Grosswangen

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Dieser Artikel beschreibt einen Ort in der Schweiz. Zur ehemaligen Gemeinde Großwangen in Deutschland, siehe Wangen (Nebra).
Grosswangen
Wappen von Grosswangen
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern LU
Wahlkreis: Sursee
BFS-Nr.: 1086i1f3f4
Postleitzahl: 6022
Koordinaten: 646383 / 220442Koordinaten: 47° 8′ 0″ N, 8° 3′ 0″ O; CH1903: 646383 / 220442
Höhe: 547 m ü. M.
Fläche: 19,70 km²
Einwohner: 3117 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 158 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
11,9 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.grosswangen.ch
Karte
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Grosswangen ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grosswangen liegt ca. 25 km nordwestlich von Luzern. Die Region um Grosswangen, Buttisholz und Ruswil wird auch, nach dem Bach Rot, Rottal genannt. Der höchste Punkt der Gemeinde ist die Oberhöhe mit 747 m ü. M., der tiefste nahe dem Naturlehrgebiet Buchwald auf 523 m ü. M.

Vom Gemeindegebiet von 19.7 km² werden 78,3 % landwirtschaftlich genutzt, 15,3 % des Areals sind mit Wald und Gehölz bedeckt und 5,9 % sind Siedlungsfläche.

Grosswangen grenzt an folgende Gemeinden: Im Norden an Mauensee und Oberkirch, im Osten an Buttisholz, im Süden an Menznau und Willisau und im Westen an Ettiswil.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1745 1'540
1810 1'842
1850 2'724
1900 2'035
1950 2'436
1970 2'213
1980 2'235
1990 2'446
2000 2'731
2004 2'837
2008 2'931
2010 2'959

In den knapp 100 Jahren von 1745-1850 vergrösserte sich die Zahl der Bewohner erheblich (1745–1850: +76,9 %). In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geriet auch Grosswangen in den Sog der Abwanderung vom Land in die Industriezentren. Hunderte verliessen das Dorf (1850–1900: -25,3 %). In den nächsten 50 Jahren setzte ein leichtes, aber stetes Wachstum ein (1900–1950: +19,7 %). Von 1950-1970 folgte eine zweite, aber wesentlich kleinere Abwanderungswelle als im 19. Jahrhundert (1950–1970: -9,2 %). Seit 1980 gibt es ein stetiges Bevölkerungswachstum (1980–2004: +26,9 %), so dass inzwischen sogar der (ehemalige) Bevölkerungshöchststand von 1850 übertroffen wurde.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung gebraucht im Alltag eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 95,63 % Deutsch, 3,88 % Albanisch und 0,48 % Portugiesisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft so aus: Es gibt 86,34 %% römisch-katholische, 4,76 % evangelisch-reformierte und 0,33 % freikirchliche Christen. Daneben findet man 3,15 % Muslime und 2,27 % Konfessionslose.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 3'104 Einwohnern 2'723 Schweizer und 381 (= 12,3 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 87,7 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Serbien inklusive Kosovo (46,5 %), Deutschland (18,1 %), Portugal (6,6 %), Italien (6,0 %), Spanien (1,6 %) und der Türkei (0,5 %). 11,3 % stammten aus dem übrigen Europa und 9,4 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde wurden Überreste einer römischen Militärstation aus dem 1. Jahrhundert und Alemannengräber aus dem 7. Jahrhundert ausgegraben. Im Jahr 893 wird der Ort unter dem Namen Wanga im Zinsverzeichnis der Fraumünsterabtei Zürich erstmals erwähnt. Grosswangen gehörte ab dem 12. zum sogenannten Äusseren Amt Wolhusen der Freiherren von Wolhusen. Ab 1295 übten die Habsburger die Oberherrschaft aus, die Freiherren von Wolhusen verwalteten weiterhin bis 1389 den Ort. Die diversen Burgen der damaligen Zeit sind alle zerstört worden und verschwunden. Nachdem die Stadt Luzern nach der Schlacht bei Sempach im Jahr 1386 immer mehr an Einfluss gewann, veräusserten die Habsburger das gesamte Äussere Amt Wolhusen am Pfingstmontag 1405 an Luzern. Die Gemeinde gehörte danach bis 1798 zur Landvogtei Ruswil. Sie beteiligte sich am Bauernkrieg von 1653. Von 1798 bis 1803 bildete Grosswangen einen Teil des helvetischen Distrikts Willisau. Der Ort bildet seither einen Bestandteil des damals neu geschaffenen Amts Sursee.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Grosswangen besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Beat Fischer: Gemeindepräsident
  • Guido Bützberger: Soziales
  • Josef Doppmann: Bau
  • Cornel Erni: Finanzen
  • Monika Meier-Böll: Bildung

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Grosswangen: CVP 40,2 %, FDP 28,6 %, SVP 21,7 %, SP 5,9 %, glp 1,9 %, GPS 1,4 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Grosswangen: CVP 34,5 %, SVP 27,6 %, FDP 25,5 %, SP 4,7 %, glp 3,2 %, Grüne 3,0 %, BDP 0,9 %.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da das Projekt der zu Beginn des 20. Jahrhunderts geplanten Rottalbahn nie verwirklicht wurde, ist die Gemeinde per Autobus ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angebunden. Die Linie Luzern(-Bahnhof)-Ruswil-Ettiswil der Rottal Auto AG erschliesst die Gemeinde.

Grosswangen liegt an der Hauptstrasse Emmenbrücke-Ettiswil-Dagmersellen. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Sursee in 9 km und Dagmersellen in 12 km Entfernung, beide an der A2.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edouard Huber (* 1879 in Grosswangen; † 1914 in Vinh Long, Vietnam), Sprachengelehrter, Sinologe und Indochinaforscher

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Reinle: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band IV: Das Amt Sursee. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 35). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1956, ISBN 978-3-906131-23-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grosswangen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. LUSTAT: Gemeindeprofil Grosswangen
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Grosswangen
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 31. Mai 2016.