Sender Herford

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Sender Herford
Sender Herford
Sender Herford
Basisdaten
Ort: Schwarzenmoor (Herford)
Land: Nordrhein-Westfalen
Staat: Deutschland
Höhenlage: 232 m ü. NHN
Verwendung: Rundfunksender
Zugänglichkeit: Sendeturm öffentlich nicht zugänglich
Besitzer: Westdeutscher Rundfunk Köln
Turmdaten
Bauzeit: 1994
Bauherr: Westdeutscher Rundfunk Köln
Baustoff: Stahl
Betriebszeit: seit 1994
Gesamthöhe: 109 m
Gesamtmasse: 36 t
Daten der Sendeanlage
Wellenbereich: UKW-Sender
Rundfunk: UKW-Rundfunk
Sendetyp: DAB
Positionskarte
Sender Herford (Nordrhein-Westfalen)
Sender Herford
Sender Herford
Koordinaten: 52° 8′ 42,1″ N, 8° 43′ 28,8″ O

Der Sender Herford war ein Kleinsender des Westdeutschen Rundfunks für Mittelwellen-Rundfunk auf dem Eggeberg in Herford-Schwarzenmoor. Heute wird von einem neu errichteten Sendeturm auf UKW und DAB+ gesendet.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sender Herford in den 1970er-Jahren
Oberer Teil des Senders

Im Jahre 1946 wurde auf einem Hang in der Nähe des Sportplatzes in Eilshausen bei Herford ein 50 Meter hoher Gittermast errichtet, über den das Mittelwellenprogramm des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) ausgestrahlt wurde. Die sendetechnische Ausrüstung befand sich in Fahrzeugen, die im Zweiten Weltkrieg zum deutschen Soldatensender „Ursula“ gehörten, der zuletzt vom ostpreußischen Rauschen aus ein Propagandaprogramm für deutsche Soldaten ausgestrahlt hatte. Er wurde nach Kriegsende von der Reichspost übernommen, die den Sender in Eilshausen errichtete. Nachdem am 15. März 1950 der Sender auf der Egge in Betrieb gegangen war, wurde der fahrbare Sender an die Britische Rheinarmee verkauft.

Das Bauwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Antennenträger wurde ein 104 Meter hoher, gegen Erde isolierter Sendemast verwendet. Der Mast hatte ein Gewicht von 36.000 kg. In 46 Meter und 86 Meter Höhe waren Drahtseile angebracht, die den Mast hielten. Der Technikraum und eine Wohnung für den Sendeleiter befanden sich in einem in der Nähe stehenden Haus.

WDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1950 bis 1993 wurde über den Sender das Mittelwellenprogramm von WDR 1 auf der Frequenz 701 kHz (nach dem Inkrafttreten des Genfer Wellenplans 702 kHz) mit einer Sendeleistung von 2 kW abgestrahlt.

Das Bild links zeigt den Mittelwellensender Herford aus den 1970er-Jahren. Daneben ist im Hintergrund noch der 20 Meter hohe Mast für die Ausstrahlung von BFBS auf UKW zu sehen.

BFBS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusätzlich zum Mittelwellensender trug der Mast auch eine Antenne zur Verbreitung des UKW-Programms des britischen Soldatensenders BFBS auf seiner Spitze. Im Herbst 1955 wurden neben dem WDR-Sender zwei 20 Meter hohe 3-kW-Sender für BFBS aufgestellt, die auf der Frequenz 95,40 MHz (Kanal 28) sendeten. Nach der Reduzierung der Leistung auf 0,25 kW wurde der Sendebetrieb Mitte der 1980er Jahre eingestellt. Seitdem wird das Programm von BFBS 1 für Ostwestfalen-Lippe vom Fernmeldeturm Hünenburg nahe Bielefeld ausgestrahlt.

Vom 22. Oktober 1990 bis 31. Juli 2009 befand sich die Deutschlandzentrale von BFBS auf dem Gelände der Wentworth-Kaserne in Herford.

Radio Herford[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 1993 wurden die Mittelwellenausstrahlungen eingestellt. 1994 wurde der Sendemast abgebrochen und durch einen 109 Meter hohen, freistehenden Stahlfachwerkturm bei 52° 8' 41" nördlicher Breite und 8° 43' 29" östlicher Länge ersetzt, über den auf 94,9 MHz das Programm von Radio Herford ausgestrahlt wird.

Frequenz
(MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
94,9 Radio Herford HERFORD DB798 0,5 D H

DAB (Digitalradio)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DAB beziehungsweise der Nachfolgestandard DAB+ wird in vertikaler Polarisation und im Gleichwellenbetrieb mit anderen Sendern ausgestrahlt. Am 29. August 2012 erfolgte der Wechsel von DAB-Kanal 12D auf DAB-Kanal 11D. Über diesen wird derzeit der Multiplex Radio für NRW mit den Programmen des WDR, dem Domradio sowie Radio Impala mit einer Leistung von 0,4 kW ERP übertragen.

Block Programme
(Datendienste)
ERP 
(kW)
Antennen- diagramm
rund (ND),
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Gleichwellennetz (SFN)
11D 
Radio für NRW
(D__00236)
DAB+-Multiplex des WDR/LfM: 0,4 ND V Aachen (Stolberg-Donnerberg), Arnsberg (Schloßberg), Bad Oeynhausen (P.Westf.-Wittekindsberg), Bonn (Venusberg), Dortmund (Florianturm), Düsseldorf (Rheinturm), Ederkopf (Oberste Henn), Eifel (Dahlem-Bärbelkreuz), Herford (Eggeberg), Gummersbach (Engelskirchen-Hohe Warte), Ibbenbüren (Blomenkamp), Kleve (Bresserberg), Köln (Kölnturm), Langenberg (Hordtberg), Münster (Nottuln-Baumberge), Nordhelle, Oelde (Mackenberg), Olsberg, Siegen (Giersberg), Stemwede (Arrenkamp), Teutoburger Wald (Bielstein), Wuppertal (Auf der Königshöhe)