Martin Salander

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Martin Salander ist der letzte Roman von Gottfried Keller. Das Werk blieb unvollendet und trug den Arbeitstitel „Excelsior“[A 1]. Keller meint mit dem vorläufigen Titel „Aufwärtsstreben im »schlimmen Sinne«“[1]. Das Fragment wurde vom Januar bis September 1886 – mit Ausnahme der Monate März und August – in der „Deutschen Rundschau“ vorabgedruckt. Als Buch kam es im selben Jahr zu Weihnachten mit überarbeitetem Schluss bei Wilhelm Hertz in Berlin heraus.[2]

Keller legt eine „politisch oder social moralische Entwicklung aus der akuten Misere heraus“[3] vor. Zwar versagt in diesem paradoxen Erziehungsroman der unvernünftige Vater Martin Salander als Bürge des alten Schulfreundes Wohlwend, als liberaler Volkserzieher und als Vorstand eines fünfköpfigen Haushalts[4], doch er wird letztendlich vom gescheiten Sohn Arnold zur Räson gebracht.[5] Als Zeitroman[6] steht der Text an der Grenze vom obsoleten poetischen Realismus zur moderneren naturalistischen Gesellschaftskritik.[7] Für die Gebrüder Weidelich – zwei junge Notare – wird die politische Gesinnung zur feilen Ware.[8] Zudem verspottet Keller die eigenen liberalen Hoffnungen seiner früheren Dichterjahre.[9]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sieben Jahre lang hat Martin Salander die Frau mit drei Kindern in Münsterburg[A 2] zurückgelassen. In Brasilien hat der ehemalige Sekundarlehrer als Händler ein Vermögen gemacht und kehrt nun um das Jahr 1866 in die deutschsprachige Schweiz heim. Die Ehefrau hat auf der Kreuzhalde vor den Toren der Stadt eine kleine Sommerwirtschaft mit Fremdenpension gepachtet. Seit Wochen besitzt Marie kein Bargeld mehr. Großspurige, nicht zahlende Sommerfrischler bewirtet Marie, indem sie sich verschuldet und zusammen mit den Kindern tapfer hungert. Martin Salander schließt die Gastwirtschaft und erlöst somit seine Frau von schwerer Last. Marie aber kommt vom Regen in die Traufe. Der Ehemann hatte sein in Brasilien ehrlich und mühsam aus dem Nichts erwirtschaftetes Vermögen seinem Münsterburger alten Freund Louis Wohlwend anvertraut. Dieser hatte es veruntreut und war in Konkurs gegangen. Marie kann Martins Dummheit kaum fassen. War ihr Mann von dem falschen Freund, den er aus dem Lehrerseminar kennt[10], doch vor Jahren schon einmal um einen hohen Geldbetrag geprellt worden.

Martin Salander besorgt seinen vier Lieben eine kleine Wohnung in der Stadt, richtet Marie einen bescheidenen Warenhandel ein und geht für weitere drei Jahre nach Brasilien zurück. Dort ist er wiederum als Händler tätig, beliefert zudem das kleine Unternehmen Maries mit brasilianischen Produkten und will gegen die südamerikanische Bank, mit der Freund Wohlwend unter einer Decke steckt, vorgehen. Zwar erholt sich die Familie Salander langsam wirtschaftlich, doch Martin ist den mit allen Wassern gewaschenen Bankrotteuren weder in Brasilien noch daheim in der Schweiz gewachsen. Als er wieder heimkehrt, ist Wohlwend ins ferne Ungarn entwischt und hat dort sein Glück gemacht.

Inzwischen hat Marie im Warenhandel Fuß gefasst. Wieder zu Hause in der Schweiz, fühlt sich Martin Salander neben seiner Tätigkeit als Kaufherr zu politischer Wirkung berufen. Die Jahre vergehen. Salanders Töchter Netti und Setti[A 3] – inzwischen 18- und 19-jährig – drehen sich auf dem Tanzboden. Ihre Verehrer sind die Herren Isidor und Julian Weidelich, Schulkameraden von Salanders Sohn Arnold. Die Weidelichs waren auf der Kreuzhalde Salanders Nachbarn gewesen. Der Vater Jakob Weidelich ist ein „schlichter Landwirt“ und die Mutter Amalie Weidelich eine umtriebige Waschfrau.

Netti und Setti verloben sich im Alter von 25 und 26 Jahren heimlich mit den erst 20-jährigen Zwillingen Isidor und Julian. Marie Salander ist gegen die Verbindung, denn sie vermutet in den jungen Männern Mitgiftjäger. In Münsterburg geht nämlich das Gerücht, jede der beiden Töchter des geachteten, vom „Erwerbsglück“ begünstigten Kaufherrn Martin Salander sei eine halbe Million Franken wert.

Auf einer Wahlversammlung daheim schlagen Isidor und Julian den künftigen Schwiegerpapa als Großrat des Wahlkreises Münsterburg vor. Martin Salander wird als Kandidat gewählt, schlägt jedoch die Ehrung ab. Er möchte das Amt nicht den künftigen Schwiegersöhnen verdanken. Isidor und Julian, inzwischen Notare, sind trotzdem von dem Anfangserfolg bei ihrem politischen Wirken überrascht. Deshalb würfeln sie im Gasthaus bei einem Bier um ihre künftige Parteiung. Julian gewinnt und darf Demokrat werden. Der Verlierer Isidor muss ins liberale Lager. Die beiden jungen Politiker werden in Münsterburg rasch zu Großräten gewählt und halten um Netti und Setti an. Marie Salander ist nach wie vor dagegen. Ihr Gatte, der geachtete Handelsherr Martin Salander, setzt sich durch und richtet eine aufsehenerregende Doppelhochzeit aus, auf der sogar „politische Schauspiele“ zur Aufführung kommen. Gegen die „in voller Reife aufgeblühten Bräute“ sehen die hübschen jungen Zwillinge noch ein klein wenig unreif aus.

Einige Zeit später wehrt sich Martin Salander nicht mehr gegen die Wahl zum Großrat. Als ehemaliger Sekundarlehrer möchte sich der Volksfreund zum Erzieher der helvetischen Jugend profilieren.

Beide Elternpaare – sowohl die Salanders als auch die Weidelichs – sind enttäuscht, wie sich die beiden jungverheirateten Paare zurückgezogen haben. Die Salanders suchen ihre Setti kurz entschlossen auf und werden über deren unglückliche, kinderlose Ehe mit Isidor ins Bild gesetzt. Von den Eltern nach der Ursache befragt, gesteht Setti schließlich: „Es ist nichts mit ihnen! Sie haben keine Seelen!“[11] Damit schließt sie das Unglück der Schwester in ihres ein. Die Weidelichs – einfachere Leute als die Salanders – halten sich zurück. Schließlich hält es Amalie Weidelich nicht länger aus und sucht Marie Salander auf. Amalie kann das vernichtende Urteil von der angeblichen Seelenlosigkeit ihrer geliebten Söhne nicht fassen. Diese Aussprache ist der Anfang vom Ende der Frau Weidelich. Nachdem Isidor wegen 150 000 Franken Schulden inhaftiert wurde und Julian nach Portugal geflüchtet ist, erleidet Amalie Weidelich einen Schlaganfall, von dem sie sich nur langsam erholt. Als Julian ebenfalls in Gefangenschaft gerät und die Zwillinge daheim jeweils zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt werden, verwindet die Mutter das nicht und stirbt. Jakob Weidelich steht allein da und soll für die Schulden der Söhne finanziell aufkommen. Seine bescheidene Finanzkraft erlaubt das nicht. Martin Salander hilft mit einer größeren Summe Geldes uneigennützig aus.

Netti und Setti lassen sich von ihren inhaftierten Männern scheiden und leben fortan wieder bei den Eltern. Arnold hatte an einer juristischen Fakultät in England promoviert, steigt nach seiner Rückkehr in die Schweiz in das väterliche Unternehmen ein, wird nach Brasilien geschickt, bewährt sich dort in den Besitzungen des Vaters und erreicht, was Martin Salander versagt blieb. Mit Dokumenten, die den betrügerischen Wohlwend belasten, kehrt er nach Europa zurück.

Louis Wohlwend wartet schon auf ihn. Der Betrüger ist mit Familie aus Ungarn angereist. Wohlwend tritt zwar Marie Salander nicht unter die Augen, doch er ködert Freund Martin mit 5000 Franken. Martin Salander, inzwischen 55-jährig, entbrennt in Liebe zu Fräulein Myrrha[A 4] Glavicz. Das ist die blutjunge Schwester von Wohlwends Frau Alexandra Volvend-Glavicz. Wohlwend will seine Schwägerin „hellenischer Abkunft“ mit Arnold verkuppeln. Da ist er bei Arnold an der falschen Adresse. Der nüchterne[12] junge Mann – ein Idealbild des aufstrebenden Bürgers der Gründerjahre[13] – erkennt Myrrhas Schwachsinnigkeit. Dabei ist doch Myrrha „mit allen Attributen des klassischen Ideals“[14] behaftet. Wohlwend sieht seine Pläne durchkreuzt und reist ab. Die Salanders hatten das belastende Material gegen ihn nicht verwendet.

Martin Salander beobachtet den Lebenswandel seines Sohnes und muss erkennen, solchen jungen Männern wie Arnold gehört die Zukunft. Fast sieht sich Martin Salander am Ende des Romanfragments als Relikt aus einer vergehenden Epoche.[15]

Selbstzeugnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auf einer Landkarte vom Kanton Zürich habe Gottfried Keller auf der Suche nach einem klingenden Titel die Ortschaft Saland gefunden.[16]
  • Keller schreibt am 9. August 1887 an Ida Freiligrath: „Es ist freilich mehr ein trockenes Predigtbuch als ein Roman und zudem leider nicht fertig. In meinem Lande ist es wohl verstanden und unter großem Gebrumme gelesen worden. Draußen aber haben nur wenige gemerkt, was es sein soll und daß es sie auch etwas angeht. So geht es, wenn man tendenziös und lehrhaft sein will. Ich bin froh, mich wieder an die ‚zwecklose Kunst‘ halten zu können, wenn es eine gibt.“[17][A 5]
  • „Es ist nicht schön! Es ist zu wenig Poesie darin!“[18]

Form[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gottfried Keller hat zwischen Martin Salander und Louis Wohlwend brisantes Konfliktpotential aufgehäuft. Der Leser fragt sich: Wird Wohlwend den kapitalistischen[19] Freund ein drittes Mal an der Nase herumführen. Gottfried Keller hat am Ende des Fragments diesbezügliche Wogen mit einem Satz geglättet: „Auch das dunkle Raubschiffchen des Louis Wohlwend, das seit bald einem Menschenalter Martins Bahn kreuzte, strich noch wiederholt heran, konnte aber nicht mehr entern.“[20] Ein paar Seiten zuvor hatte der Leser erfahren, wie Wohlwend den Freund erneut ausplündern wollte: Indem er Fräulein Myrrha mit Arnold verkuppelte. Das scheiterte an der Pfiffigkeit des jungen Mannes (siehe oben).

In den Text ist eine gesonderte kleine Geschichte eingelegt, die Schilling „ein sperriges Versatzstück“[21] nennt. Martin Salander wurde doch noch Großrat, weil Alt-Großrat Kleinpeter aus familiären Gründen zurücktreten musste. Nun sucht Kleinpeter die Salanders auf und gibt die Geschichte seines privaten Unglücks zum Besten.

Interpretation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Einstieg in den Roman vermutet der Leser eine Posse. Gemeint ist die Geschichte, in der erzählt wird, wie sich Martin Salander von Louis Wohlwend zweimal um sein Vermögen prellen lässt. Salander steht als Narr[A 6] da[22]. Auch sein unverkennbar lehrhaftes Bestreben den jungen Landsleuten gegenüber macht ihn zu einer geradezu lächerlichen Figur. Trotzdem ist Salander ein tüchtiger Schweizer, der sich immer wieder aufrappelt. Seine Irrungen und Wirrungen – nehmen wir nur seine späte Liebe zu Fräulein Myrrha – sind tief menschlich. Aber da steht der Verwurf einiger Literaturkritiker[23] vom „gestaltungsschwachen Altersroman“. Neumann[24] will davon nichts hören. Dem ist zuzustimmen, denkt man zum Beispiel an die ausdrucksstarken Passagen, in denen das tiefe Weh von Mutter Amalie Weidelich und von ihrem Mann, dem Bauer Jakob, anrührend vorgetragen wird. Das ist Stoff, aus dem zwei liebenswerte Menschen geformt sind.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theodor Storm schreibt am 9. und am 12. Januar 1887 an Keller, er sei „etwas verschnupft“, könne mit der „Salanderie“ „nicht recht was anfangen“ und favorisiere den früheren Keller, der „weniger grausam realistisch“ daherkomme.[25]
  • Paul Heyse ist von der Lektüre „schwer enttäuscht“.[26]
  • Hesse[27] rechnet mit „entbehrlichen Philologen“ ab, die diesen „modernen Musterroman“ wegen seiner vermeintlichen Zeitnähe geschmäht hatten. Hesse feiert die „lange Reihe unvergeßlicher, reiner Bilder“ und begründet, weswegen dieses Werk „reine Kunst“ sei.
  • Hans Wysling empfindet anno 1990 den Roman „in seiner Lehrhaftigkeit etwas sklerotisch“.[28]
  • Breitenbruch[29] zitiert aus Briefen Kellers an Heyse und an Rodenberg. Danach hat der Autor das „Romänchen“ immer einmal „wegen zu großer Aktualität“, die doch der Poesie abträglich sei, beiseitegelegt und sich auch mit dem Abfassen des Romanschlusses schwergetan. Zu der beabsichtigten Fortsetzung Arnold Salander sei es unter anderem auch nicht mehr gekommen, weil Keller ab Ende 1888 kränkelte.[30] Adolf Frey erinnert sich, wie Gottfried Keller seinen dritten Roman geplant hatte: Arnold avanciert zum Haupt der Familie Salander und seine Schwestern heiraten noch einmal; diesmal die Richtigen.[31]
  • Nach Neumann[32] ist Kellers großes Romanthema verbunden mit der bohrenden Frage „nach der Fortdauer des Schönen in der neuen Zeit“. Zudem sei der Text eine Auseinandersetzung mit Pestalozzis Erbe. Der Schulmeister Salander müsse bei der anstrengenden Volkserziehung in der Gründerzeit versagen. In diesem Alterswerk nehme Keller seine diesbezüglichen liberal angehauchten[33] Hoffnungen aus den 1850er Jahren ebenso zurück wie den zuvor gepriesenen bürgerlichen Aufstiegswillen.[34] Die 1869 in Zürich durchgesetzte allgemeine Schulbildung habe die kriminellen Delikte von Isidor und Julian nicht verhindern können.[35] Sowohl die Gattin Marie Salander als schließlich auch der „allwissende Erzähler“ widersprächen Salanders „Volkserziehungs-Idealismus“.[36] Mit Louis Wohlwend und den betrügerischen Zwillingen stelle Keller vaterlandslose Gesellen aus der Gründerzeit dar. Die beiden Notare – allerdings keine Zwillinge – habe es wirklich gegeben. Der liberale Notar Koller habe 1881 in Thalwil die Schweizer um etwa 350 000 Franken betrogen und der Demokrat Rudolf von Dielsdorf habe im selben Jahr etwa 300 000 Franken unterschlagen.[37] Neumann[38] nennt einen Romanschluss, den Keller erwogen habe, doch nicht genommen hat: Der alternde Volksfreund Martin Salander – gutmütig, gutgläubig, schwach und sinnlich veranlagt – strauchelt über seine Affäre mit Myrrha.
  • Schilling bringt das gut gemeinte, idealistische Anliegen Martin Salanders, scheiternd in einer in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom Kapital regierten Schweiz, auf die passende Formel „Alle Menschen werden Bürger“.[39][A 7] Während der Bauernsohn Salander „in dem betont realitätsbezogenen Roman“[40] reich und wieder sesshaft wird, muss Wohlwend vor den Gläubigern bis nach Ungarn flüchten.[41] Keller klammert die dem Kapitalismus nun einmal immanente Arbeiterschaft kurzerhand aus[42]. Schilling sucht nach den Ursachen und beleuchtet die Unterschiede in Deutschland und in der Schweiz. Während es seinerzeit in der Schweiz eine – im heutigen Jargon gesagt – arbeitnehmerfreundliche Gesetzgebung gegeben habe, hat Bismarck diese im Deutschen Reich bekanntlich bis 1890 verhindert.[43] Die Dominanz des Kapitals in jener Zeit mache es auch verständlich, weshalb Martin Salander den Lehrerberuf an den Nagel hängt und die Zwillingsbrüder ihre Parteizugehörigkeit auswürfeln (siehe oben). Alles folgt im Roman aus dem einzigen Satz: Das Kapital hat die Alleinherrschaft.[44] Als Kapitalist sei Martin Salander ein Feind der Demokraten und folglich Liberaler.[45] Obwohl Martin Salander seine Gattin Marie zur Kauffrau macht, delegiert er sie nach erreichtem Wohlstand an den Herd zurück. Marie, eigentlich Martins erste Kritikerin, begehrt nicht dagegen auf. In der Schweiz herrscht Ordnung.[46] Keller führt in seinem letzten Roman den Satz „Wissen ist Macht“ ad absurdum: Macht besitzt nur, wer Geld hat.[47] Schilling erkennt die Hoffnungsträger, also die Figur des jungen Arnold samt seiner „Jünger“, als perspektivlose „ideologische Konstruktion“ und fragt nach dem „Inhalt der Hoffnung“.[48]
  • Auf weiter führende Stellen weisen Breitenbruch, Neumann, Schilling und Selbmann hin:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Salander. Roman. Verlag von Wilhelm Hertz, Berlin 1886. 351 Seiten, goldgeprägte rote Leinwand

Andere Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Salander. Roman. Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1914, 368 Seiten
  • Martin Salander. Roman. Rascher & Co, Zürich 1920, 404 Seiten, Leinen
  • Martin Salander. Roman. Voigtländers Verlag, Leipzig um 1920, 357 Seiten
  • Martin Salander. Roman. Schreitersche Verlagshandlung, Berlin 1926, 304 Seiten
  • Sieben Legenden. Das Sinngedicht. Martin Salander. Herausgegeben von Dominik Müller. Band 6 aus: Gottfried Keller: Sämtliche Werke in sieben Bänden. Herausgegeben von Thomas Böning, Gerhard Kaiser, Kai Kauffmann, Dominik Müller und Bettina Schulte-Böning. Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-618-61740-2
  • Martin Salander. Roman. Mit einem Nachwort von Peter Bichsel. Kollektion. Nagel & Kimche, München 2003, ISBN 3-312-00326-1

Verwendete Ausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Salander. Roman. S. 5–328 in: Gottfried Keller: Sämtliche Werke in acht Bänden. Band V. Aufbau-Verlag, Berlin 1961

Sekundärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Breitenbruch: Gottfried Keller. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1968 (Aufl. 1998), ISBN 3-499-50136-8
  • Jenseits der Poesie – „Martin Salander“. S. 266–302 in: Bernd Neumann: Gottfried Keller. Eine Einführung in sein Werk. Athenäum Verlag, Königstein/Ts. 1982 (AT 2170), ISBN 3-7610-2170-4
  • Volker Michels (Hrsg.): Hermann Hesse. Die Welt im Buch I. Rezensionen und Aufsätze aus den Jahren 1900–1910. In: Hermann Hesse. Sämtliche Werke in 20 Bänden, Bd. 16. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988 (Aufl. 2002), 646 Seiten, ohne ISBN
  • Eva Graef: Martin Salander. Politik und Poesie in Gottfried Kellers Gründerzeitroman. Königshausen & Neumann, Würzburg 1992, ISBN 3-88479-698-4
  • Pathologie des Bürgers: »Martin Salander«. S. 216–243 in: Diana Schilling: Kellers Prosa. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-631-34190-3. Zugleich Diss. Uni Münster (Westfalen) anno 1996
  • Peter Sprengel: Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1870–1900. Von der Reichsgründung bis zur Jahrhundertwende. Beck, München 1998, ISBN 3-406-44104-1
  • Misslungener Altersroman oder Vorgefühl der Moderne? Martin Salander (1886). S. 172–183 in: Rolf Selbmann: Gottfried Keller. Romane und Erzählungen. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2001 (Klassiker-Lektüren Bd. 6), ISBN 3-503-06109-6
  • Thomas Binder: Martin Salander. Zwischen Experimentierfreude und Pflichtgefühl. S. 154–171 in: Walter Morgenthaler (Hrsg.): Interpretationen. Gottfried Keller. Romane und Erzählungen. Reclam RUB 17533, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-15-017533-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Excelsior“ („höher empor!“) – gewählt nach einem Gedicht aus dem Jahr 1841 von Longfellow (verwendete Ausgabe, S. 450, 14. Z.v.o.)
  2. Mit Münsterburg sei Zürich gemeint (siehe zum Beispiel Sprengel, S. 252, 1. Z.v.o.)
  3. Setti ist die Koseform von Elisabeth (siehe verwendete Ausgabe, S. 108, 9. Z.v.o.)
  4. Myrrha: arabisch „die Bittere“ (Neumann, S. 293, 17. Z.v.o.)
  5. Keller-Interpreten möchten auch noch andere Auslegungen gelten lassen. Nach Ermatinger heiße Salander im Züritüütsch der Witzemann und spiele auf den Charakter des Titelhelden an. Kaiser hingegen denke an den Salamander, jenes Fabelwesen, das Prüfungen im Feuer bestehe (Ermatinger und Kaiser, zitiert bei Neumann, S. 268 Mitte). Neumann kommt beim Lesen des Vornamens des Salander eine mehr ironische Semantik in den Sinn. Er erinnert an St. Martin, den Heiligen, der seinen Mantel (hier mit Wohlwend) teilte (Neumann, S. 268 Mitte).
  6. Nach Graef würden Individuum wie Gesellschaft durch die Macht des Geldes zersetzt und der liberale „Weltentwurf zur Fiktion eines törichten Träumers“ (Graef, zitiert bei Schilling, S. 232, 10. Z.v.u.). Sprengel nennt Martin Salander „eine Art Don Quichote der Gründerjahre“ (Sprengel, S. 252, 21. Z.v.o.). Genauer trifft Selbmann das merkwürdige Phänomen mit seiner Hypothese vom oszillierenden Schreiben: Keller wechsele „zwischen identifikatorischer Nähe... und ironischer Distanz“ zu seinem Helden. Im ersten Falle könne man manchmal Martin Salander als „das Sprachrohr Kellers“ vermuten und im zweiten Falle habe man eine „Witzfigur“ (Selbmann, S. 174, 11. Z.v.o.) unter der Leselupe.
  7. Alle Menschen werden Brüder

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Keller, zitiert bei Binder, S. 158, 13. Z.v.o.
  2. Verwendete Ausgabe, S. 450, 3. Z.v.u. sowie Breitenbruch, S. 158, 17. Z.v.o.
  3. Brief Kellers, Anfang 1882 an Paul Heyse adressiert, zitiert bei Binder, S. 155, 10. Z.v.o.
  4. Schilling, S. 216, 9. Z.v.u.
  5. Neumann, S. 292, 3. Z.v.o.
  6. Sprengel, S. 251, 3. Z.v.u.
  7. Neumann, S. 298 Mitte
  8. Ermatinger, zitiert bei Neumann, S. 298, 7. Z.v.o.
  9. Neumann, S. 300, 6. Z.v.o.
  10. Verwendete Ausgabe, S. 17, 1. Z.v.u.
  11. Verwendete Ausgabe, S. 202, 15. Z.v.u.
  12. Selbmann, S. 179, 1. Z.v.u.
  13. Neumann, S. 295 oben
  14. Schilling, S. 240, 9. Z.v.u.
  15. siehe auch Neumann, S. 276, 14. Z.v.u.
  16. Verwendete Ausgabe, S. 450, 14. Z.v.u.
  17. zitiert in der verwendeten Ausgabe, S. 452, 8. Z.v.u. (siehe auch Kellers Brief in Lexikus.de)
  18. zitiert nach Adolf Vögtlin, bei Neumann, S. 299, 19. Z.v.u.
  19. Verwendete Ausgabe, S. 239, 16. Z.v.o.
  20. Verwendete Ausgabe, S. 327, 14. Z.v.u.
  21. Schilling, S. 221 oben
  22. siehe auch Neumann, S. 276, 6. Z.v.o.
  23. siehe zum Beispiel der Hinweis bei Selbmann, S. 175, 19. Z.v.u.
  24. Neumann, S. 287 Mitte
  25. Storm, zitiert bei Selbmann, S. 173, 1. Z.v.o.
  26. Heyse am 19. Juli 1890 an Baechtold, zitiert bei Selbmann, S. 173, 8. Z.v.o.
  27. Hesse im Münchner „März“ vom 15. Juli 1910, zitiert bei Michels, S. 476 bis S. 479 oben
  28. Wysling, zitiert bei Selbmann, S. 173, 1. Z.v.u.
  29. Breitenbruch, S. 157–158
  30. Breitenbruch, S. 160 unten
  31. Freys Erinnerungen, zitiert bei Schilling, S. 231 oben
  32. Neumann, S. 269 unten
  33. Neumann, S. 273 Mitte
  34. Neumann, S. 270 unten sowie S. 297, 5. Z.v.o.
  35. Neumann, S. 272 unten
  36. Neumann, S. 274, 13. Z.v.u.
  37. Neumann, S. 282 Mitte und S. 292
  38. Neumann, S. 291 Mitte
  39. Schilling, S. 216, 3. Z.v.u.
  40. Schilling, S. 221, 3. Z.v.o.
  41. Schilling, S. 218
  42. Schilling, S. 222 oben
  43. Schilling, S. 224 unten
  44. Schilling, S. 225 oben und S. 226 unten
  45. Schilling, S. 229 oben
  46. Schilling, S. 235 oben
  47. Schilling, S. 238 unten
  48. Schilling, S. 242–243
  49. Breitenbruch, S. 186 unten
  50. Neumann, S. 352
  51. Schilling, S. 269
  52. Selbmann, S. 188–189