Mellette County

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Verwaltung
US-Bundesstaat: South Dakota
Verwaltungssitz: White River
Gründung: 1909
Demographie
Einwohner: 2048  (2010)
Bevölkerungsdichte: 0,6 Einwohner/km²
Geographie
Fläche gesamt: 3392 km²
Wasserfläche: 8 km²
Karte
Karte von Mellette County innerhalb von South Dakota
Historische Karte des Dakota-Territorium, nach der Mellette County Bestandteil der Rosebud Reservation war. (In der Karte als Upper Brule Indian Reservation bezeichnet)
Karte der Rosebud Reservation in South Dakota, Klar ist zu erkennen wie Mellette County ein Fleckenteppich von Indianer Land und County Gebieten darstellt

Mellette County[1] ist ein County im Süden des Bundesstaates South Dakota der Vereinigten Staaten. Der Bezirk wurde nach Arthur C. Mellette, dem ersten Gouverneur South Dakotas, benannt. Der Sitz der Countyverwaltung (County Seat) ist in White River. Zirka 33,35 % der Fläche des Counties befindet sich im Besitz der Rosebud Indianer Reservation. Nach einer Volkszählung 2010 waren etwa 52,2 % der Bewohner Angehörige des Rosebud Sioux Stamms und des Sicangu Oyate Stamms (Siehe Lower Brule Reservation)

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das County hat eine Fläche von 3392 Quadratkilometern; davon sind 8 Quadratkilometer (0,25 Prozent) Wasserflächen. Er ist in 16 Townships eingeteilt: Bad Nation, Blackpipe, Butte, Cody, Fairview, Mosher, New Surprise Valley, Norris, Prospect, Red Fish, Ring Thunder, Riverside, Rocky Ford, Rosebud, Running Bird und Surprise Valley; sowie zwei unorganisierte Territorien: Cedarbutte und Central Mellette.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das County wurde 1909 gegründet. Ursprünglich Teil der Great Sioux Reservation wurde das Gebiet des County am 2. März 1889 Teil der Rosebud Indianer Reservation. 1910 wurde das Gebiet von den Vermessern Sam Chilton und Blaine Scrivenin in Parzellen geteilt. Dabei rammten Sie im Abstand einer halben Meile Stahlstäbe in den Boden. Sie reservierten auch Gebiete für zukünftige Siedlungen und Schulen. Dies entsprach nicht der Rechtsauffassung und der Kultur der Ureinwohner, die kein Grundeigentum kannten. Die Sioux zogen als Nomaden durch das Gebiet und kannten keine festen Siedlungen. Die gesetzliche Grundlage dafür lieferte der Dawes Act von 1887 und ein Beschluss des US-Kongresses von 1910, das Gebiet des Countys zusammen mit Gebieten der heutigen Jackson County und Bennett County für die Besiedlung durch weiße Siedler zu öffnen. Individuelle Indianer erhielten 320 Acres, Kinder 160 Acres, die damit zur Aufgabe ihres Nomadenlebens und zur Sesshaftigkeit gezwungen wurden. [2] (Ein Acre entspricht 4046,9 m² Land). Das Land der Indianer ging aber nicht wirklich in das Eigentum individueller Personen über. Es konnte weder verkauft noch vererbt werden. Nach dem Tod des Besitzers fiel es wieder an die Reservation. Der Rest des Gebiets wurde nach dem Homestead Act von 1862 zur Besiedlung freigegeben. Interessierte US-Bürger (Ureinwohner galten damals nicht als US-Bürger) konnten sich in Chamberlain, Dallas, Gregory und Rapid City für eine Parzelle Land bewerben. Da es trotz einer seit 2 Jahren herrschenden Dürre mit rund 54.000 Personen mehr Interessenten für die zirka 8000–10.000 verfügbaren Parzellen gab, musste das Los entscheiden. Im Oktober 1911 wurden in Gregory die Gewinner bestimmt. [3] In Mellette County wurden 466.562 Acres an weiße Siedler verteilt. Diese mussten innerhalb eines Jahres auf ihre zugewiesenen Parzellen ziehen, so wie es das Gesetz vorschrieb. Viele lebten zuerst in Zelten oder Erdhöhlen. Erst mit der Zeit entstanden feste Gebäude.[4][5]

Am 25. Mai 1911 fanden die ersten Wahlen zur Countyverwaltung statt. Stimmberechtigt waren nur US-Bürger. Als County-Sitz wurde durch eine Wahl 1911 White River bestimmt. Nach Rodung des Präriegrases bauten die weißen Siedler primär Weizen an. Das hatte fatale Folgen und durch die Urbarmachung traten massive Dürren auf. Die tiefen Wurzeln des Präriegrases, dessen Halme den Staub auffingen, hatten die oberen Bodenschichten vor Erosion bewahrt, die nun massiv einsetzte. Durch Trockenheit und Staubstürme wurden die Ernten vernichtet und die Menschen in ihren Häusern regelrecht eingeweht. Daraufhin mussten viele Farmer ihren Boden verlassen, als ihre finanziellen Ressourcen aufgebraucht waren. Sie suchten oft in anderen Regionen der USA nach Arbeit, vor allem in der landwirtschaftlichen Produktion in Kalifornien. Hier traten sie in Konkurrenz zu anderen Wanderarbeitern. Die USA waren damals von der Weltwirtschaftskrise wirtschaftlich stark angeschlagen und verzeichneten eine enorm hohe Arbeitslosigkeit (siehe Dust Bowl).[6]

Heute ist Mellette County ein unüberschaubarer Flickenteppich von Gebieten, die der Rosebud Reservation zugerechnet werden, und Gebieten, die individuellen Farmern oder dem County gehören. Dies führt oft zu Spannungen zwischen den verschiedenen Einwohnergruppen und zu Rechtstreitigkeiten zwischen den individuellen Landeigentümern, Reservation, dem County und dem Staat South Dakota. Auch erschwert dies die Strafverfolgung, da oft nicht klar ist, welche Polizeieinheit eigentlich zuständig ist, die der Reservats-Verwaltung oder die des Countys.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Census Einwohner ± in %
1910 1700
1920 3850 126 %
1930 5293 37,5 %
1940 4107 -22,4 %
1950 3046 -25,8 %
1960 2664 -12,5 %
1970 2420 -9,16 %
1980 2249 -7,07 %
1990 2137 -4,98 %
2000 2083 -2,53 %
2010 2048 -1,68 %
1900–1990[7]

2000[8]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städte (cities)

Gemeinden (towns)

Webseiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mellette County im Geographic Names Information System des United States Geological Survey. Abgerufen am 22. Februar 2011
  2. The effort to shift the Indian from a hunting life to that of farming was the chief feature of the Indian policy framed by the government. In 1887 the Allotment Act was passed. Under this law the reservation was to be broken up and the land divided into individual allotments. Each adult Indian was to receive 320 acres, and each child received 160 acres. The Indian could live on it and farm it but he could not sell or mortgage it, and when he died it was bequeathed to his heirs.
  3. Such was the case with Bennett, Washabaugh and Mellette counties in the fall of 1911. Even though the region had endured an intense two-year drought, 54,000 people applied for between 8,000 and 10,000 homesteads. Applicants registered at sites in Chamberlain, Dallas, Gregory and Rapid City. A drawing of lots in October 1911 determined the winners.
  4. Homesteaders began moving in, meandering along the Indian trails to their allotted home. Many, of them pitched a tent or dug in like coyotes until a better home could be built. Sod shanties, tar-papered shacks or stone houses provided shelter. Most of them were 12 by 12 foot structures.
  5. In October 1911, 466,562 acres in Mellette County were thrown open to settlement. There were 53,728 people registered for 10,000 homestead sites, and they drew lots to determine who would be allowed to homestead the allotted land. The drawing started at Gregory on Wednesday, October 24, 1911, under the supervision of Judge James Witten.
  6. Wheat was golden in the 20's. But the 30's brought drought and grasshoppers to the state. Areas that had been quite well populated became vacant, and much of the land went back to the county for taxes.
  7. Auszug aus Census.gov. Abgerufen am 28. Februar 2011
  8. Auszug aus factfinder.census.gov Abgerufen am 28. Februar 2011

Koordinaten: 43° 35′ N, 100° 46′ W