Grosswangen

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Grosswangen
Wappen von Grosswangen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Sursee
BFS-Nr.: 1086i1f3f4
Postleitzahl: 6022
Koordinaten: 646383 / 22044247.1333338.050007585Koordinaten: 47° 8′ 0″ N, 8° 3′ 0″ O; CH1903: 646383 / 220442
Höhe: 585 m ü. M.
Fläche: 19.70 km²
Einwohner: 3074 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 156 Einw. pro km²
Website: www.grosswangen.ch
Karte
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Grosswangen ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Grosswangen liegt ca. 25 km nordwestlich von Luzern. Die Region um Grosswangen, Buttisholz und Ruswil wird auch, nach dem Bach Rot, Rottal genannt. Der höchste Punkt der Gemeinde ist die Oberhöhe mit 747 m.ü.M. - und der tiefste nahe dem Naturlehrgebiet Buchwald auf 523 m.ü.M. Vom Gemeindegebiet von fast 20 km² wird 78,3 % landwirtschaftlich genutzt; weitere 15,3 % des Areals sind mit Wald und Gehölz bedeckt und 5,9 % Siedlungsfläche.

Grosswangen grenzt an folgende Gemeinden: im Norden an Mauensee und Oberkirch, im Osten an Buttisholz, im Süden an Menznau und Willisau und im Westen an Ettiswil.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1745 1'540
1810 1'842
1850 2'724
1900 2'035
1950 2'436
1970 2'213
1980 2'235
1990 2'446
2000 2'731
2004 2'837
2008 2'931
2010 2'959

In den knapp hundert Jahren zwischen 1745 und 1850 vergrösserte sich die Zahl der Bewohner erheblich (1745-1850:+76,9 %). In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts geriet auch Grosswangen in den Sog der Abwanderung vom Land in die Industriezentren. Hunderte verliessen das Dorf (1850-1900:-25,3 %). In den nächsten fünfzig Jahren setzte ein leichtes, aber beständiges Wachstum ein (1900-1950:+19,7 %). Zwischen 1950 und 1970 folgte eine zweite, aber wesentlich kleinere als die erste, Abwanderungswelle (1950-1970:-9,2 %). Seit 1980 gibt es ein stetiges Bevölkerungswachstum (1980-2004:+26,9 %) - so dass inzwischen sogar der (ehemalige) Bevölkerungshöchstand von 1850 übertroffen wurde.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung gebraucht im Alltag eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 95,63 % Deutsch, 3,88 % Albanisch und 0,48 % Portugiesisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft so aus: Es gibt 86,34 %% römisch-katholische, 4,76 % evangelisch-reformierte und 0,33 % freikirchliche Christen. Daneben findet man 3,15 % Muslime und 2,27 % Konfessionslose.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten]

Ende 2006 waren von den 2'869 Einwohnern 2'572 Schweizer und 297 (=10,4 %) Ausländer. Bei der letzten Volkszählung waren 88,36 % (einschliesslich Doppelbürger 90,04 %) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro, Italien, der Türkei, Deutschland, Portugal und Kroatien.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Beat Fischer (CVP). Weitere Mitglieder des Gemeinderates sind: Guido Bützberger(FDP), Josef Doppmann (CVP), Cornel Erni (FDP) und Monika Meier-Böll (SVP).

Angela Pfäffli (FDP), Priska Lorenz (SP) und Yvonne Hunkeler (CVP) vertreten Grosswangen im Kantonsrat des Kantons Luzern. Josef Kunz (SVP) war langjähriger Nationalrat (bis 2011).

Verkehr[Bearbeiten]

Da das Projekt der zu Beginn des 20. Jahrhunderts geplanten Rottalbahn nie verwirklicht wurde, ist die Gemeinde per Autobus ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angebunden. Die Linie Luzern(-Bahnhof)-Ruswil-Ettiswil der Rottal Auto AG erschliesst die Gemeinde.

Grossswangen liegt an der Hauptstrasse Emmenbrücke-Ettiswil-Dagmersellen. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Sursee in 9 km und Dagmersellen in 12 km Entfernung, beide an der A2.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Gemeinde wurden Überreste einer römischen Militärstation aus dem 1. Jahrhundert und Alemannengräber aus dem 7. Jahrhundert ausgegraben. Im Jahr 893 wird der Ort unter dem Namen Wanga im Zinsverzeichnis der Fraumünsterabtei Zürich erstmals erwähnt. Grosswangen gehörte ab dem 12. zum sogenannten Äusseren Amt Wolhusen der Freiherren von Wolhusen. Ab 1295 übten die Habsburger die Oberherrschaft aus, die Freiherren von Wolhusen verwalteten weiterhin bis 1389 den Ort. Die diversen Burgen der damaligen Zeit sind alle zerstört worden und verschwunden. Nachdem die Stadt Luzern nach der Schlacht bei Sempach im Jahr 1386 immer mehr an Einfluss gewann, veräusserten die Habsburger das gesamte Äussere Amt Wolhusen am Pfingstmontag 1405 an Luzern. Die Gemeinde gehörte danach bis 1798 zur Landvogtei Ruswil. Sie beteiligte sich am Bauernkrieg von 1653. Von 1798 bis 1803 bildete Grosswangen einen Teil des helvetischen Distrikts Willisau. Der Ort bildet seither einen Bestandteil des damals neu geschaffenen Amts Sursee.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Edouard Huber (* 1879 in Grosswangen; † 1914 in Vinh Long, Vietnam), Sprachengelehrter, Sinologe und Indochinaforscher

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grosswangen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)