Mantar

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Mantar

Mantar bei Rock am Ring 2018
Allgemeine Informationen
Herkunft Bremen, Deutschland
Genre(s) Sludge
Gründung 2012
Website www.mantarband.com
Aktuelle Besetzung
Hanno Klänhardt
Erinç Sakarya

Mantar (türkisch Pilz) ist eine deutsche Sludge-Band aus Bremen.[1] Eine Besonderheit ist, dass die Band nur aus zwei Mitgliedern besteht und ohne Bassisten auskommt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und Death by Burning[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanno Klänhardt beim Reload Festival 2018

Gegründet wurde Mantar 2012 von Hanno Klänhardt (Gesang, Gitarre) und Erinç Sakarya (Schlagzeug). Die beiden Musiker stammen ursprünglich aus Bremen und sind schon länger befreundet. Durch Sakaryas türkische Abstammung kam die Idee zum Bandnamen. Beide Musiker suchten etwas klanglich Ausgefalleneres als ein englisches Wort und Mantar würde laut Klänhardt ein hartes und griffiges Wort sein.[1] Die Band hatte zunächst nur geringe Ambitionen und wollte lediglich ein Demo in einer Auflage von 50 bis 100 Kassetten aufnehmen und ein Konzert in Hamburg spielen. In den frühen Tagen der Band suchten beide Musiker in ihrem Freundeskreis nach einem passenden Bassisten[2]

Anfang 2013 nahmen sie in Eigenregie ein Demo auf, das im Februar 2014 auf dem finnischen Musiklabel Svart Records unter dem Titel Death by Burning veröffentlicht wurde. Das Album wurde beim Hamburger Musikpreis HANS in der Kategorie Hamburger Produktion des Jahres ausgezeichnet.[3] Bei den Metal Hammer Awards 2014 wurde Death by Burning in der Kategorie Best Debut nominiert,[4] der Preis ging jedoch an Beastmilk für ihr Album Climax. Das deutsche Magazin Visions führte im April 2017 Death by Burning in ihrer Liste der 66 besten Metalalben des neuen Jahrtausends.[5]

Ode to the Flame und The Spell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erinç Sakarya beim Reload Festival 2018

Im Sommer 2015 spielte Mantar auf Festivals wie dem Wacken Open Air, dem Hurricane Festival oder dem Party.San, ehe die Band im November 2015 vom deutschen Plattenlabel Nuclear Blast unter Vertrag genommen wurde. Am 15. April 2016 veröffentlichte Mantar ihr zweites Studioalbum Ode to the Flame, das auf Platz 67 der deutschen Albumcharts einstieg. Das deutsche Magazin Visions führte Ode to the Flame im April 2020 in ihrer Liste der 66+6 besten deutschen Metal-Alben.[6] Die Band spielte im Sommer 2016 auf den Festivals Summer Breeze, Hellfest, Out and Loud, Rockavaria, Tuska Open Air Metal Festival und Vainstream Rockfest. Mantar wurde bei den Metal Hammer Awards 2015 und 2016 jeweils in der Kategorie Up and Coming nominiert,[7][8] die Preise gingen jedoch an Battle Beast bzw. Avatarium.

Svart Records veröffentlichte 2016 noch das Livealbum St. Pauli Sessions, für das ein Konzert in Hamburg aus dem Jahre 2014 mitgeschnitten wurde. Am 31. März 2017 veröffentlichte die Band eine 10"-EP The Spell mit drei bislang unveröffentlichten Liedern. Bei dem Titellied ist Okoi Jones von der Schweizer Band Bölzer als Gastsänger zu hören. Die anderen beiden Lieder wurden ursprünglich für das Album Ode to the Flame aufgenommen. Es folgte eine Europatournee mit den Vorgruppen Deserted Fear und Deathrite und Auftritte beim Rock Hard Festival, dem Party.San, dem Brutal Assault und dem Rockharz Open Air. Bei den Metal Hammer Awards 2017 wurde Mantar in der Kategorie Best German nominiert,[9] der Preis ging jedoch an die Band Sodom. Im Herbst 2017 folgte eine weitere Europatournee im Vorprogramm von Kadavar.

The Modern Art of Setting Ablaze und Grungetown Hooligans II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Mantar im Sommer 2018 bei Festivals wie dem Rock am Ring, Rock im Park, Wacken Open Air, Fusion Festival, Graspop Metal Meeting, Metaldays, Greenfield Festival, FortaRock Festival und dem Maryland Deathfest spielte, veröffentlichte die Band am 24. August 2018 ihr drittes Studioalbum The Modern Art of Setting Ablaze. Das Album stieg auf Platz sieben der deutschen, Platz 53 der österreichischen und Platz 54 der Schweizer Albumcharts ein. Im Herbst 2018 spielten Mantar eine Europatournee mit dem Vorgruppen Skeletonwitch, Evil Invaders und Deathrite. Im Frühjahr 2019 folgte eine Deutschland-Tournee mit der Vorgruppe Downfall of Gaia, bevor im Sommer Festivalauftritte beim Bang Your Head, Full Force, Hellfest und dem Vainstream Rockfest folgten.

Am 26. Juni 2020 veröffentlichten Mantar die EP Grungetown Hooligans II, die über das bandeigene Label Mantarecordings veröffentlicht wurde. Die EP enthält Coverversionen verschiedener Künstler aus den Bereichen Grunge und Noiserock wie L7, The Jesus Lizard, Sonic Youth, Mazzy Star, Babes in Toyland, Mudhoney und 7 Year Bitch.[10] Das deutsche Magazin Visions führte 100 % auf ihrer Liste der 25 besten Musikvideos des Jahres 2020.[11]

Pain Is Forever and This Is the End[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2022 unterschrieb die Band einen Plattenvertrag mit Metal Blade Records[12] Einen Monat später kündigten Mantar für den 15. Juli 2022 die Veröffentlichung des vierten Studioalbum Pain Is Forever and This Is the End an.[13] Das deutsche Magazin Metal Hammer wählte es zum „Album des Monats“.[14] Das Album stieg auf Platz zwei der deutschen, Platz 45 der Schweizer und Platz 69 der österreichischen Albumcharts ein.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mantar ist laut dem Ox-Fanzine ein eigenwilliges „Sludge-Metal-Duo aus Norddeutschland“.[15] Für ihre Musik nutzt die Band lediglich Gitarre und Schlagzeug. Typisch für Mantar sind simple Melodien, Rhythmen und Riffs. Hanno Klänhardt spielt keine Gitarrensoli und erklärte gegenüber dem deutschen Magazin Metal Hammer, dass Mantar sich bewusst limitieren und primitiv bleiben.[16] Mantar sei laut Klänhardt keine klassische Metalband und die Musiker interessieren sich auch nicht für Metal typische „Klischees“ wie Blastbeats oder Doublebass. Die Band will auch nicht den Anforderungen einer gewissen Szene oder Subkultur entsprechen, sondern laut Klänhardt „einfach nur kloppen“.[17] Für den Gesang verwendet Klänhardt die Technik des Screamings. Als Inspiration nennt die Band Künstler wie die Melvins, Darkthrone und Motörhead.

Mantar wird von der Presse in der Regel mit den Genres Doom Metal und Punk in Verbindung gebracht. James Christopher Monger von Allmusic nannte noch Black Metal als Genre, während Arne Helms vom deutschen Magazin Visions die Band noch in das Genre Crustpunk einordnete.[18] Gelegentlich wird Mantar auch als Sludge bezeichnet, was von der Band jedoch zurückgewiesen wird.[19]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH
2014 Death by Burning
Svart Records
Erstveröffentlichung: 7. Februar 2014
2016 Ode to the Flame
Nuclear Blast
DE67
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 15. April 2016
2018 The Modern Art of Setting Ablaze
Nuclear Blast
DE7
(2 Wo.)DE
AT54
(1 Wo.)AT
CH53
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 24. August 2018
# 2 der deutschen Vinylcharts[20]
2022 Pain Is Forever and This Is the End
Metal Blade
DE2
(1 Wo.)DE
AT69
(1 Wo.)AT
CH45
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 14. Juli 2022

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: St. Pauli Sessions (Live, Svart Records)
  • 2017: The Spell (EP, Nuclear Blast)
  • 2020: Grungetown Hooligans II (EP, Mantarecordings)

Musikvideos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: White Nights
  • 2016: Cross the Cross
  • 2018: Age of the Absurd
  • 2018: Seek + Forget
  • 2020: Ghost Highway
  • 2020: 100%
  • 2022: Hang ’em Low (So the Rats Can Get ’em)
  • 2022: Odysseus
  • 2022: Grim Reaping

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HANS – Der Hamburger Musikpreis
Jahr Kategorie für Resultat
2014 Hamburger Produktion des Jahres Death by Burning Gewonnen
Metal Hammer Awards
Jahr Kategorie für Resultat
2014 Best Debut Death by Burning Nominiert
2015 Up and Coming Mantar Nominiert
2016 Up and Coming Mantar Nominiert
2017 Best German Mantar Nominiert

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mantar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ulf Kubanke: "Retro als Selbstzweck geht mir total auf die Eier". laut.de, abgerufen am 5. September 2018.
  2. Markus Endres: "Als wir uns gegründet hatten, hatten wir mit der Metalszene nichts zu tun, und auf einmal stelle ich fest, dass ich gerade mit metal.de rede!" Metal.de, abgerufen am 5. September 2018.
  3. FOTOGALERIE HANS 2014. (Nicht mehr online verfügbar.) HANS, archiviert vom Original am 24. August 2018; abgerufen am 24. August 2018.
  4. Christian Zanders: Alle Nominierten der METAL HAMMER AWARDS 2014 in der Übersicht. Metal Hammer, abgerufen am 25. August 2018.
  5. o.A.: Die 66+6 besten Metal-Alben des Jahrtausends. In: Visions. Nr. 289, April 2017, S. 52.
  6. o.A.: Fünf Jahrzehnte Metal. In: Visions. Nr. 325, April 2020, S. 58.
  7. Sebastian Kessler: METAL HAMMER Awards 2015: Die Nominierten stehen fest. Metal Hammer, abgerufen am 25. August 2018.
  8. METAL HAMMER AWARDS 2016: Das sind die Nominierten! Metal Hammer, abgerufen am 25. August 2018.
  9. METAL HAMMER AWARDS 2017: Das sind die Nominierten! Metal Hammer, abgerufen am 25. August 2018.
  10. Jan Schwarzkamp: Mantar veröffentlichen Cover-EP, zeigen Video zu Mazzy Stars "Ghost Highway". Visions, abgerufen am 20. Mai 2020.
  11. Die 25 besten Musikvideos 2020. Visions, abgerufen am 3. November 2021.
  12. Simon Bauer: MANTAR - Neues Album kommt im Sommer. Rock Hard, abgerufen am 11. März 2022.
  13. Jonas Silbermann-Schön: Mantar kündigen neues Album "Pain Is Forever And This Is The End" an, streamen erste Single "Hang 'Em Low (So The Rats Can Get 'Em)". Visions, abgerufen am 7. April 2022.
  14. Das Album des Monats 07/2022: Mantar PAIN IS FOREVER AND THIS IS THE END. Metal Hammer, abgerufen am 13. Juli 2022.
  15. Mantar: The Modern Art of Setting Ablaze. Ox-Fanzine, abgerufen am 9. Januar 2022.
  16. Christina Wenig: Die Erleuchter. In: Metal Hammer, September 2018, S. 80.
  17. Alex Klug: "Du würdest nicht glauben, wie wenig Plan wir haben." – Hanno über "Ode To The Flame". Metal.de, abgerufen am 1. September 2018.
  18. Arne Helms: Mantar – The Modern Art of Setting Ablaze. In: Visions, Ausgabe 306, S. 86.
  19. Jan Wischkowski: Interview mit Hanno zu "Death By Burning". Metal.de, abgerufen am 1. September 2018.
  20. Mantar – The Modern Art of Setting Ablaze (Vinyl). GfK Entertainment, abgerufen am 30. Juni 2020.