Mordwinien

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Subjekt der Russischen Föderation
Republik Mordwinien
Республика Мордовия
Мордовия Республикась (ersjanisch)
Мордовия Республиксь (mokschanisch)
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Wolga
Fläche 26.128 km²[1]
Bevölkerung 834.755 Einwohner
(Stand: 14. Oktober 2010)[2]
Bevölkerungsdichte 32 Einw./km²
Hauptstadt Saransk
Offizielle Sprachen Ersjanisch, Mokschanisch, Russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (53,2 %)
Mordwinen (39,9 %)
Tataren (5,2 %)
(Stand: 2010)[3]
Oberhaupt Nikolai Merkuschkin
Gegründet 10. Januar 1930[4]
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahlen (+7) 834xx
Postleitzahlen 430000–431999
Kfz-Kennzeichen 13, 113
OKATO 89
ISO 3166-2 RU-MO
Website www.e-mordovia.ru
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Koordinaten: 54° 12′ N, 44° 30′ O

Die Republik Mordwinien (russisch Республика Мордовия/ Respublika Mordowija, daher deutsch auch Mordowien genannt, ersjanisch Мордовия Республикась, mokschanisch Мордовия Республиксь) ist eine Republik im europäischen Teil Russlands.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mordwinien liegt im Föderationskreis Wolga zwischen Moskau und der Wolga. Es grenzt im Norden an die Oblast Nischni Nowgorod, im Westen an Oblast Rjasan, im Osten an Oblast Uljanowsk, im Nordosten an Tschuwaschien und im Süden an die Oblast Pensa. Die Hauptstadt Saransk liegt rund 600 Kilometer südöstlich von Moskau.

In Mordwinien gibt es etwa 500 Seen und zehn Flüsse mit mehr als 100 Kilometer Länge: die Mokscha mit den in ihrem Einzugsgebiet fließenden Issa, Siwin, Wad, Parza und Wyscha sowie die Sura mit Alatyr, Insar und Pjana. Die größten Seen sind Inerka und Tatarka.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionelle mordwinische Kleidung

Die Mordwinen sind ein finno-ugrisches Volk, das stärker als andere Völker in Russland einem Assimilationsdruck durch die Russen ausgesetzt war bzw. ist. So bekannten sich bei der Volkszählung 2010 nur rund 40 % der Einwohner zu mordwinischen Nationalität. Die Russen stellen die Bevölkerungsmehrheit und leben insbesondere in den größeren Städten. Mehrere hunderttausend Mordwinen leben in anderen Teilen Russlands oder den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. Eine große Minderheit in der Region sind die Tataren, deren Bevölkerungsanteil in Mordwinien über fünf Prozent beträgt. Der Anteil der kleineren Minderheiten, wie etwa Ukrainer, Weißrussen (2002: 1.240 Personen) oder Tschuwaschen (2002: 1.097 Personen), schrumpft insbesondere durch Abwanderung. In Mordwinien herrscht seit etwa 1970 ein stetiger Bevölkerungsrückgang vor. In den vierzig Jahren von 1970 bis 2010 betrug der Rückgang 194.807 Menschen oder 18,9 %.

Amtssprachen sind gleichberechtigt die beiden mordwinischen Sprachen Ersjanisch und Mokschanisch sowie das Russische. Die Mehrheit der Bevölkerung bekennt sich zur Russisch-Orthodoxen Kirche.

Verwaltungsgliederung und Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Hauptstadt Saransk
Kloster in Temnikow

Die Republik Mordwinien gliedert sich in 22 Rajons sowie einen Stadtkreis, der von der Republikhauptstadt Saransk gebildet wird. Saransk ist auch die einzige Großstadt der Republik; mit großem Abstand folgen Rusajewka und Kowylkino sowie vier weitere Städte und 13 Siedlungen städtischen Typs (Stand: 2014).

Größte Städte und städtische Siedlungen
Stadt*/Städt. Siedlung Russisch Einwohner
(14. Oktober 2010)[2]
Saransk* Саранск 297.415
Rusajewka* Рузаевка 47.523
Kowylkino* Ковылкино 21.307
Komsomolski Комсомольский 13.513
Subowa Poljana Зубова Поляна 10.338
Krasnoslobodsk* Краснослободск 10.151

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mordovia03.png

Mordwinien war bereits im sechsten Jahrhundert von finno-ugrischen Völkern bewohnt. Im frühen Mittelalter gehörte das Gebiet zum Einflussbereich der Wolgabulgaren und der Kiewer Rus. Nach dem Mongolensturm wurde die Region von der Goldenen Horde kontrolliert. Nachdem Iwan IV. von Moskau das Khanat Kasan besiegte, kam Mordwinien unter russische Herrschaft. Die mordwinische Oberschicht übernahm schnell die russische Kultur und die orthodoxe Religion, während hingegen die einfache Bevölkerung lange an ihrer ursprünglichen schamanischen Religion festhielt. Erst im 18. Jahrhundert setzte eine flächendeckende Christianisierung in Mordwinien ein.

Mordwinien war zu Zeiten der Sowjetunion ab dem 16. Juli 1928 der Mordwinische Okrug, der am 10. Januar 1930 in Mordwinische Autonome Oblast umbenannt wurde. In den 1920er-Jahren wurden zwei einheitliche Rechtschreibungen für die beiden mordwinischen Sprachen Ersjanisch und Mokschanisch ausgearbeitet und es entwickelte sich eine eigene Literatur. Seit dem 20. Dezember 1934 war Mordwinien eine Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (ASSR) innerhalb der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR).

Der Fluss Mokscha

1990 wurde Mordwinien eine autonome Republik innerhalb Russlands. Republikoberhaupt ist Nikolai Merkuschkin. Mordwinien leidet bereits seit Jahrzehnten unter einem Bevölkerungsschwund.

Verkehr und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Republik hat gute Verkehrsanbindungen, unter anderem nach Moskau, Nischni Nowgorod und Samara. Mordwinien hat eine gut entwickelte, vielfältige Wirtschaft und ist reich an Bodenschätzen (Edelmetallen).

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1920er-Jahren gibt es in Mordwinien zahlreiche Arbeitslager. In der Sowjetunion waren sie Teil des Gulagsystems. Ab 1990 wurde die Anzahl der Häftlinge in diesen Lagern ungefähr halbiert, aber die Haftbedingungen sind weiterhin schlecht; es gibt Berichte über Wärter, die Häftlinge prügeln oder vergewaltigen.[6] Unter anderen wurden Nadeschda Tolokonnikowa, Sängerin der Punkband Pussy Riot, und Swetlana Bachmina, die eine Rolle im Yukos-Fall spielte, in mordwinischen Lagern interniert.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Republik Mordwinien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  3. Nacional'nyj sostav naselenija po sub"ektam Rossijskoj Federacii. In: Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Rosstat; abgerufen am 30. Juni 2016 (XLS, russisch, Ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung nach Föderationssubjekten, Ergebnisse der Volkszählung 2010).
  4. als Mordwinisches Autonomes Gebiet innerhalb der RSFSR
  5. Bevölkerung der russischen Gebietseinheiten nach Nationalität 2010 (russisch; Zeilen 577–585) http://www.gks.ru/free_doc/new_site/population/demo/per-itog/tab7.xls
  6. https://www.theguardian.com/world/2012/oct/23/pussy-riot-russia-harshest-prisons