Knutwil

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Knutwil
Wappen von Knutwil
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Sursee
BFS-Nr.: 1089i1f3f4
Postleitzahl: 6212 (St. Erhard)
6213 (Knutwil)
Koordinaten: 648009 / 227866Koordinaten: 47° 12′ 0″ N, 8° 4′ 20″ O; CH1903: 648009 / 227866
Höhe: 554 m ü. M.
Fläche: 9,78 km²
Einwohner: 2140 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 219 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
9,8 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.knutwil.ch
Knutwil, von Büron aus gesehen

Knutwil, von Büron aus gesehen

Karte
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Knutwil ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Verzweigung des Hürn- und des Surentals 5 km nordwestlich von Sursee. Im Nordwesten des Dorfs liegt der Weiler Eriswil (574 m ü. M.), nördlich der Hauptsiedlung Bad Knutwil (488 m ü. M.), ein ehemaliges, aus dem 15. Jahrhundert international bekanntes Heilbad und heute bekannte Mineralwasserquelle. Rund 2 km südlich von Knutwil-Dorf liegt der Ortsteil St. Erhard (525 m ü. M.).

Knutwil mit den beiden Ortsteilen (im regionalen Dialekt) Chnutu (Knutwil) und Teret (St. Erhard) grenzt an Dagmersellen, Büron, Geuensee, Mauensee, Sursee und Triengen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1574 304
1798 1'033
1816 1'357
1837 1'302
1850 1'316
1920 905
1930 906
1950 986
1960 985
2004 1'618
2007 1'662
2010 1'974

Die Bevölkerung wuchs von 1574-1816 um das mehr als Vierfache an. Dann folgte ein leichter Bevölkerungsrückgang bis 1837 und eine kurze Stagnationsphase von 1837-1850. Die Landflucht erfasste auch Knutwil und führte zu einer grossen Abwanderung von 1850-1920 (1850–1920: -31,2 %). Die Zahl der Bewohner war 1920 niedriger als 1798. Von 1930-1950 folgte eine geringe Zunahme (1930–1950: +8,8 %). Seit 1960 wächst die Einwohnerschaft stark (1960–2004: +64,3 %). Die Nähe zum regionalen Zentrum Sursee und zur Autobahn A2 waren die beiden wichtigsten Elemente für diesen Bevölkerungsschub.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 97,16 % Deutsch, 0,88 % Serbokroatisch und 0,38 % Französisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher war die gesamte Einwohnerschaft Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute sieht die religiöse Situation wie folgt aus. Es gibt 81,55 % römisch-katholische, 8,78 % evangelisch-reformierte und 0,88 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 3,10 % Konfessionslose, 1,58 % Muslime und 0,57 % Anhänger anderer nichtchristlicher Religionen. Die Muslime sind albanischer, türkischer, kurdischer und bosniakischer Herkunft. Die Anhänger anderer nichtchristlicher Religionen sind Hindus tamilischen Ursprungs (Stand 2000).

Die katholische Kirchgemeinde Knutwil[3] gehört zum Dekanat Sursee der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Luzern, die wiederum zur Bistumsregion St. Viktor des Bistums Basel gehört. Die Pfarrkirche St. Bartholomäus steht in Knutwil, eine Kapelle in St. Erhard.

Die Reformierten Knutwils gehören der Kirchgemeinde Sursee an, die zur Reformierten Kirche des Kantons Luzern gehört. Die Kirche in Sursee liegt etwa fünf Kilometer südöstlich von Knutwil.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 2'126 Einwohnern 1'923 Schweizer und 203 (= 9,5 %) Ausländer.[4] Die Einwohnerschaft bestand aus 90,5 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (35,5 %), Serbien inklusive Kosovo (20,2 %), Italien (9,9 %), Portugal (8,9 %) und Spanien (1,0 %). 17,7 % stammten aus dem übrigen Europa und 6,9 % waren aussereuropäischer Herkunft.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfahlbauten aus der Jungsteinzeit, Grabhügel aus der Hallstatt-Periode und im Boden gefundene römische Münzen deuten an, dass die Gemeinde bereits sehr früh von Menschen besiedelt wurde. Erste historische Erwähnung findet Gnuthwilare im Jahr 1050 in einer Tauschurkunde. Der bisherige Besitzer der Siedlung, der Graf Eberhard VI. von Nellenburg, übergibt Knutwil dem Kloster Allerheiligen in Schaffhausen und erhält dafür zwei württembergische Dörfer von Graf Vollmar von Frohburg. Die niederen Rechte üben bis 1280 die Frohburger aus. Graf Hartmann von Frohburg verkauft sie an Markwart von Ifenthal und dieser schenkt sie noch im selben Jahr dem Chorherrenstift Zofingen. Die hohe Gerichtsbarkeit üben die Habsburger aus. 1407 übernimmt die Stadt Luzern die Herrschaft. Im Jahr 1579 geht die niedere Gerichtsbarkeit als Folge eines Landtausches Kanton Bern/Kloster St. Urban ebenfalls an Luzern. Dieses schafft die Amtsvogtei Knutwil, welche auch die heutige Gemeinde Mauensee umfasste. Sie bestand bis 1798. Die nächsten fünf Jahre gehörte Knutwil zum Distrikt Sursee, dann ab 1803 zum neu geschaffenen Amt Sursee.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Knutwil besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Priska Galliker: Gemeindepräsidentin
  • Peter Boog: Gemeindeammann
  • Martha Roos-Hodel: Sozialvorsteherin
  • Ursula Sommerhalder: Schulverwalterin
  • Roland Zürcher: Bauvorsteher

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Knutwil: CVP 41,8 %, FDP 21,8 %, SVP 21,3 %, SP 6,4 %, GPS 4,6 %, glp 3,4 %.[6]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Knutwil: SVP 28,8 %, CVP 28,2 %, FDP 21,2 %, SP 9,1 %, Grüne 5,8 %, glp 4,5 %, BDP 1,5 %.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mauensee, Blick in Richtung St. Erhard

An der Bahnlinie Luzern–Olten gibt es zwar eine Haltestelle St. Erhard-Knutwil. Doch liegt diese zwischen Mauensee und dem Ortsteil St. Erhard - weitab von Knutwil. Der Grossteil der Gemeinde ist tagsüber durch die Buslinie Sursee-Buchs-Uffikon erschlossen. Am Abend und in der Nacht steht dem Reisenden ein Rufbus namens Publicar zur Verfügung. St. Erhard liegt an der Strasse Sursee-Dagmersellen; Knutwil an Nebenstrassen nach Büron, Triengen und (St.Erhard-) Sursee. Der nächste Autobahnanschluss an der A2 in Sursee ist 9 km weit weg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Reinle: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band IV: Das Amt Sursee. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 35). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1956, ISBN 978-3-906131-23-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Knutwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Kirchgemeinde Knutwil-St. Erhard
  4. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Knutwil
  6. LUSTAT: Gemeindeprofil Knutwil
  7. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 31. Mai 2016.