Josef Dörr

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Josef Dörr (2017)

Josef Dörr (* 16. Juli 1938 in Illingen[1]) ist ein deutscher Politiker (AfD). Er ist seit 2015 Landesvorsitzender der AfD Saar und seit 2017 Mitglied des 16. Saarländischen Landtages sowie Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dörr ist ehemaliger Sonderschullehrer. Als 1966 die katholische Sonderschule für Lernbehinderte in Wustweiler-Hosterhof gegründet wurde, wurde er Schulleiter der Schule mit 52 Kindern. 1980 wurde er an die Sonderschule L Saarlouis versetzt.[2]

Dörr ist Esperantist, Mitglied und ehemaliger Vorsitzender des Saarländischen Esperantobundes und veröffentlicht Publikationen in der Plansprache Esperanto.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dörr trat 1955 in die Junge Union ein und war 23 Jahre in der CDU aktiv. Er war Gemeindeverbandsvorsitzender und Kreisvorsitzender und gehörte von 1974 bis 1979 dem Kreistag des Landkreises Neunkirchen an. 1978 trat er der Christlich Sozialen Wähler Union bei, war Landesvorsitzender und kandidierte 1980 erfolglos für den Landtag. Ab 1984 gehörte er den Grünen an und war 28 Jahre in der Partei tätig. Er war Kreisvorsitzender und Landesschatzmeister und von 1994 bis 2009 Mitglied des Stadtverbands Saarbrücken (seit 2008: Regionalverband Saarbrücken).

Seit 2013 ist Dörr Mitglied der Alternative für Deutschland.[3][4] Er wird dem rechten Flügel der Partei zugeordnet. Er wurde 2015 knapp vor seinem Vorgänger Johannes Trampert zum Landesvorsitzenden der AfD-Saar gewählt. Daraufhin legten mehrere führende Mitglieder der saarländischen AfD aus Protest ihre Parteiämter nieder; Trampert erklärte seinen Austritt aus der Partei.

Die Saarbrücker Zeitung[5] und der Stern[6] recherchierten enge Kontakte zur Freien Bürger Union und eine angestrebte Zusammenarbeit dieser Partei mit der AfD. Dörr und sein Stellvertreter Lutz Hecker ließen daraufhin auf Druck des Bundesverbandes ihre Ämter ruhen. Im März 2016 beschloss der Bundesvorstand der AfD, die AfD-Saar aufzulösen.[7] Der hierauf eingelegte Widerspruch hatte beim Bundesschiedsgericht der AfD mit aufschiebender Wirkung Erfolg.[8] Im April 2016 wurde Dörr auf dem Landesparteitag in Völklingen mit großer Mehrheit im Amt bestätigt.

Im Landtag des Saarlandes amtierte er in der konstituierenden Sitzung am 25. April 2017 als Alterspräsident.[9] Die Abgeordneten der AfD wählten ihn zu ihrem Fraktionsvorsitzenden.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Josef Dörr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Josef DÖRR. In: ais-sanmarino.org. Abgerufen am 2. Mai 2017 (Esperanto).; Bekanntmachung der zulässigen Wahlvorschläge für die Gemeinderats- und Ortsratswahlen am 25. Mai 2014. (PDF) 26. März 2014, S. 14, abgerufen am 8. September 2016.
  2. Aus der Schulchronik der Schule für Lernbehinderte Illingen-Uchtelfangen. In: kerpenschule.de. Abgerufen am 29. März 2016.
  3. Biographie beim Saarländischen Landtag
  4. Tonia Koch: Kontakte zum rechten Lager – Saarländische AfD unter Druck. In: deutschlandfunk.de. 16. März 2016, abgerufen am 24. März 2016.
  5. Daniel Koch: Dubiose Kontakte nach rechtsaußen. In: saarbruecker-zeitung.de. 16. März 1016, abgerufen am 1. Juli 2016.
  6. Wigbert Löer: AfD Saar: Landesvorstand lässt nach stern-Bericht Ämter ruhen. In: stern.de. 10. März 2016, abgerufen am 1. Juli 2016.
  7. AfD-Spitze löst Saar-Landesverband auf. In: tagesschau.de. 24. März 2016, abgerufen am 29. März 2016.
  8. Timo Frasch: Die existenzielle Schlacht der Saar-AfD. In: faz.net. 17. April 2016, abgerufen am 17. April 2016.
  9. Christoph Schmidt-Lunau: Saarskandal fällt erst einmal aus. In: taz.de. 25. April 2017, abgerufen am 2. Mai 2017.
  10. Cathrin Elss-Seringhaus: Der erste Auftritt der AfD. In: saarbruecker-zeitung.de. 27. März 2017, abgerufen am 2. Mai 2017.