Freimann

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Freimann (Begriffsklärung) aufgeführt.

Freimann ist ein Münchner Stadtteil und bildet zusammen mit dem östlichen Teil Schwabings den Stadtbezirk 12 – Schwabing-Freimann.

Von dem klassischen Münchener Selbstverständnis und insbesondere mit dem des Schwesterstadtteils Schwabing im gemeinsamen Stadtbezirk hebt sich Freimann mit seiner intensiven Zergliederung durch Verkehrs- und Industrieinfrastruktur deutlich ab.

In Freimann findet sich eine Kombination von altem Kulturland, den ältesten Kapellen und Kirchen des Stadtgebiets, dem Gutshof Großlappen mit Kläranlage und Müllberg, der Windkraftanlage Foenix, der Allianz Arena, Messe M,O,C,, Moschee, Medien (Studios des Bayerischen Rundfunks, Sitz des Institut für Rundfunktechnik und 1954 errichteter 102 Meter hoher Richtfunkturm für die Programmzuspielung zu den Sendestandorten), aber auch Schrebergärten, Einkaufszentren, neuen und alten Stadtteilen, Kultur und Prominenz im Umfeld von Blütenring, Mohr-Villa und Metropoltheater.

Lage[Bearbeiten]

Stadtbezirk 12 Schwabing-Freimann: Lage in München

Freimann umfasst mehrere Stadtviertel, im Süden schließt sich Schwabing an, mit dem er den Stadtbezirk 12 – Schwabing-Freimann bildet. Als Grenze fungiert die Domagkstraße mit der Parkstadt Schwabing. Im Westen bilden die Leopoldstraße und später die Ingolstädter Straße die Grenze zum Stadtbezirk 11 – Milbertshofen-Am Hart, im Osten der Englische Garten. Im Norden erstreckt sich Freimann bis zur Stadtgrenze.

Geschichte[Bearbeiten]

Freimann 1699 auf einem Gemälde im Fürstengang in Freising

Freimann, namensgebender Teil des Stadtbezirks, wurde erstmals 948 bzw. 957 als ad Frienmannun urkundlich erwähnt.

Die Geschichte der Gemeinde Freimann begann mit der bayerischen Verwaltungsreform 1818. Freimann wurde als eigenständige Gemeinde mit den Ortsteilen Kultursheim (heute Kulturheim) und Lappen (siehe Klein- & Großlappen) etabliert.

Der alte Ortskern Freimanns befindet sich rund um die heutige St.-Nikolaus-Kirche an der Heinrich-Groh-Straße. 1927 wurde neben dem neu erbauten Reichsbahn-Ausbesserungswerk Freimann eine Großwohnsiedlung für die Arbeiter des Werks erbaut, 1932 erfolgte der Bau einer sogenannten Reichskleinsiedlung zwischen der Freisinger Landstraße und dem Schleißheimer Kanal.

Freimann wurde mit seinen Ortsteilen am 1. Oktober 1931 nach München eingemeindet.[1] 1936 begann der Bau der heutigen Bayern-Kaserne. Als nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1947 die Bezirksausschüsse ins Leben gerufen wurden, wurde Freimann mit Schwabing zusammengelegt. Mit einem Beschluss vom 2. Februar 1954 legte der Stadtrat schließlich den Namen des neu entstandenen Bezirks als Schwabing-Freimann fest.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte München zur Amerikanischen Besatzungszone. Die Amerikanische Militärverwaltung richtete in Freimann das DP-Lager Neu-Freimann ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP). Zu diesem Zweck wurde ein Teil der Arbeitersiedlung Kaltherberg beschlagnahmt. Das Lager beherbergte über 2.500 DPs und wurde von einem Team der UNRRA betreut. Nach Konflikten mit den anderen Siedlungsbewohnern wurde das Lager im Juni 1949 geschlossen, und das Gelände wurde an die Siedler zurückgegeben. Die DPs erhielten Wohnraum in der Ingolstädter Straße zugeteilt. Außer dem Lager Neu-Freimann gab es ein Durchgangslager für DPs in der ehemaligen Funkkaserne.

Nördlich der Heidemannstraße wurden ab 1948 auf Teilen des damaligen Truppenübungsplatzes zwei Siedlungen errichtet, in denen insbesondere Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten neuen Wohnraum erhielten.

Westlich des alten Ortskerns, in der Lilienthalallee, befindet sich das vom US-Architekten Helmut Jahn geplante Veranstaltungscenter M,O,C, der Neuen Messe München.

Mohr-Villa

Bildung & Kultur[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in München/Freimann

Natur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Freimann ist verkehrlich gut erschlossen: Im Süden verläuft der Mittlere Ring von Westen nach Osten, die Bundesstraße 11 durchquert den östlichen Teil Freimanns als Ungererstraße, Situlistraße und auf Höhe der Heidemannstraße als Freisinger Landstraße in Nord-Süd-Richtung. Die Bundesautobahn 9 (MünchenBerlin) verläuft parallel zur B 11 und erschließt Freimann mit den Anschlussstellen München–Frankfurter Ring, München–Freimann und München–Fröttmaning-Süd.

An das Netz des MVV ist Freimann durch die U-Bahn-Linie 6 mit den Stationen Nordfriedhof, Alte Heide, Studentenstadt, Freimann, Kieferngarten und Fröttmaning angeschlossenen. In Fröttmaning befindet sich zudem die Technische Basis der U-Bahn München.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Freimann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 601

48.197511.604444444444Koordinaten: 48° 12′ N, 11° 36′ O