St. Agatha (Oberösterreich)

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St. Agatha
Wappen von St. Agatha
St. Agatha (Oberösterreich) (Österreich)
St. Agatha (Oberösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Grieskirchen
Kfz-Kennzeichen: GR
Fläche: 31,79 km²
Koordinaten: 48° 23′ N, 13° 53′ OKoordinaten: 48° 23′ 10″ N, 13° 52′ 44″ O
Höhe: 603 m ü. A.
Einwohner: 2.127 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 4084
Vorwahl: 07277
Gemeindekennziffer: 4 08 24
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenplatz 1
4084 St. Agatha
Website: www.st-agatha.at
Politik
Bürgermeister: Franz Weissenböck (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
16
5
4
16 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde St. Agatha im Bezirk Grieskirchen
Aistersheim Bad Schallerbach Bruck-Waasen Eschenau im Hausruckkreis Gallspach Gaspoltshofen Geboltskirchen Grieskirchen Haag am Hausruck Heiligenberg Hofkirchen an der Trattnach Kallham Kematen am Innbach Meggenhofen Michaelnbach Natternbach Neukirchen am Walde Neumarkt im Hausruckkreis Peuerbach Pollham Pötting Pram Rottenbach St. Agatha St. Georgen bei Grieskirchen St. Thomas Schlüßlberg Steegen Taufkirchen an der Trattnach Tollet Waizenkirchen Wallern an der Trattnach Weibern Wendling OberösterreichLage der Gemeinde St. Agatha (Oberösterreich) im Bezirk Grieskirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Aufgenommen vom Aussichtsturm am Mayrhoferberg
Aufgenommen vom Aussichtsturm am Mayrhoferberg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Katholische Pfarrkirche St. Agatha
Das Stefan-Fadinger-Museum in St. Agatha

St. Agatha[1] (auch Sankt Agatha) ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Grieskirchen im Hausruckviertel mit 2127 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Eferding.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Agatha liegt auf 603 m Höhe im Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,0 km, von West nach Ost 8,4 km. Die Gesamtfläche beträgt 31,8 km². 29,7 % der Fläche sind bewaldet, 65,3 % der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 40 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[2]):

  • Bäckenhof (3)
  • Bräuleiten (21)
  • Dittersdorf (47)
  • Dörfledt (11)
  • Dunzing (34)
  • Ensfeld (46)
  • Ernleiten (17)
  • Etzing (88)
  • Freiling (58)
  • Gmein (72)
  • Götzling (62)
  • Gschwendt (22)
  • Hanging (47)
  • Hatzing (83)
  • Henzing (46)
  • Hollerbrunn (15)
  • Hölzing (82)
  • Holzwühr (24)
  • Hundsdorf (76)
  • Kolmhof (12)
  • Königsdorf (120)
  • Kropfleiten (2)
  • Löcking (9)
  • Löwengrub (35)
  • Miniberg (7)
  • Mitterberg (5)
  • Mühlgraben (7)
  • Parz (26)
  • Pötzling (26)
  • Riesching (131)
  • St. Agatha (733)
  • Sattlberg (13)
  • Schabetsberg (22)
  • Scharzeredt (34)
  • Scheiblberg (15)
  • Schmieding (17)
  • Sonnleiten (24)
  • Steinzen (7)
  • Uring (37)
  • Waid (8)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Königsdorf und St. Agatha.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber zwischen vier roten, sechsstrahligen Sternen in den Ecken ein rotes Herz, aus dem oben in der Mitte an blauen Stengeln drei blaue, eins zu zwei stehende Vergissmeinnichtblüten mit goldenen Butzen wachsen.“
Die Gemeindefarben sind Blau-Gelb-Rot.
Das 1976 verliehene Gemeindewappen zeigt ein Motiv aus dem Siegel des Oberhauptmannes der aufständischen ob-der-ennsischen Bauern gegen die bayerische Pfandherrschaft 1626, Stefan Fadinger, der in St. Agatha auf dem Hof Fatting am Wald ansässig war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

St. Agatha war bis 1923 Teil des Gerichtsbezirkes Waizenkirchen und wurde nach dessen Auflösung dem Gerichtsbezirk Peuerbach zugeschlagen. Gleichzeitig wurde die Gemeinde aus dem Bezirk Eferding herausgelöst und Teil des Bezirks Grieskirchen. St.Agatha ist bekannt als Aufstandsführer Stefan Fadinger im Jahr 1626 die Unterdrückung der Bauern nicht mehr standhalten konnte und mit landwirtschaftlichen Geräten gegen die Bayrischen Herrscher einen Aufstand volzog.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Franz Weissenböck von der ÖVP.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2079 Einwohner, 2001 dann 2119 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stefan-Fadinger-Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stefan Fadinger, der Anführer der Bauern im Oberösterreichischen Bauernkrieg 1626, besaß in der Ortschaft Parz, im heutigen Gemeindegebiet von St. Agatha, einen stattlichen Hof. Mit dem Stefan-Fadinger-Museum hat St. Agatha als Heimatgemeinde des Bauernhauptmannes im Mai 2009 die bedeutendste Einrichtung des Ortes zur Erinnerung an den großen Sohn im neuen Gemeindezentrum geschaffen.

Das Museum beleuchtet das Leben Stefan Fadingers und den Alltag im 17. Jahrhundert zur Zeit des Öberösterreichischen Bauernkrieges. Ein Bereich des Museums ist dem Schwager Stefan Fadingers, Christoph Zeller, gewidmet, der aus Haibach ob der Donau stammend eine Taverne in St. Agatha bewirtschaftete und als Obristhauptmann ebenfalls Mitstreiter Fadingers an der Seite der aufständischen Bauern gewesen ist. Darüber hinaus widmet sich das Stefan-Fadinger-Museum der Gedenkkultur rund um die Person von Stefan Fadinger.

Bauernkriegsspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1974 wurde die „Stefan–Fadinger–Bauerngruppe St. Agatha“ gegründet. 1976 wurde von einer Laienspielgruppe aus St. Agatha für die landesweiten 350-Jahr-Gedenkfeiern das Bauernkriegsspiel „So wolle Gott uns gnädig sein“ (mit der Hauptfigur Stefan Fadinger) aufgeführt. In den Jahren 1981, 1990, 2000, 2004, 2008, 2010 und 2014 folgten in St. Agatha Wiederholungen dieser Aufführung.

Fadinger-Linde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fadinger-Linde, eine Sommerlinde, befindet sich neben einer Kapelle beim Fadingerhof in Parz in der Gemeinde St. Agatha. Die Fadinger-Linde ist unter der Nummer nd233 als oberösterreichisches Naturdenkmal registriert.

Bauwerke und Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Agatha
  • Pfarrhof St. Agatha
  • Stefan-Fadinger-Denkmal vor dem Gemeindezentrum[3]
  • Tabernakelbildstock am Steinhügel
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in St. Agatha (Oberösterreich)

Persönlichkeiten der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt in der Aufstellung der Gemeinden der oberösterreichischen Landesregierung im Internet und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
  2. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  3. Stefan Fadinger wacht nun vor dem neuen Gemeindezentrum in Agatha Artikel von Martin Povacz in den „OÖ Nachrichten“ vom 10. Juni 2009

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sankt Agatha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien