Laval (Mayenne)

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Laval
Laval (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Pays de la Loire
Département (Nr.) Mayenne (Präfektur) (53)
Arrondissement Laval (Chef-lieu)
Kanton Laval-1, Laval-2, Laval-3
Gemeindeverband Laval
Koordinaten 48° 4′ N, 0° 46′ WKoordinaten: 48° 4′ N, 0° 46′ W
Höhe 42–122 m
Fläche 34,29 km²
Einwohner 49.733 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 1.450 Einw./km²
Postleitzahl 53000
INSEE-Code

Blick auf Burg und Stadt am Fluss

Laval ist eine französische Stadt mit 49.733 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Mayenne in der Region Pays de la Loire. Laval ist Sitz der Präfektur des Départements.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laval liegt im Nordwesten Frankreichs etwa auf halben Weg von Le Mans nach Rennes. Der Name der Stadt ist abgeleitet von ihrer geographischen Lage im Tal des Flusses Mayenne: La vallée de la Mayenne. Die ehemals befestigte Altstadt am rechten Flussufer liegt am Abhang eines Hügels; sie wird von zahlreichen Gebäuden aus dem 16. bis 18. Jahrhundert geprägt.

Die sieben Nachbargemeinden sind (von Norden im Uhrzeigersinn): Changé, Bonchamp-lès-Laval, Forcé, Entrammes, L’Huisserie, Montigné-le-Brillant und Saint-Berthevin.

Stadtgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 11. Jahrhundert wurde die ursprüngliche Burg durch ein Bauwerk aus Stein ersetzt, in dessen Schutz sich nach und nach Siedler niederließen. Am Ende des 13. Jahrhunderts war es bereits eine imposante Festung, die dazu diente, die Durchfahrt auf der Mayenne zu überwachen und Feinden den Weg in die Bretagne zu versperren. Der 36 m hohe, romanische Wehrturm wurde errichtet und die Stadt von der alten Brücke – die Pont Vieux stammt aus dem 13. Jahrhundert – um die Ansiedlung herum bis zur Porte Beucheresse befestigt. Zahlreiche Überreste der Stadtmauer wurden inzwischen restauriert und das angrenzende Areal als Park angelegt.

Angeblich von Karl dem Kahlen erbaut, war Laval im Mittelalter ein bedeutender Marktort und wurde 1429 Hauptstadt einer eigenen Grafschaft und Pairie, 1790 des Departements Mayenne. Nach und nach wurde auch das linke Flussufer besiedelt. Die Gemahlin von Guy IX., Béatrix de Gâvre, Prinzessin von Flandern, förderte sehr erfolgreich die Textilindustrie. Die Seigneurs de Laval, zu ihnen gehörten Montmorencys und Montforts, spielten in der französischen Geschichte eine bedeutende Rolle, sie heirateten reich und begleiteten die Könige von Frankreich auf den Kreuzzügen. Im hundertjährigen Krieg kämpften sie gegen die Engländer und Guy XIV. war ein treuer Gefolgsmann von Jeanne d’Arc.

Im 15. Jahrhundert vergrößerte sich die Siedlung außerhalb der Stadtmauern. Der Reichtum der Stadt basiert auf dem Leinen- und Hanfanbau sowie der Herstellung und dem Handel von Webereiartikeln. Färbereien und Wäschereien (bateaux lavoirs) wurden errichtet. Auch sehr schöne Anwesen wurden erbaut, von denen einige noch heute erhalten sind. 1521 kam Laval durch Heirat an François II de La Trémoille.

Während der Französischen Revolution folgte Laval wie die meisten Städte den neuen Ideen, schloss sich aber 1794 der Gegenrevolution an und wurde von der Armee der Vendée eingenommen. Schon am 25. und 27. Oktober 1792 hatten die Vendéer bei Laval über die Republikaner unter Westermann gesiegt.

1812 wurde der Flusslauf der Mayenne begradigt, die Kais wurden errichtet, und für den Bau einer Landstraße von Paris in die Bretagne musste das Stadtzentrum verlegt werden. Das Bild der Stadt wandelte sich. 1855 bis 1856 wurde die Hochbrücke für die Eisenbahnstrecke Paris-Brest erbaut. Die letzte Schlacht im französisch-preußischen Krieg 1871 fand vor den Toren der Stadt in Saint-Melaine statt.

Die Wirtschaft Lavals basiert auch in heutiger Zeit noch auf der Textilindustrie. Hinzugekommen sind Milchverarbeitung, Metall- und Lederindustrie sowie Gerätebau.

Seit 1856 besteht das Karmelitinnenkloster Laval.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2019
Einwohner 39.283 45.674 51.544 50.360 50.473 50.947 50.931 49.733

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kathedrale Sainte Trinité
Kirchenbauten

1855 errichtete Rom hier das Bistum Laval und gab diesem den lateinischen Namen Valleguidonensis, das Tal der Guy, in Erinnerung an die Ahnherren des Schlosses von Laval, die Seigneurs de Laval, Guy I. bis XX. Die auf das 11. Jahrhundert und die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts zurückgehende Pfarrkirche von Laval wurde zur Kathedrale erhoben. Die baulichen Veränderungen des Gotteshauses reichen bis ins 19. Jahrhundert und werden heute in den unterschiedlichen Baustilen und -materialien sichtbar.

Neben der Kathedrale mit einem flämischen Flügelaltar zählen die Kirchen Notre-Dame-d’Avénières aus dem 12. Jahrhundert und Notre-Dame-des-Cordeliers aus dem 14. bis 17. Jahrhundert zu den Sehenswürdigkeiten.

Burg Laval

Dominiert wird das Stadtbild von der Burg Laval aus dem 12. Jahrhundert und ihrem runden Bergfried. Sie war einst Residenz der Herzöge von Laval, im 19. Jahrhundert dann Gefängnis, und beherbergt seit 1966 ein Museum für naive Malerei.

Lehre und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laval pflegt durch Städtepartnerschaften und andere Formen der Zusammenarbeit Beziehungen zu folgenden neun Städten und Bezirken:[1]

Stadt Land seit Typ
Boston Vereinigtes Konigreich England, Vereinigtes Königreich 1958 Städtepartnerschaft
Bezirk Chalkidiki Griechenland Zentralmakedonien, Griechenland 2009 Kulturaustausch
Gandia Spanien Valencia, Spanien 1978 Städtepartnerschaft
Garango Burkina Faso Burkina Faso 1974 Städtepartnerschaft
Laval Kanada Québec, Kanada 1984 Städtepartnerschaft
Lowetsch Bulgarien Bulgarien 2010 Zusammenarbeit
Mettmann Deutschland Nordrhein-Westfalen, Deutschland 1974 Städtepartnerschaft
Modesto Vereinigte Staaten Kalifornien, Vereinigte Staaten 2011 Städtepartnerschaft
Suceava Rumänien Bukowina, Rumänien 2010 Zusammenarbeit

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ambroise Paré 1565

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes de la Mayenne. Band 2. Flohic Editions, Paris 2002, ISBN 2-84234-135-X, S. 567–637.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Laval – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. La ville. Ville de Laval, abgerufen am 29. Oktober 2017.