Langenzersdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 17. November 2016 um 23:33 Uhr durch Trustable (Diskussion | Beiträge) (Deppenleerzeichen korrigiert). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Marktgemeinde
Langenzersdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Langenzersdorf
Langenzersdorf (Österreich)
Langenzersdorf (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Korneuburg
Kfz-Kennzeichen: KO
Fläche: 10,70 km²
Koordinaten: 48° 18′ N, 16° 21′ OKoordinaten: 48° 18′ 25″ N, 16° 21′ 19″ O
Höhe: 170 m ü. A.
Einwohner: 8.062 (1. Jän. 2023)
Bevölkerungsdichte: 754 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2103
Vorwahl: 02244
Gemeindekennziffer: 3 12 14
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hauptplatz 10
2103 Langenzersdorf
Website: www.langenzersdorf.gv.at
Politik
Bürgermeister: Andreas Arbesser (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2015)
(33 Mitglieder)
21
6
4
2
21 
Insgesamt 33 Sitze
Lage von Langenzersdorf im Bezirk Korneuburg
Lage der Gemeinde Langenzersdorf im Bezirk Korneuburg (anklickbare Karte)BisambergEnzersfeld im WeinviertelErnstbrunnGerasdorf bei WienGroßmuglGroßrußbachHagenbrunnHarmannsdorfHausleitenKorneuburgLangenzersdorfLeitzersdorfLeobendorfNiederhollabrunnRußbachSierndorfSpillernStetteldorf am WagramStettenStockerau
Lage der Gemeinde Langenzersdorf im Bezirk Korneuburg (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Südwestansicht von Langenzersdorf
Südwestansicht von Langenzersdorf
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Ehemaliges Gemeindeamt, heute Post in Langenzersdorf
Marke zur 900-Jahr-Feier 2008
Erholungsgebiet Seeschlacht (Blick vom Leopoldsberg)
Langenzersdorfer Ortszentrum mit Donau und Kahlenberg im Hintergrund (Blick vom Bisamberg)
Johannes-Nepomuk-Statue an der Wiener Straße
Venus Cuvée

Langenzersdorf ist eine Marktgemeinde im Bezirk Korneuburg in Niederösterreich mit 8062 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2023).

Geografie

Langenzersdorf liegt im Weinviertel in Niederösterreich. Der Ort erstreckt sich am nördlichen Donauufer im Bereich der Wiener Pforte und liegt somit genau zwischen Donau und Bisamberg. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 10,68 Quadratkilometer. 14,66 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Das nördliche Ende der künstlich angelegten Wiener Donauinsel befindet sich in der Nähe von Langenzersdorf. Die Insel wird durch das Einlaufbauwerk Langenzersdorf von der Donau abgetrennt und stellt einen wesentlichen Bestandteil des Wiener Hochwasserschutzes dar. Die Schleuse wurde 1975 im Zuge der Wiener Donauregulierung errichtet.

Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden außer Langenzersdorf.

Nachbargemeinden:

Korneuburg Bisamberg
(jenseits der Donau): Klosterneuburg Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Wien-Floridsdorf (Stammersdorf)
(jenseits der Donau): Wien-Döbling (Kahlenbergerdorf, Nußdorf) Wien-Floridsdorf (Strebersdorf (Wien))

Geschichte

Funde im Ortsgebiet belegen eine mittelneolithische (Lengyel-Kultur), mittelbronzezeitliche, urnenfelder- und hallstattzeitliche Besiedlung. Die 1955–1956 im Ortsteil „Burleiten“ gefundene Venus von Langenzersdorf ist ein Zeugnis aus dieser Kulturepoche.

Langenzersdorf wurde 1108 erstmals urkundlich erwähnt. Das auf der anderen Donauseite gelegene Stift Klosterneuburg war seit dem 12. Jahrhundert der größte Grundbesitzer und hatte die Herrschaft inne. Der 1680 Langen-Enzersdorf genannte Ort war seit der Mitte des 17. Jahrhunderts Poststation. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden eine Schiffsstation und eine Bahnstation der Nordwestbahngesellschaft errichtet, die dem Ort einen wirtschaftlichen Aufschwung brachten. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts entstanden zunehmend Villen und Gartenhäuser.

Zum 15. Oktober 1938 wurde Langenzersdorf Teil des 21. Gemeindebezirks von Groß-Wien.

Im Tuttenhof wurde 1943 das Kaiser-Wilhelm-Institut für Kulturpflanzenforschung gegründet, dessen Leiter Hans Stubbe wurde. Im darauffolgenden Jahr erhielt dieses großzügige Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft; die Forschungen geschehen im Rahmen des Generalplans Ost.[1] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Institut nach Mitteldeutschland verlagert, wo es von 1945 bis 1991 als Zentralinstitut für Genetik und Kulturpflanzenforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR bestand, als dessen Nachfolgeeinrichtung 1992 das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung gegründet wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Langenzersdorf zur sowjetischen Besatzungszone Niederösterreichs, war jedoch staatsrechtlich bis 1954 Teil von Groß-Wien mit legislativen Beschränkungen. Erst 1954 wurde Langenzersdorf als selbständige Gemeinde wieder Teil des Bezirkes Korneuburg. 1960 wurde Langenzersdorf zur Marktgemeinde erhoben.

Seit 2006 ist Langenzersdorf Teil der Kleinregion „10 vor Wien“.

Politik

Bevölkerungsentwicklung


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Langenzersdorf

Freizeit und Sport

  • Erholungsgebiet Seeschlacht
  • Wanderwege: die Wanderwege werden erhalten vom Berg- und Wanderverein Wienerland, Langenzersdorf
  • Golfclub Tuttenhof
  • Turnverein Langenzersdorf (ÖTB)
  • SV Langenzersdorf
  • Union
  • Nightrun Langenzersdorf (Laufveranstaltung)
  • Literarische Radtouren – LiteRADtour
  • Seifenkistenrennen

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Jährlicher Faschingsumzug am letzten Samstag im Fasching
  • KJ-Ball am Faschingssamstag im Festsaal
  • Sitzung der euLEn Fasching
  • Adventmarkt vor der Pfarrkirche St. Katharina am ersten Adventwochenende
  • Punschwoche (Verein Langenzersdorfer helfen Langenzersdorfern)
  • Kellergassenfest entlang der Langenzersdorfer Kellergasse

Kulinarische Spezialitäten

Langenzersdorf ist seit alters her ein bekanntes Zentrum des Weinanbaus. Hierauf weisen auch viele Heurige im Ort.

Im Frühjahr des Jahres 2000 beschlossen sieben Weinhauer des Ortes, einen gemeinsamen Wein zu erzeugen. Die Kriterien der zu produzierenden Trauben wurden gemeinsam festgelegt, und während der Vegetationsperiode wurden mehrere Weingartenbegehungen durchgeführt. Der gemeinsame Lesetermin wurde bestimmt und die Trauben wurden schonend in einem Weinkeller am Bisamberg verarbeitet. Die Sorte Grüner Veltliner und Welschriesling reifen nun zu dem Langenzersdorfer „Venus-Cuveé“. Parallel zur Traubenproduktion wurden Langenzersdorfer Künstler zu einem Etikettenwettbewerb eingeladen, mit dem Thema Venus und Wein. Martina Schettina gewann diesen Wettbewerb.

Anlässlich der 900-Jahre-Feier von Langenzersdorf im Jahre 2008 war es natürlich verpflichtend für den Weinbauverein auch hier seinen Beitrag zu leisten, und so kreierten die gleichen Winzer des Venusweines den „ENZO“ Wein. Benannt nach dem Gründer von Langenzersdorf wurde hier als Gegenstück zum weißen, weiblichen Venuscuvée der rote, männliche Enzowein aus der Taufe gehoben. Hierbei wurde ein Cabernet Sauvignon verwendet. Ähnlich wie bei der Gestaltung des Venusetikettes wurde hier ein Wettbewerb unter Kindern gestartet, und so schmückt das Maskottchen der 900-Jahre-Feier Langenzersdorf dieses Weinetikett.

Wirtschaft und Infrastruktur

Durch seine Lage am Stadtrand von Wien ist Langenzersdorf ein beliebter Wirtschaftsstandort. Das Industriezentrum Langenzersdorf-Süd befindet sich unmittelbar an der Landesgrenze zu Wien. Klassische Gewerbe in Langenzersdorf sind der Weinbau und der Obstbau sowie die Landwirtschaft mit Sonderkulturen.

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 393, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 25. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 3.342. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 48,2 Prozent.

Bildung

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter

Weitere Personen mit Bezug zur Marktgemeinde

  • Kaspar Schrammel (1811–1895), Komponist, starb in Langenzersdorf
  • Anton Hanak (1875–1934), Bildhauer, lebte und arbeitete von 1901 bis 1923 in Langenzersdorf
  • Eduard Klablena (1881–1933), Keramiker der Wiener Werkstätte mit Atelier in Langenzersdorf von 1911 bis 1933[2]
  • Lina Woiwode (1886–1971), Schauspielerin, Ehefrau von Oskar Sima, in Langenzersdorf begraben.[3]
  • Max Brand (1896–1980), Komponist (elektronische Musik), lebte von 1975 bis 1980 in der Chimanigasse
  • Oskar Sima (1896–1969), Schauspieler, in Langenzersdorf begraben.[4]
  • Fred Liewehr (1909–1993), Burgschauspieler, verbrachte jahrelang seine Sommerfrische in Langenzersdorf
  • Paul Kont (1920–2000), Komponist, hatte in der Magdalenenhofstraße ein Sommerhaus
  • Günther Frank (* 1936), Schauspieler, Moderator, Sänger und Maler, lebt in Langenzersdorf
  • Helmut A. Gansterer (* 1946), Journalist und Autor, lebt in Langenzersdorf
  • Martina Schettina (* 1961), Malerin mit einem Atelier in Langenzersdorf

Literatur

  • H. Ladenbauer-Orel: Die neolithische Frauenstatuette von Lang-Enzersdorf bei Wien. In : IPEK 19, 1954–1959, S. 7ff
  • Die Ausgrabungen in Lang-Enzersdorf und die Auffindungen des Idols. In: „Rund um den Bisamberg. Ein Heimatbuch“ Band 2/1961.
  • 900 Jahre Langenzersdorf, Hrsg. von der Marktgemeinde Langenzersdorf 2008
  • 900 Jahre Langenzersdorf – Geschichte und Heimatkunde, Hrsg. Franz Karl Schwarzmann, mit Beiträgen von Josef Germ und Erich Gusel, 2008;
Commons: Langenzersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ortrun Veichtlbauer: Braune Donau. Transportweg nationalsozialistischer Biopolitik, in: Christian Reder, Erich Klein (Hg.): Graue Donau – Schwarzes Meer, Springer, Wien/New York, 2008, S. 242f
  2. Katalog der Galerie Bel Etage Wien(abgerufen am 25. August 2009; PDF-Datei; 1,58 MB)
  3. knerger.de: Das Grab von Oskar Sima
  4. knerger.de: Das Grab von Oskar Sima