IT-Dienstleistung

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Eine IT-Dienstleistung (englisch IT Service) ist eine Dienstleistung aus dem Bereich der Informationstechnologie.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Begriff der IT-Dienstleistung oder des IT-Service gibt es verschiedene Definitionen. Laut Definition des IT Service Management Forum (itSMF) Arbeitskreises Publikation ITIL Version 3 Translation Project[1] ist ein IT-Service eine Dienstleistung, die für einen oder mehrere Kunden von einem IT-Service-Provider bereitgestellt wird. Ein IT-Service basiert auf dem Einsatz der Informationstechnologie und unterstützt die Geschäftsprozesse des Kunden. Ein IT-Service besteht aus einer Kombination von Personen, Prozessen und Technologien und sollte über ein Service-Level-Agreement (SLA) definiert werden. Eine IT-Dienstleistung wird nach dem Dienstleistungsgedanken als abgeschlossene Einheit ähnlich einem Produkt angeboten.

Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Marktforschungsunternehmen Lünendonk, Kaufbeuren, teilt den Markt für IT-Dienstleistungen in zwei Segmente. Die eine Seite der IT-Dienstleistungen bildet der Sektor IT-Beratung, Individual-Software-Entwicklung und Systemintegration. Auf der anderen Seite werden IT-Service-Leistungen wie Outsourcing, ASP, RZ-Services, Maintenance, Schulung oder Software angeboten.

Beide Segmente analysiert Lünendonk jährlich. Die Ergebnisse dieser Marktforschung lässt das Unternehmen in die seit Mitte der 1990er Jahre geführten und als Marktbarometer geltenden Lünendonk-Listen und -Studien einfließen. Dabei erhebt das Marktforschungsunternehmen nicht den Anspruch, den Gesamtmarkt abzubilden. Es konzentriert sich vielmehr darauf, die führenden Anbieter in einem bestimmten Marktsegment zu betrachten. Daneben werden zu Vergleichszwecken einige mittelgroße und kleine IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in die Analysen einbezogen. Diese Unternehmen repräsentieren zusammen die Grundstruktur des Marktes und so hohe Umsatzanteile am Markt, dass Folgerungen für die Gesamtsituation und -entwicklung möglich sind.

Markt für IT-Beratung und Systemintegration in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 bestimmten die folgenden Anbieter maßgeblich den deutschen Markt für IT-Beratung und Systemintegration:[2]

Rang Unternehmen Umsatz in Deutschland in Mio. Euro Mitarbeiterzahl in Deutschland
1 T-Systems 1)*) 1.400,0 4.700
2 IBM Global Business Services 2)*) 1.380,0 6.800
3 Accenture 2)*) 1.250,0 5.750
4 Capgemini Deutschland 2)*) 595,0 3.050
5 Lufthansa Systems *) 460,0 2.700
6 Atos IT Solutions and Services 1)*) 440,0 2.700
7 msg systems 417,4 3.562
8 Allgeier 384,6 2.822
9 CSC Deutschland Solutions *) 325,0 2.550
10 Hewlett-Packard Deutschland Services 1)*) 322,0 1.100
11 Arvato Systems Group 286,7 1.635
12 Steria Mummert Consulting 3) 239,2 1.581
13 CGI (Germany) 226,0 2.230
14 ESG Elektroniksystem- und Logistik-Gruppe 223,9 1.331
15 NTT Data Deutschland 205,0 1.189
16 Infosys Limited *) 200,0 1.000
17 Tata Consultancy Services Deutschland 4)*) 178,0 884
18 BTC Business Technology Consulting AG 177,6 1.539
19 itelligence 5) 166,7 1.105
20 All for One Steeb 166,3 698
21 Mieschke Hofmann und Partner (MHP) 150,0 937
22 Materna (Gruppe) 142,0 1.286
23 Adesso (Gruppe) 114,2 1.105
24 SQS Software Quality Systems 95,0 879
25 Seven Principles (Gruppe) 88,2 670
  • *) Umsatz- und/oder Mitarbeiterzahlen teilweise geschätzt
  • 1) Umsätze mit IT-Beratung und Systemintegration
  • 2) Umsätze enthalten auch die Umsätze mit Managementberatung
  • 3) Geplanter Zusammenschluss mit Sopra noch nicht berücksichtigt
  • 4) Geschäftsjahr 2013/2014
  • 5) Ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen von NTT Data Europe

Die Aufnahme in dieses Ranking unterliegt genau definierten Kriterien. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes werden mit IT-Beratung, Individual-Software-Entwicklung und Systemintegration erzielt. Die Analyse des Jahres 2013 umfasst 61 Unternehmen inklusive der Top 25.

IT-Dienstleistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alphabetische Reihenfolge der 25 größten IT-Dienstleistungsunternehmen in Deutschland 2013:[3]

Unternehmen Umsatz in Deutschland in Mio. Euro Mitarbeiterzahl in Deutschland
Aareon 119,8 713
Atos IT Solutions and Services 1)*) 1.221,0 6.130
Bitmarck Holding 286,0 1.350
Bull GmbH *) 42,0 500
Cenit 101,9 566
Cognizant (Deutschland) Gruppe 2)*) 145,0 590
Computacenter *) 1.529,0 4.802
Controlware (Gruppe) 169,0 570
Datagroup 156,1 1.300
Dimension Data Germany 220,0 500
Fidelity Information Services Kordoba *) 85,0 280
Fiducia IT 733,1 3.040
Finanz Informatik 1.508,4 4.992
Freudenberg IT *) 88,0 440
Fujitsu TDS 3) 110,0 860
GAD (Gruppe) 760,5 1.750
Gisa 85,4 586
gkv informatik 240,1 825
H&D International Group (Hönigsberg & Düvel Datentechnik GmbH) 86,5 1.544
Hewlett-Packard Deutschland Services 1)*) 1.370,0 4.100
IBM Global Technology Services *) 2.540,0 10.200
SVA System Vertrieb Alexander 207,7 300
T-Systems 1)*) 5.053,0 22.600
TUI InfoTec 44,9 330
Unysis Deutschland Gruppe 86,0 301
  • *) Umsatz- und/oder Mitarbeiterzahlen teilweise geschätzt
  • 1) Ohne die Umsätze mit IT-Beratung und Systemintegration
  • 2) In den Umsätzen der Cognizant (Deutschland) Gruppe sind die Umsätze folgender Tochtergesellschaften enthalten: Cognizant Technology Solutions, Cognizant Solutions, Cognizant Business Services, Cognizant SetCon, Cognizant Consulting and Services (btconsult), Cognizant Energy and Financial Services Consulting.
  • 3) Vormals TDS AG

Die Aufnahme in diese Liste unterliegt genau definierten Kriterien. Mehr als 50 Prozent des Umsatzes werden mit IT-Service-Leistungen wie Outsourcing, ASP, RZ-Services, Maintenance, Schulung oder Software erzielt. Allerdings stellt diese Liste kein Ranking, sondern lediglich eine alphabetisch sortierte Marktstichprobe der 25 nach den oben genannten Kriterien relevantesten IT-Dienstleister dar. Einerseits veröffentlichen einige führende Anbieter in diesem Teilmarkt keine aufgeschlüsselten Daten für die einzelnen Leistungskategorien; manche internationale Unternehmen machen überhaupt keine entsprechenden Angaben für Deutschland. Andererseits erschwert die Heterogenität der Anbieter eine spezifische Einteilung: als Tochtergesellschaften ausgegliederte IT-Bereiche von Wirtschafts- und Finanzkonzernen (z. B. Fiducia IT, GAD), internationale Technologiekonzerne (z. B. IBM, HP), IT-Berater und Systemintegratoren (z. B. T-Systems) sowie ehemalige Systemhäuser (z. B. Computacenter). Aufgrund der diversifizierten Portfolios können einige Unternehmen auch in mehreren Lünendonk-Listen auftauchen.

Die Analyse des Jahres 2014 umfasst 30 Unternehmen inklusive der Top 25.

IT-Services im engeren Sinne – nach Lünendonk umfassen diese Outsourcing, Application Management, Facility Management sowie Equipment Services, Maintenance und Training – stellen ein wichtiges Teilsegment des gesamten Software- und Services-Marktes dar. IT-Service-Unternehmen sind schwerpunktmäßig im Run the Business (IT-Betrieb) tätig, während IT-Berater vor allem Change the Business (Projektgeschäft) betreiben.

Das Marktvolumen für IT-Services in Deutschland lag laut Branchenverband Bitkom 2012 bei 34,9 Milliarden Euro. Die in der Lünendonk-Studie untersuchten IT-Service-Anbieter haben 18,9 Milliarden Euro umgesetzt.

Leistungserbringung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

IT-Dienstleistungen können sowohl von externen Anbietern, als auch von unternehmenseigenen Abteilungen erbracht werden. Das Auslagern von IT-Dienstleistungen insbesondere in größeren Unternehmen bezeichnet man als Outsourcing. Der Vorteil eines externen Anbieters für das Unternehmen ist, dass dieser hochqualifiziertes Fachwissen bei Bedarf zur Verfügung stellen kann, ohne dass das Unternehmen selbst das entsprechende Wissen in Eigenleistung erwerben muss.[4] Hierbei besteht jedoch die Gefahr, dass die individuellen Gegebenheiten und das vorhandene Fachwissen des Unternehmens bei der Implementierung von Standards, nicht ausreichend berücksichtigt werden. Daher kann es sich anbieten, einzelne Bereiche aus dem IT Bereich auszulagern. Es wird unterschieden zwischen:

  • Vollständiges Outsourcing: Entsorgung, Wartung, Finanzierung, Einkauf und Human Resource Management sind inkludiert. Dieser Dienstleister übernimmt alle unternehmerischen Ziele und die Gesamtverantwortung für die IT-Dienstleistungen.
  • Selektives Outsourcing/Outtasking: Einzelne Aufgabenbereiche werden übernommen.
  • Business Process Outsourcing: Der gesamte Geschäftsprozess wird übernommen und die Verantwortung an den Dienstleister übertragen.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. itSMF Deutschland e. V. Publikationen. itSMF Deutschland e. V., 11. Januar 2011, abgerufen am 28. Januar 2012 (html, deutsch).
  2. Lünendonk-Liste 2014 „Führende IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland“ (PDF; 333 kB)
  3. Lünendonk-Liste 2014 „IT-Service-Unternehmen in Deutschland (Marktstichprobe)“ (PDF; 399 kB)
  4. Alfons Regler:Stand der Informationstechnologie in Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Deutschland: IT-Alignment and IT-Staffing in Sheltered Workshops in Germany, GRIN Verlag, 2010, ISBN 3640697545, Seite 29ff
  5. 'IT Outsourcing Guide'