Königsbach (Main)

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Königsbach
Luderbach, Erlenbach
Der Königsbach im Frankfurter Stadtwald

Der Königsbach im Frankfurter Stadtwald

Daten
Gewässerkennzahl DE: 24798
Lage Hessen, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Main → Rhein → Nordsee
Quelle östlich von Dreieich in der Nähe von Haus Kirchborn
50° 0′ 43″ N, 8° 44′ 27″ O
Quellhöhe ca. 157 m ü. NN
Mündung in Frankfurt-Niederrad am südlichen Fuß der Main-Neckar-Brücke in den MainKoordinaten: 50° 5′ 42″ N, 8° 39′ 15″ O
50° 5′ 42″ N, 8° 39′ 15″ O
Mündungshöhe 95 m ü. NN
Höhenunterschied ca. 62 m
Länge 13,7 km[1]
Einzugsgebiet 27,69 km²[2]
Abfluss MNQ
MQ
25 l/s
85 l/s
Rechte Nebenflüsse Bach vom Mörderbrunnen, Überlauf des Kesselbruchweihers
Durchflossene Stauseen Jacobiweiher
Großstädte Frankfurt am Main
Mittelstädte Dreieich, Neu-Isenburg
Das trockengefallene Bachbett am nördlichen Ende des Jacobiweihers, kurz hinter dessen Stauwehr

Das trockengefallene Bachbett am nördlichen Ende des Jacobiweihers, kurz hinter dessen Stauwehr

Der Königsbach (auch Luderbach, Erlenbach; früher auch Frauenbach) ist ein Fließgewässer in Hessen. Er ist ein etwa 13,7 km langer orografisch linker, geografisch südlicher Zufluss des Mains. Im 12. Jahrhundert wurde er erstmals urkundlich erwähnt. Die Quelle des Bachs liegt bei der Stadt Dreieich im Landkreis Offenbach, die Mündung befindet sich im Stadtgebiet von Frankfurt am Main. Durch Aufstauung des Königsbachs im Frankfurter Stadtwald entstand in den 1930er Jahren das flächenmäßig größte Stillgewässer Frankfurts, der Jacobiweiher.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Königsbach/Luderbach (Fließgewässerkennziffer 24798) besitzt ein oberirdisches Einzugsgebiet von 27,69 km². Es liegt im Rhein-Main-Gebiet nördlich des Rodgaus.[2] Gewässerkundlich wird der Königsbach zu den kleinen Niederungsfließgewässern in Fluss- und Stromtälern gezählt.[3] Von der Quelle bis zur Mündung überwindet der Bach 62 Höhenmeter.[4] Innerhalb der besiedelten Gebiete entlang des Bachverlaufs überwiegen Wohn- und Industriebebauung sowie andere versiegelte Flächen. Außerhalb bebauter Gebiete ist die Umgebung des Bachlaufs von Auenlandschaften mit Wiesen und Weideflächen charakterisiert.[2]

Der Königsbach hat entlang seines Verlaufs durch unbebaute Landschaft mehrere natürliche Retentionsräume. Dazu zählen ein Überschwemmungsgebiet in der Gemarkung der Stadt Dreieich, zwei solcher Gebiete auf Neu-Isenburger Terrain sowie eines im Bereich des Frankfurter Stadtteils Sachsenhausen. Bei Hochwasserständen kann die Breite der vom Bach überschwemmten Gebiete zwischen 10 m und maximal 250 m (festgestellt in Neu-Isenburg) schwanken.[2]

Verlauf von Dreieich bis Neu-Isenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die genaue Lage der Quelle des Königs-/Luderbachs gibt es in der Literatur einschließlich aktueller Kartenwerke voneinander abweichende Angaben. Das in Frage kommende, übereinstimmend angeführte Quellgebiet liegt zwischen den Städten Dreieich im Westen und Dietzenbach im Osten, an dessen westlicher Stadtgrenze entlang auch der weiter südwestlich am Grünen Born entspringende Bieberbach, ein Zufluss der Rodau, verläuft.[5]

Laut den von der Stadt Frankfurt herausgegebenen Publikationen entspringt der Königsbach in einer Höhe von etwa 157 Metern über Normalnull[6] nordöstlich von Dreieich in der Nähe von Gut Neuhof[7] und fließt von dort aus in nordwestlicher bis nördlicher Richtung.

Mehrere andere Publikationen, darunter historische Kartenwerke, verlegen das Quellgebiet des Königsbachs etwa einen Kilometer weiter südöstlich, nördlich von dem zwischen Götzenhain und Dietzenbach gelegenen Haus Kir(s)chborn. Nach diesen Angaben entspringt der Königsbach westlich des Wollwiesenteichs am westlichen Ortsrand von Dietzenbach, der vom Bieberbach in südwestlich-nordöstlicher Richtung durchflossen wird.[8][5] Der betreffende Gewässerabschnitt wird in Teilen der Literatur als „Gewässerverbindung“ in einem Grabensystem sowie als Wasserscheide angesprochen (→ Flussbifurkation).[9] Auch eine topografische Karte der Umgegend von Frankfurt aus dem Jahr 1865 zeigt das Quellgebiet des Bachs im Bereich von Kirschbornweiher und Kirschborn-Wiese zwischen Götzenhain und Dietzenbach ohne Darstellung einer eindeutig auszumachenden einzelnen Quelle.[10]

Der weitere Bachverlauf wird in der Literatur ab dem nordöstlich von Gut Neuhof gelegenen Flurstück Schweinhecke einheitlich dargestellt. Beginnend an der Schweinhecke bis zum östlichen Ortsrand von Neu-Isenburg liegt der Lauf des Königsbachs durchgehend in Naturschutzgebieten, darunter die Luderbachaue nordöstlich von Dreieich.[11][12] Bei der Seibertswiese fließt ihm von rechts ein weiterer kleiner Bach zu. Der Bachlauf beschreibt darauf einen weiten Bogen nach Nordwesten und spaltet sich zuvor in den Flurstücken Bestewiese und Brandwiese (andere Quellen führen dort zusätzlich die Flurnamen „Eckhardswiese“ und „Müllerwiese“ auf)[13] in zwei bis drei Arme auf.[14] Kurz vor der Unterquerung der Bundesautobahn 661 und der Bundesstraße 46, unmittelbar nördlich der Anschlussstelle Neu-Isenburg erreicht der Königsbach das Neu-Isenburger Stadtgebiet.[11]

Verlauf in Neu-Isenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Neu-Isenburg durchfließt der Königsbach den Bansapark, eine im 21. Jahrhundert angelegte Grünanlage an der Bansamühle aus dem 18. Jahrhundert

Die Gemarkung von Neu-Isenburg durchfließt der Königsbach am nordöstlichen Rand in west- und nordwestlicher Richtung. Der Bach ist dort teilweise begradigt und fließt überwiegend in einer etwa 100 Meter breiten, als FFH-Gebiet geschützten Auenlandschaft, der Erlenbachaue. Dieser Flurname sowie der Straßenname Am Erlenbach sind die einzigen Hinweise auf den Namen Erlenbach.

Im Norden Neu-Isenburgs hatte der Königsbach vor einer Absenkung des Grundwasserspiegels durch Baumaßnahmen genügend Wasser geführt, um eine Wassermühle, die im Jahr 1705 erbaute Bansamühle, anzutreiben.[15][16] Das mit der Bansamühle im Stil des Barock erbaute Wohnhaus ist erhalten geblieben. Hinweise auf die Nutzung des Königsbachs als Mühlbach geben die bis in die Gegenwart in der unmittelbaren Umgebung des Bachverlaufs verwendeten Neu-Isenburger Straßennamen An der Bansamühle und Am Mühlgraben.[17] Dort durchfließt der Bach den im 20. Jahrhundert angelegten Bansapark und dessen Teich und unterquert anschließend die Bansastraße und den Gravenbruchring. Kurz vor Erreichen der nördlichen Stadtgrenze Neu-Isenburgs kreuzt der Lauf des Königsbachs den Hugenotten- und Waldenserpfad.[18]

Verlauf in Frankfurt am Main[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jacobiweiher im Frankfurter Stadtwald wird vom Königsbach durchflossen
Ein Stauwehr regelt den Abfluss des Königsbachs aus dem Jacobiweiher
Die verdolte Mündung des Königsbachs unterhalb der Straße Niederräder Ufer, hier mit nahezu trockengefallenem Bachlauf. Das Wasser im Bachbett stammt größtenteils aus dem Main. Links oben im Bild das Stahlfachwerk der Main-Neckar-Brücke

Im weiteren Verlauf überquert der Königsbach die südöstliche Stadtgrenze Frankfurts und fließt auf einer Strecke von etwa 5,9 Kilometern auf Frankfurter Stadtgebiet,[7] davon ungefähr zweieinhalb Kilometer im Frankfurter Stadtwald. Der Königsbach ist neben der Kelster (auch Kelsterbach genannt) und dem nur wenige 100 Meter langen Bach vom Mörderbrunnen eines von drei Fließgewässern im Gebiet des Stadtwalds.[19][18] Ab der Stadtgrenze ist ein weiterer Teil des Bachlaufs begradigt und unterquert kurz dahinter die Autobahn A 3. Anschließend fließt der Bach etwa 500 m parallel zur Darmstädter Landstraße in Richtung Norden. Entlang dieser Strecke münden als Überläufe dienende Gräben von den im 20. Jahrhundert im äußersten Südosten des Stadtwaldes angelegten Teichen Kesselbruchweiher, Försterwiesenweiher und Scherbelinoweiher von rechts in den Bach.[7] Nachdem der Königsbach von der rechten Seite durch den Bach vom Mörderbrunnen gespeist wurde, knickt der Bachlauf nach Nordwesten ab – die Hauptfließrichtung, die er von dort an im Wesentlichen bis zur Mündung beibehält. Er durchfließt den Jacobiweiher im Stadtwald, der in den frühen 1930er-Jahren als Hochwasserrückhaltebecken künstlich angelegt wurde.[20] Vor der Aufstauung hatte der Bach bei starken Regenfällen in den an seinem Unterlauf in Frankfurt-Sachsenhausen liegenden Wohngebieten häufig Überschwemmungen verursacht.[16]

Nordwestlich des Jacobiweihers ist der Bachverlauf wieder unbegradigt, der Bach mäandriert und ihm fließt als letzter Zufluss vor der Mündung von rechts das stark schwefel- und eisenhaltige Wasser einer Königsbrünnchen genannten, in Stein gefassten Quelle zu.[18] In diesem Abschnitt durchquert der Bach die Niederung des Cleeischen Wäldchens (auch Königsbach-Aue genannt), das den größten und bedeutendsten Bereich mit Auwald- und Quellwald-Vorkommen im Frankfurter Stadtwald bildet.[21] Der Auwald ist nach seinen Besitzern im 15. Jahrhundert, der Adelsfamilie von Cleen benannt, die das Dorf Niederrad seit dem Jahr 1426 als Lehen besaß.[22][23] In der sich im Norden anschließenden Waldlichtung mit dem Namen Königswiese ist der Bach in einen östlichen, begradigten, und westlichen, naturbelassenen Arm getrennt, die beiden Bacharme vereinen sich nach einer kurzen Fließstrecke durch die Wiese und durch eine nördlich daran angrenzende Kleingartenanlage wieder. Dort unterquert der Bach die Trasse der Eisenbahnstrecke Mainbahn sowie den südlichen Abschnitt der Sachsenhäuser Straße Ziegelhüttenweg.[18]

Der Königsbach fließt zwischen den Frankfurter Stadtteilen Sachsenhausen und Niederrad, deren gemeinsame Stadtteilgrenze er markiert, durch naturnahe Wiesen und Parks sowie durch eine weitere Kleingartenanlage am westlichen Fuß des Sachsenhäuser Lerchesbergs. Nach der Straßenbrücke des Schwarzsteinkautwegs (benannt nach einem ehemaligen, benachbarten Basalt-Steinbruch Kaute) und dem Bahnhof Frankfurt-Louisa, der vom Bach in ost-westlicher Richtung unterquert wird, bis zur Mündung, verläuft der Königsbach weitgehend parallel zum Bahndamm der Main-Neckar-Eisenbahn. Nördlich des Bahnhofs umfließt er das Grundstück des Waldspielparks Louisa am ost-nordöstlichem Rand.[18] Auf dem Grundstück des Waldspielparks bildet der Königsbach durch einen teichförmig ausgebauten linken Nebenarm eine künstlich angelegte Insel.[24] Sie gehörte bis zum Jahr 1941 zu einem 1812 auf Initiative von Simon Moritz von Bethmann als Englischer Landschaftsgarten angelegten Grundstück der Frankfurter Bankiersfamilie Bethmann. Bethmann hatte den Park nach seiner Ehefrau Louisa benannt.[6] Der sich nordwestlich an den Park in Richtung Main anschließende Bachlauf ist ab der Mörfelder Landstraße wieder begradigt; dieser letzte Teil des Baches vor der Mündung fällt in den Sommermonaten häufig trocken. Ab der Kennedy-Allee verläuft der Bach unterirdisch mit einer kurzen Unterbrechung unmittelbar vor Unterquerung der Straße Niederräder Ufer, wenige Meter vor der Mündung.

In Frankfurt-Niederrad mündet der Königsbach auf einer Höhe von etwa 95 m über NN[6] unterhalb des Niederräder Ufers und unmittelbar am Fuß eines südlichen Pfeilers der Main-Neckar-Brücke verdolt in den Main. Bis zur Begradigung des letzten Bach-Abschnitts lag die Mündung etwa 500 Meter weiter östlich gegenüber dem Frankfurter Westhafen auf dem Grundstück des damaligen „Blattern-Spitals“, heute Gelände des Universitätsklinikums Frankfurt am Main.[25][26]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Königsbach wurde erstmals im Jahr 1128 als „Kunigsbach“ urkundlich erwähnt. In der Urkunde bekam der Vogt Konrad von Hagen vom römisch-deutschen König Lothar III. (1075–1137) sieben Mansen Land (eine Fläche, die 210 Morgen entspricht) zwischen dem südmainischen Dorf Schwanheim und dem Königsbach als Lehen übertragen.[27]

Der Name Königsbach bezieht sich auf den auch „Königswald“ oder „Königsforst“ genannten Wildbann Dreieich, dessen nördlichen Teil der Bach durchfließt.[28] Eine weitere Erwähnung in einer historischen Urkunde stammt aus dem Jahr 1417. Darin verlieh König Sigismund (1368–1437) den Sachsenhäuser Rittern ein Lehen „[…] bei der Königsbach, die da läufet durch das Reichs Wald bis an den Main.“[29] Weitere Namen mit dem gleichen Bezug sind Königsbrünnchen (vorher Königsbrunnen, von dem die steinerne Fassung mit Wappenreliefs erhalten geblieben ist), Königswiese und Königswiesenweg.

Für die ebenfalls in aktuellen Kartenwerken verwendete Bezeichnung „Luderbach“[11] gibt es zwei unterschiedliche Deutungen. Möglicherweise stammt die Bezeichnung von liederlichen Dirnen (→ Luder). Nach einer anderen Deutung kommt „Lutterbach“ vom Begriff lauter (für klar), der auch in hessischen Ortsnamen wie Lauterbach und Lauterborn enthalten ist.[7][30]

Im Unterlauf floss der Bach durch das Gebiet des Deutschen Ordens Unserer Lieben Frau, der seit dem Hochmittelalter in Sachsenhausen umfangreiche Besitztümer hatte (→ Frankfurter Deutschordenskirche, → Sandhof, → Schäfersteinpfad). Daher trug der Bach im Volksmund lange Zeit auch den Namen „Fruwenbach“ (Frauenbach), den zweitältesten urkundlich überlieferten Namen des Gewässers. Einen Hinweis auf diesen Beinamen gibt eine Urkunde aus dem Jahr 1193, als Kaiser Heinrich VI. (1165–1197) dem vom Deutschen Orden gegründeten Hospital in Sachsenhausen das „Reichsgut am Frauenwege“ (mittellateinisch „allodium nostrum in Frowenwege“ – wörtlich: unser Allod am Frauenweg) schenkte.[31] Nach einer Aussage des Historikers F. Scharff aus dem Jahr 1869 soll auch König Ludwig der Bayer (1281–1347) den Bach als „Frauenbach“ bezeichnet haben.[28]

In der Stadt Neu-Isenburg tragen ein um den Bach gelegenes Wohnviertel sowie ein unmittelbar benachbartes, als Fauna-Flora-Habitat ausgewiesenes Gebiet die Bezeichnung Erlenbachaue,[32] auch wenn dieser Name für den Bach sonst nicht überliefert ist. Im lexikalischen Werk Allgemeines Hydrographisches Lexicon aller Ströme und Flüsse in Ober- und Niederdeutschland aus dem Jahr 1743 ist das Gewässer unter der Bezeichnung „Goldbach“ aufgeführt. Dieser Lexikon-Eintrag nennt auch die Namen „Ludersbach“ und „Frauenbach“, außerdem wird der Bachlauf zwischen Neu-Isenburg und Frankfurt kurz beschrieben.[33]

Das Forstamt der Stadt Frankfurt am Main räumt der urkundlich ältesten Bezeichnung Königsbach Priorität ein,[28] und auch in den von der Stadt Frankfurt herausgegebenen Publikationen wird dieser Name bevorzugt.[7][34]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gebirgsstelze, eine am Königsbach heimische Vogelart

Eine auffällige, am Bachlauf vorkommende Vogelart ist die Gebirgsstelze (Motacilla cinerea), eine seltenere Verwandte der Bachstelze mit leuchtend gelb gefärbter Unterseite.[20] Zu den besonders geschützten Tierarten am Königsbach zählt der Schwarzblaue Bläuling (Phengaris nausithous). Diese auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehende Schmetterlingsart lebt in der als Landschaftsschutzgebiet und nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der EWG als FFH-Gebiet ausgewiesenen Erlenbachaue am Bachlauf im Stadtgebiet von Neu-Isenburg.[35]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ufervegetation an der Königswiese. In der Bildmitte der Stamm einer Schwarz-Erle mit typischen Wurzeln

Eine der auffälligsten Pflanzen am Königsbach ist der Gefleckte Aronstab (Arum maculatum), der im Frühsommer an seinem leuchtend roten Fruchtstand zu erkennen ist. Typischer für die Vegetation am Bachlauf sind mehrere Baumarten sowie einige in der Krautschicht vorkommende Pflanzen. Der seltene Auwald des Cleeischen Wäldchens sowie derjenige am Bachufer beim Waldspielpark Louisa wird vorwiegend von den Baumarten Schwarz-Erle (Alnus glutinosa), Flatter-Ulme (Ulmus laevis), Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) und Bergahorn (Acer pseudoplatanus) gebildet.[4][21] In der Bachaue des Cleeischen Wäldchens sind im Bodenbewuchs seltene und geschützte Pflanzen anzutreffen. Dazu zählen die in Frankfurt selten gewordene Sumpfdotterblume (Caltha palustris), das Bittere Schaumkraut (Cardamine amara), das Wechselblättrige Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium), das Moschuskraut (Adoxa moschatellina) sowie mehrere Arten von Seggen. Eine im Cleeischen Wäldchen am Bachufer häufig vorkommende Pflanze ist der Bärlauch (Allium ursinum). Mit verschiedenen Seggenarten bewachsen ist auch der feuchtwiesenartige Teil der Königswiese am naturbelassenen westlichen Arm des Königsbachs. Darunter befinden sich die Zweizeilige Segge (Carex disticha), die Blasensegge (Carex vesicaria) sowie der Sumpf-Pippau (Crepis paludosa).[36]

Wasserqualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ökologische Gesamtzustand des Königsbachs wird laut Wasserrahmenrichtlinie in Hessen als mäßig eingestuft.[37] Der Umweltatlas Hessen bewertete im Jahr 2010 die ökologische Zustandsklasse des Königsbachs insgesamt als „gut“.[38] Im Jahr zuvor wurde der Grad der Belastung des Bachs mit spezifischen Schadstoffen (Organozinnverbindungen, Pflanzenschutzmittel, polychlorierte Biphenyle, Schwermetalle) ebenfalls als „gut“, der Bestand von Kieselalgen und Makrozoobenthos wurde als „mäßig“ eingestuft. Der Fischbestand des Königsbachs wurde in den betreffenden Untersuchungen nicht bewertet.[39]

Freizeit und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang der knapp vierzehn Kilometer des Bachverlaufs liegen einige Orte, die als Ausflugsziele für Freizeitaktivitäten von lokaler oder regionaler Bedeutung sind. Dazu zählen Naturschutzgebiete, ausgeschilderte lokale Wanderwege, Ausflugsgastronomie, ein Waldspielpark sowie mehrere Objekte von kultureller und kulturhistorischer Bedeutung.

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Waldwege und Waldlehrpfade bieten auf Frankfurter Gemarkung die Möglichkeit für Wanderungen an den Königsbach, darunter der Naturpfad Weilruh, ein Rundwanderweg im Südosten des Frankfurter Stadtwalds. Im Stadtwald wird der Königsbach mehrfach von den dort typischen Waldschneisen überquert; am nordwestlichen Ende des Jacobiweihers, an der Grüngürtel-Waldschule, kreuzt der Grüngürtel-Rundwanderweg auf der Oberschweinstiegschneise den Bachlauf.[18]

Kultur, Gastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Herrenhaus der Neu-Isenburger Bansamühle mit Park

In Neu-Isenburg sind das als Kulturdenkmal ausgewiesene historische Herrenhaus der ehemaligen Bansamühle mit barockem Ziergarten sowie der südlich daran angrenzende Bansapark, durch den ein Abschnitt des Königsbachs verläuft, Ausflugsziele von lokaler Bedeutung. Im Bansapark befindet sich ein Kinderspielplatz.

Knapp zwei Kilometer bachabwärts, im Frankfurter Stadtwald (Stadtteil Sachsenhausen) am Ufer des Jacobiweihers, säumen zwei Skulpturen des Zeichners und Autors F. K. Waechter den in den 1930er-Jahren durch Aufstauung des Bachs entstandenen Teich – die Eule im Norwegerpullover[40] und der Pinkelbaum[41]

Gleichfalls am Ufer des Jacobiweihers, an der Oberschweinstiege befindet sich ein saisonal geöffnetes, in der warmen Jahreszeit viel frequentiertes Ausflugslokal mit Außengastronomie und Parkplätzen.[18][42]

Skulptur Eclipse im Park Louisa

Eine Skulptur von überregionaler Bedeutung ist weitere zwei Kilometer nordöstlich entlang des Bachverlaufs zu besichtigen: Die im Park Louisa ausgestellte Bronzeskulptur Eclipse des Bildhauers Christian Friedrich Tieck (1776–1851) aus dem Besitz des Frankfurter Bankiers und Diplomaten Simon Moritz von Bethmann (1768–1826) ist eine künstlerische Darstellung eines berühmten britischen Rennpferdes.[43] Die denkmalgeschützte Skulptur steht wenige Meter westlich des dort künstlich in zwei Arme aufgeteilten Königsbachs. Ebenfalls auf dem vom Bach durchflossenen Gelände liegt ein Abenteuerspielplatz, der Waldspielpark Louisa.[18]

Der Königsbach mündet schließlich am Fuße eines Denkmals der Route der Industriekultur Rhein-Main Frankfurt am Main – an der Main-Neckar-Brücke, eine auf das späte 19. Jahrhundert zurückgehende Eisenbahnbrücke mit Fußgängersteg. Am südlichen Fuß der Brücke liegt das unmittelbar westlich an die Bachmündung angrenzende Licht- und Luftbad Niederrad, das über ein Café mit Außengastronomie, Spielplätze sowie über einen Grillplatz verfügt.[44] Das Gelände gehörte zu einem Flussbad an der Mündung des Königsbachs, im Jahr 1900 eingerichtet auf der Landzunge eines Nadelwehrs des Mains aus dem 19. Jahrhundert.[45]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd-Peter Kossler (Hrsg.) und weitere Autoren: Wald im Süden Frankfurts: Stadtwald, Gravenbruch, Mönchbruch. Selbstverlag, Frankfurt am Main 1991. ISBN 3-9800853-2-5
  • Regionalpark Rhein-Main Südwest GmbH (Hrsg.): Freizeitkarte südlich des Mains, Teil 3, Auflage Juli 2013
  • Stadt Frankfurt am Main, Grünflächenamt (Hrsg.): StadtForst Frankfurt Wanderkarte, 2009
  • Stadt Frankfurt am Main, Umweltamt (Hrsg.): Die GrünGürtel Freizeitkarte, 7. Auflage, 2011
  • Stadt Frankfurt am Main, Umweltamt (Hrsg.): Stadtgewässer – Flüsse, Bäche, Altarme entdecken, Frankfurt 2004. Darin: Kapitel Königsbach/Luderbach, S. 36 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Königsbach (Main) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hinweise)
  2. a b c d HGN, Hydrogeologie GmbH Nordhausen: Retentionskataster Flussgebiet Luderbach, Oktober 2004. (PDF; 111 kB, abgerufen am 1. Juli 2015)
  3. Typ 19: Kleine Niederungsfließgewässer in Fluss- und Stromtälern (PDF-Datei)
  4. a b Stadt Frankfurt am Main, Umweltamt, Projektgruppe GrünGürtel (Hrsg.): Faltblatt Rundweg im Grüngürtel-Park Oberforsthaus. 1. Auflage, 2009
  5. a b Regionalpark Rhein-Main Südwest GmbH (Hrsg.): Freizeitkarte südlich des Mains, Teil 2, Juli 2013.
  6. a b c Königsbach/Luderbach bei frankfurt.de
  7. a b c d e Stadtgewässer – Flüsse, Bäche, Altarme entdecken, S. 36 f.: Kapitel Königsbach/Luderbach
  8. Das Quellgebiet von Königsbach und Bieber auf steine-in-der-dreieich.de. Lageplan auf Grundlage einer Karte, herausgegeben von der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformationen (abgerufen am 2. Juli 2015)
  9. Wilhelm Ott: Isenburger Oberwald, Kapitel Grabensystem zwischen Kirchborn und Neuhof auf steine-in-der-dreieich.de (abgerufen am 2. Juli 2015).
  10. „Umgegend von Frankfurt ca. 1865; Blatt Rödelheim nach 1865 – 4. Neu-Isenburg 1:25.000“. Historische Kartenwerke. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  11. a b c Regionalpark Rhein-Main Südwest GmbH (Hrsg.): Freizeitkarte südlich des Mains, Teil 3, Auflage Juli 2013
  12. Die Luderbachaue von Dreieich auf kreis-offenbach.de (abgerufen am 30. Mai 2016)
  13. Stadt Frankfurt am Main, Grünflächenamt (Hrsg.): StadtForst Frankfurt Wanderkarte, 2009
  14. Die aktuellen Kartenwerke verschiedener Herausgeber weichen auch bei den Flurnamen des Gebiets teilweise erheblich voneinander ab.
  15. Foto einer Informationstafel an der Bansamühle auf Wikimedia Commons (abgerufen am 21. August 2012)
  16. a b Kossler: Wald im Süden Frankfurts: Stadtwald, Gravenbruch, Mönchbruch, S. 16 ff.
  17. Falk-Stadtplan Frankfurt/M., 57. Auflage. Falk-Verlag, Ostfildern
  18. a b c d e f g h Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main (Hrsg.): Die GrünGürtel Freizeitkarte, 7. Auflage, 2011
  19. Verschiedene Autoren: Natur vor der Haustür, S. 88. Kleine Senckenberg-Reihe 50, E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele und Obermiller), Stuttgart 2009. ISBN 978-3-510-61393-9
  20. a b Kleine Senckenberg-Reihe 50: Natur vor der Haustür – Stadtnatur in Frankfurt am Main (verschiedene Autoren), S. 127 ff. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2009. ISBN 978-3-510-61393-9
  21. a b Kleine Senckenberg-Reihe 50: Natur vor der Haustür – Stadtnatur in Frankfurt am Main (verschiedene Autoren), S. 112. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2009. ISBN 978-3-510-61393-9
  22. Stadt Frankfurt am Main, Forstamt (Hrsg.): Vom Altheeg zum Vierherrnstein – Namen im Frankfurter Stadtwald. Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Frankfurt e.V., 1988, S. 51
  23. Hermann Mayenschein, Michael Uhlig: Zwischen Sandhof und Mainfeld. Geschichte und Gegenwart des ehemaligen Dorfes und heutigen Stadtteils Niederrad, S. 16
  24. Lageplan des Waldspielparks Louisa auf frankfurt.de (PDF-Datei, 5,2 Mb. Abgerufen am 3. November 2011)
  25. Stadtplan von 1885 (Ausschnitt) der Frankfurter Ravensteinschen Verlagsanstalt auf Wikimedia Commons.
  26. Lageplan Niederrads aus dem Jahr 1879. In: Hermann Mayenschein, Michael Uhlig – Zwischen Sandhof und Mainfeld. Geschichte und Gegenwart des ehemaligen Dorfes und heutigen Stadtteils Niederrad, S. 11. Frankfurter Sparkasse von 1822 (Hrsg.), 3. Auflage 1987
  27. Hermann Mayenschein, Michael Uhlig: Zwischen Sandhof und Mainfeld. Geschichte und Gegenwart des ehemaligen Dorfes und heutigen Stadtteils Niederrad, S. 14. Herausgegeben von der Frankfurter Sparkasse von 1822 (Polytechnische Gesellschaft), Frankfurt am Main 1987
  28. a b c Stadt Frankfurt am Main, Forstamt (Hrsg.): Vom Altheeg zum Vierherrnstein – Namen im Frankfurter Stadtwald. Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Frankfurt e.V., 1988, S. 70
  29. Zitiert nach: Stadt Frankfurt am Main, Forstamt (Hrsg.): Vom Altheeg zum Vierherrnstein – Namen im Frankfurter Stadtwald. Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Frankfurt e.V., 1988, S. 51
  30. Foto einer Infotafel des Oberforsthaus-Rundwanderwegs in Frankfurt auf Wikimedia Commons
  31. Hans Pehl: Als sie einst die Stadt schützten – Frankfurts befestigte Gutshöfe. Darin: Kapitel Der Sandhof – ein Ordenshaus mit Vergnügungsbetrieb, S. 56 ff. Verlag Josef Knecht, Frankfurt am Main 1978. ISBN 3-7820-0411-6
  32. Infotafel der Stadt Neu-Isenburg am FFH-Gebiet Erlenbachaue (Foto auf Wikimedia Commons)
  33. Allgemeines Hydrographisches Lexicon aller Ströme und Flüsse in Ober- und Niederdeutschland
  34. Stadt Frankfurt am Main, Forstamt (Hrsg.): Vom Altheeg zum Vierherrnstein – Namen im Frankfurter Stadtwald. Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Frankfurt e.V., 1988, Beilage: Stadtwaldkarte
  35. Informationstafeln der Stadt Neu-Isenburg am Rande des FFH-Gebiets Erlenbachaue
  36. Monika Peukert: Botanische Skizzen im Oberwald, in: Gerd-Peter Kossler (Hrsg.): Wald im Süden Frankfurts: Stadtwald, Gravenbruch, Mönchbruch, S. 19
  37. Wasserrahmenrichtlinie in Hessen, Wasserkörper: Luderbach (Stand: 19. November 2009, abgerufen am 9. März 2012)
  38. Umweltatlas Hessen: Ökologische Zustandsklasse. Gewässerkarte des Bundeslandes mit Bewertungen, Stand 2010 (PDF-Datei, 868 KB, abgerufen am 6. Februar 2016)
  39. Umweltatlas Hessen: Wasserrahmenrichtlinie. Ökologischer Zustand der Wasserkörper, Stand 2009. Gewässerkarte des Bundeslandes mit Bewertungen (PDF-Datei, 2,8 MB. Abgerufen am 6. Februar 2016)
  40. Eule im Norwegerpullover, von F. K. Waechter entworfene Skulptur am Jacobiweiher auf kunst-im-oeffentlichen-raum-frankfurt.de (abgerufen am 9. Februar 2016)
  41. Pinkelbaum, von F. K. Waechter entworfene Skulptur am Jacobiweiher auf kunst-im-oeffentlichen-raum-frankfurt.de (abgerufen am 9. Februar 2016)
  42. Website des Lokals Oberschweinstiege (abgerufen am 9. Februar 2016)
  43. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Pferdestandbild und Stele im Louisapark. In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen
  44. Offizielle Website des Licht- und Luftbades Niederrad auf lilu-frankfurt.de (abgerufen am 9. Februar 2016)
  45. Artikel über die Alte Schleuse Niederrad auf naturship.de (abgerufen am 10. Februar 2016)