Korea-Konflikt

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US-Marines im Koreakrieg (Aufnahme vom 26. Dezember 1950)
Lage von Korea

In diesem Artikel wird der anhaltende Konflikt zwischen Nord- und Südkorea sowie deren Verbündeten beleuchtet. Dabei geht es insbesondere um die Vorherrschaft auf der Koreanischen Halbinsel, die Bewältigung vergangener Konfliktpunkte sowie den Streit um das nordkoreanische Kernwaffenprogramm und nicht zuletzt die Interessen verbündeter Drittstaaten (insbesondere USA und die VR China, früher auch die Sowjetunion), was sich z. B. im Koreakrieg – einem Stellvertreterkrieg – äußerte.

Verlauf des Konflikts[Bearbeiten]

Im Folgenden werden die Entstehung und Ursachen des Korea-Konflikts beschrieben.

Zur ausführlichen Geschichte der einzelnen Staaten, siehe:

Die Teilung Koreas[Bearbeiten]

Karte des geteilten Koreas
Hauptartikel: Teilung Koreas

Wie in der Kairoer Erklärung 1943 angekündigt wurde nach der Kapitulation Japans 1945 im Zweiten Weltkrieg alle Okkupationen des Kaiserreichs Japans rückgängig gemacht. Zusätzlich wurde das Staatsgebiet Japans auf seine heutige Größe beschränkt. Die aus dem Kaiserreich Japan ausgegliederten Gebiete wurden den vorherigen Besitzern übereignet. Ein Sonderfall stellt in der Kairoer Erklärung dabei Japans ehemalige Kolonie Korea dar. Da dieses vor seiner Kolonialzeit ein eigener Staat war, sollte es wieder zu einem eigenen Staat gemacht werden.

Wie in der Konferenz von Jalta beschlossen wurde Korea nördlich des 38. Breitengrades von der Sowjetunion, südlich davon von den Vereinigten Staaten von Amerika besetzt, da unter ihrer Treuhandschaft das verkündete freie und unabhängige Korea entstehen sollte.

Die UdSSR begann nach ihrem Einmarsch in den Norden Koreas, ihre Zone nach kommunistischen Vorstellungen umzuformen, wenn auch zunächst nicht in dem Maße wie in den osteuropäischen Staaten. Im Zuge einer Landreform wurden die japanischen Großgrundbesitzer enteignet, wichtige Industriezweige wurden verstaatlicht. Die Sowjetunion hatte ein strategisches Interesse daran, einen ihr wohlgesinnten koreanischen Pufferstaat aufzubauen, da Korea als mögliche Operationsbasis für einen Angriff galt. Dieses Vorhaben schien umso wichtiger, da sich Japan nach seiner Kapitulation rasch zu einem Verbündeten der USA entwickelte. Einflussreichster Vertreter der Sowjetunion in Korea bis zur Gründung der Demokratischen Volksrepublik Korea war Generaloberst Terenti F. Schtykow.

Nachdem die Verhandlungen zwischen den beiden Supermächten über ein vereinigtes Korea bis 1947 ergebnislos verliefen, brachten die USA die Koreafrage vor die Vereinten Nationen. Dies wurde von der sowjetischen Seite als Verstoß gegen die Abmachung, dass die Koreafrage von einer US-amerikanisch-sowjetischen Kommission gelöst werden solle, gewertet. Die UdSSR beteiligte sich fortan nicht an Konferenzen der Vereinten Nationen zu diesem Thema.

Am 14. November 1947 erreichten die USA eine UN-Resolution, die freie Wahlen, den Abzug aller ausländischen Truppen und die Schaffung einer UN-Kommission (UNTCOK: UN Temporary Commission on Korea) für Korea vorsah. Im Gegensatz zu den US-Truppen, die bis heute im Süden Koreas stationiert sind, zog die UdSSR ihre Armee bis Ende 1948 vertragsgemäß aus Nordkorea ab.

Am 10. Mai 1948 fanden im Süden Wahlen statt, die Rhee Syng-man gewann. Allerdings wurden die Wahlen von den linken Parteien boykottiert. Am 13. August 1948 übernahm Rhee Syng-man offiziell die Regierungsgeschäfte von der US-amerikanischen Militärregierung. Der sowjetisch kontrollierte Norden beantwortete dies mit der Gründung der Demokratischen Volksrepublik Korea am 9. September 1948, deren erster Präsident Kim Il-sung wurde. Beide Regierungen sahen sich als rechtmäßige Regierung über ganz Korea an und kündigten darüber hinaus an, diesen Anspruch auch militärisch durchsetzen zu wollen.

Koreakrieg[Bearbeiten]

Kriegsverlauf (Nordkorea rot und Südkorea grün)
Hauptartikel: Koreakrieg

Am 25. Juni 1950 überschritt die Nordkoreanische Volksarmee die Grenze am 38. Breitengrad und leitete damit den Koreakrieg ein. Ziel des Angriffs war die gewaltsame Integration Südkoreas in die sozialistische Demokratische Volksrepublik. Der amerikanische Präsident Harry S. Truman hatte bereits wieder einige Truppen nach Südkorea geschickt, die jedoch keinesfalls ausreichten, um die materielle Überlegenheit der Nordkoreaner über die südkoreanische Armee auszugleichen. Die Hauptstadt Seoul fiel bereits nach drei Tagen, und rund einen Monat später kontrollierten die Nordkoreaner bereits die gesamte Koreanische Halbinsel bis auf einen schmalen Streifen im Süden um Busan. Erst hier gelang es den Südkoreanern, die Lage zu stabilisieren, die Situation blieb aber gefährlich. Nordkorea hatte bei Beginn des Krieges damit gerechnet, dass sich die Bevölkerung des Südens nach dem Angriff auf seine Seite schlagen würde und so der südkoreanische Staat von selbst zusammenbrechen würde. Zwar wurden die Truppen des Nordens zunächst auch freudig begrüßt, jedoch verging diese Sympathie schnell, als die Nordkoreaner in den besetzten Gebieten eine Bodenreform durchführten und die Besatzungstruppen anfingen diejenigen, die sich dem diktatorischen Regime nicht fügen wollten, zu terrorisieren und zu töten.

Der UNO-Sicherheitsrat beschloss in der Resolution 85 in Abwesenheit der vetoberechtigten Sowjetunion, auf Seite Südkoreas einzugreifen. Mit der Landung bei Incheon Mitte September 1950 gelang es den UN-Truppen, die zu 90 % aus US-amerikanischen Truppen bestanden, die Erfolge der Nordkoreaner zu beenden. Am 30. September überschritten die Truppen Südkoreas den 38. Breitengrad, um Korea unter eigener Flagge wiederzuvereinigen. Im November erreichte man erste Abschnitte des Grenzflusses Yalu zu China. Dieses befürchtete, dass die Truppen die Grenze überschreiten könnten, wie der für die UN-Operation verantwortliche General Douglas MacArthur gefordert hatte, und griff daraufhin mit einer „Freiwilligenarmee“ in den Koreakrieg ein. Die UN-Truppen wurden bis über den 38. Breitengrad zurückgedrängt, wo sich die Situation festigte.

Ab 1951 begann man unter der Vermittlung der Sowjetunion mit Waffenstillstands-Verhandlungen. Der Waffenstillstand wurde am 27. Juli 1953 beschlossen, unterzeichnet wurde er von der UN, Nordkorea und China. Der Präsident Südkoreas Syngman Rhee weigerte sich, den Vertrag zu unterzeichnen. Vorgesehen wurde die Einrichtung einer vier Kilometer tiefen demilitarisierten Zone ungefähr am 38. Breitengrad sowie von Verhandlungsräumen in Panmunjeom. Die demilitarisierte Zone stellt auch heute noch die Grenze der beiden koreanischen Staaten dar.

Jüngere Geschichte bis heute[Bearbeiten]

Ab 1960: Kalter Krieg[Bearbeiten]

  • Oktober 1966 bis 1969 – im Konflikt um die demilitarisierte Zone („Zweiter Koreakrieg“) kommt es zu einer Serie militärischer Scharmützel zwischen Nordkorea, das in die DMZ eingreift und Südkorea bzw. den USA
  • 21. Januar 1968 – Nordkoreanische Agenten versuchen den südkoreanischen Präsidenten Park Chung-hee im „Blauen Haus“ zu ermorden, scheitern dabei aber.
  • 11. Dezember 1969 – Eine Korean-Airlines YS-11 wird entführt.
  • August 1971[1] – Die ersten Rotkreuz-Gespräche zwischen Nord- und Südkorea finden statt.
  • 4. Juli 1972 – Das „North-South Joint Statement“, in dem die drei Voraussetzungen für eine Wiedervereinigung festlegt wurden, wird veröffentlicht: Erstens, die Wiedervereinigung muss unabhängig von verbündeten oder fremden Mächten stattfinden. Zweitens, die Wiedervereinigung muss in einer friedlichen Weise und ohne den Einsatz von Waffengewalt stattfinden. Drittens, muss die Wiedervereinigung die Differenzen der Ideologien und Regierungen überwinden und auch eine geistige Vereinigung des koreanischen Volkes vorsehen.[1]
  • 18. August 1976 – In Panmunjeom findet der „Axt-Mord“ (koreanisch: 판문점 도끼살인사건, 板門店도끼殺人事件,도끼蠻行事件) statt, bei dem zwei US Army Soldaten von nordkoreanischen Soldaten in der Joint Security Area getötet werden. Die US-Soldaten waren Teil einer Arbeitsgruppe, die in der DMZ Bäume fällen sollten. Daraufhin wurde die Operation Paul Bunyan gestartet.

Ab 1980: Annäherungsversuche und Auseinandersetzungen[Bearbeiten]

  • 18. bis 27. Mai 1980 – Gwangju-Aufstand; Studenten und Bürger wehren sich gegen die Militärdiktatur, die südkoreanische Armee erschießt je nach Quelle 154 bis 2.300 unbewaffnete Demonstranten, tausende werden verletzt.
  • 9. Oktober 1983 – in Rangoon verüben nordkoreanische Agenten einen Bombenanschlag auf den südkoreanischen Präsidenten Chun Doo-hwan
  • 1984 – Das nordkoreanische Rote Kreuz unterstützt den Süden bei einer Flutkatastrophe.
  • 1987 – Nordkoreanische Agenten verüben einen Bombenanschlag auf Korean-Airlines-Flug 858; 115 Menschen sterben.
  • 1988 – Die Olympischen Sommerspiele 1988 finden in Seoul statt.
  • 4. bis 7. September 1990 – Die ersten Friedensverhandlungen finden in Seoul statt.
  • 25. März 1991 – Ein gemeinsames koreanisches Team nimmt unter der Wiedervereinigungs-Flagge an der 41. Tischtennis-Weltmeisterschaft in Japan teil.
  • 6. Mai 1991 – Ein gemeinsames koreanisches Team nimmt an der 8. Junioren-Fußballweltmeisterschaft in Portugal teil.
  • 13. Dezember 1991 – Das Versöhnungsabkommen zwischen Nord- und Südkorea wird unterzeichnet; es vereinbart einen Aggressions-Stopp, Handel und Kooperation.
  • 8. Juli 1994 – Kim Il-sung stirbt.
  • 1994 Erste Nuklearkrise, die durch Mobilmachungen in Nord- und Südkorea und die Anordnung allerhöchster Alarmbereitschaft der amerikanischen Einheiten vor Ort gekennzeichnet war.[2]
  • 8. Oktober 1994 – Kim Jong-il wird zum Ersten Sekretär der Partei der Arbeit Koreas gewählt.
  • 15. Juni 1999 – Die erste Seeschlacht um Yeonpyeong findet statt, nachdem Nordkorea die Northern Limit Line nicht länger akzeptieren will.

Ab 2000: Sonnenscheinpolitik[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sonnenscheinpolitik

Erstes innerkoreanisches Gipfeltreffen[Bearbeiten]

Ein erstes innerkoreanisches Gipfeltreffen war bereits für 1994 geplant. Es fand jedoch wegen des Todes von Kim Il-sung nicht statt. Tatsächlich wurde das erste Treffen am 13. bis 15. Juni 2000 in Pjöngjang zwischen Kim Dae-jung und Kim Jong-il abgehalten. Jong-il konnte durch seinen Auftritt Sympathien in der südkoreanischen Gesellschaft gewinnen. Dae-jung wurde für das Treffen im gleichen Jahr der Friedensnobelpreis verliehen. Allerdings stand Dae-jung auch in der Kritik, da zum Gipfel vermutlich 400 Millionen US-Dollar inoffiziell über die südkoreanische Firma Hyundai an Nordkorea gezahlt worden waren.

Vereinbart wurde auf dem Gipfel unter anderem die Einrichtung einer Sonderwirtschaftszone, der Industrieregion Kaesŏng.[3]

Am 15. August 2000 durften sich erstmals Familien aus Nord- und Südkorea besuchen.

Ab 2002: Sechs-Parteien-Gespräche[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sechs-Parteien-Gespräche

2007: zweites innerkoreanisches Gipfeltreffen[Bearbeiten]

Die am 15. Juni 2000 unterzeichnete gemeinsame Erklärung beinhaltete das Ziel, dass die Führer beider Staaten in einer angemessenen Zeit einen zweiten Gipfel abhalten werden. Dies war ursprünglich noch für das Jahr 2000 gedacht, in dem ein zweites Gipfeltreffen in Südkorea stattfinden sollte, wurde aber bis 2007 nicht umgesetzt. So trafen sich erst am 2. Oktober 2007 die Führer beider Länder in der demilitarisierten Zone, um einen erneuten Friedensgipfel abzuhalten. Präsident Roh Moo-hyun vertrat Südkorea, Kim Jong-il Nordkorea.[4][5][6][7]

Beide Seiten bekräftigten den Willen, an den Zielen der gemeinsamen Erklärung von 2000 festzuhalten und führten Diskussionen über verschiedene Fragen im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Nord-Süd-Beziehungen, der Realisierung des Friedens auf der Koreanischen Halbinsel, des gemeinsamen Wohlstands der Menschen und der Vereinigung Koreas. Am 4. Oktober 2007 unterzeichneten der südkoreanische Präsident Roh Moo-hyun und der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-il eine Friedenserklärung. Das Dokument rief zu internationalen Verhandlungen auf, um das Waffenstillstandsabkommen, das den Koreakrieg beendet hatte, durch einen permanenten Friedensvertrag zu ersetzen.[8]

2010: erneute Anspannungen[Bearbeiten]

  • 13. Januar 2010: Washington erteilt Nordkoreas Forderung nach einem bilateralen Friedensvertrag als Vorbedingung für neue Abrüstungsgespräche eine Absage. Auch eine Aufhebung der UN-Sanktionen, die Nordkorea zudem als Voraussetzung für die Rückkehr zu den Sechs-Parteien-Gesprächen genannt hatte, wurde ebenso verneint. Erst wenn Pjöngjang wieder an den Verhandlungstisch zurückkehre und nachweise, das Atomwaffenprogramm aufgegeben zu haben, könne über die Unterzeichnung eines Friedensabkommens gesprochen werden, so das Weiße Haus.
  • 25. Januar 2010: Als „offene Kriegserklärung“ kritisierte die nordkoreanische Volksarmee die Pläne Südkoreas für einen militärischen Erstschlag im Fall eines drohenden Atomangriffs durch Nordkorea. Der südkoreanische Verteidigungsminister General Kim Tae-young bekräftigte, Südkorea müsse für den Fall eines bevorstehenden Angriffs mit Atomwaffen durch Nordkorea zum Erstschlag bereit sein.[9]
  • Am 26. März 2010 wird das südkoreanische Kriegsschiff Cheonan (PCC-772) von der nordkoreanischen Marine in der Nähe der Baengnyeong-Insel versenkt. 46 Matrosen sterben.[10][11] Später stellt eine Untersuchungskommission mehrheitlich fest, dass die Ursache ein nordkoreanischer Torpedo gewesen sein soll, was vom Norden jedoch dementiert wird.[12] In Folge des Angriffes unterbindet Südkorea alle Handelsverbindungen mit dem Norden.[13] Nordkorea stritt den Angriff ab und kündigte daraufhin die Friedensvereinbarung mit Südkorea.[14]
Hauptartikel: Cheonan (PCC-772)
  • Am 23. November 2010 attackierte die nordkoreanische Artillerie die südkoreanische Insel Yeonpyeong. Zwei südkoreanische Soldaten und zwei Zivilisten wurden getötet, mehrere Dutzend verwundet. Südkorea erwiderte daraufhin das Feuer.[15]
Hauptartikel: Bombardement von Yeonpyeong

Ab 2011: Regierungszeit Kim Jong-uns[Bearbeiten]

Hauptartikel: Regierungszeit Kim Jong-uns

Als Kim Jong-un am 11. April 2012 auf der IV. Parteikonferenz der Partei der Arbeit Koreas zum Ersten Sekretär und damit offiziell zum Parteiführer gewählt wurde,[16] hatte es zunächst nicht den Anschein, als ob sich ein Kurswechsel in der nordkoreanischen Politik abzeichnen würde. Insbesondere die Mediendarstellung Kim Jong-uns ähnelt der seiner Vorgänger. Allerdings sprach er in seiner Neujahrsrede Anfang 2013 von einem bevorstehenden „radikalen“ Wechsel für das Land, von einer möglichen Beendigung der „Konfrontation“ mit Südkorea und von einer Erhöhung des Lebensstandards der Bevölkerung, die u. a. mit wirtschaftlichem Aufschwung in der Landwirtschaft und der Leichtindustrie einhergehen soll. In einer Plenarsitzung des Zentralkomitees am 31. März 2013 verkündete Kim, dass Nordkorea „gleichzeitig eine neue Strategie der wirtschaftlichen Entwicklungen, wie die Errichtung einer Atomstreitkraft“ verfolgen werde. Dies beendet de facto die Doktrin seines Vaters, bei der das Militär an erster Stelle stand.[17][18]

Nordkorea-Krise 2013[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nordkorea-Krise (2013)

Nachdem Kim am 26. Januar die Vorbereitung eines erneuten Atomtests bekannt gab, reagierte der UN-Sicherheitsrat mit einer Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea. Dies veranlasste die Regierung Nordkoreas, erneute Provokationen gegenüber Südkorea, den USA und allgemein des Westens auszusprechen und ebenso mit militärischen Mitteln zu drohen. Es folgte die Kündigung des Waffenstillstandsvertrags von 1953, die Ausrufung des Kriegsrechts, die Androhung eines „nuklearen Präventivschlages“ gegen Südkorea und die Vereinigten Staaten sowie die Schließung der Sonderwirtschaftszone Kaesŏng.

Die internationale Staatengemeinschaft, darunter auch die Volksrepublik China (eigentlich ein Verbündeter Nordkoreas), verurteilten diese erneuten Drohgebärden scharf und mahnten Nordkorea zur Mäßigung. Die Vereinigten Staaten hielten die Drohungen zwar überwiegend für Kriegsrhetorik, nahmen die Gefahr aber dennoch ernst und wollen daher weitere Raketenabwehrstationen auf ihren Pazifikinseln, wie Guam, errichten, um einem möglichen Angriff zuvorzukommen.[19][20][21]

Konfliktpunkte[Bearbeiten]

Dorasan: Der Zugang zu den Gleisen nach Pjöngjang ist abgesperrt
Eine bewachte Abzäunung einige Kilometer vor der demilitarisierten Zone

Folgende Punkte stellen die grundsätzlichen Ursachen für den Konflikt zwischen den beiden koreanischen Staaten dar:

Nordkoreanisches Kernwaffenprogramm[Bearbeiten]

Geschätzte Reichweite nordkoreanischer Raketen[22]

Schon seit den 1950er Jahren existierte in Nordkorea ein Atomprogramm, das seinerzeit mit dem Ziel, sozialistische Staaten im Fernen Osten ökonomisch zu modernisieren, intensiv von der UdSSR unterstützt wurde. Erst 1985 band die Sowjetunion die Lieferung eines Atomreaktors an die nordkoreanische Unterschrift unter den Atomwaffensperrvertrag (NVV), was die militärische Rüstung Nordkoreas unter internationale Beobachtung stellen sollte. Das mit sowjetischer Unterstützung ausgebaute nordkoreanische Atom-Programm basierte auf der so genannten Gas-Graphit-Reaktortechnologie, die als äußerst ergiebiger Plutonium-Produzent – und damit als ideal zum Bau von Atomwaffen – beschrieben wird. Zwar wurden die nordkoreanischen Atomaspirationen bis Mitte der 1980er Jahre von der Weltöffentlichkeit misstrauisch beobachtet, allerdings traute niemand dem nordostasiatischen Land zu, bald in Besitz von Know-how, Technik und Rohstoffen zu kommen, um wirklich Atomwaffen bauen und einsetzbar machen zu können.

1986 verweigerte Nordkorea jedoch Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) den Zutritt zur Kerntechnischen Anlage Nyŏngbyŏn und drohte mit dem Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag. Nach zähen Verhandlungen konnte eine Eskalation der Krise durch die Unterzeichnung des Genfer Rahmenabkommens zwischen den USA und Nordkorea am 21. Oktober 1994 vorläufig abgewendet werden. Nordkorea verpflichtete sich darin zur Aufgabe seines Kernwaffenprogramms sowie zum Verbleib im Atomwaffensperrvertrag und zur Fortführung der Kontrollen durch die IAEO. Im Gegenzug sollten die in Nordkorea vorhandenen graphit-moderierten Reaktoren mit amerikanischer Hilfe zu Leichtwasserreaktoren, die zur Herstellung von kernwaffenfähigem Plutonium nicht geeignet sind, umgerüstet werden und Nordkorea bis zu deren Fertigstellung jährlich Öllieferungen zur Bewältigung seiner Energieprobleme erhalten.

Am 18. April 1996 wurden die ersten „Vier-Parteien-Gespräche“ zwischen Nordkorea, Südkorea, den USA und China geführt. Aus diesen Gesprächen resultierte am 5. August 1997 die Anerkennung des Waffenstillstandsabkommens von 1953. Weitere Verhandlungen scheiterten. Am 31. August 1998 überflog eine nordkoreanische Mittelstreckenrakete vom Typ „Taepodong-1Japan (siehe auch Kwangmyŏngsŏng).

Im Oktober 2002 beschuldigten die USA aufgrund von Geheimdienstberichten Nordkorea, weiterhin an einem Kernwaffenprogramm zu arbeiten und dadurch die Vereinbarungen des Genfer Rahmenabkommens zu verletzen. Die nordkoreanische Regierung äußerte sich nicht direkt zu den Vorwürfen, ließ aber verlauten, dass sie aufgrund der „amerikanischen Aggression“ prinzipiell berechtigt sei, ein solches Programm zu verfolgen. Als Konsequenz stellten die USA im Dezember die Öllieferungen an Nordkorea ein. Daraufhin erklärte Nordkorea am 10. Januar 2003 seinen Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag.

Am 10. Februar 2005 gab Nordkorea schließlich öffentlich bekannt, einsatzfähige Kernwaffen zu besitzen, und kündigte zugleich Kernwaffentests an. Gleichzeitig erklärte es seinen Rückzug aus den Sechs-Parteien-Gesprächen über die Beilegung des Atomstreites und drohte mit dem Ausbau seines Arsenals (siehe dazu auch Sŏn’gun: „Militär zuerst“-Doktrin). Die staatliche Nachrichtenagentur Nordkoreas, KCNA, warf in der Verlautbarung den USA eine „Politik zur Isolierung und Erstickung“ vor und rechtfertigte den Kernwaffenbesitz als Mittel der Selbstverteidigung gegen die USA. Nach eigenen Angaben erzeugte Nordkorea am 9. Oktober 2006 erstmals eine Kernwaffenexplosion, wofür es international von den meisten Staaten scharf kritisiert wurde.

Das Land behauptet heute von sich, es verfüge über mehrere einsatzbereite Kernwaffen und entsprechende Trägersysteme. Nordkoreanische Wissenschaftler arbeiten derzeit an der Entwicklung einer Interkontinentalrakete des Typs „Taepodong-2“, die mit einem Atomsprengkopf bestückt die Westküste der Vereinigten Staaten erreichen können soll.

Weitere Konfliktpunkte[Bearbeiten]

Territoriale Streitpunkte
Dazu zählt z. B. der Streit um die Northern Limit Line. Siehe auch: Demilitarisierte Zone (Korea)
Politische Unterstützung
Zum Beispiel durch die Korean Friendship Association oder die in Südkorea verbotene Partei Antiimperialistische Nationale Demokratische Front
Menschenrechte
Siehe Menschenrechtssituation in Nordkorea und Menschenrechtssituation in Südkorea
Terrorismus
Zum Beispiel der Anschlag auf Korean-Airlines-Flug 858

Rolle von Drittstaaten und der UNO[Bearbeiten]

Vereinigte Staaten[Bearbeiten]

Koreanische und amerikanische Soldaten an der DMZ

Leitlinie der südkoreanischen Außenpolitik ist die strategische Partnerschaft zu den Vereinigten Staaten von Amerika wegen der gemeinsamen Wahrnehmung Nordkoreas als Bedrohung. Die USA sehen Südkorea als einen ihrer wichtigsten Verbündeten überhaupt – wobei dadurch auch ein indirekter Konflikt mit der VR China ausgetragen wird – und vergeben dorthin große Beträge an sogenannter „militärischer Entwicklungshilfe“. Die USA haben in Südkorea auch große Truppenkontingente stationiert (siehe dazu auch United States Forces Korea und Auflistung amerikanischer Stützpunkte in Südkorea).

Nordkorea steht mit den USA seit seiner Gründung im Konflikt; zunächst aufgrund seiner engen Beziehungen zur UdSSR und der VR China im Kalten Krieg, heute hauptsächlich wegen seines Kernwaffenprogramms. Die USA möchte erreichen, dass Nordkorea ihr Kernwaffenprogramm aufgibt und auf lange Sicht eine Einigung in Korea erzielen.

Volksrepublik China[Bearbeiten]

Nordkorea steht in einem engen Verhältnis zur VR China – insbesondere nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist es auf die wirtschaftliche Unterstützung durch das Land angewiesen. Für China stellt Nordkorea einen wichtigen wirtschaftlichen Partner dar und ist auch als „Pufferstaat“ zu Südkorea und somit den USA von Bedeutung. Ein Freundschaftsvertrag zwischen Nordkorea und der VR China ist seit 1961 in Kraft, doch wurden inzwischen die beiderseitigen Verpflichtungen verringert.

Siehe auch der Streit um den Socotra-Fels

Sowjetunion, bzw. Russland[Bearbeiten]

Nordkorea vereinbarte 1961 mit der Sowjetunion und der Volksrepublik China jeweils einen Freundschaftsvertrag, der gegenseitige militärische und wirtschaftliche Hilfen umfasste. Russland kündigte den Vertrag am 7. August 1996 kurz vor seinem Ablauf im September des gleichen Jahres und ersetzte ihn durch einen 2006 unterzeichneten Vertrag, der keine militärische Beistandsklausel mehr enthielt.

Im September 2012 gab das russische Finanzministerium bekannt, dass es Nordkorea 90 Prozent seiner noch aus der Zeit der Sowjetunion stammenden Schulden in Höhe von umgerechnet insgesamt elf Milliarden US-Dollar erlasse und der Rest im Rahmen einer Umschuldung in Bildungs-, Gesundheits- und Energieprojekte investiert werde.[23]

Vereinte Nationen[Bearbeiten]

Die Vereinten Nationen verurteilten bereits häufig die Provokationen von nordkoreanischer Seite und fordern insbesondere ein Stopp des nordkoreanischen Kernwaffenprogramms. Zudem haben sie sich in der Vergangenheit bereits mehrfach um eine Aussöhnung der Staaten und eine friedliche Lösung des Konflikts bemüht. Sie waren allerdings auch am Koreakrieg beteiligt, indem dort UN-Friedenstruppen zum Einsatz kamen.[24][25]

Resolutionen des UN-Sicherheitsrates bezüglich Korea (Auswahl):

Lösungsversuche[Bearbeiten]

Anzeichen einer Annäherung[Bearbeiten]

Diese Flagge wird bei gemeinsamen Auftritten von Nord- und Südkorea benutzt (so z. B. bei den Olympischen Sommerspielen 2004)

Es gibt und gab immer wieder Anzeichen einer Annäherung; dazu gehören auch mehrere gemeinsame Erklärungen über Frieden – die bekannteste ist die Seouler Erklärung über Frieden auf der Koreanischen Halbinsel, verabschiedet auf dem Asien-Europa-Treffen (ASEM 3) am 21. Oktober 2000 im Rahmen der Sonnenscheinpolitik. Allerdings befinden sich die beiden Länder formell nach wie vor im Krieg und ihre gegenseitigen Beziehungen sind – mal mehr mal weniger – stark angespannt. Daher gibt es trotz Verhandlungen und gemeinsamen Wirtschaftsprojekten derzeit noch keine Aussicht auf eine friedliche Beilegung des Konflikts.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit[Bearbeiten]

Bruttosozialprodukt Nordkoreas 1950–2008 (US-$ pro Kopf)

Aufgrund der sehr schlechten wirtschaftlichen Lage des Nordens ist dieser stark auf internationale Wirtschaftshilfen angewiesen. Allerdings wurden diese im Zuge mehrerer Resolutionen gegen das Land schrittweise gekürzt, sodass es im Moment wirtschaftlich stark isoliert ist. Nordkorea ist insbesondere für China ein bedeutender Wirtschaftspartner, da z. B. billige Arbeitskräfte benötigt werden. Auch mit Südkorea wurden einige Projekte gestartet, die die Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet vorantreiben sollen und so möglicherweise ein Näherrücken der Länder nach sich ziehen. Ein Beispiel dafür ist die gemeinsam bewirtschaftete Sonderwirtschaftszone Kaesŏng, die jedoch in der Vergangenheit bereits oft zum Ausdruck der Konfrontation wurde, indem die Staaten sie in Krisenzeiten demonstrativ schlossen. Für Nordkorea sind diese Sonderwirtschaftszonen jedoch inzwischen eine der wichtigsten Devisenquellen.[26][27]

Siehe auch:

Möglichkeit einer Wiedervereinigung[Bearbeiten]

Dass den Nord- und Südkoreanern die Wiedervereinigung ihres Landes ein Anliegen ist, zeigt allein die Tatsache, dass sich auf dem Gipfel des Seoraksan Menschen treffen, um laut das Wort „Tong-il“ (kor. „Wiedervereinigung“) über die Grenze zu rufen. Ähnlich wie im Deutschland der 1980er Jahre sind Familienzusammenführungen in begrenztem Maße möglich, auch eine grenzüberschreitende Straße und Eisenbahnlinie wurden eingerichtet. Die Beschallung der Soldaten mit Propaganda entlang der streng befestigten Grenze wurde eingestellt. Allerdings befinden sich beide Seiten nominell immer noch im Kriegszustand, seit Ende des Koreakrieges 1953 wurden lediglich ein Waffenstillstand und ein Nichtangriffspakt abgeschlossen; Raketentests und die Entwicklung von Atomwaffen durch die nordkoreanische Seite und die Militärmanöver Südkoreas, zusammen mit den USA, belasten das gespannte Verhältnis.

Hinzu kommt, dass die Teilung der beiden Länder inzwischen bereits sehr lange anhält und die friedliche Wiedervereinigung somit immer unwahrscheinlicher wird, zumal die Situation auch in vielen Punkten nicht mit denen des geteilten Deutschlands vergleichbar ist; beispielsweise ist die wirtschaftliche Situation des Nordens so prekär, dass die Wiedervereinigung für Südkorea finanziell wahrscheinlich nicht mehr stützbar wäre.[25]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gi-Wook Shin/Michael Robinson (Hg.): Colonial modernity in Korea. Harvard University, Asia Center. Harvard Univ. Press, Cambridge, Mass. [u. a.] 1999, ISBN 0-674-14255-1.
  • André Fabre: Histoire de la Corée. L’Asiathèque, Paris 2000.
  • Juliette Morillot: La Corée, chamanes, montagnes et gratte-ciel. Autrement, Paris 1998.
  • Korea Overseas Information Service: Handbook of Korea. Hollym, Seoul 2002, ISBN 1-56591-022-2.
  • Martina Deuchler: Confucian Gentlemen and Barbarian Envoys. Seattle/London 1977.
  • Marion Eggert, Jörg Plassen: Kleine Geschichte Koreas. München 2005, ISBN 3-406-52841-4.
  • Ingeborg Göthel: Der Untergang des alten Korea. Wiesbaden 1996, ISBN 3-447-03808-X.
  • Thomas Kern, Patrick Köller: Südkorea und Nordkorea. Einführung in Geschichte, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-593-37739-X.
  • Jürgen Kleiner: Korea. Betrachtungen über ein fernliegendes Land. Frankfurt a.M. 1980.
  • Jürgen Kleiner: Korea: A Century of Change. Singapur 2001.
  • F.H. King: 4000 Jahre Landbau in China, Korea und Japan. München 1984, ISBN 3-922201-05-9.
  • Hanns W. Maull/Ivo M. Maull: Im Brennpunkt: Korea. C.H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-50716-6.
  • Won-Bok Rhie: Korea Unmasked. Gimmyoung Publishers, Seoul 2005, ISBN 89-349-1178-6.
  • Joachim Schüring: Geteilte Geschichte. In: Abenteuer Archäologie 4/2005, Spektrum der Wissenschaft Verl.-Ges., Heidelberg, ISSN 16129954, S. 70–77.
  • Hanns W. Maull/Ivo M. Maull: Korea. C.H. Beck, München 1987.
  • Du-Yul Song/Rainer Werning: Korea. Von der Kolonie zum geteilten Land. Promedia Verlag, Wien 2012, ISBN 978-3-85371-340-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Militärgeschichte Koreas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Portal:Nordkorea – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b 김영호. 사실로 본 한국 근현대사. 2nd ed. 서울:황금알, 2011. Print.
  2. FAZ vom 14. April 2013: Korea-Krise Das Drehbuch
  3. Rüdiger Frank: Nordkorea. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2014, Seite 77/78, ISBN 978-3-421-04641-3
  4. Korean leaders in historic talks, BBC, 2. Oktober 2007
  5. In pictures: Historic crossing, BBC, 2. Oktober 2007
  6. Mixed feelings over Koreas summit, BBC, 2. Oktober 2007
  7. Kim greets Roh in Pyongyang before historic summit, CNN. Abgerufen am 2. Oktober 2007.
  8. Korean leaders issue peace call, BBC, 4. Oktober 2007
  9. http://www.atomwaffena-z.info
  10. Geopolitical Weekly
  11. 'Blast' sinks S Korea navy ship. In: BBC News, 26. März 2010. 
  12. Anger at North Korea over sinking. In: BBC News, 20. Mai 2010. Abgerufen am 23. Mai 2010. 
  13. Matthew Lee: Clinton: Koreas security situation ‘precarious’, Associated Press, 24. Mai 2010.
  14. Text from North Korea statement, by Jonathan Thatcher, Reuters, 25. Mai 2010.
  15. (LEAD) S. Korea vows ‘stern retaliation’ against N. Korea’s attacks. Yonhap News Agency. 23. November 2010. Abgerufen am 5. April 2013.
  16. Rodong Sinmun, 12. April 2012, S. 2 und 3
  17. Report on Plenary Meeting of WPK Central Committee. Korean Central News Agency. 31. März 2013. Abgerufen am 1. April 2013.
  18. http://tagesschau.de/ausland/nordkorea730.html
  19. http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-errichten-wegen-drohungen-aus-nordkorea-raketenabwehr-auf-guam-a-892410.html
  20. http://tagesschau.de/ausland/nordkorea696.html
  21. http://tagesschau.de/ausland/koreakonflikt120.html
  22. BBC: How potent are North Korea’s threats?
  23. Fast alle Schulden erlassen: Russland entlastet Nordkorea, www.ntv.de, 18. September 2012, abgerufen am 4. Oktober 2012.
  24. Eating the Oxen of the Sun – The Odyssey of Unification
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  26. Inter-Korean Relations: Past, Present and Future (Panel 1) – cfr.org
  27. ROK and Inter-Korean relations