Jochen Klepper

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Gedenkstein im Jochen-Klepper-Park in Höhe der Gurlittstraße an der Sembritzkystraße in Berlin-Südende
Gedenktafel am Haus Oehlertring 7 in Berlin-Steglitz
Gedenktafel am Haus Rathausstraße 28, in Berlin-Mariendorf
Gedenktafel am Haus Teutonenstraße 23 in Berlin-Nikolassee
Stolperstein, Teutonenstraße 23, in Berlin-Nikolassee
Grab der Familie Klepper

Joachim Georg Wilhelm Klepper (* 22. März 1903 in Beuthen an der Oder, Landkreis Freystadt, Provinz Schlesien; † 11. Dezember 1942 in Berlin) war ein deutscher Theologe, der als Journalist und Schriftsteller arbeitete. Er ist einer der bedeutendsten Dichter geistlicher Lieder des 20. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klepper war das dritte Kind und erste Sohn des evangelischen Pfarrers Georg Klepper und seiner Frau Hedwig, geborene Weidlich. Er wurde am 26. April 1903 von seinem Vater mit Jordanwasser getauft und erhielt den Taufspruch: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein“. Er hatte zwei ältere Schwestern Margot und Hildegard und zwei jüngere Brüder Erhard und Wilhelm.

Klepper besuchte das Evangelisch-Humanistische Gymnasium in der Kreisstadt Glogau und war bei seinem Französischlehrer Erich Fromm einquartiert, der zu einem väterlichen und vereinnahmenden Freund wurde.[1] Ab Sommer 1922 studierte er Evangelische Theologie in Erlangen und ab Sommer 1923 in Breslau. Hier wurde er vom Neutestamentler Ernst Lohmeyer und vom Religionsphilosoph Rudolf Hermann geprägt. Hermann brachte ihm Martin Luther nahe, er war sein Vorbild im Predigen und wurde sein väterlicher Freund. Wegen seines labilen Gesundheitszustandes – Klepper litt unter Kopfschmerzen und Schlafstörungen – verzichtete Klepper jedoch darauf, Pfarrer zu werden. Die Studentenhilfe schickte ihn 1925 zur Kur nach Bad Saarow ins Haus der Deutschen Christlichen Studentenvereinigung, das vom evangelischen Pastor Hermann Schlingensiepen geführt wurde.[2]

Arbeit als Journalist, Hörfunkautor und Schriftsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1927 nach dem Studium schrieb Klepper feuilletonistische Artikel und bot sie zuerst unter dem Pseudonym Georg Wilhelm und später unter dem eigenen Namen Zeitungen und Zeitschriften an. Darunter waren ein Nachruf auf Rainer Maria Rilke und ein Artikel zu Baruch de Spinoza. Im gleichen Jahr begann er 1927 beim Evangelischen Presseverband für Schlesien (EPS) in Breslau unter Leitung von Kurt Ihlenfeld als Journalist zu arbeiten. Er schrieb vorwiegend literarische, biografische und kirchengeschichtliche Beiträge für das kirchliche Wochenblatt Unsere Kirche, das damals eine Auflage von 42.000 Exemplaren hatte. Im Juni 1927 konnte er seinen ersten Beitrag zu August Hermann Francke in der Schlesischen Funkstunde ausstrahlen. Als religiöser Sozialist trat er der Sozialdemokratischen Partei bei, in deren Zeitung Vorwärts er ab 1928 einige Artikel, Essays und Reportagen zum Leben der Kinder 1932 veröffentlichen konnte.[3]

Am 26. April 1929 lernte er die jüdische Witwe Johanna Stein geborene Gerstel aus Nürnberg kennen, deren Familie die Modehäuser Gerstel besassen. Denn Klepper wurde einer der Untermieter in der Wohnung Steins an der Eichendorffstrasse 51, und eine allmählich und langsam wachsende Beziehung zweier sensibler Menschen entstand. Am 28. März 1931 heiratete der 28 Jährige die um 13 Jahre ältere, gebildete und kultivierte Frau, deren erster Mann Felix Stein bereits 1925 gestorben war. Sie brachte ihre Töchter Brigitte (* 1920) und Renate (* 1922) mit in die Ehe. Kleppers Familie missbilligte die Ehe mit einer Jüdin. Sie unterstützte ihn bei der Realisierung seines Zieles als freier Schriftsteller zu arbeiten. Klepper schrieb - durch seine Frau mitinspiriert - einen Mode-Roman mit dem Titel Die Grosse Directrice, der jedoch nie veröffentlicht werden konnte, weil er dafür keinen Verlag fand. Jedoch leistete er erfolgreiche Pressearbeit und bemühte sich um ein anspruchsvolles Rundfunkprogramm. Am 21. September 1931 zog Klepper nach Berlin; im März 1932 zog die Familie nach und wurde im Villenvorort Südende sesshaft.[4]

Seit dem 21. September 1932 führte Jochen Klepper Tagebuch; ab Februar 1933 überschrieb er die Einträge oft mit den Losungen der Herrenhuter Brüdergemeine. Das gekürzte Tagebuch wurde 1957 von seiner Schwester Hildegard unter dem Titel Unter dem Schatten deiner Flügel herausgegeben, in mehr als 20 Auflagen wurden über 100.000 Exemplare gedruckt.

Kleppers erster veröffentlichter Roman Der Kahn der fröhlichen Leute, der das Leben an und auf der Oder beschreibt, entstand im Herbst 1932. Er wurde im Januar 1933 beim dritten Verlag, der Deutschen Verlags-Anstalt, angenommen und kam im Juni 1933 auf den Markt. Er gilt als anspruchsvolle Heimatdichtung, Klepper schrieb eine natürliche und menschenfreundliche Novelle ohne moralischen Anspruch. Für Klepper war es auch eine Verarbeitung seiner Kindheit und Jugendjahre, die er an der Oder verbracht hatte. Bis 2010 wurden in mehreren Auflagen über 120.000 Exemplare gedruckt. 1949 wurde es in der sowjetischen Besatzungszone von der DEFA etwas eigenwillig verfilmt. [5]

Klepper fand per 15. November 1932 eine Anstellung beim Hörfunk, der Funk-Stunde Berlin. Sein Vorgesetzter dort war der Schriftsteller und Filmregisseur Harald Braun, der ihm wohlgesinnt war. Trotzdem musste er im Oktober 1932 aus der sozialdemokratischen Partei austreten. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im März 1933 begann die Gleichschaltung des Rundfunks. Da Klepper Mitglied der SPD gewesen war und eine jüdische Frau hatte, wurde er Mitte 1933 aus Rundfunk entlassen. Er lebte nun vom Ertrag seines Romans beim DVA. Im Juli 1933 erhielt er eine Teilzeitstelle im Ullstein Verlag im Redaktionsbüro der Funkzeitschrift an der Kochstrasse 23 in Kreuzberg. Diese Arbeitsstelle lag unter seinen Möglichkeiten, aber er sah sich von Gott dahin geführt und war dafür dankbar. Weil er "jüdisch belastet war", wurde ihm am 3. September 1935 gekündigt.[6]

Zum 24. Februar 1934 erreichte er seine Aufnahme in die Reichsschrifttumskammer. Da Johanna und ihre beiden Töchter nach Definition der Nürnberger Rassegesetze Jüdinnen waren, geriet die Familie zunehmend unter Druck. Jochen Klepper sah in der wachsenden Judenfeindlichkeit Frevel an Gott. Er verfolgte das Zeitgeschehen und auch den Weg der evangelischen Kirche zwischen Anpassung und Bekennender Kirche mit großer Anteilnahme und Sorge. Er lebte viel bewusster mit dem Bedenken des Wortes Gottes; in seinen Tagebuchaufzeichnungen, denen seit Herbst 1933 Bibelworte der Losungen der Herrnhuter vorangestellt waren, wurde etwas davon sichtbar. Im Oktober 1934 besuchte er seinen sterbenden Vater in Beuthen an der Oder.

Auf Anregung seines Freundes, des Dichters Reinhold Schneider, schrieb er für die Weißen Blätter; sein erster Artikel erschien dort im Dezember 1935.[7]

Roman Der Vater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit September 1933, nach einem Besuch des Stadtschlosses in Potsdam und auf Anregung des Redakteurs Wilhelm Emanuel Süskind, recherchierte und schrieb er im Verborgenen an seinem neuen Roman Der Vater. Darin bearbeitete er nicht nur anhand des Konflikts zwischen dem preußischen Soldatenkönig, Friedrich Wilhelm I., und dessen Sohn Friedrich II. dem Großen seinen eigenen Vater-Sohn-Konflikt, sondern entwarf im Bild eines Königs, der in allem nach Gott fragt und sich als „ersten Diener im Staat“ begreift, das Gegenbild zum Führerkult des Nationalsozialismus. Der Roman erschien im Februar 1937 im Buchhandel und wurde trotz zwei dicken Bänden, die je 9.60 Mark kosteten, schnell ein Verkaufsschlager, besonders in preußisch gesinnten Kreisen; er wurde Pflichtlektüre für Offiziere der Wehrmacht. 65.000 Exemplare wurden schon zu Kleppers Lebzeiten verkauft, was wesentlich zu seinem Überleben beiträgt; weitere 35.000 bis zum Kriegsende und seither wurden über 200.000 Stück dieses Werks gedruckt. Andererseits erfolgte kurz nach Erscheinen des Romans am 25. März 1937 der Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer, was Berufsverbot und Arbeitslosigkeit gleichkam. Klepper erwog die Flucht ins Ausland, konnte sich aber nicht dazu überwinden. Mit einer Ausnahmegenehmigung konnte er 1938 den Gedichtband Kyrie herausgeben.[8]

Jochen Klepper liebte die Stadt Berlin, Naturerleben, eine gepflegte Häuslichkeit, Blumen und Musik; er pflegte Freundschaften. Er litt darunter, keine leiblichen Kinder zu haben, war oft schwermütig. Ab 1938 wohnte die Familie in Berlin-Nikolassee in der Teutonenstraße 23. Am 18. Dezember 1938 ließ sich Johanna Klepper in der Martin-Luther-Gedächtniskirche, Berlin-Mariendorf, von Pfarrer Kurzreiter taufen. Anschließend wurde das Ehepaar Klepper kirchlich getraut. Seine ältere Stieftochter, Brigitte, konnte kurz vor Kriegsausbruch über Schweden nach England ausreisen. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs verschärfte sich die Verfolgung der Juden.

Einberufung zur Wehrmacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jochen Klepper erhielt am 25. November 1940 die Einberufung zur Wehrmacht und war vom 5. Dezember 1940 bis 8. Oktober 1941 Soldat. Er wurde in Polen und auf dem Balkan eingesetzt und nahm schließlich im Stab einer Nachschubeinheit der 76. Infanterie-Division, Heeresgruppe Süd, von Rumänien durch Bessarabien am Angriff auf die Sowjetunion teil.[9] Wegen seiner „nichtarischen Ehe“ wurde er jedoch bereits im Oktober 1941 als „wehrunwürdig“ aus der Wehrmacht entlassen.

Gemeinsamer Suizid mit Frau und Tochter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 1942 scheiterte die Ausreise der jüngsten Tochter ins rettende Ausland, und ihre Deportation stand unmittelbar bevor. Überdies musste Klepper nach einer persönlich erteilten Auskunft des Reichsinnenministers Wilhelm Frick davon ausgehen, dass Mischehen zwangsweise geschieden werden sollten und damit auch seiner Frau die Deportation drohte. Die Familie nahm sich in der Nacht vom 10. auf den 11. Dezember 1942 durch Schlaftabletten und Gas gemeinsam das Leben. Die letzte Eintragung im Tagebuch Kleppers lautet:

„Nachmittags die Verhandlung auf dem Sicherheitsdienst. Wir sterben nun – ach, auch das steht bei Gott – Wir gehen heute nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des Segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben.“[10]

In der Nacht seiner Selbsttötung wandte sich Jochen Klepper an Dr. Hans Karbe, der im Hinterhaus wohnte und mit dem er sich angefreundet hatte. Er übergab ihm Manuskripte mit der Bitte, sie für ihn sicher aufzubewahren, ohne seine Gründe zu nennen. Hans Karbe erfuhr am nächsten Tag von dem Freitod der Familie. Sie hatten sich in der Küche auf den Boden gelegt und das Gas des Herdes aufgedreht.

Gedenken an Jochen Klepper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Klepper wurde auf dem Friedhof Nikolassee bestattet. Die Grabstätte befindet sich in der Abteilung JI-1/2.

Der geplante Roman Das ewige Haus blieb Fragment; Thema des Romans sollte das evangelische Pfarrhaus sein, wie es von Martin Luther und seiner Frau Katharina modellhaft etabliert worden war. Nur das erste Kapitel („Die Flucht der Katharina von Bora“) hat Gestalt angenommen. 2008 unternahm Thorsten Becker den Versuch, Das ewige Haus fertig zu schreiben – mit umstrittenem Ergebnis.[11] Bleibende Bedeutung kommt den Tagebuchaufzeichnungen Kleppers zu, in denen er eine akribisch genaue, beklemmenden „Anatomie“ des nationalsozialistischen Systems leistet. Kleppers Tagebücher lassen sich komplementär zu Victor Klemperers Tagebüchern lesen.[12]

Das ihm und seinem Freitod von Reinhold Schneider gewidmete Sonett konnte erst 1946 nach Ende des Krieges erscheinen.[13] Seine geistlichen Lieder in der Sammlung Kyrie wurden bald unter anderem von Johannes Petzold und Samuel Rothenberg vertont und haben in großem Umfang Eingang in den Kanon der evangelischen Gesangbücher gefunden; er ist nach Martin Luther und Paul Gerhardt der dritthäufigste Autor. Sein Gedenktag am 11. Dezember ist nicht im offiziellen Evangelischen Namenkalender enthalten.[14] Am 11. Dezember 2014 wurden vor seinem ehemaligen Wohnort, Berlin-Nikolassee, Teutonenstraße 23, Stolpersteine für ihn und seine Familie verlegt. In Dargun ist seinem Gedenken eine Kirchenglocke gewidmet.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angegeben sind jeweils Verlag und Jahr der Ersterscheinung

Als Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitungsbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Bote Matthias Claudius. In: Evangelischer Preßverband für Schlesien (Hrsg.): Unsere Kirche. Evangelisches Gemeindeblatt. Bd. 7, 1928, Nr. 9 und 10, Wiedergabe und Kommentar in: Reiner Andreas Neuschäfer, Reinhard Görisch: Entdeckungen zur Claudius-Rezeption bei Jochen Klepper. Zu Kleppers 100. Geburtstag (22. März 2003). In: Jahresschriften der Claudius-Gesellschaft. Bd. 12, 2003, S. 33–44.

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Kahn der fröhlichen Leute. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, Berlin 1933.
  • Du bist als Stern uns aufgegangen. Eckart, Berlin-Steglitz 1937.
  • Der Vater. Roman des Soldatenkönigs. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, Berlin 1937 (in 2 Bänden erschienen).
  • Kyrie. Geistliche Lieder. Eckart, Berlin-Steglitz 1938 (in späteren Auflagen nahm Klepper weitere Gedichte auf: 19392, 19413. Niederländisch: Het licht breekt door de wolken. Übersetzt durch Titia Lindeboom. EB boeken, Ruurlo 2001, ISBN 90-71156-65-6).
  • Der Soldatenkönig und die Stillen im Lande. Begegnungen Friedrich Wilhelms I. mit August Hermann Francke, August Gotthold Francke, Johann Anastasius Freylinghausen, Nikolaus Ludwig Graf. v. Zinzendorf. Eckart, Berlin 1938.
  • Der christliche Roman. Eckart, Berlin-Steglitz 1940.
  • Das ewige Haus. Geschichte der Katharina von Bora und ihres Besitzes. Roman-Fragment. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart [1951].
  • Gedichte. Christlicher Zeitschriftenverlag, Berlin 1947.
  • Nachspiel. Erzählungen, Aufsätze, Gedichte. Eckart, Witten, Berlin 1960.
  • Das Ende. Novelle. Eckart, Witten, Berlin 1962.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hildegard Klepper (Hrsg.): Unter dem Schatten deiner Flügel. Aus den Tagebüchern der Jahre 1932–1942. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1956.
  • Hildegard Klepper (Hrsg.): Überwindung. Tagebücher und Aufzeichnungen aus dem Krieg. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1958.
  • Eva-Juliane Meschke (Hrsg.): Briefe an Freunde. Gast und Fremdling. Eckart, Witten, Berlin 1960.
  • Der du die Zeit in Händen hast. Briefwechsel zwischen Rudolf Hermann und Jochen Klepper 1925–1942 (= Beiträge zur evangelischen Theologie. Bd. 113). Hrsg. und kommentiert von Heinrich Assel. Kaiser, München 1992, ISBN 3-459-01964-6.

Als Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In tormentis pinxit. Briefe und Bilder des Soldatenkönigs. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1938.

Gedichte Kleppers in kirchlichen Gesangbüchern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vielen aktuellen Gesangbüchern haben Vertonungen von Gedichten Kleppers als Lieder Aufnahme gefunden. So gibt es sie im Gotteslob, in Feiern und Loben, im Stammteil des Evangelischen Gesangbuches sowie in der Regionalteilen von Württemberg (W) und Österreich (Ö).

Titel Evangelisches Gesangbuch Gotteslob Feiern und Loben
Die Nacht ist vorgedrungen (aus Kyrie; 18. Dezember 1937) 0016 220 190
Du Kind, zu dieser heilgen Zeit (aus Kyrie; 20. Dezember 1937) 0050[15] 254[16] 214
Der du die Zeit in Händen hast (aus Kyrie; 20. Oktober 1937) 0064 257 235
Gott Vater, du hast deinen Namen (1940) 0208
Freuet euch im Herren allewege (29. Februar 1940) 0239
Gott wohnt in einem Lichte (aus Kyrie; 10. Juli 1938) 0379 429
Ja, ich will euch tragen (aus Kyrie; 19. Juni 1938) 0380 GL Ö 887
GL Trier 841
435
Er weckt mich alle Morgen (aus Kyrie; 12. April 1938) 0452 454
Schon bricht des Tages Glanz hervor (5. Juli 1939); Übertragung des mittelalterlichen Hymnus’ „Iam lucis orto sidere“ 0453
Der Tag ist seiner Höhe nah (aus Kyrie; 4. Juni 1938) 0457 466
Ich liege, Herr, in deiner Hut (aus Kyrie; 7. Mai 1938) 0486[17] 99[18]
Nun sich das Herz von allem löste (29. August 1940) 0532 509 396
Sieh nicht an, was du selber bist (aus „Kyrie“) W539
In jeder Nacht, die mich bedroht (1940) Ö629

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markus Baum: Jochen Klepper. Neufeld, Schwarzenfeld 2011, ISBN 978-3-86256-014-1.
  • Lothar Bluhm: Das Tagebuch zum Dritten Reich. Zeugnisse der Inneren Emigration von Jochen Klepper bis Ernst Jünger (= Studien zur Literatur der Moderne, 20). Bouvier, Bonn 1991, ISBN 3-416-02294-7 (zugleich Dissertation, Universität Bonn 1990).
  • Lothar Bluhm: Jochen Klepper im Spannungsverhältnis von Literatur und Dokumentation. In: ders.: Begegnungen. Studien zur Literatur der Klassischen Moderne. University of Oulu, Oulu 2002, ISBN 951-42-6805-9, S. 181–203.
  • Wolfgang Böllmann: „Wenn ich dir begegnet wäre …“ Dietrich Bonhoeffer und Jochen Klepper im Gespräch. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2005, ISBN 3-374-02259-6.
  • Reinhard Deichgräber: Der Tag ist nicht mehr fern. Betrachtungen zu Liedern von Jochen Klepper. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2002, ISBN 3-525-60406-8.
  • Jürgen Henkys: Singender und gesungener Glaube. Hymnologische Beiträge in neuer Folge. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 3-525-57202-6, mit fünf Aufsätzen zu Jochen Klepper auf S. 234–298 (Digitalisat).
  • Ilse Jonas: Jochen Klepper. Dichter und Zeuge. Ein Lebensbild. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin (DDR) 1966, DNB 574145427.
  • Oliver Kohler: Wir werden sein wie die Träumenden. Jochen Klepper – Eine Spurensuche. Neukirchener Verlagshaus, Neukirchen-Vluyn 2003, ISBN 3-7975-0054-8.
  • Hans Möhler: Jochen Klepper: Ein Leben auf der Grenze. Luther, Bielefeld 2004, ISBN 3-7858-0483-0.
  • Helmut Reske: In seinem Wort mein Glück: Jochen Kleppers Ringen mit der Bibel in seinen Tagebüchern. Aussaat, Neukirchen-Vluyn 2008, ISBN 3-7615-5636-5.
  • Waldtraut-Ingeborg Sauer-Geppert: Klepper, Jochen. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 12, Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, S. 47 f. (Digitalisat).
  • Harald Seubert: „Auch wer zur Nacht geweinet“. Jochen Klepper (1903–1942). Eine Vergegenwärtigung. Media Kern, Wesel 2014, ISBN 978-3-8429-1305-9.
  • Holger Sonntag: “The Night Will Soon Be Ending”: Jochen Klepper: A Luther Hymn-writer in Dark Times. In: Logia: A Journal of Lutheran Theology. Bd. 18, 2009, Nr. 2, S. 31–40.
  • Rita Thalmann: Jochen Klepper. Ein Leben zwischen Idyllen und Katastrophen. Chr. Kaiser, München 1977, ISBN 3-459-01110-6.
  • Martin Johannes Wecht: Jochen Klepper – ein christlicher Schriftsteller im jüdischen Schicksal (= Studien zur schlesischen und Oberlausitzer Kirchengeschichte. Bd. 3). Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland, Düsseldorf, Görlitz 1998, ISBN 3-930250-11-X (zugleich Dissertation, Universität Heidelberg 1996).
  • Rudolf Wentorf (Hrsg.): Nicht klagen sollst Du, loben: Jochen Klepper in memoriam. Zum 10. Dezember 1967. Brunnen, Gießen 1967, DNB 457697911.

Vertonungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Ellsel: Gott hält sich nicht verborgen: Predigten zu Liedern von Jochen Klepper. ERF, Wetzlar / Luther, Bielefeld 2001; ISBN 3-7858-0441-5.
  • Siegfried Fietz: Trost für jeden Tag. Ulmtal-Musikverlag, Greifenstein 1992, DNB 350747024.
  • Oliver Kohler: Sein Wort will helle strahlen: Jochen Klepper (1903–1943). ERF, Wetzlar 1989, DNB 891324690.
  • Gerhard Schnitter: Ja, ich will euch tragen. Die schönsten Lieder von Jochen Klepper und seinen Zeitgenossen. Hänssler, Holzgerlingen 2002, DNB 358785766.
  • Chor Maranatha: Der du die Zeit in Händen hast; Musik: Jochen Schwab, CD: Himmelsfarben.

Verfilmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Heinrich verfilmte 1950 den Kahn der fröhlichen Leute unter dem Originaltitel mit Petra Peters als Marianne Butenschön, Fritz Wagner als Michael Staude, Joachim Brennecke als Hans, Paul Esser als Heinrich und Werner Peters als Hugo.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jochen Klepper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Jochen Klepper – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markus Baum: Jochen Klepper, Neufeld, Schwarzenfeld 2011, S. 11–22: 1. Pfarrers Kinder
  2. Markus Baum: Jochen Klepper. Neufeld, Schwarzenfeld 2011, S. 23–39: 2. Von der Mutter die Natur
  3. Markus Baum: Jochen Klepper. Neufeld, Schwarzenfeld 2011, S. 41–59: 3. Gebrochene Linie
  4. Markus Baum: Jochen Klepper. Neufeld, Schwarzenfeld 2011, S. 61–84: 4. Unmögliche Verbindung
  5. Markus Baum: Jochen Klepper. Neufeld, Schwarzenfeld 2011, S. 85–99: 5. Denkmal und Abgesang
  6. Markus Baum: Jochen Klepper. Neufeld, Schwarzenfeld 2011, S. 101–123: 6. Schicksalsgemeinschaft
  7. Maria Theodora Freifrau von dem Bottlenberg-Landsberg: Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg. 1902–1945. Ein Lebensbild. Lukas, Berlin 2003, ISBN 3-931836-94-0, S. 134.
  8. Markus Baum: Jochen Klepper. Neufeld, Schwarzenfeld 2011, S. 125–150: 7. Könige und Tyrannen
  9. Vgl. Jochen Klepper: Überwindung. Tagebücher und Aufzeichnungen aus dem Kriege. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1958.
  10. Jochen Klepper: Unter dem Schatten deiner Flügel. Aus den Tagebüchern der Jahre 1932–1942. Hrsg. von Hildegard Klepper. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1956, S. 1133 (Tagebucheintrag vom 10. Dezember 1942).
  11. Thorsten Becker: Das ewige Haus (= rororo. Bd. 25426). Rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-498-00656-3.
  12. Victor Klemperer: Ich will Zeugnis ablegen bis zum Letzten. Tagebücher 1933–1945. Aufbau, Berlin 1995.
  13. Siehe Totengedächtnis III. in Apokalypse. Sonette von Reinhold Schneider.
  14. Joachim Schäfer: Jochen Klepper im Ökumenischen Heiligenlexikon, zuletzt aktualisiert am 22. November 2015.
  15. Melodie von Volker Gwinner (1970)
  16. ohne Strophe 4; Melodie von Samuel Rothenberg (1939)
  17. Melodie von Fritz Werner (1951)
  18. Melodie von Christian Dostal (2008)
  19. Der Kahn der fröhlichen Leute, Eintrag in der Internet Movie Database.