Michaelnbach

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Michaelnbach
Wappen von Michaelnbach
Michaelnbach (Österreich)
Michaelnbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Grieskirchen
Kfz-Kennzeichen: GR
Fläche: 23,01 km²
Koordinaten: 48° 17′ N, 13° 50′ OKoordinaten: 48° 17′ 19″ N, 13° 49′ 57″ O
Höhe: 394 m ü. A.
Einwohner: 1.266 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 4712
Vorwahl: 07277
Gemeindekennziffer: 4 08 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Grieskirchner Str. 4
4712 Michaelnbach
Website: www.michaelnbach.at
Politik
Bürgermeister: Martin Dammayr (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
12
5
2
12 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Michaelnbach im Bezirk Grieskirchen
Aistersheim Bad Schallerbach Bruck-Waasen Eschenau im Hausruckkreis Gallspach Gaspoltshofen Geboltskirchen Grieskirchen Haag am Hausruck Heiligenberg Hofkirchen an der Trattnach Kallham Kematen am Innbach Meggenhofen Michaelnbach Natternbach Neukirchen am Walde Neumarkt im Hausruckkreis Peuerbach Pollham Pötting Pram Rottenbach St. Agatha St. Georgen bei Grieskirchen St. Thomas Schlüßlberg Steegen Taufkirchen an der Trattnach Tollet Waizenkirchen Wallern an der Trattnach Weibern Wendling OberösterreichLage der Gemeinde Michaelnbach im Bezirk Grieskirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Michaelnbach ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Grieskirchen im Hausruckviertel mit 1266 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Grieskirchen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michaelnbach liegt auf 394 m Höhe im Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 5,7 km, von West nach Ost 6,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 23 km². 9,5 % der Fläche sind bewaldet, 82,3 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 32 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Aichet bei Grub (32)
  • Aichet bei Kiesenberg (19)
  • Armau (18)
  • Gaisedt (18)
  • Grub (38)
  • Haid (60)
  • Haus (77)
  • Hilpetsberg (16)
  • Holzing (15)
  • Kiesenberg (33)
  • Krumbach (23)
  • Mairdoppl (35)
  • Michaelnbach (381)
  • Minithal (71)
  • Niederwödling (28)
  • Oberfurth (18)
  • Oberreitbach (14)
  • Oberspaching (54)
  • Pollesbach (11)
  • Reichenau (26)
  • Schappenedt (30)
  • Schickenedt (24)
  • Schmidgraben (26)
  • Schölmlahn (69)
  • Seiblberg (26)
  • Spöck (5)
  • Stefansdorf (5)
  • Stockedt (21)
  • Unterfurth (1)
  • Unterreitbach (30)
  • Weiking (17)
  • Zelli (46)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Grub, Haus und Michaelnbach.

Nachbargemeinden sind:
St. Thomas, Pollham, Tollet, Pötting, Bruck-Waasen, Waizenkirchen, Prambachkirchen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1.177 Einwohner, 2012 dann 1.287 Einwohner.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen ist auf das Symbol des Hl. Michael (Flammenschwert) und das heraldische Symbol für Wasser (Bach) abgestimmt. Es steht im engen Bezug zum Ortsnamen und wurde der Gemeinde anlässlich der 850-Jahr-Feier im Jahre 1980 von der oberösterreichischen Landesregierung verliehen.

Blasonierung: In Blau ein weißer, diagonal ansteigender Wellenbalken, belegt mit einem roten Flammenschwert mit schwarzem Griff. Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß-Schwarz

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine große Anzahl von Orts- und Flurnamen in Michaelnbach hat keltischen oder römischen Ursprung und lässt auf eine Besiedelung um etwa 500 v. Chr. schließen. Im Jahr 15 v. Chr. wurde das Gebiet von den Römern übernommen und 41 – 54 n. Chr. offiziell zur römischen Provinz erklärt. Nach der Auflösung der römischen Herrschaft Ende des 5. Jh. und der darauf folgenden Völkerwanderung vermischte sich die ansässige keltische Bevölkerung vorwiegend mit Baiern, aber auch mit den verbliebenen Romanen sowie den Resten germanischer Stämme aus der Zeit der Völkerwanderung. Durch die bayerische Siedlungstätigkeit entstanden Einzelgehöfte und Weiler und jenes Landschaftsbild, das heute noch die Gemeinde prägt.

Urkundlich erstmals erwähnt wird der Ort im Jahre 1130 mit der Bezeichnung „michilpach“. Mitte des 12. Jahrhunderts erhielten die von den Herren von Julbach abstammenden Schaunberger von Kaiser Friedrich Barbarossa einträgliche Reichslehen und es entstand eine Grafschaft mit eigenem Landrecht und Sonderstellung im Herzogtum Österreich ob der Enns. Das zwischen dem Herzogtum Bayern und Österreich liegende Schaunberger Landl, zu dem auch Michaelnbach gehörte, behielt bis ins 16. Jahrhundert seine Eigenständigkeit, Hochgerichtsbarkeit und Vogtei. In einem Urbar der nur rund 10 km entfernt liegenden Schaunburg sind zahlreiche Freieigner aus Michaelnbach verzeichnet, die den Schaubergern als Vasallen zur Verfügung standen. Im 14. Jahrhundert mussten die Schaunberger die Lehenshoheit der Habsburger anerkennen. Die Familie starb 1559 mit Graf Wolfgang im Mannesstamm aus. Das "Schaunberger Landl" erbte Großteils seine Schwester Anna die mit Erasmus von Starhemberg verheiratet war. Die Bezeichnung „Landl“ ist für das Hausruckviertel aber bis heute gebräuchlich.

Von 1559 bis 1624 war die Pfarre Michaelnbach evangelisch und bekam 1628 nach 4-jähriger Seelsorgerlosigkeit und den Aufständen im Jahre 1626 abermals einen katholischen Vikar vorgesetzt. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt und wurde im Friedensvertrag von Schönbrunn (1809) an Bayern abgetreten. Die offizielle Übergabe an König Max I. Josef von Bayern erfolgte am 19. September 1810. Die Grenze zwischen Österreich und Bayern verlief mitten durch das Gemeindegebiet, dabei kam die gesamte Ortschaft Michaelnbach in Bayern zu liegen. Die Ortschaften Stephansdorf, Seiblberg und Oberspaching wurden verwaltungsmäßig dem bayerischen Unter-Donaukreis unterstellt, die übrigen, westlich des Michaelnbachs liegenden und bayrisch gewordenen Ortschaften dem Salzachkreis. Offiziell traten auch am 1. Mai 1816 die alten Grenzen, wie im Vertrag von München festgelegt, wieder in Kraft. Die Praxis sah jedoch gänzlich anders aus. Im Taufbuch der Pfarre Michaelnbach enden die Einträge der in Österreich verbliebenen und in die Pfarre St. Thomas eingebundenen Ortschaften nicht 1809, sondern erst ab Mitte des Jahres 1811 und sie beginnen wieder um die Mitte des Jahres 1821. Das Ende der getrennten Pfarre ist im Sterbebuch dokumentiert. Pfarrer Summer schrieb dort: „Vermög allerhöchster Entschließung seiner Majestät werden vom 1. November 821 die vor dem Jahre 809 bestandenen Gränzen dieser fast 12 Jahre geteilten Pfarr wieder beobrichtet“. Im Ersten Weltkrieg verloren 31 Michaelnbacher ihr Leben, im Zweiten Weltkrieg gab es 77 Kriegstote.

Michaelnbach war bis 1923 Teil des Gerichtsbezirkes Waizenkirchen und wurde nach der Auflösung dieses Gerichtsbezirkes dem Gerichtsbezirk Grieskirchen zugeschlagen. Gleichzeitig wurde die Gemeinde aus dem Bezirk Eferding herausgelöst und Teil des Bezirks Grieskirchen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister
  • seit ? Martin Dammayr (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Michaelnbach
  • Die spätgotische Pfarrkirche Michaelnbach hat spätgotische Bildwerke Heilige Sippe und Kreuztragung Christi. Die zweischiffige Hallenkirche ist damit baugleich mit der Pfarrkirche Heiligenberg. Die Ölberggruppe an der Kirche ist barock.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michaelnbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011