Lofoten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

f

Lofoten
Cirruswolken über Lofoten
Cirruswolken über Lofoten
Gewässer Europäisches Nordmeer
Geographische Lage 68° 20′ N, 14° 40′ OKoordinaten: 68° 20′ N, 14° 40′ O
Karte von Lofoten
Anzahl der Inseln 80
Hauptinsel Austvågøya
Gesamte Landfläche 1227 km²
Einwohner 24.000
Der Ort Reine auf Lofoten
Der Ort Reine auf Lofoten

Lofoten (norwegisch Lofoten: „Der Lofot“) ist eine norwegische Region im Regierungsbezirk (norwegisch Fylke) Nordland und Teil einer Inselgruppe vor der Küste Nordnorwegens, bestehend aus etwa 80 Inseln, unter anderem Austvågøya, Skrova, Gimsøy, Vestvågøy, Flakstadøy, Moskenesøy, Værøy und Røst. Der norwegische Distrikt Lofoten umfasst im Wesentlichen die Inselgruppe.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name bedeutet „der Luchsfuß“ von „ló“, altnordisch für Luchs, und „foten“, der Fuß. Lofot war der ursprüngliche Name der Insel Vestvågøy.

Obwohl der Name „Lofoten“ im Norwegischen in der Einzahl steht, wird missverständlicher Weise in der deutschen Umgangssprache die Region nicht selten als „die Lofoten“ bezeichnet. Der Grund dafür liegt vermutlich darin, dass die Endung „-en“, die im skandinavischen Sprachraum einen bestimmten Artikel darstellt, Deutsche zum einen an ein Wort in der Mehrzahl erinnert und darüber hinaus die Region Lofoten aus mehreren Inseln besteht (vgl. Malediven, Aleuten usw.).

In der Schriftsprache und grammatikalisch korrekt formuliert wird Lofoten indes als Region behandelt (vgl. Hessen, Pommern, Schlesien oder auch Norwegen). Zur Verdeutlichung lässt sich darauf verweisen, dass in der deutschen Sprache viele Orte und Gebiete mit der Endung „-en“ (siehe auch Rügen oder Gelsenkirchen) gleichermaßen in der Einzahl verwendet werden.

Ebenso wird von manchen Deutschen in der Umgangssprache gelegentlich die zweite Silbe betont und mit langem „o“ gesprochen, was den missverständlichen Eindruck von Lofoten als Plural verstärkt. Korrekterweise liegt jedoch, wie im Norwegischen, die Betonung auf der ersten Silbe. Da die norwegische Aussprache den Buchstaben „o“ oftmals wie das deutsche „u“ ausgesprochen wird, lautet die korrekte Aussprache für „Lofoten“ in etwa zwischen „Luhfottn“ und „Luhfuttn“.

Lage und Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lofoten liegt etwa 100 bis 300 km nördlich des Polarkreises im Atlantik, vom Festland getrennt durch den Vestfjord. Das Gebiet liegt zwischen dem 67. und 68. Breitengrad und grenzt sich nordöstlich durch den Raftsund von der in ihrer Gesamtheit nördlicher gelegenen Region und Inselgruppe Vesterålen ab. Die größten Inseln sind durch Brücken oder Tunnel miteinander verbunden. Eine der Inseln, Austvågøya, ist südlich Teil von Lofoten, wogegen der nordöstliche Teil der Insel zur Kommune Hadsel und somit zum Distrikt Vesterålen gehört. Auch die südwestliche Spitze der Insel Hinnøya gilt als Teil von Lofoten, weil sie früher nur mit dem Boot von Svolvær aus erreichbar war.

Administrativ gehört der Distrikt Lofoten zum Fylke (Provinz) Nordland. Die größte und einzige Stadt und somit der wichtigste Ort in Lofoten ist Svolvær auf Austvågøya. Im Distrikt Lofoten gibt es sechs Kommunen (Gemeinden): Vågan, Vestvågøy, Flakstad, Moskenes, Værøy und Røst.

Die Region Lofoten hat zirka 24.000 Einwohner und eine Fläche von 1227 km².

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit circa 6000 Jahren ist Lofoten bevölkert. Ursprünglich lebte man dort vom Fischfang und von der Jagd. Während der Wikingerzeit bildeten sich mehrere Siedlungen mit Häuptlingshöfen. Eine Nachbildung ist in Borg wieder aufgebaut worden.

Ab dem 14. Jahrhundert beherrschten Kaufleute aus Bergen den Fischhandel. Lofoten gehört steuerlich zu Bergen. Je nach der Größe des Fischfangs ging es den Einwohnern Lofotens gut oder schlecht. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es große Heringsvorkommen, die zu den heutigen Besiedlungen führten.

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lofoten besitzt zwei Städte und mehrere kleinere Orte (Anzahl der Einwohner):

Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berg Vågakallen (942 m) bei Kabelvåg/Lofoten

Die Landschaft war viele Jahrhunderte karg und kahl, es gab nur noch wenige Bäume, weil der Mensch die meisten Wälder für den Haus-, Schiffs- und Trockengestellbau abgeholzt hatte. Mittlerweile ist der Baumbestand in weiten Teilen von Lofoten wieder erheblich angewachsen.

Vorrangig sind die Ostseiten der Inseln besiedelt, da dort Wind und Seegang weniger stark angreifen – die stellenweise über 1200 Meter hohen Berge in Lofoten haben alpinen Charakter und halten allzu starke Wettereinflüsse ab. Die Gezeiten pressen das Wasser mit heftiger Gewalt zwischen den einzelnen Inseln hindurch, so dass zum Teil gefährliche Strudel entstehen. Am bekanntesten ist der so genannte Mahlstrom oder Moskenstraumen. Bekannt ist die Region darüber hinaus für den Ort in Norwegen, von dem aus sich die Nordlichter sehr gut beobachten lassen, da das Winterklima relativ mild ist und das Aurora-Oval die Lofoten kreuzt. Informationen zu den genannten Nordlichtern finden sich im Polarlichtzentrum in Laukvik.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nördlichen Ausläufer des Golfstroms sorgen für ein relativ mildes Klima in Lofoten.

Extremtemperaturen und Niederschlag im langjährigen Mittel (1961–1990)
Wert Jan. Feb. Mär. Apr. Mai Jun. Jul. Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
Höchste gemessene Temperatur (°C) 9,0 8,5 8,6 15,0 21,8 30,4 29,8 26,9 22,1 16,4 11,6 11,2
Tiefste gemessene Temperatur (°C) -12,7 -15,1 -12,3 -8,5 -3,4 -1,2 3,7 3,9 -1,4 -4,5 -10,7 -15,1
Niederschlag (mm) 69 53 54 47 39 42 57 60 86 117 87 91

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischfang und -verarbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haupterwerbszweig der „Lofotinger“ ist neben dem Tourismus der Fischfang und die damit verbundene Industrie. Der Lofotfischfang, zu dem Jahr für Jahr hunderte kleiner Fischerboote zusammenkommen, findet von Mitte Januar bis Mitte April statt. Den Hauptanteil der Fänge bildet der geschlechtsreife Kabeljau. In den besten Zeiten wurden in einer Saison bis zu 146.000 Tonnen Fisch in Lofoten angelandet.[1] Im Jahr 2015 betrug die Menge an gefangenem Kabeljau 65.195 Tonnen.[2] Gefangener Dorsch (wie Kabeljau auch bezeichnet wird) wird zu Klippfisch oder Stockfisch (Tørrfisk) verarbeitet, der vor allem für den Export vorgesehen ist.

Erdöl und Erdgas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz eines Moratoriums bezüglich der Förderung von Erdöl und Erdgas werden gegenwärtig geologische Erkundungen mit dem Ziel der späteren Förderung unternommen.[3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen- und Fährverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fährhafen von Svolvær in Lofoten
Mitternachtssonne hinter Bergen in Lofoten
Kirche von Kabelvåg/Lofoten

Die Europastraße 10 beginnt in Å i Lofoten und führt nach 170 km nach Fiskebøl. Dort besteht eine Fährverbindung nach Melbu auf der Insel Hadseløya. Von Fiskebøl führt die E10 weiter durch Tunnel und über Brücken bis auf das norwegische Festland und schließlich bis nach Schweden.

Busverbindungen gibt es nach Vesterålen und Bodø/Fauske mit Anschluss an die Bahn in Bodø.

Am 1. Dezember 2007 wurde die Festlandverbindung – Lofast – eröffnet. Diese führt von Fiskebøl über die Insel Hinnøya nach Gullesfjordbottn. Damit ist Lofoten erstmals in seiner Geschichte über eine Landverbindung erreichbar.

Die Schiffe der Hurtigruten halten auf den Lofoten in Stamsund und Svolvær. Von Svolvær nach Skutvik verkehrt eine Autofähre, die Lofoten mit der Europastraße 6 verbindet. Eine weitere wichtige Fährverbindung ist die Autofähre von Moskenes nach Bodø. Zwischen Svolvær und Bodø gibt es eine Expressbootverbindung.

Vesterålen ist über die Autofähre von Fiskebøl nach Melbu erreichbar.

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Flugplätze gibt es in Lofoten, bei Svolvær, Leknes und auf der Insel Røst. Zusätzlich gibt es einen Hubschrauberlandeplatz auf der Insel Værøy, da auf dieser Insel der Flugplatz wegen seiner gefährlichen Aufwinde schon seit vielen Jahren nicht mehr genutzt wird. Alle Flugplätze werden täglich mehrmals von Bodø aus angeflogen. Seit April 2017 werden zudem zwei mal wöchentlich Direktflüge von Oslo nach Svolvær und Leknes durch Widerøe angeboten. Die Flugzeit beträgt etwa 2,5 Stunden. Der Flughafen Harstad/Narvik, der über die E 10 an die Inselgruppe angebunden ist, bietet täglich mehrere Flüge nach Oslo an.

Übersicht der Fährverbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fähre von Vesterålen nach Lofoten;

  • Melbu – Fiskebøl, Fahrzeit 25 Minuten

Fähren von der E6 (Festland) nach Lofoten:

  • Skutvik – Svolvær, Fahrzeit 2 Stunden
  • Bodø – Røst, Fahrzeit 4,5 bis 5 Stunden
  • Bodø – Værøy, Fahrzeit 3,5 bis 5 Stunden
  • Bodø – Moskenes, Fahrzeit 3 bis 3,5 Stunden

Katamaran (Schnellfähre) vom Festland nach Lofoten:

  • Bodø – Svolvær, Fahrzeit 3 Stunden

Hurtigruten Linienquerverbindung:

  • Bodø – Stamsund, Fahrzeit 3,5 Stunden
  • Stamsund – Svolvær, Fahrzeit 2,5 Stunden
  • Svolvær – Stokmarknes, Fahrzeit 3 Stunden

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Joachim Kürtz, Fotos: Walter Mayr: Lofoten: Im Archipel des Kabeljau. In: Geo-Magazin. Hamburg 1979,4, S.138–156. Informativer Erlebnisbericht: "Von Mitte Januar bis in den April hinein jagen die Lofotfischer den Kabeljau. Tausende werden alljährlich vom Fangfieber gepackt. Doch mancher, der sich ein Vermögen erhoffte, blieb auf See." ISSN 0342-8311

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lofoten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Lofoten – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Har tatt opp 38.000 tonn skrei hittil i år In: Nordland, 25. März 2014. Abgerufen am 26. Januar 2016.
  2. Lofotkvantum 65.195 tonn skrei In: Lofotposten, 28. April 2015. Abgerufen am 26. Januar 2016.
  3. Tausche Fische gegen Erdgas. In: Financial Times Deutschland. Hamburg 19. September 2008.