Maryam Zaree

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Maryam Zaree 2018

Maryam Zaree (persisch مریم زارع, * 22. Juli 1983 in Teheran, Iran) ist eine deutsche Schauspielerin, Filmemacherin und Autorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maryam Zaree wurde im Evin-Gefängnis in der iranischen Hauptstadt Teheran geboren.[1] 1985 flüchtete ihre Mutter, die heutige Frankfurter Lokalpolitikerin Nargess Eskandari-Grünberg[2], mit ihr wegen politischer Verfolgung nach Deutschland. Ab ihrem zweiten Lebensjahr wuchs sie in Frankfurt am Main auf. Ihr Schauspielstudium absolvierte sie von 2004 bis 2008 in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam an der staatlichen Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in der Medienstadt Babelsberg. Während der Ausbildung wirkte sie in einigen Film- und Fernsehproduktionen mit.[3]

Bekannt wurde sie durch die Hauptrolle Maryam in dem Kinofilm Shahada von Burhan Qurbani. Der Film lief im offiziellen Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2010 und wurde in Deutschland sowie auf verschiedenen internationalen Festivals prämiert (darunter Hessischer Filmpreis, Studio Hamburg Nachwuchspreis, Gold Hugo auf dem Chicago International Film Festival). Zaree wurde für ihre Darstellung der Rolle Maryam mehrfach ausgezeichnet, so erhielt sie den Preis für die Best Leading Performance bei dem Monterrey-Filmfestival in Mexiko sowie eine besondere Erwähnung ihrer schauspielerischen Leistung beim 37. Internationalen Filmfestival in Gent.

Maryam Zaree mit Marvin Kren und Kida Khodr Ramadan, Verleihung des Grimme-Preises 2018 für 4 Blocks

Sie spielte Hauptrollen in Kinofilmen wie Abgebrannt und Marry Me. 2012 war sie in einer Doppelrolle in der türkisch-französisch-griechischen Koproduktion I am not him von Tayfun Pirselimoglu zu sehen. Der Film feierte seine Weltpremiere auf dem Filmfestival in Rom und wurde als „Bester Film“ beim International Istanbul Film Festival ausgezeichnet. In den letzten Jahren tritt sie immer häufiger in europäischen Filmen auf, u. a. in einer Hauptrolle in der französisch-belgischen Kinoproduktion Le Chant des Hommes. Im deutschen Fernsehen war sie von 2015 bis 2019 in der durchgehenden Rolle der Gerichtsmedizinerin Nasrin Reza im Berliner Tatort um das Ermittlerteam Rubin und Karow zu sehen. In der Serie 4 Blocks spielt sie Khalila, eine der weiblichen Hauptrollen.

Zaree ist Gastschauspielerin an verschiedenen deutschen Theatern, u. a. am Schauspielhaus Hannover und in Berlin am Maxim-Gorki-Theater, an der Schaubühne am Lehniner Platz und am Ballhaus Naunynstraße.

Sie arbeitet außerdem als Autorin und Regisseurin. Mit ihrem ersten Theaterstück Kluge Gefühle gewann sie den AutorenPreis des Heidelberger Stückemarkts 2017 und den Förderpreis des Schiller Gedächtnispreis 2019. Andrea Getto hat es 2019 für den Norddeutschen Rundfunk für eine Hörspielfassung bearbeitet.

2019 erhielt sie eine Autorenresidenz am Londoner Royal Court Theatre.

Mit Born in Evin, ihrem Debüt als Filmregisseurin 2019, kehrte Zaree zu ihrem Lebensanfang im Evin-Gefängnis zurück, wo Menschenrechtsverletzungen und Massaker an Oppositionellen stattgefunden haben.[4][5] Der Film wurde 2019 auf der 69. Berlinale uraufgeführt und erhielt dort den Kompass-Perspektive-Preis als Bester Film. Er lief in über 40 Ländern und wurde vielfach ausgezeichnet.

2020 erhielt er den Deutschen Filmpreis als bester Dokumentarfilm.[6] Im selben Jahr war Zaree bei der Berlinale Mitglied der Jury für den Amnesty International Filmpreis.[7]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gunda Bartels: Unsere Tränen sind politisch. Doku „Born in Evin“ auf der Berlinale. In: Der Tagesspiegel. 9. Februar 2019, abgerufen am 24. Oktober 2019.
  2. hessenschau de, Frankfurt Germany: Geboren im Foltergefängnis - "Born in Evin" jetzt im Kino. 28. Juni 2019, abgerufen am 24. Mai 2020 (deutsch).
  3. lastrada.doell's: Maryam Zaree Agenturprofil, abgerufen 25. Februar 2019
  4. Susan Vahabzadeh: Fußabdruck auf der Seele. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 23. Oktober 2019.
  5. Ruben Donsbach: Maryam Zaree: "Es ging darum, die Menschen in ihrem Inneren zu brechen". In: Die Zeit. 9. Februar 2019, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 24. Oktober 2019]).
  6. Preisträger*innen 2020. In: deutscher-filmpreis.de (abgerufen am 25. April 2020).
  7. Der Amnesty-Filmpreis auf der Berlinale 2020, abgerufen am 28. Februar 2020.
  8. Edition 2010 – Festival Internacional de Cine Monterrey. Abgerufen am 24. Oktober 2019 (amerikanisches Englisch).
  9. Schiller-Gedächtnis-Preis 2019: Nino Haratischwili ausgezeichnet, Börsenblatt vom 16. August 2019, abgerufen am 16. August 2019.
  10. Hessischer Filmpreis im Schatten der Causa Mendig. In: hessenschau.de. 20. September 2019, abgerufen am 20. September 2019.