Jan Kovář

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TschechienTschechien Jan Kovář Eishockeyspieler
Jan Kovář
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 20. März 1990
Geburtsort Písek, Tschechoslowakei
Größe 180 cm
Gewicht 98 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Center
Nummer #43
Schusshand Rechts
Spielerkarriere
bis 2005 IHC Písek
2005–2013 HC Plzeň 1929
2011 HC Slovan Ústečtí Lvi
seit 2013 HK Metallurg Magnitogorsk

Jan Kovář (* 20. März 1990 in Písek, Tschechoslowakei) ist ein tschechischer Eishockeyspieler, der seit April 2013 beim HK Metallurg Magnitogorsk in der Kontinentalen Hockey-Liga (KHL) unter Vertrag steht. Sein älterer Bruder Jakub[1] ist Eishockeytorwart und spielt ebenfalls in der KHL.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge in Písek und Plzeň[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Kovář stammt aus dem Nachwuchsbereich des IHC Pisek aus seiner Heimatstadt, für den er bis 2005 spielte. Zu Beginn der Saison 2005/06 lief er nochmals für diesen auf, ehe er zu den Junioren des HC Plzeň 1929 wechselte. Bei diesem durchlief er die U18- und U20-Mannschaften, die an den jeweiligen höchsten tschechischen Spielklassen ihrer Altersklasse teilnahmen. In der Saison 2006/07 war er mit 79 Punkten Topscorer und bester Torschütze (40 Tore) der U18-Extraliga. Anschließend wurde er in das U20-Team aufgenommen und gehörte auch in dieser Altersklasse zu den besten Spielern des Vereins. Daher wurde er für die tschechische U18-Nationalmannschaft nominiert und schaffte mit dieser bei der U18-Weltmeisterschaft der Division I, Gruppe A den Wiederaufstieg in die Top-Division. Zu diesem Erfolg trug er 8 Punkte in 5 Spielen bei.

Vor der Saison 2008/09 wurde er in den erweiterten Profikader des HC Plzeň aufgenommen und absolvierte ein Großteil der Saison in der höchsten tschechischen Spielklasse, der Extraliga. Parallel kam er weiter zu Einsätzen bei den U20-Junioren sowie beim HC Klatovy aus der drittklassigen 2. národní hokejová liga.

Meistertitel in Tschechien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 2009 gehörte er fest zum Stammkader des HC Plzeň und steigerte seine Punktausbeute von 9 (2008/09) über 13 (2009/10) auf 38 Scorerpunkte (2010/11). Während der Saison 2010/11 wurde er zeitweise an den HC Slovan Ústečtí Lvi ausgeliehen und gewann mit diesem 2011 den Meistertitel der 1. Liga. Zudem schaffte er mit der Mannschaft aus Ústí den Aufstieg in die Extraliga, wobei er in fünf Relegationsspielen eingesetzt wurde. In der folgenden Saison spielte er weiter für den HC Plzeň 1929, erhielt aber erneut vereinzelte Einsätze bei einem 1.-Liga-Team, diesmal beim KLH Chomutov. Dieser gewann 2012 die Meisterschaft der 1. Liga.

In der Saison 2012/13 gehörte der HC Plzeň mit dem dritten Platz schon während der Hauptrunde zu den besten Teams der Liga, wobei aus der Mannschaft Milan Gulaš, Klub-Teilhaber Martin Straka als Kapitän und Jan Kovář als beständiger Scorer herausragten. Im Playoff-Finale besiegte Plzeň die Mannschaft von PSG Zlín mit 4:3 und gewann damit das erste Mal in der Vereinsgeschichte den Tschechischen Meistertitel. Kovář war mit 26 Punkten, davon 11 Toren, Topscorer, bester Torschütze und bester Vorlagengeber der Play-offs und wurde daher als wertvollster Spieler der Play-offs ausgezeichnet. Zudem erhielt Kovář die Ehrung als „Spieler des Jahres“.[1]

Wechsel in die KHL[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gezeigten Leistungen in der Extraliga weckten das Interesse verschiedener KHL-Klubs, schließlich wurde Kovář im April 2013 vom HK Metallurg Magnitogorsk für drei Jahre verpflichtet.[2] Auch in der KHL behielt er seine Spielweise bei und wurde folgerichtig zum KHL All-Star Game eingeladen. In der Hauptrunde der Saison 2013/14 war er mit 45 Assists ligaweit der beste Vorlagengeber und wies mit „+46“ die beste Plus/Minus-Wertung der Liga auf. In den Play-offs drang Metallurg bis in das Finale um den Gagarin-Pokal vor, in dem das Team den HC Lev Prag mit 4:3 besiegte. Damit gewann Kovář die Meistertrophäe der KHL sowie die russische Meisterschaft.[3] Zu diesem Erfolg trug er 26 Scorerpunkte in 21 Playoff-Spielen bei. Zusammen mit Sergei Mosjakin und Danis Saripow wurde er zudem als „Torjäger-Trio“ ausgezeichnet.

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kovar als Kapitän der Nationalmannschaft beim Channel One Cup 2015

Nach dem Wiederaufstieg in die Top-Division bei der U18-Weltmeisterschaft 2008 der Division I den nahm Kovář zwei Jahre später mit der tschechischen U20-Auswahl an der Junioren-Weltmeisterschaft teil, bei dem diese den siebten Platz belegte. Kovář kam in 6 Spielen zum Einsatz, in denen er 6 Scorerpunkte sammelte.

Sein Debüt für die tschechische Herrenauswahl gab er am 7. April 2010 in Olten gegen die Schweiz[4] und absolvierte anschließend die LG Hockey Games 2010.

Sein erstes großes Turnier im Herrenbereich war die Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren 2013, bei der die Tschechen den siebten Platz belegten. Bei der Weltmeisterschaft ein Jahr später erzielte Kovář seinen ersten Scorerpunkt bei einer Herren-Weltmeisterschaft und erreichte mit der Auswahl den vierten Platz. Insgesamt hat Kovář bis zum Jahresende 2014 50 Länderspiele absolviert, in denen er 5 Tore erzielte.[5]

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klub-Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM
2004/05 IHC Písek U18-Extraliga 47 16 4 20 44
2005/06 HC Plzeň 1929 U18-Extraliga 40 10 23 33 28 6 2 5 7 8
2006/07 HC Plzeň 1929 U18-Extraliga 41 40 39 79 79 8 2 3 5 18
2006/07 HC Plzeň 1929 U20-Extraliga 1 0 1 1 2
2007/08 HC Plzeň 1929 U20-Extraliga 45 24 34 58 60 5 2 4 6 2
2008/09 HC Plzeň 1929 U20-Extraliga 13 13 13 26 24
2008/09 HC Plzeň 1929 Extraliga 44 2 7 9 18 17 2 5 7 6
2008/09 HC Klatovy 2. Liga 4 3 1 4 4
2009/10 HC Plzeň 1929 Extraliga 38 4 9 13 26 6 1 6 7 2
2009/10 KLH Chomutov 1. Liga 2 2 0 2 2
2010/11 HC Plzeň 1929 Extraliga 50 19 19 38 38 4 0 2 2 4
2010/11 HC Slovan Ústečtí Lvi 1. Liga 6 2 4 6 4
2011/12 HC Plzeň 1929 Extraliga 52 18 33 51 52 12 2 6 8 8
2011/12 KLH Chomutov 1. Liga 1 0 3 3 0
2012/13 HC Plzeň 1929 Extraliga 52 17 34 51 66 20 11 15 26 12
2013/14 HK Metallurg Magnitogorsk KHL 54 23 45 68 46 21 8 18 26 16
2014/15 HK Metallurg Magnitogorsk KHL 60 24 44 68 50 10 2 7 9 16
Extraliga gesamt 236 60 102 162 200 59 16 34 50 34

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM +/– Resultat
2008 Tschechien U18-WM Div. IA 5 1 7 8 2 –3 Platz 1, Aufstieg
2010 Tschechien U20-WM 6 3 3 6 2 –1 Platz 7
2013 Tschechien WM 6 0 0 0 2 ±0 Platz 7
2014 Tschechien WM 10 0 1 1 27 ±0 Platz 4

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eishockey News, Pilsens Jan Kovar Top-Spieler der Saison und Playoff-MVP, 2. Mai 2013
  2. hokej.hattrick.cz, Kovář míří z Plzně do Magnitky, 25. April 2013
  3. thehockeynews.com, The best players in the world you’ve never heard of, 26. April 2014
  4. hokej. hansal.cz, Česká hokejová reprezentace v sezóně 2009-2010
  5. hokej. hansal.cz, Hráči kteří reprezentovali Českou republiku