Fauske

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Karte
Wappen der Kommune Fauske
Fauske (Norwegen)
Fauske (67° 15′ 32″ N, 15° 23′ 29″O)
Fauske
Basisdaten
Kommunennummer: 1841
Provinz (fylke): Nordland
Koordinaten: 67° 16′ N, 15° 23′ OKoordinaten: 67° 16′ N, 15° 23′ O
Fläche: 1.196,98 km²
Einwohner: 9.640 (1. Jan. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 8 Einwohner je km²
Sprachform: Bokmål
Webpräsenz:
Verkehr
Bahnanschluss: Nordlandsbanen
Politik
Bürgermeister: Marlen Rendall Berg (Sp) (2019)
Lage in der Provinz Nordland
Lage der Kommune in der Provinz Nordland

Fauske (lulesamisch: Fuosko) ist eine Kommune im norwegischen Fylke Nordland. Die Kommune hat 9640 Einwohner (Stand: 1. Januar 2021). Verwaltungssitz ist die gleichnamige Stadt Fauske.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blåmannen und Blåmannsisen

Die Gemeinde liegt am nördlichen inneren Bereich des Skjerstadfjords und grenzt an Sørfold im Norden, Saltdal im Süden sowie Bodø im Südwesten und Westen. Im Osten grenzt Fauske an Schweden. Die Stadt Fauske liegt am Nordufer des Skjerstadfjords, der sich von Westen in das norwegische Hauptland einschert. Im Osten von Fauske liegt der See Øvervatnet. Weitere Seen sind unter anderem das Valnesfjordvatn nördlich der Ortschaft Straumsnes (auch: Strømsnes) und das Lomivatn (lulesamisch: Loamejávrre) nahe der Grenze zu Schweden. Im Westen der Gemeinde finden sich vereinzelt Moorflächen wieder.

Während das Gebiet an der Küste flach und niederer gelegen ist, liegen im Osten der Kommune in Richtung Schweden höhere Berge.[2] Etwa ein Viertel des Gemeindeareals liegt auf einer Höhe von mindestens 1000 moh.[3] Die Erhebung Suliskongen stellt mit einer Höhe von 1907,4 moh. den höchsten Punkt der Kommune Fauske dar.[4] Der Berg liegt an der norwegisch-schwedischen Grenze. Im Westen, an der Grenze zu Bodø und Sørfold liegt der Sjunkhatten-Nationalpark, im Südosten an der Grenze zu Saltdal befindet sich ein Teil des Junkerdal-Nationalparks. Nahe der Grenze zu Schweden gibt es zudem weitere Gletscher, der Gletscher Blåmannsisen ist dabei der größte.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großteil der Einwohner lebt in der Stadt Fauske und Umgebung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann die Bevölkerungszahl anzusteigen, später ging sie wieder leicht zurück.[3] In der Gemeinde liegen mehrere sogenannte Tettsteder, also mehrere Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine Ortschaft gewertet werden. Diese sind Sulitjelma mit 372, Fauske mit 6386 und Strømsnes mit 490 Einwohnern (Stand: 2020).[5] Fauske erhielt nach einem Beschluss des Kommunalparlaments zum 1. Januar 1998 den Titel Stadt. Als Grund für den Beschluss galt die Hoffnung, dass sich durch den Stadtstatus die Wirtschaft und der Tourismus positiv entwickle.[6]

Die Einwohner der Gemeinde werden Fauskværing oder Fauskeværing genannt.[7] Offizielle Schriftsprache ist wie in vielen Kommunen in Nordland Bokmål, also die weiter verbreitete der beiden norwegischen Sprachformen.[8]

Jahr 1986 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohnerzahl[9] 10.054 10.017 9962 9632 9549 9552 9622 9739

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommune Fauske wurde zum 1. Januar 1905 gegründet, als es von der damaligen Kommune Skjerstad abgespalten wurde. Die neu gegründete Gemeinde hatte dabei 4646 Einwohner, Skjerstad verblieb mit 1709 Personen.[10]

Der Opferplatz von Leivset ist ein samischer Opferplatz, der vermutlich aus dem Mittelalter stammt.[3] Er liegt südlich von Fauske auf einer Anhöhe östlich der Straße gegenüber der Abzweigung nach Leivset.[11] In der Kommune liegen mehrere Kirchen, unter anderem die Fauske kirke. Diese wurde im 1867 eröffnet und wurde in Holz erbaut.[12] 1899 folgte die Sulitjelma kirke, die ebenfalls in Holz erbaut wurde.[13]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Fauske

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Süden führt die Europastraße 6 (E6) am inneren Ende des Skjerstadfjords in den Norden, an Fauske vorbei und weiter nach Sørfold in den Norden. Bei Fauske mündet der von Bodø aus dem Westen kommende Riksvei 80 in die E6. Richtung Osten führt der Fylkesvei 830, der unter anderem durch den Grønnlifjelltunnel und den Sjønståfjelltunnel verläuft. Von Süden kommend parallel zur E6 verläuft die Route der Nordlandsbane durch die Kommune. Ab der Stadt Fauske führt die Bahnstrecke weiter in den Westen nach Bodø. Etwas nordwestlich von Straumsnes hat sie ihren nördlichsten Punkt. Der Güterverkehr wird deshalb in dieser Gegend für den weiteren Transport in den Norden auf die Straße verlegt.[2] Der Bahnhof Fauske wurde im Jahr 1958 eröffnet und stellte bis 1962 den Endpunkt der Nordlandsbane dar. Heute ist er der Umsteigepunkt für Personen, die mit Bussen weiter in den Norden reisen.[14] Die Eisenbahnstrecke Sulitjelmabanen wurde bis 1972 genutzt und führte in das Bergbaugebiet im Osten.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marmorbruch bei Fauske

Landwirtschaft ist vor allem im Westen der Gemeinde bedeutend und baut zu weiten Teilen auf Tierhaltung und der Milchproduktion auf. Auch der Bergbau hat eine lange Tradition in der Gegend. Um Sulitjelma wurde unter anderem Pyrit und Chalkopyrit abgebaut. Im Osten der Kommune wurde im Zuge des Ausbaus des Bergbaus zum Ende des 19. Jahrhundert ein Großteil des Waldes abgeholzt. Später wurden erneut Bäume gepflanzt.[3] Bekannt ist Fauske auch für ihre Marmorvorkommen. In der Zeit um 2009 wurde ein abwechselnd rosafarbener/weißer sowie ein hellgrauer Marmor gewonnen. Dieser Werkstein ist weltweit bekannt und nachgefragt. Verbaut ist er unter anderem im UNO-Hauptquartier in New York.[15] Der Anteil an Personen, die im Bergbau arbeiten, ging mit der Zeit jedoch stark zurück.

In der Stadt Fauske ist der Handel und das Tourismusgewerbe eine bedeutende Branche.[3] Des Weiteren gibt es mehrere Wasserkraftwerke, das größte ist das Kraftwerk Lomi, das sich zwischen dem Lomivatn und dem westlich davon gelegenen Langvatn befindet. Zwischen 1981 und 2010 hatte es eine mittlere Jahresproduktion von etwa 363 GWh.[16] Im Jahr 2020 arbeiteten von 4687 Arbeitstätigen 3183 in Fauske selbst, der Rest verteilte sich vor allem auf die Nachbargemeinden Bodø, Sørfold und Saltdal.[17]

Name und Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das seit 1988 offizielle Wappen der Kommune zeigt einen roten Kreuzknoten auf silbernem Hintergrund.[18] Der Gemeindename leitet sich vom gleichnamigen Ort ab. Der Name wurde lange vom altnordischen Wort „fauskr“, was für „morsches Holz“ steht, abgeleitet. Neuere Vermutungen führen den Namen auf den Begriff „fausa“ und „føysa“ zurück.[19]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fauske – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 07459: Alders- og kjønnsfordeling i kommuner, fylker og hele landets befolkning (K) 1986 – 2021 Statistisk sentralbyrå. 23. Februar 2021 (norwegisch)
  2. a b c Fauske kommune. In: Norgeskart. Abgerufen am 13. Mai 2021 (norwegisch).
  3. a b c d e f Terje Dalfest, Geir Thorsnæs: Fauske. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 13. Mai 2021 (norwegisch).
  4. Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, 11. November 2020, abgerufen am 13. Mai 2021 (norwegisch (Nynorsk)).
  5. Population and land area in urban settlements, 1 January 2020. Statistisk sentralbyrå, 6. Oktober 2020, abgerufen am 13. Mai 2021 (englisch).
  6. Jan-Olav Ingvaldsen: Lys på nybyens tak. In: Nordlands Framtid. 2. Januar 1998, S. 2 (norwegisch, nb.no).
  7. Innbyggjarnamn. Språkrådet, abgerufen am 13. Mai 2021 (norwegisch (Nynorsk)).
  8. Forskrift om målvedtak i kommunar og fylkeskommunar (målvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 13. Mai 2021 (norwegisch).
  9. Population. Municipalities, pr. 1.1., 1986 - latest year. In: ssb.no. Abgerufen am 13. Mai 2021 (englisch).
  10. Dag Juvkam: Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen. (PDF) In: ssb.no. 1999, abgerufen am 13. Mai 2021 (norwegisch).
  11. Wolfram zu Mondfeld: Wikingfahrt. Koehler Herford 1985 ISBN 3-7822-0360-7 S. 83
  12. Fauske kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 13. Mai 2021 (norwegisch).
  13. Sulitjelma kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 13. Mai 2021 (norwegisch).
  14. Fauske. In: Bane Nor. Abgerufen am 13. Mai 2021 (norwegisch).
  15. Michael Möbius: DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Norwegen. DuMont, Ostfildern 2015, ISBN 978-3-7701-7767-7, S. 355.
  16. Lomi. In: NVE. Abgerufen am 13. Mai 2021 (norwegisch).
  17. Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 13. Mai 2021 (norwegisch).
  18. Godkjenning av våpen og flagg, Fauske kommune, Nordland. In: Lovdata. Abgerufen am 13. Mai 2021 (norwegisch).
  19. Fauske. In: Norsk stadnamnleksikon. Abgerufen am 13. Mai 2021 (norwegisch).