Udmurtien

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Subjekt der Russischen Föderation
Udmurtische Republik
Удмуртская республика
Удмурт Республика
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Wolga
Fläche 42.061 km²[1]
Bevölkerung 1.521.420 Einwohner
(Stand: 14. Oktober 2010)[2]
Bevölkerungsdichte 36 Einw./km²
Hauptstadt Ischewsk
Offizielle Sprachen Udmurtisch, Russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (60,0 %)
Udmurten (27,1 %)
Tataren (6,5 %)
(Stand: 2010)[3]
Oberhaupt Alexander Brechalov (amtierend)
Gegründet 4. November 1920
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahlen (+7) 341xx
Postleitzahlen 426000–427999
Kfz-Kennzeichen 18
OKATO 94
ISO 3166-2 RU-UD
Website www.udmurt.ru
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Koordinaten: 57° 13′ N, 52° 47′ O

Udmurtien (russisch Удмуртия/Udmurtija, udmurtisch Удмуртия, Удмурт Республика oder Удмурт Элькун) ist eine Republik im russischen Föderationskreis Wolga.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kama bei Sarapul

Udmurtien liegt im europäischen Teil Russlands westlich des Uralgebirges zwischen den Flüssen Kama und Wjatka. Das Klima ist gemäßigt-kontinental. Der Naturraum der Republik ist vorwiegend durch die Taiga geprägt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volkszählung 2010 ergab eine Einwohnerzahl von 1.521.420 Personen. Die Udmurten sind ein finno-ugrisches Volk. Sie sind aber in ihrer Heimatrepublik nur eine Minderheit. Die große Mehrheit stellen mit 60 % die Russen. Weitere bedeutende Minderheiten sind die Tataren, Ukrainer sowie Mari. Eine Besonderheit sind die den Udmurten stark assimilierten Bessermenen, die seit 2002 wieder als eigenständiges Volk erscheinen (zuvor wurden sie zu den Udmurten gezählt).

Amtssprachen sind Udmurtisch und Russisch. Neben Anhängern der Russisch-Orthodoxen Kirche gibt es auch Schamanisten und Muslime (Tataren und Bessermenen).

Volksgruppe VZ 1926 VZ 1939 VZ 1959 VZ 1970 VZ 1979 VZ 1989 VZ 2002 VZ 2010 1
Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  %
Udmurten 395,607 52,3 % 480,014 39,4 % 475,913 35,6 % 484,168 34,2 % 479,702 32,1 % 496,522 30,9 % 460,584 29,3 % 410,584 27,0 %
Bessermenen 9,200 1,2 % 2,998 0,2 % 2,111 0,1 %
Russen 327.493 43,3 % 679.294 55,7 % 758.770 56,8 % 809.563 57,1 % 870.270 58,3 % 945.216 58,9 % 944.108 60,1 % 912.539 60,0 %
Tataren 2 19.248 2,5 % 40.561 3,3 % 71.930 5,4 % 87.150 6,1 % 99.139 6,6 % 110.490 6,9 % 109.218 7,0 % 98.831 6,5 %
Ukrainer 143 0,0 % 5.760 0,5 % 7.521 0,6 % 10.267 0,7 % 11.149 0,7 % 14.167 0,9 % 11.527 0,7 % 8.332 0,5 %
Mari 2.827 0,4 % 5.997 0,5 % 6.449 0,5 % 7.842 0,6 % 8.752 0,6 % 9.543 0,6 % 8.985 0,6 % 8.067 0,5 %
Baschkiren 5 0,0 % 362 0,0 % 1.150 0,1 % 2.005 0,1 % 3.608 0,2 % 5.217 0,3 % 4.320 0,3 % 3.454 0,2 %
Deutsche 67 0,01 % 229 0,02 % 4.776 0,36 % 2.671 0,19 % 2.628 0,18 % 2.588 0,16 % 1.735 0,11 % 1.238 0,08 %
Andere 1.674 0,2 % 7.133 0,6 % 10.418 0,8 % 14.009 1,0 % 16.924 1,1 % 21.920 1,4 % 26.841 1,7 % 76.264 5,0 %
Einwohner 756.264 100 % 1.219.350 100 % 1.336.927 100 % 1.417.675 100 % 1.492.172 100 % 1.605.663 100 % 1.570.316 100 % 1.521.420 100 %
1 54.797 Personen konnten keiner Volksgruppe zugeteilt werden. Diese Leute verteilen sich vermutlich anteilmässig gleich wie die ethnisch zugeschiedenen Einwohner.[4] 2 einschließlich Keräschen (christliche Tataren) (1926 2.113 und 2002 650 Personen)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Udmurt03.png
Udmurtische Wohnhäuser
Die Gesangsgruppe Buranowskije Babuschki in udmurtischer Tracht

Die ersten russischen Siedler kamen im 12. Jahrhundert in das von Udmurten bewohnte Gebiet. Nachdem das Khanat Kasan 1552 an Russland gefallen war, mehrten sich die russischen Zuzügler. Im 18. Jahrhundert wurden die bis dato animistischen Udmurten christlich missioniert, erste Bibelübersetzungen erschienen. Udmurtien war seit 1934 eine Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (ASSR) innerhalb der RSFSR. Nach der Auflösung der UdSSR wurden Udmurtien als eine von 21 Republiken ein mit relativ weitreichenden Autonomierechten ausgestattetes Föderationssubjekt Russlands.

Am 1. April 2006 wurde in Kambarka die zweite russische Anlage zur Vernichtung von Chemiewaffen in Betrieb genommen. In der Anlage, die mit deutscher Hilfe finanziert wurde, sollen bis 2008 über 3000 Tonnen chemische Kampfstoffe beseitigt werden, deren Vernichtung über 270 Millionen Euro kostet. Deutschland trägt davon 90 Millionen Euro.

Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2008 nicht mehr aktuell zu sein: Rückblickende Betrachtung der Kampfstoffbeseitigung.
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Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtierendes Oberhaupt der Republik ist Alexander Brechalov.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Republik ist verkehrsmäßig relativ gut erschlossen und stark industrialisiert. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen gehören die Metall- und Holzverarbeitung, die chemische und die Glasindustrie. Erdöl und Kohle zählen zu den wichtigsten Bodenschätzen.

Verwaltungsgliederung und Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Republik Udmurtien umfasst 25 Rajons sowie 5 Stadtkreise, die von der Hauptstadt der Republik Ischewsk sowie den vier nächstgroßen Städten Sarapul, Wotkinsk, Glasow und Moschga gebildet werden. Insgesamt gibt es sechs Städte und fünf Siedlungen städtischen Typs.

Städte und städtische Siedlungen
Stadt*/Städt. Siedlung Russisch Rajon Einwohner
(14. Oktober 2010)[2]
Balesino Балезино Balesino 16.121
Glasow* Глазов Stadtkreis 95.854
Igra Игра Igra 20.737
Ischewsk* Ижевск Stadtkreis 627.734
Jar Яр Jar 6.596
Kambarka* Камбарка Kambarka 11.021
Moschga* Можга Stadtkreis 47.961
Nowy Новый Wotkinsk 5.742
Sarapul* Сарапул Stadtkreis 101.381
Uwa Ува Uwa 19.984
Wotkinsk* Воткинск Stadtkreis 99.022

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Udmurtien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  3. Nacional'nyj sostav naselenija po sub"ektam Rossijskoj Federacii. In: Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Rosstat, abgerufen am 30. Juni 2016 (XLS, russisch, Ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung nach Föderationssubjekten, Ergebnisse der Volkszählung 2010).
  4. Bevölkerung der russischen Gebietseinheiten nach Nationalität 2010 (russisch) http://demoscope.ru/weekly/ssp/rus_etn_10.php?reg=48