Moskenes
| Wappen | Karte | |
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Kommunennummer: | 1874 | |
| Provinz (fylke): | Nordland | |
| Verwaltungssitz: | Reine | |
| Koordinaten: | 67° 56′ N, 12° 58′ O | |
| Fläche: | 118,78 km² | |
| Einwohner: | 976 (1. Jan. 2026)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 8 Einwohner je km² | |
| Sprachform: | neutral | |
| Webpräsenz: | ||
| Verkehr | ||
| Straße: | Europastraße 10 (E10) | |
| Lage in der Provinz Nordland | ||
Moskenes ist eine Kommune im norwegischen Fylke Nordland. Die Kommune liegt im Südwesten der Inselgruppe Lofoten und hat 976 Einwohner (Stand: 1. Januar 2026). Verwaltungssitz ist die Ortschaft Reine. Es gibt Pläne, dass Moskenes im Jahr 2028 mit Vestvågøy fusioniert wird.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lage und Topografie
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Die Kommune Moskenes ist eine Inselkommune in der Region Lofoten. Zu Moskenes gehört der südliche Teil der Moskenesøya, der südlichsten der größeren Lofoten-Inseln, sowie zahlreiche kleinere Inseln in deren Umgebung. In die Moskenesøya schneiden sich viele Fjorde ein, weshalb die Landschaft stark zerklüftet ist. Die größeren Siedlungen der Kommune liegen an der Ostküste der Moskenesøya, wo ein schmaler Küstenstreifen besteht. Dort befindet sich auch die Ortschaft Reine, das Verwaltungszentrum von Moskenes. Reine liegt im Süden des Kjerkfjords.[2] Die Gesamtfläche der Kommune beträgt 118,78 km², wobei Binnengewässer zusammen 8,31 km² ausmachen.[3]
Das Terrain der Hauptinsel ist von Bergen geprägt, die nahe der Westküste vielerorts Höhen von über 800 moh. erreichen.[2] Die höchste Erhebung der Kommune Moskenes, die Hermannsdalstinden, hat eine Höhe von 1026,38 moh.[4] Der Großteil der Gebirgslandschaft geht seit 2018 in den Lofotodden-Nationalpark (Lofotodden nasjonalpark) ein. Dieser erstreckt sich über die Kommunen Moskenes und Flakstad.[5]
Auf der Moskenesøya besteht die einzige auf dem Land verlaufende Grenze, nämlich zur Kommune Flakstad. Im Süden verläuft im Moskstraumen die Grenze zur Inselkommune Værøy. Des Weiteren bestehen im Meer verlaufende Grenzen zu Vestvågøy und den beiden Festlandkommunen Bodø und Steigen.[2] Die Gesamtfläche der Kommune beträgt 118,78 km², wobei Binnengewässer zusammen 8,31 km² ausmachen.[6]
Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Moskenes liegt in der subpolaren Klimazone. Die Winter sind kalt und lang, die Sommer kurz und kühl. Das maritime Klima führt zudem zu häufigen Wetterumschwüngen und starken Windböen. Die Siedlungen im Westen der Moskenesøya sind durch die Berge im Westen etwas von den Einflüssen aus dem Europäischen Nordmeer geschützt.[7]
Einwohner
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Fast alle Einwohner der Kommune leben in den Fischerdörfern an der Ostküste. Dort liegen entlang der Europastraße 10 (E10) von Nord nach Süd die Orte Hamnøya, Reine, Moskenes, Sørvågen, Tind und Å i Lofoten. Früher gab es auch kleinere Siedlungen südlich von Å, diese sind jedoch mittlerweile verlassen.[7] In der Kommune liegen zwei sogenannte Tettsteder, also zwei Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine städtische Siedlung gewertet werden. Diese sind Reine mit 296 und Sørvågen mit 395 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2025).[8]
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte sich die Einwohnerzahl der Kommune zunächst bis Ende des 1950er-Jahre halten. Die höchste Einwohnerzahl auf dem Gebiet der heutigen Kommune lag im Jahr 1957 vor, als Moskenes 2176 Einwohner hatte. Anschließend begann die Zahl der Einwohner zurückzugehen, bis sie schließlich sogar unter 1000 fiel. Hintergrund für die schrumpfenden Einwohnerzahlen ist der Rückgang der Fischerei, die die Haupteinnahmequelle der Kommune darstellt.[7]
Die Einwohner der Kommune werden Moskenesfjerding genannt.[9] Moskenes hat wie viele andere Kommunen der Provinz Nordland weder Nynorsk noch Bokmål als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.[10]
| Jahr | Einwohnerzahl[11] | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Anzahl | Prozent | ||
| 1980 | 1667 | — | — |
| 1990 | 1445 | −222 | −13,3 % |
| 2000 | 1352 | −93 | −6,4 % |
| 2010 | 1130 | −222 | −16,4 % |
| 2020 | 1015 | −115 | −10,2 % |
Geschichte und Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gegend wurde schon in der Steinzeit besiedelt. In der Höhle Kollhellaren befinden sich 2500 bis 4000 Jahre alte Höhlenmalereien.[7]
Kirchen und Museen
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In Reine befindet sich die Reine kirke. Die Holzkirche wurde im Jahr 1891 erbaut und hat 288 Sitzplätze.[12] Zudem gibt es mit der Moskenes kirke eine in Holz erbaute Kirche in der Ortschaft Moskenes. Sie hat 280 Sitzplätze und einen kreuzförmigen Grundriss. Der Bau wurde im Jahr 1819 abgeschlossen.[13]
Das Fischerdorf Å mit seiner hauptsächlich aus dem 19. Jahrhundert stammenden Bebauung ist fast vollständig als Museum, dem Norwegischen Fischerdorfmuseum Å (Norsk Fiskeværsmuseum) bewahrt. In Å liegt zudem das Stockfischmuseum (Lofoten Tørrfiskmuseum).[7][14]
Änderungen der Gemeindegrenzen und geplante Fusion mit Vestvågøy
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kommune Moskenes wurde am 1. Juli 1916 gegründet, als sie von Flakstad abgespalten wurde. Moskenes hatte bei seiner Gründung 1306 Einwohner, Flakstad verblieb mit 1667 Einwohnern. Zum 1. Januar 1964 kam es zur Eingemeindung von Flakstad in Moskenes. Flakstad brachte 2067 Einwohner nach Moskenes ein, das vor der Fusionierung 2001 Einwohner hatte. Die Fusionierung wurde zu Beginn des Jahres 1976 rückgängig gemacht und Flakstad wieder von Moskenes abgespalten. Moskenes hatte nach der Auftrennung noch 1705 Einwohner.[15]
Im Jahr 2024 erklärte die Bürgermeisterin der Kommune, dass die Kommune bankrott und auf Hilfe angewiesen sei. Zu diesem Zeitpunkt war Moskenes bereits zwölf Jahre am Stück im ROBEK, einem Register von Kommunen in instabilen wirtschaftlichen Verhältnissen, geführt.[16] Im April 2025 bot das Ministerium für Kommunalverwaltung und regionale Entwicklung an, dass der Staat die 160 Millionen NOK Schulden übernehme, falls Moskenes mit der Kommune Vestvågøy fusioniere.[17] Im August 2025 stimmten die Kommunalparlamente der beiden Kommunen für eine Zusammenlegung. Geplant ist, dass die Fusion zum 1. Januar 2028 erfolgt.[18]
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Moskenes ist über die Europastraße 10 (E10) mit dem Festland verbunden. Die E10 führt von Å i Lofoten entlang der Ostküste durch die größeren Orte der Kommune und von dort weiter in die Nachbarkommune Flakstad.[2] Die Verbindung zum Festland wurde im Rahmen des Straßenbauprojekts Lofast, das 2007 fertiggestellt wurde, gebaut.[19] Innerhalb von Moskenes führt die E10 durch mehrere Tunnel und über mehrere Brücken.[2]
Zudem besteht eine Fährverbindungen zwischen Moskenes und der Stadt Bodø sowie zwischen Moskenes, Værøy und Røst.[2]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Traditionell ist die Fischerei der wichtigste Wirtschaftszweig der Kommune. Neben dem Fischfang an sich ist auch die Industrie größtenteils auf die Fischerei ausgerichtet. Von Bedeutung ist dabei vor allem die Lebensmittelindustrie sowie in kleinerem Maße die mechanische Industrie. In der Sommersaison kommen viele Touristen in die Kommune, was auch den Tourismus zu einer wichtigen Einnahmequelle macht.[7] Im Jahr 2021 arbeiteten von rund 500 Arbeitstätigen etwa 400 in Moskenes selbst. Über 30 Personen pendelten nach Vestvågøy.[20]
Das größte Wasserkraftwerk in der Kommune ist das Kraftwerk Krokvatn, das seit 1951 in Betrieb ist. Zwischen 1991 und 2020 lag die durchschnittliche Jahresproduktion bei 13 GWh. Die ausgenutzte Fallhöhe beträgt 344 Meter.[21]
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Brücken im Straßenverlauf der E10
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Verlauf der E10 an der Küste in Moskenes
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Trockengestelle mit Stockfisch
Name und Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das seit 1986 offizielle Wappen der Kommune zeigt in Blau eine rechte silberne Spirale. Das Wappen soll den Moskstraumen symbolisieren.[7] Moskenes wurde im Jahr 1567 als Muskenes und als Musnes erwähnt. Der Name wurde ursprünglich als Hofname verwendet. Die Bedeutung des Namens ist nicht gesichert.[22]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hank von Helvete, Sänger der Band Turbonegro
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Moskenes im Store norske leksikon (norwegisch)
- Fakten über Moskenes beim Statistisk sentralbyrå (norwegisch)
- Moskenes auf der Website des Statsforvalters (norwegisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ 07459: Population, by region, contents and year. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
- ↑ a b c d e f Moskenes kommune. In: Norgeskart. Abgerufen am 4. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ 09280: Area of land and fresh water, by municipality (km²) (M) 2007 - 2025. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, abgerufen am 4. Januar 2026 (norwegisch (Nynorsk)).
- ↑ Lofotodden nasjonalpark. In: naturbase.no. Miljødirektoratet, abgerufen am 4. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ 09280: Area of land and fresh water, by municipality (km²) (M) 2007 - 2025. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b c d e f g Moskenes. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 4. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Population and land area in urban settlements. Statistisk sentralbyrå, 20. November 2025 (englisch).
- ↑ Innbyggjarnamn. In: Språkrådet. Abgerufen am 4. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Forskrift om språkvedtak i kommunar og fylkeskommunar (språkvedtaksforskrifta). In: Lovdata. Abgerufen am 4. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Population. 06913: Population 1 January and population changes during the calendar year (M) 1951 - 2025. In: ssb.no. Abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
- ↑ Reine kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 4. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Moskenes kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 4. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Norwegisches Fischerdorfmuseum Å. In: Visit Norway. Abgerufen am 4. Januar 2026.
- ↑ Dag Juvkam: Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen. (PDF) In: Statistisk sentralbyrå. 1999, abgerufen am 4. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Sondre Skjelvik: Lofoten: Moskenes kommune vil slå seg selv konkurs om de ikke får hjelp. In: NRK. 21. Februar 2024, abgerufen am 20. August 2025 (norwegisch).
- ↑ Alexander Kjønsø Karlsen: Kommunesammenslåing: Moskenes og Vestvågøy jobber for å slå seg sammen. In: NRK. 22. April 2025, abgerufen am 20. August 2025 (norwegisch).
- ↑ Marie Staberg: Historisk vedtak: Vestvågøy og Moskenes går for sammenslåing. In: NRK. 20. August 2025, abgerufen am 20. August 2025 (norwegisch).
- ↑ Geir Thorsnæs: Lofast. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 4. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 4. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Krokvatn. In: NVE. Abgerufen am 4. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Moskenes. In: Norsk stadnamnleksikon. Abgerufen am 4. Januar 2026 (norwegisch (Nynorsk)).
