Pram (Oberösterreich)

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Marktgemeinde
Pram
Wappen Österreichkarte
Wappen von Pram
Pram (Oberösterreich) (Österreich)
Pram (Oberösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Grieskirchen
Kfz-Kennzeichen: GR
Fläche: 20,31 km²
Koordinaten: 48° 14′ N, 13° 36′ OKoordinaten: 48° 14′ 6″ N, 13° 36′ 24″ O
Höhe: 435 m ü. A.
Einwohner: 1.686 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 83 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4742
Vorwahl: 07736
Gemeindekennziffer: 4 08 22
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Marktstraße 1
4742 Pram
Website: www.pram.at
Politik
Bürgermeisterin: Katharina Zauner (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2015)
(19 Mitglieder)
9
6
4
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Pram im Bezirk Grieskirchen
AistersheimBad SchallerbachEschenau im HausruckkreisGallspachGaspoltshofenGeboltskirchenGrieskirchenHaag am HausruckHeiligenbergHofkirchen an der TrattnachKallhamKematen am InnbachMeggenhofenMichaelnbachNatternbachNeukirchen am WaldeNeumarkt im HausruckkreisPeuerbachPollhamPöttingPramRottenbachSt. AgathaSt. Georgen bei GrieskirchenSt. ThomasSchlüßlbergSteegenTaufkirchen an der TrattnachTolletWaizenkirchenWallern an der TrattnachWeibernWendlingOberösterreichLage der Gemeinde Pram (Oberösterreich) im Bezirk Grieskirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Pram ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Grieskirchen im Hausruckviertel mit 1686 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Grieskirchen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pram liegt auf einer Höhe von 435 m ü. A. im Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 6,8 km, von West nach Ost 5,9 km. Die Gesamtfläche beträgt 20,3 km². 9,4 % der Fläche sind bewaldet, 81,8 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 41 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[1]). In eckigen Klammern sind Subortschaften angeführt, die zwar nicht offiziell als eigene Ortschaften geführt werden, jedoch von der Gemeindebevölkerung immer noch verwendet werden.

  • Asbach (12)
  • Bernhartsleiten (11)
  • Bruck (23)
  • Doppl (22)
  • Durrach [Haninger, Lirk[2] ] (19)
  • Echtsberg (2)
  • Edt [Gern[2]] (29)
  • Feldegg (11)
  • Forsthub (11)
  • Gattring (20)
  • Gerhartsbrunn (62)
  • Gewerbepark (0)
  • Gries (71)
  • Großpoxruck [Vornholz[2]] (31)
  • Grübl (18)
  • Gstöcket (10)
  • Hebetsberg (6)
  • Hochhub (21)
  • Irringsdorf (91)
  • Kleinpoxruck (18)
  • Klinget (53)
  • Kornrödt [Isel[2]] (34)
  • Lucka (7)
  • Lughof (7)
  • Oberprenning (107)
  • Pram (592)
  • Pramberg (14)
  • Rabenberg (10)
  • Rabenthal (6)
  • Renhartsberg [Anzenberg, Hangham[2]] (12)
  • Rotten (11)
  • Rühring [Reichendobl[2]] (43)
  • Schulterzucker [Dornhof, Reschenberg[2]] (49)
  • Standharting (17)
  • Steinbruck (41)
  • Straß [Kriechbaum, Zaun[2]] (58)
  • Unterleiten (28)
  • Unterprenning [Dobl[2]] (47)
  • Viertlbach (26)
  • Wallner [Sighartl[2]] (22)
  • Wimm (14)

Die Gemeinde besteht aus den drei Katastralgemeinden Feldegg, Gries und Pram.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Taiskirchen
(Bezirk Ried im Innkreis)
Dorf an der Pram
(Bezirk Schärding)
Wendling
Peterskirchen
(Bezirk Ried im Innkreis)
Nachbargemeinden Rottenbach
Hohenzell
(Bezirk Ried im Innkreis)
Geiersberg
(Bezirk Ried im Innkreis)
Haag am Hausruck

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten; rechts in Blau auf grünem Dreiberg ein goldenes, lateinisches Kreuz, links in Silber ein roter, steigender Krebs. Die Gemeindefarben sind Weiß-Blau.

Das von Engelbert Häupl entworfene Wappen wurde der Gemeinde am 12. September 1977 von der oberösterreichischen Landesregierung verliehen. Das Kreuz auf dem Dreiberg steht für das Holzkreuz auf dem Schulterberg, welches an den Oberösterreichischen Bauernkrieg, konkret an die Schlacht von Kornrödt vom 20. September 1626 erinnert. Der Krebs verweist auf den früher ertragreichen Fang von Flusskrebsen.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um das Jahr 400 v. Chr. besiedeln die Kelten das Land und gründen vermutlich Pram. Um das Jahr 180 v. Chr. entsteht das keltische Königreich Noricum, das im Jahr 15 v. Chr. an das Römische Reich angegliedert wird. Im Jahr 488 n. Chr. endet die römische Herrschaft, und das Gebiet des heutigen Oberösterreichs wird Niemandsland, durch das germanische Völker ziehen. Im Jahr 893 widmet Gaugraf Aribo vom Traungau und Engilmar (ein Vasall des Bischofs zu Passau) Güter in Pram zur Gründung einer Pfarre. Am 11. August 903 wird diese Widmung bestätigt und Pram wird erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1156 wird Österreich ein eigenes Herzogtum, ohne dass eine genaue Grenzziehung zwischen Österreich und Bayern festgelegt wird. So kommt es immer wieder zu Grenzverletzungen. 120 Jahre später wird mit dem ersten Vertrag von Ried die Grenze zwischen den beiden Herzogtümern endgültig festgelegt, wodurch Pram bis ins Jahr 1779, als das Innviertel zu Österreich kommt, Grenzort bleibt. 1620 verpfändet Kaiser Ferdinand II. Österreich ob der Enns wegen seiner Kriegsschulden an Bayern. Beim Einmarsch der Bayern im selben Jahr wird die Filialkirche von Pram, St. Nikola, teilweise zerstört. Pram war im Jahr 1626 ein Schauplatz des oberösterreichischen Bauernkrieges. Am 20. September 1626 fand in Pram die Schlacht am Schulterberg statt, bei der ca. 800 bayerische Soldaten und eine unbekannte Zahl aufständischer Bauern ihr Leben verloren. 1779 kommt das Innviertel zu Österreich. Damit hat die jahrhundertelange Grenzlage Prams ein Ende. Zur Zeit der Koalitionskriege (1800, 1805 und 1809) wird Pram von den Franzosen besetzt, geplündert und erpresst. Von 1810 bis 1816 ist Pram unter bayerischer Herrschaft. Durch die Beseitigung der Grundherrschaft im Jahr 1848 war der Aufbau einer neuen Verwaltungseinheit nötig geworden. Im Jahr 1849 entstand die heutige Gemeinde Pram, die aus den drei Katastralgemeinden Pram, Gries und Feldegg besteht. Im Jahr 1911 kommt Pram, als Teil des Gerichtsbezirks Haag am Hausruck, zum neu geschaffenen Bezirk Grieskirchen. Vorher war Pram Teil des Bezirks Ried im Innkreis. Am 12. März 1938 marschiert die deutsche Wehrmacht in Österreich ein, welches als Ostmark an das Deutsche Reich angegliedert wird. Erst am 4. Mai 1945, drei Tage vor Kriegsende, wird Pram von den Amerikanern befreit. Die Gemeinde ist seit dem 1. Jänner 2003 Teil des Gerichtsbezirkes Grieskirchen, zuvor gehörte sie zum Gerichtsbezirk Haag am Hausruck.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin ist Katharina Zauner von der ÖVP, Vizebürgermeister ist Günter Stiglbrunner.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1.781 Einwohner, 2001 dann 1.837 Einwohner. Dieses Wachstum erfolgte wegen einer positiven Wanderungsbilanz, die die negative Geburtenbilanz (−46) ausgleichen konnte. Von 2001 bis 2011 gab es eine Zuwanderung, die Geburtenbilanz war jedoch stark negativ, sodass die Bevölkerungszahl auf 1.730 Personen im Jahr 2011 zurückging.[5]

Pfarre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich wurde das Gebiet der heutigen Pfarre Pram von Hohenzell aus betreut. Durch die Grenzlage zu Bayern, die Pram bis zum Frieden von Teschen 1779 hatte, wurde schon verhältnismäßig früh das Pfarrvikariat „Prambkirchen“ errichtet.

In der Zeit der Reformation und Gegenreformation im 16. und 17. Jahrhundert nutzten die Jörger von Tollet ihre Position als Inhaber der Herrschaft Erlach, um dem Protestantismus in dieser Gegend zu wesentlichen Fortschritten zu verhelfen. Zu den Vogtpfarren von Erlach zählte etwa Dorf an der Pram, damals eine Filiale von Taiskirchen, das auch von evangelischen Gläubigen aus dem angrenzenden Bayern häufig besucht wurde, obwohl dies von den bayerischen Behörden aktiv bekämpft wurde.[6] In Pramkirchen hatten die Jörger mit dem Vikar David Khrenner einen beweibten Pfarrer, nach dessen Ableben 1608 Pramkirchen auch offiziell von lutherischen Prädikanten versehen wurde. Die katholisch gebliebenen Bewohner von Pram erhielten die Sakramente damals weiterhin von der Pfarre Hohenzell aus, ehe nach dem Durchbruch der Gegenreformation vom Pfarrer zu Hohenzell wieder katholische Geistliche als Vikare nach Pramkirchen geschickt wurden.[7]

Erst im Jahr 1861 wurde die eigenständige Pfarre Pram geschaffen. Die Pfarre Pram deckt sich nicht vollständig mit dem Gemeindegebiet. So gehören die Ortschaften Gries, Kornrödt und Gstöcket zwar zur Gemeinde Pram, sind aber Teil der Pfarre Geiersberg. Andererseits gehören die Ortschaften Weberndorf (Gemeinde Wendling), Mundorfing und Natzing (Gemeinde Dorf an der Pram) zum Pfarrgebiet von Pram. In der Ortschaft Natzing befindet sich auch die Pramer Filialkirche St. Nikola.

Msgr. Johann Kaltseis, em. Pfarrer, feierte 2019 das 60-jährige Priesterjubiläum.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pram (Oberösterreich)
  • Pfarrkirche Pram: Die in ihren Ursprüngen vermutlich aus dem 12. Jahrhundert stammende Pfarrkirche wurde 1728 vom Passauer Barockbaumeister Jakob Pawanger umgebaut.
  • Schloss Feldegg mit Galerie im Troadkasten
  • Mühlen- und Sägemuseum Furtmühle: Hier erhielt die Volkstanzgruppe Pram für das Projekt Das andere Fest im Museum Furthmühle den Oö. Volkskulturpreis
  • Das Atelier von Meinrad Mayrhofer
  • Schwanthalerkrippenlandschaft im Pfarrheim
  • Der Kulturverein Legio XV Apollinaris Cohors I beschäftigt sich seit den 80er Jahren mit der Geschichte der römischen Legion.[9]

Musik

  • Musikverein Marktmusikkapelle Pram. Die MMK Pram feierte 2017 ihr 135-jähriges Bestehen und zählt derzeit 60 aktive Musiker/-innen. Kapellmeister sind Roman Anzengruber jun und Christoph Schamberger. Die MMK Pram tritt jährlich bei Konzertwertungen in der Leistungsstufe C und bei Marschwertungen in der Stufe D an[10].
  • Kirchenchor Pram unter jahrzehntelanger Leitung von Prof. Hans Falter[11].

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarr-Caritas Kindergarten
  • Schüler-Hort
  • Volksschule
  • Neue Mittelschule
  • Landesmusikschule

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Emprechtinger (* 1959), Industrieller und Wirtschaftskammerfunktionär, Ehrenringträger der Gemeinde Pram[12]
  • Bernhard Hanreich (* 1968), Obertonmusiker und Restaurator[13]
  • Georg Hanreich (* 1939),. ehemaliger FPÖ-Politiker, u. a. Nationalrat
  • Lotte Hanreich (* 1939), Kauffrau, Landwirtin, Autorin und Kulturvermittlerin, Trägerin der Kulturmedaille des Landes Oberösterreich, Preisträgerin des Paula Grogge Erzählpreises des steirischen Schriftstellerverbandes[14]
  • Engelbert Häupl (* 1936), Kunstpädagoge, Maler, Graphiker und Bildhauer
  • Josef Häupl (1926 bis 1984)Maler
  • Meinrad Mayrhofer (* 1958), Bildhauer und Maler

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pram, Upper Austria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  2. a b c d e f g h i j DORIS-Systemgruppe: DORIS interMAP – Urmappe. Abgerufen am 2. Januar 2018.
  3. Land Oberösterreich, Geschichte und Geografie, Wappen. Abgerufen am 12. April 2019.
  4. Gemeinde Pram, Politik. Abgerufen am 5. September 2020.
  5. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Pram, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Abgerufen am 12. April 2019.
  6. Heinrich Wurm: Die Jörger von Tollet. Linz 1955, S. 105, 148, 158–159.
  7. Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der Pfarre und Gemeinde Hohenzell bei Ried im Inkreise, Schärding 1889, S. 161.
  8. Priesterjubilare. Abgerufen am 5. März 2021.
  9. susanne.rose: Legio XV Apollinaris Cohors I. Abgerufen am 5. März 2021.
  10. Startseite – Marktmusikkapelle Pram || MMK Pram. Abgerufen am 2. Januar 2018.
  11. Kirchenchor Pram. Abgerufen am 5. März 2021.
  12. Georg Emprechtinger, in: Webpräsenz von Regiowiki.at
  13. Bernhard Hanreich, in: Webpräsenz von Regiowiki.at
  14. Lotte Hanreich, in: Webpräsenz von Regiowiki.at