Julia von Heinz

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Julia von Heinz bei der Premiere von „Katharina Luther“, Februar 2017, Berlin

Julia von Heinz (* 3. Juni 1976 in Berlin) ist eine deutsche Filmregisseurin und Drehbuchautorin.

Berufliche Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julia von Heinz absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Mediengestalterin beim WDR in Köln. Das anschließende Studium im Fachbereich Audiovisuelle Medien an der TFH Berlin schloss sie 2005 als Diplomkamerafrau ab. In ihrer Diplomarbeit „Der verflixte zweite Film – Realisierungsaussichten von Debütfilmen im Vergleich zum Nachfolgeprojekt“ untersuchte sie den „Nachwuchshype“ in der deutschen Filmbranche. Bereits während ihrer Studienzeit realisierte sie mit den Kurzspielfilmen Dienstags (2001), Doris (2002) und Lucie und Vera (2003) erste Projekte, die alle mehrfach preisgekrönt wurden. Mit Vietcome - Vietgo (2001) und mit Lucie und Vera (2003) nahm sie an der Werkstatt für junge Filmer (heute Werkstatt der Jungen Filmszene) teil.

Von 2005 bis 2006 war Julia von Heinz künstlerische Mitarbeiterin von Rosa von Praunheim an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Ihr Langfilmdebüt Was am Ende zählt feierte auf der Berlinale 2007 in der Reihe Perspektive deutsches Kino Premiere und wurde anschließend auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt und preisgekrönt. Das Jugenddrama erzählt die Geschichte der Ausreißerin Carla (Paula Kalenberg), die auf dem Weg zu einer Modeschule in Lyon mittellos in Berlin strandet, sich dort mit der toughen Lucie (Marie-Luise Schramm) anfreundet und in eine immer ausweglosere Situation gerät, als sie ungewollt schwanger wird. Unter anderem erhielt der Film den Deutschen Filmpreis in Gold als „Bester Jugendfilm“. Danach drehte Julia von Heinz den Dokumentarfilm Standesgemäß (2007/2008) über die alltäglichen Widrigkeiten im Leben adeliger Singlefrauen und erhielt dafür 2009 den Bayerischen Fernsehpreis Blauer Panther.

Im Frühjahr 2012 kam ihr Kinderfilm Hanni & Nanni 2 nach der gleichnamigen Romanserie von Enid Blyton in die Kinos. Er erfreute sich bei seiner jungen Zielgruppe großer Beliebtheit, wurde mit drei Goldenen Spatzen ausgezeichnet und war nominiert für den Publikumspreis des Bayerischen Filmpreis und des Deutschen Filmpreis 2013.

2014 kam ihr Film Hannas Reise in Deutschland, Österreich und Israel ins Kino, nachdem er auf zahlreichen internationalen, vor allem jüdischen Filmfestivals gezeigt wurde. Er wurde von der iTunes-Redaktion zum besten deutschen Film des Jahres gewählt.

Zusammen mit den Regisseuren Tom Tykwer, Chris Kraus, Robert Thalheim und Axel Ranisch drehte Julia von Heinz den Dokumentarfilm Rosakinder (2012) über die Beziehung zu ihrem gemeinsamen „Filmvater“ und Mentor Rosa von Praunheim.

Ebenfalls im Jahr 2012 promovierte Julia von Heinz zum Dr. phil. über das Thema: „Die freundliche Übernahme – Der Einfluss des öffentlich-rechtlichen Fernsehens auf den deutschen Kinofilm von 1950 bis 2012“.[1][2][3]

Von 2014 bis 2015 hatte sie eine Gastprofessur im Bereich Spielfilm an der Kunsthochschule für Medien Köln. Seit 2016 ist sie Gastprofessorin für Spielfilmregie an der HFF München.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julia von Heinz ist Mitglied der Deutschen Filmakademie und der Europäischen Filmakademie.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die freundliche Übernahme – Der Einfluss des öffentlich-rechtlichen Fernsehens auf den deutschen Kinofilm von 1950 bis 2012. Baden-Baden: Nomos, 2012. ISBN 978-3-8329-7507-4. Vgl. Rezension von Hans Helmut Prinzler, Leseprobe. Erschienen uin der Schriftenreihe 'Medienrecht, Medienproduktion und Medienökonomie'.
  • 2014: Wie haben Sie das gemacht? – Aufzeichnungen zu Frauen und Filmen, hrsg. von Claudia Lenssen und Bettina Schoeller-Bouju, Schüren, Marburg 2014, ISBN 978-3-89472-881-6
  • 2018: Die Logik des Filmemachens. Zwölf Interviews mit deutschen Filmregisseurinnen und -regisseuren, von Thomas Wiedemann, Herbert von Halem Verlag, Köln 2018, ISBN 978-3-86962-421-1

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2001: „Silberner Clip“ 2. Preis beim Berliner Medienfestival für Dienstags
  • 2001: Publikumspreis und 2. Preis beim Bundeswettbewerb Video der Generationen für Dienstags
  • 2002: Murnau-Kurzfilmpreis für Doris
  • 2002: Prädikat „besonders wertvoll“ der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) für Doris
  • 2002: Adobe-Sachpreis beim Deutschen Jugendvideopreis für Doris
  • 2002: 1. Preis Berliner Kurzfilmrolle für Doris
  • 2003: „Mona D'Oro“ 1. Preis des Berliner Lesbenfestivals für Lucie & Vera
  • 2003: 2. Preis beim Filmfestival Tirol für Lucie & Vera
  • 2008: Special Jury Award beim Gay & Lesbian Filmfestival Turin für Was am Ende zählt
  • 2009: Deutscher Filmpreis für Was am Ende zählt in der „Kategorie Bester Kinder- und Jugendfilm“
  • 2009: „Chrystal Gryphon Award“ beim Filmfestival Giffoni für Was am Ende zählt
  • 2009: „Bester Spielfilm“ beim IFF Schwäbisch Hall für Was am Ende zählt
  • 2009: „Best Feature Film“ beim IFF for Children and Young People Albanien für Was am Ende zählt
  • 2009: Bayerischer Fernsehpreis Blauer Panther für Standesgemäß
  • 2012: Goldener Spatz „Kino-/Fernsehfilm“; Sonderpreis der Thüringer Staatskanzlei für „Beste Regie“ für Hanni & Nanni 2
  • 2014: iTunesBestof2014: Bester deutscher Film des Jahres für Hannas Reise
  • 2017: Sonderpreis Regie für Katharina Luther beim Fernsehfilmfestival Baden-Baden

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Details siehe Abschnitt #Buchveröffentlichungen
  2. Synopse der Autorin Julia von Heinz: Die freundliche Übernahme. In: zeit.de. Zeit Online, 16. Mai 2012, abgerufen am 14. Oktober 2015.
  3. Katinka Klaas: Rezension von "Die freundliche Übernahme (...)"; In: Medienwissenschaft Nr. 2/3 (2014). Abgerufen am 5. Dezember 2016.