Andøy

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Andøy
Andøy (Norwegen)
Andøy
Andøy
Basisdaten
Kommunennummer: 1871
Provinz (fylke): Nordland
Verwaltungssitz: Andenes
Koordinaten: 69° 19′ N, 16° 7′ OKoordinaten: 69° 19′ N, 16° 7′ O
Fläche: 656,15 km²
Einwohner: 4.663 (27. Feb. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 7 Einwohner je km²
Sprachform: neutral
Postleitzahl: N 8483
Gliederung: Andenes, Bleik, Stave, Nordmela, Dverberg, Ånes, Åse, Risøyhamn, Lovik, Strandland
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Knut Nordmo (Sp) (2019)
Lage in der Provinz Nordland
Lage der Kommune in der Provinz Nordland

Andøy ist eine Kommune im norwegischen Fylke Nordland. Die Kommune hat 4663 Einwohner (Stand: 27. Februar 2020). Verwaltungssitz ist die Ortschaft Andenes.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist die nördlichste im Fylke Nordland und liegt auf der Inselgruppe Vesterålen. Zu Andøy gehören die Insel Andøya, der nordwestliche Bereich von Hinnøya sowie etwa 190 weitere Inseln und Schären. Auf Hinøya grenzt Andøy an die Gemeinde Sortland, die restlichen Grenzen verlaufen im Meer. Im Osten Andøyas liegt das Andfjord.[2]

Die höchste Erhebung ist die Skardtindan mit einer Höhe von 890 moh. Sie befindet sich auf der Insel Hinnøya an der Grenze zu Sortland.[3] Die Bereiche an der Küste Andøyas sind flach und ein Großteil des flachen Bereichs ist ein Moorgebiet. Die Moorfläche macht etwa 40 Prozent des gesamten Gemeindeareals aus. In Teilen davon werden Moltebeeren angebaut.[4]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima ist aufgrund der Lage am Golfstrom verglichen mit anderen Orten auf gleichem Breitengrad relativ mild. Es wird vermutet, dass die Ortschaft Bleik auf der Insel Andøya während der letzten Eiszeit der einzige eisfreie Ort Norwegens war.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Großteil der Einwohner lebt an Siedlungen an der Küste. Mit Andenes (2615 Einwohner, Stand 2019) und Bleik (457 Einwohner) gibt es in Andøy zwei sogenannte Tettsteder, also Gebiete, die für statistische Zwecke als eine Ansiedlung gezählt werden.[6] Beide liegen im Norden der Insel Andøya.

Zwischen 1950 und 1970 stieg die Einwohnerzahl an, im Jahr 1971 erreichte sie mit 8060 Einwohnern ihren höchsten Wert. Der Anstieg ging vor allem mit dem Ausbau der Niederlassung der norwegischen Streitkräfte in Andenes einher. Anschließend sank die Einwohnerzahl bis 2017 erneut um 39 Prozent.[4]

Die Einwohner der Gemeinde werden Andværing genannt.[7] Andøy hat wie viele andere Kommunen der Provinz Nordland weder Nynorsk noch Bokmål als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Risøyhamn und in Andenes gibt es Funde, untere anderem Höfe, aus der Eisenzeit. In beiden Orten gibt es Abteilungen des Museums Andøymuseet. Im Jahr 1837 wurde die Kommune Dverberg gegründet, die das gleiche Gebiet umfasste als die heutige Gemeinde Andøy. Dverberg wurde 1924 in Dverberg, Bjørnskinn und Andenes aufgespalten. Im Jahr 1964 wurden sie erneut zusammengeführt, allerdings nun unter dem Namen Andøy.

In der Gemeinde liegen mit der Dverberg kirke, der Bjørnskinn kirke und der Andenes kirke drei Holzkirchen aus dem 19. Jahrhundert.[9] Unter und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde versucht, auf Andøya Bergbau zu betreiben, was sich allerdings als unwirtschaftliche herausstellte. Die Versuche wurden daraufhin wieder eingestellt.[4]

Bei der Parlamentswahl 2017 erhielt die Senterpartiet etwa 70 Prozent der Stimmen, zuvor lag der Wert bei der Kommunalwahl 2015 bei 10,7 Prozent. Grund dafür war, dass im Jahr 2016 die Regierungsparteien der Regierung Solberg sowie die Arbeiderpartiet im Nationalparlament Storting für die Schließung der Andøy flystasjon, dem Militärstützpunkt am Flughafen Andøya, stimmten.[10]

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Nordostküste Andøyas südlich von Andenes befindet sich der Flughafen Andøya, Andenes.[11] Der Fylkesvei 82 stellt sowohl auf Hinnøya als auch auf Andøya die Verbindung zum Riksvei 85 und somit auch zur Europastraße 10 (E10) her.

Im Ort Risøyhamn legen Schiffe der Hurtigruten an. Mit etwa 200 Einwohnern stellt die Ortschaft die kleinste Anlegestelle der Schiffslinie dar.[12] An der Nordküste Andøyas liegt der Andenes fyr, ein 45 Meter hohes Leuchtfeuer aus dem Jahr 1859.[13]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine wichtige Einnahmequelle der Kommune stellt die Fischerei dar. Früher war auch die Landwirtschaft von großer Bedeutung, diese ging über die Zeit jedoch stark zurück. Es wird dabei vor allem auf die Milch- und Fleischproduktion gesetzt. Auf Hinnøya werden Teile der Fläche von Rentierhaltern genutzt. Die industrielle Produktion besteht zu einem großen Teil aus der Fischveredelung, des Weiteren ist die Holzwarenindustrie, die chemische Industrie und die Textilindustrie sowie der Maschinenbau in Andøya vertreten. Im Bereich des Tourismus setzt man vor allem auf Wintertourismus, der sich unter anderem auf die Polarlichter begründet.[4]

Im Jahr 2019 arbeiteten von 2212 Menschen 1907 in Andøy selbst, weitere Personen waren in den umliegenden Kommunen wie Sortland oder Tromsø tätig.[14]

Wappen und Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das seit 1983 offizielle Wappen Andøys zeigt in Blau eine silberne linke Sturzwoge. Es soll die nahe Verbindung der Gemeinde mit dem Meer symbolisieren.

Der Name der Kommune und der Insel Andøya leitet sich vom altnordischen Namen „Ǫmð“ oder „Ǫmd“ ab. Die Herkunft der alten Bezeichnung ist nicht genau gesichert. Die Nachsilbe „-øy“ bedeutet „Insel“.[15]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Andøy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisk sentralbyrå – Befolkning
  2. Andøy kommune. In: Norgeskart. Kartverket, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  3. Høyeste fjelltopp i hver kommune. Kartverket, 1. September 2015, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch Bokmål).
  4. a b c d Geir Thorsnæs: Andøy. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  5. Naturopplevelser. Visit Andøy, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  6. Tettsteders befolkning og areal. Statistisk sentralbyrå, 4. Dezember 2019, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  7. Innbyggjarnamn. Språkrådet, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch Nynorsk).
  8. Forskrift om målvedtak i kommunar og fylkeskommunar (målvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  9. Kirkesøk. Kirkebyggdatabasen, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  10. Andreas Budalen, Hilde Mangset Lorentsen: Her har Ap og Høyre en «umulig» oppgave før valget. In: NRK. 4. September 2019, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  11. Andøy airport. In: Avinor. Abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  12. Risøyhamn – Schmaler Sund, weiter Horizont. In: hurtigruten.de. Abgerufen am 5. September 2020.
  13. Andenes fyrstasjon. Norsk Fyrhistorisk Forening, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  14. Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).
  15. Andøy. In: Norsk stadnamnleksikon. Abgerufen am 5. September 2020 (norwegisch).