Minamisanriku

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Minamisanriku-chō
南三陸町
Minamisanriku (Japan)
Red pog.svg
Geographische Lage in Japan
Region: Tōhoku
Präfektur: Miyagi
Koordinaten: 38° 41′ N, 141° 27′ O38.677488888889141.44636111111Koordinaten: 38° 40′ 39″ N, 141° 26′ 47″ O
Basisdaten
Fläche: 163,74 km²
Einwohner: 14.076
(1. Mai 2014)
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 04606-0
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Minamisanriku
Baum: Machilus thunbergii
Blume: Azalee
Vogel: Steinadler
Meereslebewesen: Gewöhnlicher Krake
Farbe: ██ Himmelblau
Rathaus
Adresse: Minamisanriku Town Hall
77, Aza Shioiri, Shizugawa
Minamisanriku-chō, Motoyoshi-gun
Miyagi 986-0792
Webadresse: www.town.minamisanriku.miyagi.jp
Lage Minamisanrikus in der Präfektur Miyagi
Lage Minamisanrikus in der Präfektur

Minamisanriku (jap. 南三陸町, -chō) ist eine Hafenstadt im Landkreis Motoyoshi, Präfektur Miyagi, Japan.

Am 11. März 2011 wurde die Stadt durch einen Tsunami infolge des Tōhoku-Erdbebens völlig verwüstet.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name der Stadt lässt sich mit „Süd-Sanriku“ übersetzen, wobei Sanriku der Name der umgebenden Region ist und wörtlich „drei riku“ bedeutet. Dieses riku wiederum bezieht sich auf die früheren Provinzen Rikuō, Rikuchū und Rikuzen, deren ehemalige Gebiete die Region umspannt.

Geographie[Bearbeiten]

Minamisanriku befindet sich im Nordosten der Präfektur Miyagi entlang der pazifischen Sanriku-Riasküste. Ein großer Teil des Gemeindegebietes ist Teil des Kitakami-Berglandes, was dazu führt, dass mehr als 70 % des Gemeindegebietes bewaldet sind und das Siedlungsgebiet hauptsächlich nur die Flussmündungen darstellen. Die gesamte Küste gehört wegen ihrer natürlichen Schönheit zum Minamisanriku-Kinkazan-Quasinationalpark.

Die Stadt besteht aus vier Ortsteilen: Utatsu (歌津) im Norden wo der Isatomae-gawa (伊里前川) in die Isatomae-Bucht (伊里前湾, -wan) fließt, Shizugawa (志津川) im Osten am nördlichen Teil der Shizugawa-Bucht (志津川湾, -wan) im gemeinsamen Mündungstal des Mizushiri-gawa (水尻川), Hachiman-gawa (八幡川) und Niida-gawa (新井田川), Iriya (入谷) in einem nordwestlichen Tal davon, sowie Tokura (戸倉) am südlichen Teil der Shizugawa-Bucht an der Mündung des am Oritate-gawa (折立川). In der Shizugawa-Bucht befinden sich zudem einige kleinere Inseln.

Durch seine Lage an einer engen Bucht an einer Riasküste und den nahe bei der Stadt ansteigenden Bergen wirken sich Schäden durch Tsunamis ungewöhnlich verheerend aus, wie z. B. nach folgenden Erdbeben:

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt entstand am 1. Oktober 2005 aus dem Zusammenschluss der beiden Gemeinden Shizugawa (志津川町, -chō) und Utatsu (歌津町, -chō).

Der durch das Tōhoku-Erdbeben, dem stärksten Erdbeben Japans seit Beginn der Messungen, verursachte Tsunami zerstörte die Stadt bis auf einen kleinen Teil weiter landeinwärts liegender Siedlungen vollständig.[5] Auch 31 der 80 Tsunami-Notunterkünfte wurden beschädigt, die meisten weggerissen.[6] Mit Stand 20. Mai wurden 514 Tote und 664 Vermisste gezählt,[7] wobei ursprünglich das Schicksal von 7000 Einwohnern unklar war.[8]

Gebäudeschäden deuten auf eine Tsunami-Höhe von bis zu 16 m hin.[9] Zudem verursachte das Erdbeben bei Shizugawa eine horizontale Verschiebung von 4,42 m und eine Absenkung von 0,75 m.[10]

Verkehr[Bearbeiten]

Minamisanriku ist an das Schienennetz angeschlossen durch die JR East Kesennuma-Linie nach Maeyachi in Ishinomaki oder nach Kesennuma. Der Hauptbahnhof ist Shizugawa. Fernstraßen sind die Nationalstraßen 45 nach Sendai oder Aomori und 398 nach Ishinomaki oder Yurihonjō.

Bildung[Bearbeiten]

In Minamisanriku befinden sich fünf Grundschulen, vier Mittelschulen und die präfekturale Shizugawa-Oberschule.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Minamisanriku unterhält seit dem 17. Mai 2006 eine Partnerschaft mit Shōnai im Inland. Diese geht auf eine im Oktober 1968 geschlossene Städtefreundschaft zwischen dem früheren Utatsu und dem 2005 in Shōnai aufgegangen Tachikawa zurück.

Film[Bearbeiten]

Minamisanriku - Schicksal einer Stadt (Deutschland, 2012, 52 Min., online bei arte.tv)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 旧志津川町の年表【明治】(明治28年~) („Chronik des früheren Shizugawa (ab 1895)“). Minamisanriku, 19. Februar 2010, abgerufen am 5. April 2011 (japanisch).
  2. 旧志津川町の年表【昭和】(~昭和30年) („Chronik des früheren Shizugawa (bis 1955)“). Minamisanriku, 24. Juni 2010, abgerufen am 5. April 2011 (japanisch).
  3. 旧志津川町の年表【昭和】(昭和31年~) („Chronik des früheren Shizugawa (ab 1956)“). Minamisanriku, 19. Februar 2010, abgerufen am 5. April 2011 (japanisch).
  4. 津波ハザードマップ(南三陸(志津川)). Präfektur Miyagi, 1. Oktober 2010, abgerufen am 4. Mai 2011 (Überflutungskarten von Shizugawa für das Erdbeben von Valdivia 1960 (gelb) und Gefährdung (rot)).
  5. Erdbeben in Japan: Der Tag nach dem Tsunami. In: Spiegel Online. 12. März 2011, abgerufen am 17. März 2011 (Nachherbild von Shizugawa, Minamisanriku).
  6. Tsunami hit more than 100 designated evacuation sites. In: The Japan Times Online. 14. April 2011, abgerufen am 3. Mai 2011 (englisch).
  7. 東日本大震災 図説集. In: mainichi.jp. Mainichi Shimbun-sha, 20. Mai 2011, archiviert vom Original am 19. Juni 2011, abgerufen am 19. Juni 2011 (japanisch, Übersicht über gemeldete Tote, Vermisste und Evakuierte).
  8. 東日本大震災 図説集. In: mainichi.jp. Mainichi Shimbun-sha, 10. April 2011, archiviert vom Original am 1. Mai 2011, abgerufen am 1. Mai 2011 (japanisch, Übersicht über gemeldete Tote, Vermisste und Evakuierte).
  9. Record 16-meter tsunami hit Minami-sanriku. In: Nippon Hōsō Kyōkai (NHK). 27. März 2011, archiviert vom Original am 11. Mai 2011, abgerufen am 27. März 2011 (englisch).
  10. 宮城・南三陸町で75センチ地盤沈下 国土地理院「過去最大の沈下」. In: MSN産経ニュース. Sankei Shimbun, 14. März 2011, abgerufen am 17. März 2011 (japanisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Minamisanriku, Miyagi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien