Betriebes (Gesamtbetrieblichkeit)

Ranking 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgezeichnet (200 – 160 Punkte)

Sehr empfehlenswert (159 – 130 Punkte)

Empfehlenswert (129 – 100 Punkte)

Bedingt empfehlenswert (99 – 60 Punkte)

Vergleich Bewertungen Bio Suisse und EU-Bio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewertung des Knospe Bio / Knospe Bio Suisse Labels [5]
161 Punkte, Ausgezeichnet
Bewertung des EU-Bio Labels und der entsprechenden Länder-Labels [5]
83 Punkte, Bedingt empfehlenswert – die letzten im Ranking
Bio-ch-bio-eu-161-pt.png Bio-ch-bio-eu-083-pt.png
Die Knospe von Bio Suisse kennzeichnet nach den Richtlinien von Bio Suisse hergestellte Bioprodukte. Für in- und ausländische Produkte gelten die gleichen Richtlinien, welche deutlich über die gesetzlichen Anforderungen hinaus gehen. Inländische Produkte sind durch das Schweizer Kreuz im Label hervorgehoben. Das Label erzielt in allen Bewertungsbereichen und Produktsortimenten überdurchschnittliche Resultate, weil es sowohl in den Umweltbereichen Wasser, Boden, Biodiversität und Klima als auch in den Bereichen Tierwohl und Soziales hohe bis sehr hohe Anforderungen stellt. Das EU-Bio-Label ist das europäische Zeichen für biologische Lebensmittel, die nach der Bio-Verordnung der EU produziert wurden. Die EU-Bio-Verordnung schneidet schlechter ab als andere Biostandards, da sie in den Bereichen Bewässerung, Biodiversität, Klima und Soziales nur wenige oder gar keine Anforderungen stellt. Beim Tierwohl und für Aquakulturprodukte sind die Kriterien etwas strenger.

Beispiele der Bio-Siegel / andere Länder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiele der Bio-Siegel Frankreich, Niederlande, Österreich, Schweiz, USA

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland

EU

Schweiz

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Öko-Siegel Teil 2: Das EU-Bio-Siegel – pragmatische Europa-Lösung, biobay.de, abgerufen am 9. Juni 2014.
  2. Bio-Siegel, zu EU- und deutschem Bio-Siegel, auf oekolandbau.de
  3. nano, 3sat, 1. Juli 2010 (Weblink)
  4. Bio-Siegel in Europa reformhaus.de, 21. März 2016.
  5. a b c Lebensmittellabels, Ranking 2015 der Bio-Labels in der Schweiz (darunter auch EU-Labels) – Stiftung Pusch, WWF Schweiz, Helvetas und Stiftung für Konsumentenschutz SKS, auf wwf.ch
  6. a b Hintergrundbericht 2015 Labels für Lebensmittel, WWF, SKS, STS, ACSI, FRC siehe Weblinks > Schweiz
  7. Achim Willand und Georg Buchholz: "Bio" und "ohne Gentechnik" – Vergleich und Bewertung. In: recht – Die Zeitschrift für Europäisches Lebensmittelrecht. (recht-die-zeitschrift.de).
  8. Herzlich Willkommen auf den Internetseiten des Bio-Siegels! Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung – Informationsstelle Bio-Siegel, 31. August 2017, abgerufen am 9. September 2017.
  9. a b c oekolandbau.de. 2017. Abgerufen am 9. März 2017.
  10. a b c Biokreis-Richtlinien für Verarbeitung. Abgerufen am 24. Mai 2017.
  11. a b c Vergleich Bioland-Richtlinien / EU-Öko-Verordnung (PDF; 346 kB) 3. August 2017. Abgerufen am 9. März 2017.
  12. a b c Unterschied von Bio zu Demeter. Oktober 2015. Abgerufen am 4. März 2017.
  13. a b c Naturland Richtlinien Erzeugung (PDF; 366 kB) Mai 2014. Abgerufen am 20. Februar 2017.
  14. a b c Naturland Richtlinien Verarbeitung (PDF; 562 kB) Mai 2014. Abgerufen am 20. Februar 2017.
  15. a b c Bayerisches Bio-Siegel / Qualitätsanforderungen. Abgerufen am 23. Juni 2017.
  16. Haltung von Mastschweinen. 25. Juni 2015. Abgerufen am 26. März 2017.
  17. Anforderungen und Richtlinien für tiergerechte Milchviehställe. 25. Juni 2015. Abgerufen am 26. März 2017.
  18. Tierschutz bei Transport und Schlachtung. 17. August 2015. Abgerufen am 26. März 2017.
  19. Hintergrundbericht Labels für Lebensmittel (2010), WWF, SKS, STS, ACSI, FRC, Oktober 2010 (Hintergrundbericht 2015 siehe Weblinks > Schweiz )
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