Schenkon

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Schenkon
Wappen von Schenkon
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern LU
Wahlkreis: Sursee
BFS-Nr.: 1099i1f3f4
Postleitzahl: 6214
UN/LOCODE: CH SEN
Koordinaten: 652939 / 225005Koordinaten: 47° 10′ 26″ N, 8° 8′ 13″ O; CH1903: 652939 / 225005
Höhe: 523 m ü. M.
Fläche: 6,79 km²
Einwohner: 2747 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 405 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
4,7 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.schenkon.ch
Karte
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Schenkon (schweizerdeutsch Schänke [ʃæŋkχə][3]) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Schweizer Kantons Luzern. Am 1. Januar 2015 wechselte die Fläche von 29'069 m² des Weilers Tann von der Gemeinde Beromünster zur Gemeinde Schenkon.[4]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde, die im regionalen Dialekt Schänke genannt wird, liegt am Nordostende des Sempachersees östlich von Sursee. Das Dorf und die Ortsteile Greuel und Zellfeld im Nordwesten sind mittlerweile zusammengewachsen. An einem Hang an der Strasse Sursee-Beromünster 1 km nördlich des Dorfs ist durch eine rege Bautätigkeit der Ortsteil Tannberg (590 m ü. M.) entstanden. Östlich davon liegt der Weiler Tann (663 m ü. M.). Der Weiler Zopfenberg (621 m ü. M.) liegt 2,5 km in nördlicher Richtung des Dorfs und der weitest entfernte Weiler Zollhus (505 m ü. M.; 2,8 km nordwestlich des Dorfs) in der Ebene zwischen Sursee und Geuensee am Zollbach.

Schenkon grenzt an Eich, Geuensee, Beromünster und Sursee.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 671
1900 572
1930 578
1960 756
1970 701
1980 1'154
1990 1'667
2000 2'104
2010 2'539

Die Einwohnerzahl geht infolge Abwanderung in die Industriezentren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark zurück (1850–1900: –14,8 %). Nach einer Stillstandsphase steigt sie von 1930-1960 erheblich an (1930–1960: +30,8 %). Die 1960er-Jahre bringen einen Bevölkerungsrückgang. Seit 1970 hat sich die Zahl der Bewohner mehr als verdreifacht (Gründe: landschaftliche Lage, Bau der Autobahn, niedrige Steuern; 1970–2004: +243,9 %).

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache Luzerndeutsch, eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 96,44 % Deutsch, 0,62 % Italienisch und 0,38 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In früheren Zeiten gehörte die gesamte Einwohnerschaft der römisch-katholischen Kirche an. Heute (Stand 2000) gibt es 80,94 % römisch-katholische und 10,93 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 4,61 % Konfessionslose und 0,38 % Muslime.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 2'731 Einwohnern 2'596 Schweizer und 135 (= 4,9 %) Ausländer.[5] Die Einwohnerschaft bestand aus 95,1 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (42,2 %), Portugal (8,1 %), Serbien inklusive Kosovo (5,9 %), Italien (4,4 %) und Spanien (4,4 %). 20,7 % stammten aus dem übrigen Europa und 14,1 % waren aussereuropäischer Herkunft.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Sempachersee wurden Überreste von Pfahlbauten aus prähistorischer Zeit gefunden. Reste einer römischen Villa und Alemannengräber beweisen, dass Schenkon auch in frühhistorischer Zeit besiedelt war. Erste namentliche Erwähnung findet der Ort als Scenchofen in einer Besitzbestätigung von Kaiser Friedrich I. gegenüber dem Chorherrenstift Beromünster im Jahr 1173 und ist damit ein alter -hofen-Namen.[3] Später gehörte es zu den Besitzungen der Habsburger und wurde zu einem Teil des Michelsamts. Die Herren von Schenkon übten für die Habsburger die Herrschaft aus. Im Jahr 1415 eroberte die Stadt Luzern das Michelsamt. Bis 1798 blieb der Ort ein Teil der Landvogtei Michelsamt. Dann gehörte es bis 1803 zum Distrikt Sursee und seither zum damals neu geschaffenen Amt Sursee.

Ruine Schenkon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Gemeindegebiet befindet sich die Burgstelle der ehemaligen Burg Schenkon. Diese wurde erstmals 1203 urkundlich erwähnt, im Jahr 1302 dann ausdrücklich im Zusammenhang mit den Herren von Schenkon. Vielleicht schon im Sempacherkrieg zerstört, wurde die Ruine 1736 vom Rat der Stadt Luzern zum Abbruch freigegeben und diente zum Wiederaufbau der zwei Jahre zuvor abgebrannten Stadt Sempach. 1899 fanden archäologische Grabungen statt, doch anschliessend wurde die damals noch stattliche Ruine erneut als Steinbruch benützt. Heute erinnern nur noch wenige, 1992 gesicherte Überreste an die einstige Burg.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Schenkon besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Patrick Ineichen (CVP): Gemeindepräsident
  • Peter Ignaz (CVP): Finanzvorsteher
  • Markus Strobel (FDP): Bauvorsteher
  • Marie-Therese Vogel (CVP): Sozialvorsteherin
  • Raphael Wyss (FDP): Bildungsvorsteher

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Schenkon: SVP 32,1 %, CVP 31,8 %, FDP 20,4 %, SP 6,3 %, GPS 4,4 %, glp 4,1 %.[8]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Schenkon: SVP 30,0 %, CVP 27,8 %, FDP 22,8 %, SP 8,1 %, glp 5,1 %, Grüne 4,9 %, BDP 1,0 %.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tann (Gemeinde Schenkon)
Blick auf Schenkon und den Sempachersee

Die Gemeinde ist durch die Postautolinie Sursee–Schenkon–Sempach-Station und die Buslinie Sursee–Schenkon–Beromünster ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Sowohl Sursee wie Sempach-Station sind Haltestellen an der Bahnstrecke Olten–Luzern.

Das Dorf Schenkon liegt an der Hauptstrasse 2 Sursee–Sempach. Der Ortsteil Zellfeld ebenso - und zusätzlich an der Hauptstrasse 23 Sursee–Beromünster. Der nächstgelegene Autobahnanschluss Sursee an der A2 ist nur 2 km entfernt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schenkon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. a b Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 806.
  4. Änderung der Gemeindegrenze „Gebiet Tann“ zwischen der Gemeinde Beromünster und Gemeinde Schenkon (pdf)
  5. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  6. LUSTAT: Gemeindeprofil Schenkon
  7. Fritz Hauswirth: Burgen und Schlösser der Schweiz. Band 5: Luzern, Zug. Kreuzlingen 1969, S. 92–94.
  8. LUSTAT: Gemeindeprofil Schenkon
  9. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 3. Juni 2016.