Klaus Vack

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Klaus Vack (* 17. Mai 1935 in Offenbach am Main) ist ein deutscher Aktivist der Friedens- und Bürgerrechtsbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Zusammen mit seiner Frau Hanne (* 15. Mai 1940 in Offenbach am Main) organisierte er die Strukturen, die viele dieser Aktionen und Bewegungen erst möglich machten.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaus Vack kam aus der Offenbacher Naturfreundebewegung. „Jemand wie Klaus Vack wurde ‚politisch‘ sozialisiert in Südhessen, genauer: in Offenbach. Da war in den 50er Jahren die ›alte Linke‹ noch überall zu spüren, und der historische Bezug kriegsgegnerischer Politik mußte nicht erst über den Kopf gewonnen werden. [..] Da gab es linke Loyalitäten, die quer lagen zu der Vergatterung der politischen Apparate, und es war kein Zufall, daß diejenigen Organisationen und Initiativen, die parteiunabhängig Waren (Wie die Naturfreunde, die Kriegsdienstgegner, die Ostermarschbewegung) gerade denen eine Heimat boten, die sich das Denken nicht von Parteivorständen abnehmen lassen wollten. Hier ist Klaus Vack beheimatet, und ich denke daß dies ein Leben lang Vorhält.“[1] Klaus Vack war Jugendgruppenleiter in Offenbach Und wurde hessischer Landesjugendleiter der Naturfreundejugend Deutschlands. „Die 7. Bundesjugendkonferenz der Naturfreundejugend wählte Klaus in die Bundesjugendleitung als Schriftleiter von ›wir sind jung‹.“[2]

Klaus Vack selber erinnerte sich 2003 anlässlich seiner 587sten Teilnahme an einer Friedensdemonstration – der „ersten Großdemonstration, für die ich mich organisatorisch nicht in die Pflicht genommen habe“ –:

„Meine erste Friedensdemonstration, war am 1. September 1952, dem Antikriegstag, in meiner Heimatstadt Offenbach. Wir jungen Leute demonstrierten damals mit dem heißen Herzen des ‚Nie wieder Krieg!‘, das war für uns die Lehre aus dem Massenmorden des Zweiten Weltkriegs. Wir wollten die Remilitarisierung Deutschlands verhindern und waren fest überzeugt, wir würden dieses Ziel erreichen. Wir haben die Wiederaufrüstung nicht verhindert.
Aber immerhin führte unser ‚Sag Nein!‘-Protest in die konsequente Kriegsdienstverweigerung. Anfang der Sechziger haben jährlich etwa 3000 bis 5000 junge Menschen den Kriegsdienst verweigert. Im Jahr 2002 waren es 190.000. Ich lernte dabei eine wichtige Lebensphilosophie: ‚Wer Nein sagen kann, braucht weniger zu lügen.‘[3]

In Algerien kämpft in den 1950er und frühen 1960er Jahren die Front de Libération Nationale (FLN) gegen die Kolonialmacht Frankreich für die Unabhängigkeit des Landes. „Die hessische Naturfreundejugend befaßt sich intensiv mit den Problemen des Algerienkrieges, der Lage der Flüchtlinge, der Rolle der Fremdenlegion und den Rebellen, wie die algerischen Freiheitskäınpfer in der Presse genannt werden.“[2] Klaus Vack organisiert im Sommer 1960 in Frankfurt eine Pressekonferenz[4] mit dem in Wiesbaden geborenen Winfried Müller, alias Si Mustapha Müller, der für die FLN das Rückführungsprogramm für desertierte Fremdenlegionäre organisierte.[5] Während die hessische Naturfreundejugend eine konspirative Briefaktion starten, durch die in der Fremdenlegion kämpfende Deutsche zur Desertation und zur Rückkehr nach Deutschland animiert werden sollten, besucht schließlich – wie sich Fritz Amann, einer der Mitreisenden erinnert –, „eine dreiköpfige Delegation: Klaus Vack, Horst Goßfelder und ich [..] das Krisengebiet von marokkanischer Seite aus. Si Mustafa, der Leiter des Rückführungsdienstes für desertierte Legionäre, organisierte und betreute die Studienfahrt.“[2] Alle drei waren in der hessischen Naturfreundejugend aktiv; Klaus Vack wurde in Frankreich „in Abwesenheit zu zwanzig Jahren Festungshaft verurteilt, jedoch im Jahr 1967 amnestiert“[4]

Klaus Vack als Redner bei einem der ersten hessischen Ostermärsche in den frühen 1960er Jahren.

Auch wenn Klaus Vack und seine Begleiter während dieses Algerienbesuchs Uniformen tragen mussten und es gar ein Bild gibt, das ihn und Fritz Amann bei einem Hindernissprung mit Gewehren zeigt: An der antimilitaristischen und pazifistischen Gesinnung der Beiden gibt es keine Zweifel.[6] Als Sekretär des Verbandes der Kriegsdienstverweigerer (VK) trug Klaus Vack von 1961 an erheblich zum Erfolg der (west-)deutschen Ostermarschbewegung bei, der späteren Kampagne für Demokratie und Abrüstung. Er engagierte sich bereits für den ersten hessischen Ostermarsch, der 1961 von Miltenberg nach Frankfurt führte, und war zusammen mit Konrad Tempel, Andreas Buro und anderen einer der Organisatoren der ersten Stunde auf Bundesebene. Im Januar 1965 wurde er – als Nachfolger des bislang ehrenamtlich als Geschäftsführer tätigen Andreas Buro – vom Zentralen Ausschuss, dem zentralen Führungsgremium, zum hauptamtlichen Geschäftsführer gewählt.[7] Klaus und Hanne Vack betrieben das Büro der Ostermarschbewegung in Offenbach in einer Bürogemeinschaft mit der Geschäftsstelle der hessischen Naturfreundejugend, die ihrerseits eine wichtige Stütze der Ostermarschbewegung war.[8]

In einer im Juli 1970 veröffentlichten Erklärung, unterzeichnet von Andreas Buro, Christel Beilmann[9], Heiner Halberstadt, Arno Klönne und Klaus Vack, erklären die fünf Gründungsmitglieder der Kampagne für Demokratie und Abrüstung ihren bereits 1969 erfolgten Austritt aus der Organisation. Sie erachten sie „in der heutigen Situation strukturell überholt“ und monieren die inzwischen nicht mehr gegebene Breite an politischen Richtungen. Vor allem aber unterstellen sie den der DKP nahestehenden Kreisen bei ihrem Festhalten an den gegebenen Strukturen eine „Anhänglichkeit an die Kampagne“, die mehr durch parteipolitische Disziplin als durch echte Erwartungen bestimmt‟ sei. Demgegenüber setzen sie auf „die Möglichkeit, in neuen Formen zu einer Kooperation der radikaldemokratischen und linken Gruppierungen zu kommen“.[10]

Um „neuen Formen der politischen Zusammenarbeit Raum zu schaffen“[10], hatte Klaus Vack zusammen mit Andreas Buro und anderen bereits 1969 in Offenbach am Main das „Sozialistische Büro“ („SB“) gegründet, ein Informations- und Organisationszentrum für Gruppierungen linker und undogmatischer Sozialisten, das die monatlich erscheinende Zeitschrift „links“ herausgab. „Das Sozialistische Büro befand sich von 1969 bis 1997 in Offenbach, hatte drei Räume, Aktenordner, Karteikästen, eine Adrema, Telefon, Schreibmaschinen, Fax, Kopierer und einen legendären Rotaprint-Drucker. Und es hatte mit Klaus Vack einen politisch und organisatorisch versierten Sekretär – und mit seiner Frau Hanne die perfekte Büroleiterin. Wenn es nötig war, konnten sie auf viele freiwillige Helferinnen und Helfer zurückgreifen, vor allem aus dem Kreis der Offenbacher Naturfreunde.“[11]

Das SB war in den 1970er und 1980er Jahren – neben vieler basisdemokratisch organisierter politischer Alltagsarbeit – auch an politischen Großveranstaltungen maßgeblich beteiligt oder hatte dies gar organisiert, so zum Beispiel den Angela-Davis-Solidaritätskongress 1972 in Frankfurt, den Frankfurter Pfingstkongress 1976, das Internationale Russell-Tribunal 1978–1979, den Frankfurter Großen Ratschlag von 1980 oder die ebenfalls 1980 veranstaltete Hamburger Zukunftswerkstatt. Gleichwohl gab es auch interne politische Spannungen und Auseinandersetzungen, die zu einschneidenden Veränderungen führten.

„Nach 1980 zieht sich die von den jüngeren SBlern als »traditionelle Linkssozialisten« bezeichnete Gründergeneration um Klaus Vack (Andreas Buro, Arno Klönne, Wolf-Dieter Narr, Roland Roth, Herbert Stubenrauch, Edgar Weick u. a.) weitgehend aus dem SB zurück. Sie versuchen, ihre politischen Vorstellungen im Komitee für Grundrechte und Demokratie oder in der neu gegründeten Partei Die Grünen fortzuführen. Klaus und Hanne Vack scheiden aus ihrem Sozialistischen Büro aus und übernehmen die Geschäftsführung des Komitees – mit einem Büro in ihrer Wohnung im Sensbachtal im Odenwald.[12]

In den 1990er Jahren engagierte sich Klaus Vack gegen den Krieg im ehemaligen Jugoslawien und beteiligte sich Ende September/Anfang Oktober 1991 an der Friedenskarawane, die von Triest aus durch Slowenien, Kroatien, Vojvodina, Serbien und Bosnien-Herzegowina zog. Die daraus resultierenden Erfahrungen hat er zusammen mit Andreas Buro in einem Artikel in der taz veröffentlicht.[13] Daraus folgten aber auch konkrete Aktionen: Hanne und Klaus Vacks Einsatz für humanitäre, friedenspolitische und menschenrechtliche Hilfe im ehemaligen Jugoslawien und später in den Nachfolgerepubliken. Michael Schmid schrieb darüber 2005:

„Seit Beginn des Krieges im ehemaligen Jugoslawien haben Hanne und Klaus Vack, unterstützt durch Freundinnen und Freunde sowie weitere Mitglieder des Komitees für Grundrechte und Demokratie, bis 1998 auf insgesamt 97 Reisen in umkämpfte und zerstörte Gebiete für ca. 13,9 Millionen DM humanitäre und friedenspolitische Hilfe geleistet. Diese gewaltige Summe wurde ausschließlich von privaten Spenderinnen und Spendern gesammelt. Die Hilfe ging anfangs unter dem Titel ‚Helfen statt Schießen‘ überwiegend an Flüchtlinge in den verschiedensten Lagern in allen jugoslawischen Nachfolgerepubliken. Kriegs- und Flüchtlingskinder wurden bei diesen Hilfsaktionen besonders bedacht. Es entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit vielen Friedensgruppen in verschiedenen Teilen Ex-Jugoslawiens. Angesichts der erbärmlichen Lebensumstände bildete aber die humanitäre Unterstützung den Schwerpunkt bei fast allen Reisen. Begleitend zu den Hilfslieferungen wurden dann 1994 erstmals Ferienfreizeiten für Waisen- und Flüchtlingskinder durchgeführt. Seit Beginn der Aktion hat das Komitee in den vergangenen elf Jahren über 17.000 Kinder und Jugendliche jeweils für zwei Wochen zu ‚Ferien vom Krieg‘ einladen können. Diese Aktion wird bis heute fortgeführt, auch wenn Hanne und Klaus in den vergangenen Jahren nicht mehr selber mit dabei waren.[14]

Am 17. Mai 2005 feierte Klaus Vack seinen 70. Geburtstag, zuvor schon, am 15. Mai, Hanne Vack ihren 65. Im gleichen Jahr bestand das Komitee für Grundrechte und Demokratie 25 Jahre. Wolf-Dieter Narr und Roland Roth schrieben aus diesem Anlass:

„Was wäre Klaus Vack, das radikal-demokratische, darin aufgehoben das sozialistische, das pazifistische, das politische Phantasie- und Organisationsgenie, was wäre Hanne Vack, die diesen ungewöhnlichen Beruf ermöglichte und mitgestaltete, ohne ihr jahrzehntelanges Engagement für eine eigensinnige Politik mitten in und gegen die herrschende Unpolitik – so Politik inmitten all der gewaltfrei auszutragenden Konflikte im gemeinsamen Handeln radikal gleicher und freier Menschen ihren täglich konkret zu erprobenden Kern hat. Rotfädig zieht sich ihr widerständig gestaltendes Tun durch die Jahre bei den Naturfreunden, den Kriegsdienstverweigerern, den Ostermärschen, den Notstandgegnern, dem Sozialistischen Büro und zu guter letzt, anhebend 1980, dem Komitee für Grundrechte und Demokratie, um nur die wichtigsten politischen Orte zu nennen.[15]

Hanne und Klaus Vack waren zu dem Zeitpunkt nur noch einfache Mitglieder des Komitees[16], nicht mehr „dessen Büro“, das mittlerweile nach Köln verlegt worden war. Doch Narr und Roth verdeutlichen noch einmal die Vacksche Prägung, die die Arbeit des Komitees begleitet hat:

„Obgleich das Komitee als kleine Organisation sich von seiner Gründungsgeneration gelöst hat und lösen musste [..], bleiben die bald zwanzig Jahre währenden Gründungs- und Gestaltungsimpulse Vackscher Prägekraft und -kunst das, was das Komitee zum Komitee macht. Sein materialistischer Begriff der Menschenrechte, der das Quartett aus Freiheit und Gleichheit, aus Integrität und Geschwisterlichkeit mit darin aufgehobener, anarchistisch geerbter gegenseitiger Hilfe, ein Quartett, das immer in gleicher Weise für die anders Denkenden und anders Lebenden gilt, erst mit dem nötigen sozialen Fundament versieht. Darin gründet die argusäugige Wachsamkeit, Normen immer zusammen mit ihren Formen und Mitteln zu sehen, sie hin- und herwendend zu erhalten und neu zu bestimmen.[15]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1992 hatten Hanne und Klaus Vack den Adolf-Arndt-Preis erhalten[17], und 1996 verlieh ihnen die Humanistische Union den von ihr gestifteten Fritz-Bauer-Preis. In der Begründung hieß es:

„Seit den 50er Jahren sind beide politisch aktiv, überwiegend in Gruppen, Initativen und Bewegungen der ‚außerparlamentarischen Opposition‘. [..] Die unermüdliche Arbeit von Klaus und Hanne Vack hat die Geschichte dieser Republik mitgeprägt. [..] Hanne und Klaus Vack gehörten zu den ersten, die erkannt haben, daß Politik viel zu wichtig ist, um sie Kanzlern und Kabinetten zu überlassen. Die Friedensbewegung der 70er und 80er Jahre markiert eine Zäsur in der Nachkriegsgeschichte. Erstmals organisierten sich Hundertausende zu Protestmärschen und Friedensaktionen, die breite Schichten der Bevölkerung erreichten und zu einem tiefgreifenden politischen Bewußtseinswandel in der Gesellschaft führten.
Klaus und Hanne Vack haben diese Entwicklung maßgeblich angestoßen und mit ihrem unnachahmlichen Organisationstalent begleitet.[18]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl A. Otto: Vom Ostermarsch zur APO. Geschichte der ausserparlamentarischen Opposition in der Bundesrepublik 1960-70, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 1977, ISBN 3-593-32192-0.
  • Claus Leggewie: Kofferträger. Das Algerien-Projekt der Linken im Adenauer-Deutschland, Rotbuch Verlag, Berlin, 1984, ISBN 3-88022-286-X. Das Buch beinhaltet auch ein Kapitel über die Zusammenarbeit von Klaus Vack mit Si Mustapha Müller bei der Rückführung desertierter Fremdenlegionäre.
  • Komitee für Grundrechte und Demokratie (Hrsg.): „Tradition heisst nicht, Asche aufheben, sondern die Flamme am Brennen erhalten!“. Für und über Klaus Vack, Komitee für Grundrechte und Demokratie, Sensbachtal, 1985, ISBN 978-3-88906-015-0.
  • Oskar Negt, Klaus Vack. Politik als Produktionsprozeß, in ders.: Unbotmäßige Zeitgenossen. Annäherungen und Erinnerungen, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 1994, S. 157–162, ISBN 3-596-12250-3.
  • Komitee für Grundrechte und Demokratie (Hrsg.): Das andere Deutschland nach 1945 – als Pazifist, Sozialist und radikaler Demokrat in der Bundesrepublik Deutschland – Klaus Vack. Politisch-biographische Skizzen und Beiträge, Komitee für Grundrechte und Demokratie, Köln, 2005, ISBN 978-3-88906-116-4
  • Gottfried Oy: Spurensuche Neue Linke, Das Beispiel des Sozialistischen Büros und seiner Zeitschrift links. Sozialistische Zeitung (1969 bis 1997); rls-papers, Hrsg. Rosa-Luxemburg-Stiftung, Frankfurt am Main 2007, Kapitel speziell zu Klaus Vack (biografischer Abriss): S. 17–18 (PDF; 38 KB).
  • Connection (Hrsg.): Algerien: Rückführungsdienst für Deserteure 1957–1962, Connection e.V., Offenbach am Main, 2011.
  • Egon Becker: Das Sozialistische Büro – Ein unvollendetes Projekt? In: Barbara Klaus/Jürgen Feldhoff (Hrsg.): Politische Autonomie und wissenschaftliche Reflexion. Beiträge zum Lebenswerk von Arno Klönne, PapyRossa Verlag, Köln, 2017, ISBN 978-3-89438-644-3, S. 161–182.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Primärtext-Links[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arno Klönne: Spurensuche in Offenbach, in: Komitee für Grundrechte und Demokratie (Hrsg.): Tradition heisst nicht, Asche aufheben, S. 16
  2. a b c Fritz Amann: Klaus Vack und die Naturfreundejugend, in: Komitee für Grundrechte und Demokratie (Hrsg.): Tradition heisst nicht, Asche aufheben, S. 22–25
  3. Klaus Vack: Fange nie an aufzuhören! Höre nie auf anzufangen!
  4. a b Frank Bärmann: Die Naturfreundejugend Offenbach und der algerische Rückführungsdienst für Deserteure, in: Connection (Verein)|Connection (Hrsg.): Algerien: Rückführungsdienst für Deserteure 1957–1962, S. 3–4
  5. WER DESERTIERT, MUSS „ALEMANI“ RUFEN, DER SPIEGEL 36/1959. Zu den vielfältigen Unterstützungsaktionen der westdeutschen Linke für den Unabhängigkeits kampf der FLN siehe auch Claus Leggewies Buch Kofferträger, das auch ein Kapitel zur Zusammenarbeit von Klaus Vack mit Si Mustapha enthält.
  6. Das Foto ist abgedruckt in: Connection (Hrsg.): Algerien: Rückführungsdienst für Deserteure 1957–1962, S. 11
  7. Karl A. Otto: Vom Ostermarsch zur APO, S. 81
  8. Die Naturfreundejugend war 1962 auf Bundesebene eine der ersten Organisationen, die vom Zentralen Ausschuss als befreundete Organisation anerkannt worden war. (Karl A. Otto: Vom Ostermarsch zur APO, S. 79)
  9. „Christel Beilmann (geb. 1921) kam aus der links-katholischen Bewegung, war SPD-Mitglied, Pazifistin und ethische Sozialistin.“ (Egon Becker: Das Sozialistische Büro, S. 165). Spuren der von 1921–2005 lebenden Beilmann lassen sich im Internet einige finden, aber eine zusammenhängende biografische Würdigung scheint nicht zu existieren. Als autobiografisches Buch von ihr ist erschienen: Christel Beilmann: Eine katholische Jugend in Gottes und dem Dritten Reich. Briefe, Berichte, Gedrucktes 1930–1945, Kommentare 1988/89, Hammer, Wuppertal, 1989, ISBN 3-87294-398-7. Christel Beilmanns Nachlass befindet sich im Archiv der sozialen Demokratie. Dort heißt es über sie: „1933 - 1945 katholische Jugendarbeit in Bochum; 1946–1951 erste Diözesanführerin der katholischen Frauenjugend im Erzbistum Paderborn; Mitherausgeberin und Redakteurin der ‚Werkhefte für Probleme der Gesellschaft und des Katholizismus‘; Mitbegründerin des ‚Bundes der katholischen Jugend‘ (1947). In der Friedensbewegung engagiert; Auseinandersetzung mit der Rolle der Frauen in Kirche und Theologie.“
  10. a b ‛‛apo press. Informationsdienst für die Außerparlamentarische Opposition in Köln‛‛, 2. Jg., Nr. 7, 1. August 1970
  11. Egon Becker: Das Sozialistische Büro – Ein unvollendetes Projekt?, S. 161–162
  12. Egon Becker: Das Sozialistische Büro – Ein unvollendetes Projekt?, S. 168-169.
    Wie schon im Falle von Christel Beilmann gibt es auch über den in dem Zitat erwähnten Herbert Stubenrauch und dessen politisches und pädagogisches Wirken bislang keine zusammenhängende Darstellung. Einige biografische Hinweise finden sich im Katalog der DNB: * 1938 in Remscheid – † 10. Juli 2010 in Frankfurt am Main; Wirkungsort: Frankfurt am Main; Pädagoge, Lehrer, Therapeut. Zehn Buchtitel sind dort mit seinem Namen verknüpft.
    Bei Karl A. Otto: Vom Ostermarsch zur APO, S. 87 ff., ist nachzulesen, dass Stubenrauch, der zu dem Zeitpunkt Vorsitzender des Wuppertaler Verbandes der Kriegsdienstverweigerer war, im November 1960 von Konrad Tempel wegen einer Mitarbeit in der Ostermarschbewegung angesprochen worden war. 1961 übernahm er die Verantwortung für die Planung der Ostermärsche im Ruhrgebiet.
    Herbert Stubenrauch war verheiratet mit Renate Schütte, der Tochter von „Ernst Schütte, der von 1959 bis 1969 Kultusminister in einer SPD-Regierung in Hessen war. Nach ihrem Studium an der Pädagogischen Hochschule in Wuppertal bei Renate Riemeck, der Ziehmutter von Ulrike Meinhof, heiratete Renate Herbert Stubenrauch, ein führendes Mitglied des ‚sozialistischen Lehrerbundes‛.“ (Erlebte Geschichten mit Renate Stubenrauch) Renate Stubenrauch war die Mitbegründerin der Freien Schule Frankfurt, Herbert Stubenrauch ein engagierter Kämpfer für die Gesamtschule.
    Der erwähnte Sozialistische Lehrerbund war am 20. März 1968 von 62 Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten in Frankfurt gegründet worden. (Herbert Stubenrauch: Linke Lehrer organisieren sich. Bericht über den Sozialistischen Lehrerbund) Siehe hierzu auch den Spiegel-Artikel vom 15. April 1968: LEHRER/OPPOSITION: Schlechte Noten Der Sozialistische Lehrerbund kooperierte eng mit dem Sozialistischen Bund: „Der 1968 gegründete Sozialistische Lehrerbund (SLB) vereinbart auf Initiative von Herbert Stubenrauch eine Kooperation mit dem SB. Gemeinsam geben SLB und SB den ›Informationsdienst des Sozialistischen Lehrerbundes‹, später ›Informationsdienst Arbeitsfeld Schule‹ heraus. Der Grundstein für den so genannten Arbeitsfeldansatz des SB, Linke in ihrem beruflichen Umfeld zu organisieren und ihnen ein Podium zu bieten, ist gelegt.“ (GOTTFRIED OY: Spurensuche Neue Linke. Das Beispiel des Sozialistischen Büros und seiner Zeitschrift ‚links‘)
    Im Hamburger Institut für Sozialforschung lagert der Nachlass von Herbert Stubenrauch.
    Ein weiteres bislang kaum gewürdigtes Urgestein der linkssozialistischen Bewegungen ist Edgar Weick: „1936 in Karlsbad (CSR) geboren, in Oberhessen als ‚Flüchtlingskind‘ aufgewachsen. Nach dem Besuch des Hessenkollegs und Studium an der Universität Frankfurt war er als Referent für politische Jugendbildung und Erwachsenenbildung an einer Bildungsstätte im Taunus, von 1980 bis 1999 als Leiter der Zentralen Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung an der Fachhochschule Wiesbaden tätig.
    1955 Eintritt in die SPD, 1982 wegen der Auseinandersetzungen um die Startbahn West ausgetreten. Politisch engagiert in der Ostermarschbewegung, in der Kampagne gegen die Notstandsgesetze, im Sozialistischen Büro und im Komitee für Grundrechte und Demokratie.“ (AWO Kreisverband Frankfurt am Main e. V.: Auf dem ‚Roten Sofa‘ - Edgar Weick) In einer Ankündigung eines Buches, an dem er mitgewirkt hat, heißt es über Edgar Weick: „Seit vielen Jahren vollzeitbeschäftigter Rentner, engagiert beim ›Bunten Tisch – Höchst Miteinander‹, in Projekten der ›Erinnerungskultur‹ und in einer Initiative zur künftigen kulturellen Nutzung war auch Redaktionsmitglied von Express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit. Im Katalog der DNB sind eine Vielzahl von Büchern gelistet, an denen er mitgearbeitet hat.“
  13. Gemeinsam gegen den Krieg. Erkenntnisse der Europäischen Friedenskarawane durch Jugoslawien
  14. Michael Schmid: Jahrzehntelang unermüdlich aktiv für Frieden und Gerechtigkeit
  15. a b Wolf-Dieter Narr und Roland Roth: Geburtstagsglückwünsche für Hanne und Klaus Vack
  16. Sie waren zum Jahresende 1998 aus allen Funktionen des Komitees ausgeschieden. (Elke Steven: Hanne und Klaus Vack verabschieden sich vom Komitee für Grundrechte)
  17. Adolf-Arndt-Preis für Hanne und Klaus Vack
  18. Fritz-Bauer-Preis für Hanne und Klaus Vack