Rickenbach LU

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LU ist das Kürzel für den Kanton Luzern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Rickenbachf zu vermeiden.
Rickenbach
Wappen von Rickenbach
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Sursee
BFS-Nr.: 1097i1f3f4
Postleitzahl: 6221
Koordinaten: 654156 / 230112Koordinaten: 47° 13′ 11″ N, 8° 9′ 13″ O; CH1903: 654156 / 230112
Höhe: 695 m ü. M.
Fläche: 11,85 km²
Einwohner: 3194 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 270 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
18,1 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.rickenbach.ch
Karte
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Rickenbach ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt rund 20 km nordwestlich der Kantonshauptstadt Luzern und 6,2 km nordöstlich von Sursee an der Grenze zum Kanton Aargau. Im Westen des Dorfs erhebt sich der Buttenberg (796 m ü. M.), im Norden der Stierenberg (872 m ü. M.) und im Südosten der Bogeten (766 m ü. M.). Die Siedlung mit mehreren Ortsteilen liegt in einem hochgelegenen Talkessel. Westlich des Buttenbergs liegt 1,3 km vom Dorf entfernt der Weiler Nieder Wetzwil (720 m ü. M.), bei dem der Sagenbach entspringt. Westlich des Weilers erhebt sich die Honegg (802 m ü. M.). Diese ist mit dem Seckwald stark bewaldet. Der Sagenbach fliesst in nördlicher Richtung vorbei an den Weilern Sagen (1,7 km nördlich des Dorfs; 658 m ü. M.), Mullwil (2,4 km nordwestlich des Dorfs; 650 m ü. M.) und Bohler (3,1 km nordwestlich des Dorfes; 638 m ü. M.). Dort mündet von links der Rötelbach ein, der teilweise die Nordgrenze der Gemeinde bildet. Westlich von Bohler liegt der grosse Grütwald. Gleich nordöstlich des Dorfes liegt der Weiler Rüchlig. Am Süd- und Westhang des Stierenbergs findet man die Häusergruppe Vorder-Sterenberg (1,6 km nordnordöstlich vom Dorf; 775 m ü. M.) und den Weiler Hinter Sterenberg (1,8 km nördlich des Dorfes; 804 m ü. M.). Die östlichste Siedlung der Gemeinde ist der Ortsteil Niederwil an der Grenze zum Kanton Aargau. Er liegt 1,3 km nordöstlich des Dorfes auf 671 m ü. M.. Durch Niederwil fliesst der namensgebende Rickenbach.

Vom Gemeindeareal mit 936 ha werden 62,7 % landwirtschaftlich genutzt. Mehr als ein Viertel (26,3 %) ist bewaldet und 11,0 % ist Siedlungsfläche.

Rickenbach grenzt an die luzernischen Gemeinden Beromünster, Geuensee und Schlierbach, sowie an Burg, Gontenschwil, Menziken, Reinach und Schmiedrued im Kanton Aargau.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 829
1850 1'060
1900 853
1920 859
1941 1'100
1960 1'146
1980 1'425
1990 1'593
2000 2'017
2004 2'017

Von 1798-1850 wuchs die Zahl der Bewohner (1798–1850: +27,9 %). Anschliessend setzte bis 1900 eine grosse Abwanderungsbewegung Richtung Industriezentren ein (1850–1900: -19,5 %). Die zwei nächsten Jahrzehnte brachten eine Stagnation der Einwohnerschaft. Darauf folgte von 1920-1941 eine Zeit mit einem starken Bevölkerungswachstum, welchem sich in den 1940er und 1950er Jahren ein Stillstand anschloss. Seit 1960 ist die Einwohnerzahl massiv angestiegen (1960–2004: +76,0 %), besonders stark in den 1990er Jahren. Seither wächst sie nicht mehr. Die Lage in einem Talkessel, der aufgrund seiner Lage und seiner Höhe viel Sonnenschein und wenig Nebel erhält, sowie die Nähe zum regionalen Zentrum Sursee und zur Autobahn haben sicher zum Wachstum von 1960-2000 beigetragen.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 92,32 % Deutsch, 3,52 % Albanisch und 1,39 % Portugiesisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung wie folgt aus. Es gibt 75,81 % römisch-katholische-, 9,82 % evangelisch-reformierte- und 0,89 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 6,69 % Muslime und 2,73 % Konfessionslose.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 3'110 Einwohnern 2'554 Schweizer und 556 (= 17,9 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 82,1 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Serbien inklusive Kosovo (26,1 %), Deutschland (22,3 %), Portugal (16,0 %), Italien (7,9 %), der Türkei (2,9 %) und Spanien (1,4 %). 15,5 % stammten aus dem übrigen Europa und 7,9 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Rickenbach

Münzen und Gebäudeüberreste aus römischer Zeit und ein alemannisches Gräberfeld weisen auf frühe Besiedlung hin. Erstmals erwähnt wird Richenbach in einer Streitschlichtungsurkunde zwischen dem Chorherrenstift Beromünster und einem Bürger aus Zofingen aus dem Jahre 1210. Im 13. und 14. Jahrhundert gehört die Gemeinde den Edlen von Reinach, welche die Verwaltung allerdings Anderen überlassen. Am 15. September 1464 verkauft Hans Erhart von Reinach den Ort an die Stadt Luzern, welche die Gemeinde dem Michelsamt zur Verwaltung zuteilt. Von 1798 bis 1803 gehört sie zum Distrikt Münster, danach zum neu geschaffenen Amt Sursee.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat Anschluss ans Netz des öffentlichen Verkehrs. Und zwar durch die beiden Buslinien Luzern-Beromünster-Rickenbach und Beromünster-Rickenbach-Sursee. Sursee liegt an der Bahnlinie Luzern-Olten und es halten dort alle Züge von der S-Bahn bis zum Schnellzug an.

Rickenbach liegt an keiner bedeutenden Strassenverbindung. Aber durch das nahe gelegene Strassenkreuz Beromünster ist die Gemeinde auf der Strasse trotzdem gut erreichbar. Der nächstgelegene Autobahnanschluss ist Sursee an der A2 in 10 km Entfernung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Reinle: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band IV: Das Amt Sursee. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 35). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1956, ISBN 978-3-906131-23-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rickenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. Gemeindeprofil Rickenbach