Roxel

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Koordinaten: 51° 57′ 10″ N, 7° 32′ 0″ O

Roxel
Stadt Münster
Höhe: 75 m
Fläche: 19,92 km²
Einwohner: 9184 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 461 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 48161
Vorwahl: 02534
Karte
Roxel in Münster
Blick auf das Zentrum von Roxel mit Blick auf die St.-Pantaleon-Kirche

Roxel (plattdeutsch Rauksel) ist ein Wohnbereich (Stadtteil) im Stadtbezirk West von Münster in Westfalen. Hier wohnen 9184 Einwohner auf einer Fläche von 19,92 km². Im Norden grenzt der Stadtteil an Nienberge, im Osten an Gievenbeck und Sentrup, im Süden an Mecklenbeck sowie Albachten und im Westen an den Kreis Coesfeld (Nennung im Uhrzeigersinn). Die Autobahn A1 teilt den Stadtteil in Roxel westlich der Autobahn und Altenroxel östlich davon.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutung des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der alte, ursprüngliche Name von Roxel war Rokeslere bzw. Rukeslare (urkundlicher Beleg 1177). Er bedeutet nach Heinrich Dittmeyer so viel wie „Rappenpferch“, „Rappenhürde“, „Rappenkoppel“ (Bestimmungswort = rôk > Rabe (Krähe), Homonym zu Rappe). Zum Grundwort (h)lar(i) gibt es allerdings unterschiedliche Auffassungen beziehungsweise Interpretationen hinsichtlich seiner Bedeutung. Heinrich Dittmeyer vertritt die Auffassung, hlar sei ein Zaun- bzw. ein Leiterwort und hlar bezeichne einen Platz, der eingehegt worden war, um besonders männliches Zuchtvieh geschützt halten zu können.[1] Der Slavist Jürgen Udolph widerspricht ihm, ohne jedoch die Bedeutung des Grundwortes selbst schlüssig zu klären. Er vertritt die Auffassung, -lar- sei ein uraltes germanisches Siedlungswort, dessen Bedeutung nicht mehr exakt ermittelt werden könne, weil es eine nur sehr schwer aufzuschließende Etymologie habe.[2] Er nähert sich mit seiner Interpretation Joseph Schnetz an, dessen Deutung als „Weide“[3] allerdings heftig kritisiert und von ihm zum Teil zurückgenommen worden war (im Zusammenhang mit ags. læsow=„Weide“ und slaw. lăs=„Wald“, nach Udolph).[2] Bezogen auf Rokeslere bedeutet dies, dass der Name dann auch wohl mit „Krähenort“, „Krähenwiese“, „Krähenweide“, „Krähenwald“ oder „Krähenlichtung“ gedeutet werden könnte. Eines ist sicher: Rokeslere > Roxel ist eine uralte Ortsbezeichnung, die viel älter ist, als die erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1177 vorgibt.

Altenroxel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der irreführenden Namensgebung dürfte der Ortsteil Altenroxel um einiges jünger sein als das Dorf Roxel. Bei Altenroxel handelt es sich ursprünglich um eine Drubbelsiedlung westlich der Münsterschen Aa, die vermutlich zu Beginn des 11. Jahrhunderts – also etwa gleichzeitig mit der südlich benachbarten Bauerschaft Mecklenbeck – entstand.

Amt Roxel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Einführung der Landgemeinde-Ordnung in der Provinz Westfalen 1843/44 entstand das Amt Roxel. Es umfasste neben dem Amtssitz Roxel die Gemeinden Albachten, Bösensell und Nienberge und hatte bis zur Gebietsreform 1975 (festgeschrieben im Münster/Hamm-Gesetz) und der damit einhergehenden Eingemeindung Roxels nach Münster bestand. Mit der Gebietsreform fielen die Gemeinden Albachten und Nienberge an Münster, Bösensell an Senden (Kreis Coesfeld).

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1975 wurde die Gemeinde Roxel aufgelöst.[4] Ein Gemeindeteil mit 14,54 km² und damals 5945 Einwohnern wurde nach Münster eingegliedert. Havixbeck erhielt von Roxel zwar mit 18,22 km² eine größere Fläche, aber nur (damals) 341 Einwohner.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Dezember 2014 wurde der Haltepunkt Roxel in Betrieb genommen.[6] Hier hält seitdem stündlich die RB 63 (Baumbergebahn), die zwischen Münster und Coesfeld verkehrt. Bis 1982 gab es einen weiter westlich in Richtung Havixbeck gelegenen Haltepunkt Roxel, der über ein 1906/07 erbautes Empfangsgebäude Welt-Icon verfügte.[7][8]

Linie Streckenverlauf Takt Betreiber
RB 63 Baumberge-Bahn:
Coesfeld – Coesfeld Schulzentrum – Lutum – Billerbeck – Havixbeck – Münster-Roxel – Münster (Westf) Hbf – Münster Zentrum Nord
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
60 min DB Regio NRW

Weiterhin bestehen eine innerstädtische Busverbindung ins Zentrum von Münster, nach Hiltrup und Amelsbüren sowie Regionalbuslinien nach Münster, Nottuln und Havixbeck.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mariengrundschule Roxel, Kath. Grundschule, Auf dem Dorn 17
  • Droste Hauptschule Roxel, Tilbecker Str. 26
  • Realschule Roxel, Tilbecker Str. 24
  • Augustin-Wibbelt-Schule Roxel, Schule für Lernbehinderte
  • Friedensschule (heute: Mecklenbeck), Auf dem Dorn 17

Haupt- und Realschule laufen aus. An ihrer Stelle wird mit Beginn des Schuljahres 2012/2013 im gemeinsamen Schulstandort eine Sekundarschule eingeführt:

  • Sekundarschule am Schulcampus Roxel, Tilbecker Straße 24–26

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Sportvereinen des Stadtteils steht die städtische Bezirkssportanlage mit zwei Fußballplätzen, einer Leichtathletikanlage mit Kunststofflaufbahn, mehreren Tennis und Speckbrett­plätzen zur Verfügung. Unmittelbar daneben befinden sich ein Hallenbad und die Dreifachturnhalle des Schulzentrums. Die Turnhalle der Grundschule wird vom Vereinssport ebenfalls genutzt.

  • Der größte Sportverein in Roxel ist der BSV, der zahlreiche Sportarten anbietet.
  • In Altenroxel befindet sich das vereinseigene Gelände des Tennis- und Hockeyclubs (THC) Münster mit zahlreichen Tennisplätzen (Halle und Freiluft) sowie dem einzigen Hockeyplatz im Stadtgebiet.
  • Der im Münsterland beliebte Reitsport wird durch den Reit- und Fahrverein Roxel abgedeckt.
  • Mehrere Sportvereine des Stadtgebiets nutzen das Hallenbad für den Schwimmsport und Schwimmkurse.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ortsnamen

  • Dieter Pferdekamp: Roxel – Rokeslere, ein Kultur- oder Naturname. In: Roxel Magazin 2009, S. 39 ff., Roxel 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roxel im Kulturatlas Westfalen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinrich Dittmeyer: Hlarnamen, Sichtung und Deutung. Köln/Graz 1963.
  2. a b Jürgen Udolph: Namenkundliche Studien zum Germanenproblem. Berlin / New York 1993.
  3. Joseph Schnetz: Das Lar-Problem. Lohr am Main 1912/13.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 311.
  5. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 82, 87.
  6. Arbeitsgemeinschaft Schienenverkehr Münsterland e.V.: Münster-Roxel: Eröffnung am 13.12.2014, abgerufen am 2. Juli 2017
  7. Burkhard Beyer am 14. Dezember 2014 auf drehscheibe-online.de: Haltepunkt Münster-Roxel wiedereröffnet
  8. Westfälische Nachrichten vom 12. Dezember 2014: Von Münster nach Havixbeck –Bahnhof im münsterischen Ortsteil wurde 1907 gebaut