Lapalisse

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Lapalisse
Lapalisse (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département (Nr.) Allier (03)
Arrondissement Vichy
Kanton Lapalisse
Gemeindeverband Pays de Lapalisse
Koordinaten 46° 15′ N, 3° 38′ OKoordinaten: 46° 15′ N, 3° 38′ O
Höhe 264–465 m
Fläche 32,72 km²
Einwohner 3.144 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 96 Einw./km²
Postleitzahl 03120
INSEE-Code

Rue Président Roosevelt in Lapalisse

Lapalisse [lapalis] ist eine französische Gemeinde mit 3144 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Allier in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie ist Teil des Arrondissement Vichy und Sitz des Gemeindeverbandes Pays de Lapalisse.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besbre in Lapalisse
Hauptstraße Rue Président Roosevelt
Rue Winston Churchill
Rue du Commerce

Die Gemeinde liegt an der Besbre, etwa 20 Kilometer nordöstlich von Vichy. Das Ortsbild wird vom Schloss Lapalisse beherrscht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Spuren eines Orts namens Lubié oder Lubillet reichen in die gallorömische Zeit zurück, als dort eine Töpferei existierte.[1]

Im Jahr 1736 erhob sich die Einwohner Lapalisses gegen die Salzsteuer, die Steuereintreiber wurden angegriffen und mussten über die Dächer fliehen. Nach dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 bemächtigten sich Einwohner dreier benachbarter Kantone der kleinen Stadt, um die Republik zu verteidigen, wobei ein Gendarm getötet wurde. Ein Denkmal für die Opfer der folgenden schweren Repression wurde am Boulevard de l′Hôtel de Ville errichtet.

Bis zum 24. August 1941 war Lapalisse Hauptort des gleichnamigen Arrondissements.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2016
Einwohner 3349 3528 3605 3553 3603 3332 3217 3105
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Lapalisse

  • Schloss La Palice, 12.–16. Jahrhundert (Frührenaissance), mit Goldenem Salon und flämischen Tapisserien des 15. Jahrhunderts; mit Gemälden und Originalmöbeln im Stil der italienischen Renaissance, Monument historique[2]
  • Musée de l’Art en Marche
  • Exposition des Drapeaux des Nations
  • Vallée de la Besbre, naturbelassenes, heckenreiches Flusstal der mäandernden, fischreichen Besbre
  • Kirche Saint Jean Baptiste (19. Jahrhundert)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lapalisse liegt an der Nationalstraße N 7, die die Bebauung heute südwestlich umgeht. Ursprünglich führte sie von Westen her durch den Ort und bog nach der Brücke über die Besbre nach Süden ab. Die alte Trasse trägt heute die Bezeichnung D 707. Diese Verbindung von Paris zur Côte d’Azur wurde ab 1933 als „Route bleue“ bezeichnet. In Lapalisse beginnen zudem die Departementsstraßen D 7, D 48, D 124, D 208, D 480, D 907 und D 990a.

Nächster Bahnhof ist Lapalisse–Saint-Prix an der zweigleisigen, nicht elektrifizierten Hauptbahn Moret-Veneux-les-Sablons–Lyon-Perrache, knapp südlich der Gemeindegrenze gelegen und von der Ortsmitte ca. drei Kilometer entfernt. Am 13. Juni 1857 wurde er von der Eisenbahngesellschaft Compagnie des chemins de fer de Paris à Lyon et à la Méditerranée (P.L.M.) eröffnet, die 1938 in der Staatsbahn SNCF aufging. Ende 2006 wurde er für den Personenverkehr geschlossen, seitdem passieren ihn sämtliche Züge ohne Halt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine „Lapalissade“ ist im französischen Sprachgebrauch ein Ausdruck für eine Binsenwahrheit, was sich auf Anekdoten aus der Stadtgeschichte bezieht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes de l’Allier. Flohic Editions, Band 1, Paris 1999, ISBN 2-84234-053-1, S. 549–554.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lapalisse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Essai de caractérisation de la période d’activité du centre de production des Queyriaux (Puy-de-Dôme) à partir de la sigillée moulée (S. 116) bei persee.fr, abgerufen am 3. September 2021
  2. Schloss Lapalisse in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)