Krempel (Geestland)

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Stadt Geestland
Wappen von Krempel
Koordinaten: 53° 42′ 29″ N, 8° 42′ 14″ O
Höhe: 8 (0–9) m ü. NHN
Fläche: 14,06 km²
Einwohner: 528 (30. Jun. 2017)
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Eingemeindet nach: Langen
Postleitzahl: 27607
Vorwahl: 04707
Krempel (Niedersachsen)
Krempel

Lage von Krempel in Niedersachsen

Krempel in der Stadt Geestland
Krempel in der Stadt Geestland
Landschaft an der Hohen Lieth bei Krempel

Krempel (niederdeutsch Krümpel) ist eine Ortschaft in der Stadt Geestland im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt an der Landesstraße 118 zwischen Neuenwalde und Wanna wenige Kilometer östlich von der Bundesautobahn 27.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Midlum
(Gemeinde Wurster Nordseeküste)
Wanhöden
(Gemeinde Wurster Nordseeküste)
Wanna
(Samtgemeinde Land Hadeln)
Nachbargemeinden
Neuenwalde

(Quelle:[1])

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krempel war ursprünglich ein Heidedorf, dessen Bewohner von Schaf- und Bienenzucht sowie vom Torfhandel lebten. 1906 bekam das Dorf die erste Telefonanlage und eine Posthilfsstelle. An das Stromnetz wurde der Ort 1921, an das öffentliche Wassernetz erst 1960 angeschlossen. Die Ortschaft wurde 1986 ins Dorferneuerungsprogramm aufgenommen, was zu Verbesserungen der Agrarstruktur und Lebensqualität führte. Resultate waren auch die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt und Begrünungen.

Der Ort gehörte ursprünglich zum Amt Neuenwalde, lediglich unterbrochen in der Franzosenzeit, wo das Dorf der neugebildeten Commune Neuenwalde im Kanton Dorum zugeordnet wurde. Später gehörte Krempel zum Amt Bederkesa (1852–1859) beziehungsweise zum Amt Lehe (1859–1885). Mit der Einführung der Kreise lag der Ort im Kreis Lehe (1885–1932), Wesermünde (1932–1977) und Cuxhaven (1977–Dato). Den Status einer Landgemeinde bekam das Dorf im Jahre 1840.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krempel war von 1971 bis 1974 eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Neuenwalde.

Seit der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, gehörte Krempel zur Gemeinde, ab 1990 Stadt Langen.[2] Diese schloss sich zum 1. Januar 2015 mit den Gemeinden der Samtgemeinde Bederkesa zur neuen Stadt Geestland zusammen.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1910 228 [4]
1925 265 [5]
1933 308 [5]
1939 320 [5]
1950 509 [6]
1956 467 [6]
1973 515 [7]
2017 0528 ¹

¹ laut Infobox

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Krempel setzt sich aus zwei Ratsfrauen und zwei Ratsherren zusammen. In der aktuellen Wahlperiode ist ein Mandat unbesetzt.[8]

Sitzverteilung:

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister von Krempel ist Timo Peters (CDU). Sein Stellvertreter ist Markus Wehber (CDU).[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Krempel stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der im Landkreis Cuxhaven an die 80 Wappen entworfen hat.[9]

Wappen von Krempel
Blasonierung: „In Silber eine sechzehnstrahlige rote Sonne über einem schwarzen, mit einer silbernen Henkelurne belegten Hügel.“[9]
Wappenbegründung: Die Sonne über dem Hügel weist auf den „Sonnenberg“, das Wahrzeichen der Gemeinde hin. Die Henkelurne erinnert an die vorzeitlichen Funde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewerbegebiet Sonnenberg

Im Gewerbegebiet Sonnenberg (!553.7173895508.7167505Lage), einem ehemals militärisch genutzten Areal, wurde ein Solarpark errichtet. Wo seit Ende der sechziger Jahre HAWK-Flugabwehrraketen stationiert waren und wo schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit Siedlungen nachgewiesen werden konnten, entstand nun auf 11 Hektar ein Solarpark. Die IFE-Eriksengruppe aus Oldenburg installierte 10.000 Solarmodule, die mit einer Leistung von 2,3 Megawatt Strom ins Netz schickt.[10][11][12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 12 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Krempel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, abgerufen am 7. März 2020.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 249.
  3. Gesetz über die Neubildung der Stadt Geestland, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 26/2012. Hannover 8. November 2012, S. 430, S. 4 (Digitalisat (Memento vom 10. Juli 2018 im Internet Archive) [PDF; 454 kB; abgerufen am 5. Mai 2019]).
  4. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Lehe. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 7. März 2020.
  5. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde (Siehe unter: Nr. 48). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. a b Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 192 (Digitalisat).
  7. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 47, Landkreis Wesermünde (Digitalisat (Memento vom 7. August 2019 im Internet Archive) [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 3. Juni 2020]).
  8. a b Der Ortsrat von Krempel. In: Bürgerinformationssystem der Stadt Geestland. Abgerufen am 1. September 2017.
  9. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  10. Sonnenberg wird dem Namen gerecht. In: Nordsee-Zeitung. 12. Oktober 2010.
  11. Die Eriksen-Gruppe aus Oldenburg und die juwi-Gruppe aus Wörrstadt realisieren 2,3-Megawatt-Solarpark mit Enercon-Wechselrichtern. (Nicht mehr online verfügbar.) In: greentech-germany.com. 9. Dezember 2010, archiviert vom Original am 1. Januar 2015; abgerufen am 5. Mai 2019 (Pressemitteilung der Juwi-Gruppe).
  12. Ursprünglich sollte auf dem Sonnenberg eine Biogasanlage errichtet werden. In: Nordsee-Zeitung. 22. Mai 2010.