Juntersdorf

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Koordinaten: 50° 41′ 20″ N, 6° 36′ 25″ O

Juntersdorf
Stadt Zülpich
Höhe: 166 m
Fläche: 2,57 km²
Einwohner: 226 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Eingemeindet nach: Füssenich
Postleitzahl: 53909
Vorwahl: 02425
Juntersdorf, Luftaufnahme (2016)
Juntersdorf, St. Gertrudis, Luftaufnahme (2016)
St. Gertrudis Kirche

Juntersdorf ist ein Stadtteil von Zülpich im Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen. Ortsvorsteher ist Axel Faßbender (Stand Juli 2017).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juntersdorf liegt am Übergang zwischen Voreifel und Zülpicher Börde. Direkt am Ort vorbei fließt der Neffelbach. Nordöstlich liegt der Naturschutzsee Füssenich. Nachbarorte sind Füssenich, Hoven, Langendorf und Embken im Kreis Düren. Rund um den Ort ist ein Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Juntersdorf stammt aus der Zeit der ersten Franken (Ritter Gunthar). Bis ins 19. Jahrhundert war die Schreibweise „Guntersdorf“ üblich. Bereits im 13. Jahrhundert gab es einen Ortsadel, der noch im 15. Jahrhundert hier begütert war. Das Jülicher LehenBurg Juntersdorf“ wurde landtagsfähiger Rittersitz, im 19. Jahrhundert zum Landtag berechtigtes preußisches Rittergut.

Von 1830 bis 1924 wurde in der Grube Astrea westlich von Juntersdorf Braunkohle abgebaut. Das Gelände wurde in den 1950er-Jahren durch eine Außenkippe des Tagebaus Zülpich-Mitte überdeckt. Als Erinnerung an die Grube trägt heute eine Hauptstraße den Namen Astreastraße und auf der Ecke Hovener Straße/Düttling steht ein historischer Muldenwagen aus der Grube mit der Aufschrift „Grube Astra 1833–1924“.[2]

Juntersdorf wurde am 1. Juli 1969 nach Füssenich eingemeindet.[3] Seit 1947 gehörte der Ort zum damaligen Amt Vettweiß im Landkreis Düren. Am 1. Januar 1972 wurde Füssenich mit Juntersdorf in die Stadt Zülpich eingegliedert.[4]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Gertrudis Juntersdorf gehört zu den kleinsten Pfarreien des Erzbistums Köln, an der Grenze zum Bistum Aachen. Die Kirche ragt hoch über den Ort empor. Juntersdorf ist heute eine selbstständige Rektoratspfarrei.

Die ältesten Teile der Kirche stammen aus dem 12. Jahrhundert. Chor und Turm stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die Sakristei aus dem 19. Jahrhundert. Die Kirche steht seit 1983 unter Denkmalschutz. Das ehemalige Schulgebäude hat die Kirche gekauft und nutzt es heute als Pfarrheim.

Burg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ortseingang liegt die Wasserburg. Ein fränkischer Ritter Gunthar soll sie erbaut haben. Sie war früher zweiteilig und wurde im 16. Jahrhundert erweitert. Im Torbau von 1883 ist der Wappenstein des damaligen Besitzers, Graf Berghe von Trips, einem Vorfahren des Rennfahrers Wolfgang Graf Berghe von Trips eingelassen. Die Burg gelangte durch Heirat im 17. Jahrhundert in den Besitz der Freiherren Berghe von Trips, die sie bis in die 1970er Jahre besaßen und dann veräußerten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 56. Bis Anfang der 1960er Jahre fuhr von Düren über Nörvenich und Zülpich über Juntersdorf nach Embken eine Kleinbahn der Dürener Kreisbahn. Auf diesem Gleis wurden auch Güter transportiert. Ende der 1960er Jahre brannte das Juntersdorfer Bahnhofsgebäude vollständig ab.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Juntersdorf lebt der Dichter und Publizist André Müller sen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.zuelpich.de/attachments/article/79/ewz311216.pdf
  2. In den blühenden Feldern in der Zülpicher Börde. www.eifelmomente.de, 29. April 2010, abgerufen am 7. Januar 2011.
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 97.
  4. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.