Knotenpunktbezogene Wegweisung

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Eine Knotenpunktbezogene Wegweisung (auch Knotenpunktsystem) bietet dem Radwanderer eine praktische Hilfe zur Tourenplanung.

Knotenpunktschild in belgisch Limburg

Das sogenannte Fietsrouten-Netzwerk entstand 1995 in belgisch Limburg, dehnte sich danach schnell grenzüberschreitend in die Niederlande und später nach Deutschland und Wallonien aus.

System[Bearbeiten]

Im Radroutennetz eines Knotenpunktsystems sind alle Kreuzungen (Knotenpunkte) von Radrouten durchnummeriert. An den Knotenpunkten stehen Wegweiser zu allen benachbarten Knotenpunkten. Hier werden neben der Nummer des Knotenpunkten die Wege zu benachbarten Knotenpunkten ausgewiesen. Die Wegweiser zu einem benachbarten Knotenpunkt sind mit dessen Nummer beschriftet. Üblicherweise steht an jedem Knotenpunkt zudem eine Orientierungstafel mit einer Karte des Netzsystems und den Nummerierungen der Knotenpunkte.

Das folgende Beispiel erklärt die Ausschilderung in Ostbelgien. In anderen Gebieten ist das System ähnlich.

Knotenpunktschild in Ostbelgien

Der Vorteil des Systems besteht darin, dass Radfahrer sich anstatt von Ortsnamen nur die Nummern der Knotenpunkte der geplanten Strecke merken müssen. Zudem kann an jedem Knotenpunkt die Route leichter abgeändert werden.

Die Beschilderung selbst besteht aus 4 verschiedenen Schildertypen:

  • Die Ausgangstafel dient der Orientierung und als Ausgangspunkt bei einer Radtour. Die Gebrauchsanweisung sowie eine Karte mit dem Radwegenetz sind auf ihr enthalten.
  • Die Zoomkarte beinhaltet dieselben Informationen wie die Ausgangstafel, mit dem Unterschied, dass sie kleiner ist und nur einen Auszug der Streckenkarte enthält.
  • Knotenpunktschilder geben Auskunft über den Knotenpunkt, an dem sie sich befinden. Sie geben die Nummern und die Richtungen der benachbarten Punkte an.
  • Zwischenwegweiser befinden sich auf der Strecke zwischen den einzelnen Knotenpunkten, um Richtungswechsel anzudeuten.

Belgien[Bearbeiten]

Flandern[Bearbeiten]

Das gesamte Fahrradroutennetz Limburg besteht aus verschiedenen Radrouten, die durch Knotenpunkte miteinander verbunden sind. Alle Knotenpunkte sind nummeriert und werden deutlich sichtbar in Augenhöhe auf blauen rechteckigen Schildern in beide Richtungen entlang des Radweges angegeben.

Wallonie[Bearbeiten]

In Ostbelgien sind über 850 km Radwanderwege mit 182 Knotenpunkten verbunden. 155 Zoomkarten, 551 Knotenpunktschilder und 1497 Zwischenwegweiser halten den Radtouristen auf dem richtigen Kurs.

Im Norden des Netzes sind die Knotenpunkte 1 und 5 mit den Punkten 91 und 92 aus der niederländischen Provinz Limburg verbunden. Im Osten gibt es zahlreiche Verbindungen in die Städteregion Aachen. Über Küchelscheid und Kalterherberg gelangt man zum Punkt 41 im Nationalpark Eifel. Zwischen Weismes-Steinbach und St. Vith ist der RAVeL-Weg auf der Strecke der stillgelegten Vennbahn, dem heutigen Vennbahnradweg, in das Wegenetz eingebunden. Über die Grenzbrücke Steinebrück besteht eine Verbindung Richtung Bleialf und Pronsfeld. Das Verkehrsamt der Ostkantone hat außerdem 18 Themenrouten mit Streckenlängen von 14 bis 89 km ausgearbeitet. Ganz im Westen kann man zwischen den Knotenpunkten 73 und 74 zur berühmten Kurve Eau Rouge auf der Rennstrecke von Spa-Francorchamps fahren.

Deutschland[Bearbeiten]

Die erste Region in Deutschland, in der das Knotenpunktsystem installiert wurde, war die deutsch-niederländische Region Wurmtal. Das dortige Knotenpunktsystem baut Grenzhindernisse für den Radfahrer ab und bringt die Menschen beiderseits des Flusses Wurm einander näher. Die Städte Kerkrade, Herzogenrath, Landgraaf und Übach-Palenberg sind durch dieses Radwegenetz miteinander verbunden und damit zusammengerückt. Insgesamt wurden 130 km Radwege mit vielen landschaftlichen oder kulturhistorischen Attraktionen miteinander verbunden. An verschiedenen Stellen besteht auch die Möglichkeit in weitere Radwegenetze zu wechseln.

Nordrhein-Westfalen[Bearbeiten]

2006 war der Kreis Heinsberg der erste Kreis, der das System in NRW einführte, es existieren 90 Knotenpunkte, davon sind 25 mit den Systemen der Nachbarn verknüpft und erleichtern so ein nahtloses, Regionen übergreifendes Radfahren (Stand 2015). [1] Im Kreis Düren bestehen über 100 Knotenpunkte.[2] Der Rhein-Kreis Neuss führte 2014 das Knotenpunktsystem ein. Der Kreis Viersen weist seit 2015 116 Knotenpunkte auf. Sie existieren ebenfalls im Rhein-Kreis Neuss (114 Knotenpunkte), in der Städteregion Aachen und in Bonn.

Im Jahr 2015 stehen die Städte Aachen, Köln, Leverkusen und der Rheinisch-Bergischer Kreis in der Einführungsphase. Krefeld beabsichtigt für das Jahr 2015 das Projekt abzuschließen, dann stehen rund 120 Knotenpunkte dem Radfahrer zur Verfügung. Die Stadt Mönchengladbach plant gleichfalls für das Jahr 2016 die Einführung. [3] [4]


Im Rahmen der "Regionale 2013 Südwestfalen" wird in NRW (Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Kreis Soest, Kreis Siegen-Wittgenstein) ebenfalls an der Einrichtung eines Knotenpunktsystems gearbeitet, das 2015 fertiggestellt werden soll.

Niederlande[Bearbeiten]

In Südholland gibt es Fahrrad-Knotenpunktsysteme im Hoekse Waard (südlich von Rotterdam), den Drechtsteden (Städte um Dordrecht), den Alblasserwaard-Vijfheerenlanden (zwischen Dordrecht, Nieuwpoort und Leerdam), im Krimpenerwaard (zwischen Gouda, Schoonhoven und Rotterdam), auf der südholländischen Insel Goeree-Overflakkee und seit Frühjahr 2007 in der Region Midden-Delfland (südlich von Delft).

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.heinsberger-tourist-service.de/deutsch/radwandern/radeln-nach-zahlen-knotenpunktsystem/
  2. Informationstafel am Knotenpunkt 1 in Titz-Höllen
  3. Rad am Niederrhein, das regionale Magazin für Alltags- und Freizeitradfahren, Herausgeber: ADFC Rhein-Kreis Neuss und ADFC Krefeld - Kreis Viersen
  4. http://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-krefeld-kreis-viersen/kreisverband-krefeld-viersen/newsbeitrag/article/erste-knotenpunkte-im-kreis-viersen-aufgestellt.html