Außenhandel

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Außenhandel bzw. internationaler Handel ist der Austausch von Waren, Dienstleistungen und Kapital über internationale Grenzen oder Hoheitsgebiete. In den meisten Ländern ist er von erheblicher Bedeutung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) (siehe: Exportquote, Importquote, Offenheitsgrad). Während es internationalen Handel in der Geschichte schon lange gibt (siehe Seidenstraße, Bernsteinstraße), hat die wirtschaftliche, soziale und politische Bedeutung in den letzten Jahrhunderten zugenommen. Industrialisierung, verbesserter Transport, Globalisierung, multinationale Unternehmen und Outsourcing haben eine große Auswirkung auf das internationale Handelssystem. Zunehmender internationaler Handel ist von entscheidender Bedeutung für die Fortsetzung der Globalisierung. Der Außenhandel ist eine wichtige Quelle für wirtschaftliche Einnahmen vieler Länder. Ohne Außenhandel wären Nationen auf die innerhalb ihrer eigenen Grenzen produzierten Waren und Dienstleistungen beschränkt.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der internationale Handel unterscheidet sich wesentlich vom Binnenhandel. Bei grenzüberschreitenden Geschäften erschweren die räumliche Entfernung, Sprachunterschiede sowie unterschiedliche politische, rechtliche und wirtschaftliche Systeme die Beurteilung des Geschäftspartners.[1] Der wichtigste Unterschied ist, dass der Außenhandel in der Regel teurer als der Binnenhandel ist. Der Grund dafür liegt darin, dass der lange grenzüberschreitende Transportweg in der Regel zusätzliche Kosten verursacht wie Zölle oder Transportkosten oder sonstige Transaktionskosten. Die vorhandenen Unterschiede erfordern bei Exporteur und Importeur die Einschaltung von Kreditinstituten, die im Rahmen der Außenhandelsfinanzierung mindestens die Auslandsüberweisungen durchführen oder durch Dokumenteninkassi oder Akkreditive die Lieferung und/oder Zahlung sicherstellen.

Regulierung des internationalen Handels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell war der internationale Handel durch bilaterale Verträge zwischen zwei Nationen reguliert. Jahrhundertelang hatten die meisten Nationen im Glauben an den Merkantilismus hohe Zölle und viele Beschränkungen für den Außenhandel. In den Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg erreichten multilaterale Verträge wie das Allgemeine Zoll-und Handelsabkommen (GATT) und darauf folgende Welthandelsrunden, seit 1995 im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO), eine zunehmend international geregelte Handelsstruktur. Die seit 2001 laufende Verhandlungsrunde wird Doha-Runde genannt.

Protektionismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während einer Rezession entsteht oft starker innenpolitischer Druck zum Schutz der heimischen Wirtschaft durch Erhöhung der Zölle. Dies geschah auf der ganzen Welt während der Großen Depression Ende der 1920er Jahre. Viele Ökonomen haben gezeigt, dass die damaligen Zollerhöhungen den Zusammenbruch des Welthandels verstärkt haben. Auch während der Wirtschaftskrise 2007–2009 wurde immer wieder vor protektionistischen Maßnahmen gewarnt.[2] Manch ein Länderunterschied bei technischen Standards, bei Handelsregeln, Umweltschutz oder Arbeitsschutz kann den Außenhandel belasten und wird als Handelshemmnis diskutiert. Zölle oder andere Handelshemmnisse zu mindern durch Handelsabkommen, kann beidseitig der Grenze Vorteile erbringen (vgl. Wohlfahrtsgewinn) oder aber einseitigen Vor- und Nachteil. Extrem einseitig wirkt im Rückblick manch vorgeblicher Abbau von Protektionismus durch tatsächlich ungleiche Verträge.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • William Bernstein: A Splendid Exchange: How Trade Shaped the World from Prehistory to Today. Atlantic Books, 2008, ISBN 978-1-84354-668-9.
  • Clemens Büter: Außenhandel: Grundlagen globaler und innergemeinschaftlicher Handelsbeziehungen. 1. Auflage. Physica, 2007, ISBN 978-3-7908-1724-9.
  • Paul Krugman, Maurice Obstfeld, Marc Melitz: Internationale Wirtschaft: Theorie und Politik der Außenwirtschaft. 9. Auflage. Pearson Studium, 2011, ISBN 978-3-86894-134-0.
  • Fritz-Ulrich Jahrmann: Außenhandel. (Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft) 13. Auflage. NWB Herne, 2010, ISBN 978-3-470-54263-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Außenhandel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Außenhandel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Christians, Finanzierungshandbuch, 1988, S. 373
  2. WTO brandmarkt Verstöße im Freihandel