Triengen

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Triengen
Wappen von Triengen
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern LU
Wahlkreis: Sursee
BFS-Nr.: 1104i1f3f4
Postleitzahl: 6234 (Kulmerau)
6234 (Triengen)
6235 (Winikon)
6236 (Wilihof)
UN/LOCODE: CH TNG
Koordinaten: 648250 / 231883Koordinaten: 47° 14′ 10″ N, 8° 4′ 33″ O; CH1903: 648250 / 231883
Höhe: 518 m ü. M.
Fläche: 22,08 km²
Einwohner: 4511 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 204 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
25,8 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.triengen.ch
Luftfoto von Triengen 2008

Luftfoto von Triengen 2008

Karte
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Über dieses Bild
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Triengen (schweizerdeutsch [triəŋə][3][4]) ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Luzern. Sie liegt im Wahlkreis Sursee.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie liegt im unteren Suhrental wenige Kilometer nordwestlich von Sursee. Vom Gemeindeareal von 2.208 ha werden 65,1 % landwirtschaftlich genutzt. Von Wald und Gehölz bedeckt sind 22,9 % des Gemeindegebiets und 11,6 % sind Siedlungsfläche.

Triengen grenzt an die Gemeinden Büron, Knutwil und Schlierbach im Kanton Luzern, sowie an Moosleerau, Reitnau und Schmiedrued im Kanton Aargau.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1745 881
1798 1'563
1816 1'939
1850 1'917
1888 1'442
1910 1'820
1980 2'030
1990 2'588
2000 2'926
2010 4'396

Triengens Bevölkerungszahl wuchs von 1745-1850 stark an, von 881 auf 2'702 Einwohner (altes Gemeindegebiet mit Kulmerau und Wilihof) (1745–1850: +206,7 %). Ohne die abgespaltenen Gemeinden zählte Triengen 1850 die unten aufgeführten 1'917 Einwohner (Wilihof 266 und Kulmerau 519). Danach setzte bis 1888 eine massive Abwanderung in die Industriegebiete ein (1850–1888: -24,8 %). Weil sich nach der Eröffnung der Sursee-Triengen-Bahn Industrie ansiedelte, stieg die Bevölkerung bis 1910 stark (1888–1910: +26,2 %). Anschliessend wuchs sie bis 1980 in Wellenbewegungen leicht an (1910–1980: +11,5 %). Seither hat ein enormer Wachstumsschub eingesetzt, der bis heute (wenn auch in abgeschwächter Form) anhält (1980–2004: +46,0 %).

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Umgangssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 83,63 % Deutsch, 5,78 % Albanisch und 3,35 % Portugiesisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In früheren Zeiten waren alle Einwohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute (Stand 2000) gibt es 72,90 % römisch-katholische, 8,95 % evangelisch-reformierte und 1,81 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 9,47 % Muslime und 2,56 % Konfessionslose. Die Mehrheit der Muslime sind albanischer Herkunft; ausserdem Türken, Kurden und Bosniaken. Die Orthodoxen sind fast ausschliesslich Serben und Montenegriner.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 4'462 Einwohnern 3'367 Schweizer und 1'095 (= 24,5 %) Ausländer.[5] Die Einwohnerschaft bestand aus 75,5 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Serbien inklusive Kosovo (42,0 %), Portugal (15,3 %), Deutschland (12,9 %), Italien (7,3 %), der Türkei (3,7 %) und Spanien (0,5 %). 12,4 % stammten aus dem übrigen Europa und 6,0 % waren aussereuropäischer Herkunft.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie Funde aus der Altsteinzeit, der Römerzeit und Alemannengräber beweisen, hat der Ort als Siedlung eine lange Geschichte. Der Ort Triingin wird im ältesten Besitzbuch des Klosters Engelberg, welches aus den Jahren 1184/1190 stammt, erstmals namentlich erwähnt. Die Deutung des Namens ist nicht restlos geklärt. Wahrscheinlich liegt ihm der althochdeutsche Personenname Triwa, Triuwo zugrunde; die zu erschliessende ahd. Grundform *Triwingun würde damit «bei den Leuten, bei der Sippe des Triwa oder Triuwo» bedeuten.[4]

Die Herren von Büron und ihre Nachfahren, die Freiherren von Aarburg, übten die Regentschaft aus. Von den Lenzburgern über die Zähringer bis zu den Habsburgern waren alle bedeutenden Geschlechter der Region einst Herren über Triengen. Unter den Habsburgern gehörte der Ort zur Grafschaft Willisau, die 1407 von der aufstrebenden Stadt Luzern gekauft wurde. Im Jahr 1455 sicherte sich Luzern auch die niedere Gerichtsbarkeit.

Triengen war bis 1798 Teil der Landvogtei Büron-Triengen. Danach gehörte der Ort bis 1803 zum Distrikt Sursee beziehungsweise anschliessend zum Amt Sursee, bis dieses mit der Luzerner Verfassung von 2007 seine Existenz als Verwaltungseinheit verlor. Heute gehört Triengen zum Wahlkreis Sursee und zum Gerichtsbezirk Willisau.

Per 1. Januar 2005 schlossen sich die früheren Gemeinden Wilihof und Kulmerau Triengen an. Per 1. Januar 2009 schloss sich die frühere Gemeinde Winikon Triengen an.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Triengen besteht aus sechs Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Martin Ulrich-Bättig: Gemeindepräsident
  • Guido Obrist: Gemeindeschreiber
  • Josef Fischer-Rösch: Finanzen und Umwelt
  • Isabelle Kunz: Soziales
  • Annamaria Muff: Bildung und Kultur
  • Kilian Sigrist: Bau und Liegenschaften

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Triengen: FDP 34,7 %, CVP 25,8 %, SVP 25,8 %, SP 6,7 %, glp 3,0 %, GPS 2,6 %.[7]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Triengen: SVP 32,8 %, CVP 24,5 %, FDP 24,5 %, SP 6,9 %, Grüne 4,5 %, glp 3,7 %, BDP 1,9 %.[8]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Trisa AG ist ein bedeutendes Unternehmen in der Gemeinde. Der Hersteller von Zahnbürsten und anderen Mundhygiene-Artikeln wurde 1887 gegründet und beschäftigte 2007 in der Gruppe 981 Mitarbeitende, grösstenteils aus der Region Suhrental.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triengen liegt an der Strasse Sursee–Schöftland. Der nächste Autobahnanschluss Sursee an der A2 ist 7 km und der Autobahnanschluss Aarau-West an der A1 ist 13 km entfernt. Die einstige Querverbindung Wilihof–Triengen–Kulmerau existiert heute nicht mehr.

Seit 1972 ist die Gemeinde über einen Busbetrieb an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Zuvor nahm die Sursee-Triengen-Bahn den Personenverkehr wahr; heute wird diese Bahn, welche nie elektrifiziert wurde, nur noch für den regionalen Güterverkehr sowie nostalgische Dampffahrten benutzt.

In der Ebene der Suhre befindet sich der kleine Flugplatz Triengen.

Panorama von Triengen bei Nacht 2008

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Triengen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Sprachatlas der deutschen Schweiz Band V 1b.
  4. a b Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 883.
  5. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  6. LUSTAT: Gemeindeprofil Triengen
  7. LUSTAT: Gemeindeprofil Triengen
  8. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 3. Juni 2016.