Schwerfen

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Koordinaten: 50° 38′ 37″ N, 6° 38′ 48″ O

Schwerfen
Stadt Zülpich
Höhe: 187 m ü. NHN
Fläche: 7,32 km²
Einwohner: 1594 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 218 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Eingemeindet nach: Veytal
Postleitzahl: 53909
Vorwahl: 02252
Kirche St. Dionysius
Kirche St. Dionysius

Schwerfen ist der zweitgrößte Stadtteil von Zülpich im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen. Michael Sita bekleidet das Ehrenamt des Ortsvorstehers.[2] (Stand Juli 2017). Zum Ort zählen die Burg Irnich und der Weiler Virnich.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerfen liegt am Übergang zwischen Voreifel und Zülpicher Börde im südlichsten Teil des Stadtgebietes. Nachbarorte sind Bürvenich, Sinzenich, Enzen sowie Gehn und Floisdorf, die beide zur Stadt Mechernich gehören. Am östlichen Ortsrand verläuft die Bundesstraße 477. Mitten im Ort treffen die Landesstraße 11 und die Kreisstraße 10 aufeinander. Der Rotbach fließt durch das Dorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1147 wird der Ort erstmals als Sueruene erwähnt. Eine begüterte Familie hieß „von Schwerfen“. Ihr Stammsitz war die Gülichsburg. Weitere Baudenkmäler sind der Irnicher Hof, die Burg Irnich, der Hof zu Virnich, der Rittersitz Virnich, der Fronhof und die Kirche.

Durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Euskirchen wurden am 1. Juli 1969 die bisherigen Gemeinden Antweiler, Kommern, Lessenich-Rißdorf, Obergartzem, Satzvey-Firmenich, Schwerfen, Wachendorf und Weiler am Berge zur neuen Gemeinde Veytal zusammengeschlossen.[3] Mit dem Aachen-Gesetz vom 14. Dezember 1971 wurde am 1. Januar 1972 der Kreis Schleiden in den Kreis Euskirchen eingegliedert. Zum gleichen Zeitpunkt wurde die Gemeinde Veytal (mit Ausnahme des Ortsteils Schwerfen, der zur Stadt Zülpich kam) in die Gemeinde (heute Stadt) Mechernich eingegliedert.[4]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Kirche wurde zwischen 1891 und 1893 erbaut. Der Chor aus Bruchsteinmauerwerk mit Strebepfeilern ist bei dem Neubau in einer Höhe von etwa 2 m erhalten geblieben; der neu errichtete Turm an der Nordseite des Chores steht auf den Fundamenten des alten Turmes. Die Kirche steht unter dem Patrozinium des Hl. Dionysius.

Bereits 1229 wird die Pfarrei Schwerfen erstmals erwähnt. Am 23. August 2009 verließ der letzte Pfarrer die Gemeinde.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsvereine haben sich vor langen Jahren zu einem Gremium zusammengefunden. Dieses Gremium wird im Dorf liebevoll „Ortskartell“ genannt und ist kein Verein im eigentlichen Sinne. Jeder Verein entsendet in dieses Gremium alle drei Monate seinen Vertreter, meist den 1. Vorsitzenden, damit man sich über gemeinsame Projekte und Termine abstimmen kann. Die Belange des Dorfes werden hier erörtert, damit alle Vereine an einem Strang ziehen. Die Dorffeste Tanz in den Mai, Kirmes und auch die Altenfahrt werden vom Kartell organisiert. Das Vereinsleben im Ort wird durch die folgenden Vereine und Gruppierungen gestaltet.

  • Dorfverschönerungsverein Schwerfen e. V.
  • Freiwillige Feuerwehr Zülpich, Löschgruppe Schwerfen
  • Frauengemeinschaft St.Dionysius e. V.
  • Gemeindebauverein St.Dionysius e. V.
  • Jugend Schwerfen 1993 e. V.
  • Kirchenchor Cäcilia
  • Karnevalsgesellschaft „Schwerfe bliev Schwerfe“ 1947 e. V.
  • Schützenbruderschaft St. Sebastianus Schwerfen e. V.
  • Seniorenclub St. Dionysius
  • Seniorentanzkreis
  • Spiel und Sportclub Schwerfen e. V.
  • Tambourkorps Eifeltor e. V.
  • Tennisclub Schwerfen e. V.
  • „Wir für Schwerfen“ Förderverein 2012 e. V.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Eßer (1870–1948), in Schwerfen geborener Herausgeber und Politiker. Der Dorfplatz in Schwerfen und eine Berufsschule in Euskirchen sind nach ihm benannt.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Ort gibt es den städtisch-integrativen Kindergarten sowie einen Waldorfkindergarten.
  • Wahrzeichen des Ortes ist der „Eichbaum“, eine uralte Eiche am südöstlichen Ortsrand.
  • Oberhalb des Ortes nahe der Straße nach Floisdorf steht, am Pilgerweg nach Trier, die „Matthias-Stele“. Der Sankt-Matthias-Platz lädt mit seinen Bänken zur Rast und einem unvergleichlichen Blick auf die Zülpicher Börde ein.
  • In Virnich stand die Burg Virnich.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen der Stadt Zülpich. Stadt Zülpich, abgerufen am 21. Juli 2017 (PDF, Stand 31. Dezember 2016).
  2. Michael Sita. In: Ratsinformationssystem. Stadt Zülpich, abgerufen am 2. Januar 2017.
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 87.
  4. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.