Liste der Pigmente

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Diese Liste der Pigmente gibt eine Übersicht über Pigmente nach Grundfarbe, wie sie in der Fachliteratur üblich ist. Eine Liste der löslichen Farbstoffe liegt unter Liste der Farbstoffe vor.

Diese Liste ist angelehnt an die RAL-Gliederung nach Farben in rote, violette, blaue, grüne, gelbe, orange Buntpigmente und zusätzlich in Braunpigmente, sowie die unbunten Pigmente für Weiß und Schwarz gegliedert.

Violett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ägyptischblau ist eines der ältesten künstlichen Blaupigmente. Chemisch handelt es sich um ein Calcium-Kupfer-Silikat.
  • Azurit auch Bergblau oder Azurblau wurde auch von den Ägyptern verwendet, es konnte sich aber im Altertum nicht gegen das Ägyptischblau durchsetzen. Das natürliche Mineralpigment ist ein basisches Kupfercarbonat. Im Mittelalter war Azurit das bedeutendste Blaupigment. Wallerfanger Blau wurde ebenfalls aus Azurit gewonnen. Der Abbau fand seit der Römerzeit in dem gleichnamigen saarländischen Ort Wallerfangen statt.
  • Berliner Blau (C.I. Pigment Blue 27), auch Preußischblau, Pariser Blau, Turnbulls Blau oder Miloriblau genannt, war das erste moderne synthetische Farbmittel. Es ist ein lichtechtes Pigment von höchster Farbstärke. Preußischblau ist lichtecht aber instabil gegen Alkali.
  • Indanthronblau oder Indanthren (C.I. Pigment Blue 60) ist ein aus Anthrachinon hergestelltes organisches Pigment, das einen besonders tiefen Blauton hat.
  • Indigo war Bestandteil im Maya-Blau, es wird heute nur noch als Farbstoff eingesetzt.
  • Bremer Blau oder Kalkblau ist ein künstlich hergestelltes Kupfercarbonat, das aufgrund der schlechten Lichtechtheit heute nicht mehr eingesetzt wird.
  • Kobaltblau (C.I. Pigment Blue 28 und 36), auch Thénards Blau, ist ein seit dem Altertum bekanntes Kobalt-Aluminium-Oxid. Es ist das klassische Blau des chinesischen Porzellans. Kobalt-Coelinblau ist ein halbdeckendes Himmelblau. Chemisch ist es aus einem Kobalt-Zinn-Mischoxid aufgebaut.
  • Manganblau ist ein künstlich hergestelltes Bariumsulfat-Manganat von hoher Leuchtkraft. Es wurde im Labor erstmals 1907 hergestellt, ab 1930 kam es auf den Markt. Zur Zeit gibt es keinen Hersteller mehr.
  • Maya-Blau wurde von den Maya entwickelt, sie verwendeten zur Herstellung das Mineral Palygorskit, sowie Indigo-Blätter und Kopalharz.
  • Phthalocyaninblau oder Heliogenblau (C.I. Pigment Blue 15) wird heute in der Industrie vielfach eingesetzt, es eignet sich besonders für lasierende Farben.
  • Smalte ist ein mit Kobaltsalzen gefärbtes Glas, das zermahlen wird. Es ist eines der ältesten Pigmente und wurde im Zweistromland erfunden.
  • Natürliches Ultramarinblau oder Fra Angelico Blau ist ein Pigment, das durch Vermahlen und einem nachfolgenden Reinigungsprozess aus Lapislazuli gewonnen wird. Weit größere Bedeutung hat heute das synthetisch hergestellte Ultramarinblau (C.I. Pigment Blue 29), ein schwefelhaltiges Natrium-Aluminium-Silikat.
  • Eisenblau wurde früher aus dem Mineral Vivianit gewonnen und als Pigment verwendet.
  • Zirkon-Coelinblau, auch Zirkon-Vanadiumblau ist ein modernes, himmelblaues Pigment. Chemisch ist es ein Zirconiumsilikat (Zirkon), bei dem ein kleiner Anteil der Zirkoniumatome im Kristallgitter durch Vanadiumatome ersetzt sind. In der künstlerischen Anwendung können durch den halbtransparenten, leicht trüben Charakter paradoxe Lasuren hell-auf-dunkel erzielt werden.

Türkis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grün[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch hier führen nach Produktionsmenge und der Anwendbarkeit die Phtahalocyanintypen. Bedeutsam ist das gut deckende und hochbeständige Chromoxidgrün.

Gelb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier gibt es sehr viele unterschiedliche Verbindungen. Die wichtigsten anorganischen Verbindungen sind vor allem Eisenoxidgelb sowie Chromgelb und Nickeltitangelb. Da das Chromgelb Blei enthält verliert dieses Pigment allerdings immer mehr an Bedeutung. Im organischen Bereich ist die Vielfalt der Pigmente sehr groß.

Die Gruppe der Azopigmente deckt den unteren bis mittleren Echtheitsgrad ab, in der Gruppe der Benzimidazolone findet man auch sehr hochbeständige Pigmente. Hochwertige Typen findet man unter den Küpenpigmenten.

Orange[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Orange-Bereich dominierten lange Zeit die bleihaltigen Pigmenttypen, da diese nicht nur gute Beständigkeiten und brillante Farbtöne bieten, sondern darüber hinaus noch preisgünstig waren. Seit diese Pigmente wegen ihrer toxikologischen Eigenschaften meist nicht mehr verwendet werden, müssen Kompromisse eingegangen werden. Allerdings konnte sich noch keine Chemie wirklich durchsetzen.

Rot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den anorganischen Pigmenten dominieren die verschiedenen Varianten von Eisenoxidrot, da Molybdatrot bleihaltig ist.

Im organischen Bereich ist die Auswahl sehr groß. Neben Azo- und Küpenrots sind Chinacridone, DPP-Pigmente und Perylene wegen ihrer hohen Beständigkeiten von besonderer Bedeutung.

Braun[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Braunpigmente werden heutzutage hauptsächlich im Künstlerfarbenbereich eingesetzt. Bei der industriellen Nutzung, z.B. für Lacke, Kunststoffe und Druckfarben werden Brauntöne meist aus Eisenoxidgelb, -rot und -schwarz gemischt.

Weiß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den ›Weißstoffen‹ ist in der industriellen Nutzung zwischen Weißpigmenten und Weißmineralien zu unterscheiden. Einerseits gibt es heute praktisch nur ein reinweißes Pigment von technischer Bedeutung, das Titandioxid, das wegen seines hohen Brechungsindex seine Bedeutung gewann. Die früher bedeutenden Pigmente Lithopone, Zinkweiß und Bleiweiß sind heute fast völlig verdrängt. Andererseits haben die in Anstrichmitteln üblichen Calciumcarbonate (Marmor, Kreide) und Kaoline sowie andere mineral-stämmige Produkte eine große Bedeutung als Füllstoffe erlangt, dies gilt für die Papierindustrie und die Kunststofffertigung. In der Papierindustrie besitzen Weißpigmente für Streichfarben und Füllstoffe für die Papiermasse Bedeutung. Füllstoffe werden in einigen Einsatzbereichen auch Transparentweiß genannt, durch den Brechungsindex, der nahe beim Brechungsindex des Substrats liegt, bleiben sie ohne Einfluss auf die Färbung des Produkts.

Schwarz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Vertreter dieser Gruppe ist der Ruß (Industrieruß, Carbon Black). Diese Substanz besteht aus reinem Kohlenstoff und wird durch Verbrennen organischer Stoffe wie Öl, Erdgas usw. unter Sauerstoffmangel erzeugt. Die verschiedenen Rußtypen unterscheiden sich in ihrer Teilchengröße und Oberfläche, aber auch im Farbstich. Neben Ruß haben auch noch Eisenoxid und Spinellschwarz Bedeutung.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Leach: The Printing Ink Manual. Fourth Edition, Van Nostrand Reinhold, 1988, ISBN 978-94-011-7099-4, S. 154.