Sender Siegen-Giersberg

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Sendeanlage Siegen-Giersberg
Sender nach der Umrüstung
Sender nach der Umrüstung
Basisdaten
Ort: Giersberg bei Siegen
Land: Nordrhein-Westfalen
Staat: Deutschland
Höhenlage: 354 m ü. NHN
Verwendung: Rundfunksender
Besitzer: Westdeutscher Rundfunk Köln
Daten des Mastes
Bauzeit: 2001
Bauherr: Westdeutscher Rundfunk
Baustoff: Stahl
Betriebszeit: seit 2001
Gesamthöhe: 103 m
Umbauter Raum: 201,88 
Daten der Sendeanlage
Letzter Umbau: 2007
Wellenbereich: UKW-Sender
Rundfunk: UKW-Rundfunk
Sendetypen: DVB-T, DAB+
Positionskarte
Sendeanlage Siegen-Giersberg (Nordrhein-Westfalen)
Sendeanlage Siegen-Giersberg
Sendeanlage Siegen-Giersberg
Koordinaten: 50° 53′ 5,6″ N, 8° 2′ 25,1″ O

Die Sendeanlage Siegen-Giersberg, auch Sender Siegen genannt, ist eine Sendeanlage für UKW und Fernsehen (bis 1993 auch für Mittelwelle) des Westdeutschen Rundfunks auf dem 358 Meter hohen Giersberg in Siegen, die 1950 in Betrieb ging. Die UKW-Sender haben eine relativ geringe Sendeleistung und dienen somit nur als Füllsender für die Stadt Siegen.

Antennenträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Antennenträger wird seit 2001 ein 103 Meter hoher (ohne DVB-T-Antenne) geerdeter, abgespannter Stahlfachwerkmast genutzt, der in zwei Ebenen in 37 und 79 Metern Höhe abgespannt ist. Der Mast hat einen quadratischen Querschnitt mit einer Seitenlänge von 1,40 Metern.

Ende Dezember 2001 ersetzte der rund acht Mio. Euro teure neue Mast den alten Sendemast, der zehn Meter kürzer war und im Unterschied zu diesem gegen Erde isoliert war, da er ebenfalls als Sendeantenne des Mittelwellensenders diente. Er befand sich seit 1950 auf dem Giersberg, war der Antennenlast jedoch nicht mehr gewachsen.

Im August 2007 wurde auf den Kopf des Mastes eine DVB-T-Sendeantenne montiert. Nach der Beendigung der Abstrahlung des Ersten Programmes im VHF-III-Band wurde am 13. November des gleichen Jahres das digitale Fernsehen DVB-T gestartet. Dabei wird vertikale Abstrahlung benutzt, um den mobilen Empfang in Siegen zu ermöglichen.

Frequenzen und Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Analoges Radio (UKW)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Antennendiagramm sind im Falle gerichteter Strahlung die Hauptstrahlrichtungen in Grad angegeben.

Frequenz 
(MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP 
(kW)
Antennen-
diagramm

rund (ND),
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
107,5 1Live _1LIVE__ D391 0,5 ND H
97,1 WDR 2 WDR_2_SI 
WDR_2___
DB92 (regional) 
D392
Siegen/Südwestfalen 0,5 ND H
98,4 WDR 3 WDR_3___ D393 1 ND H
101,2 WDR 4 WDR_4___ D394 0,5 ND H
88,2 Radio Siegen __SIEGEN DB9D 0,5 ND H

Das UKW Programm WDR 5 wird von der nördlich gelegenen Sendeanlage des WDR auf dem Kindelsberg und vom östlichen Sender Ederkopf abgestrahlt.

Digitales Radio (DAB+)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Sendeturm wird auch das NRW-Paket des DAB-Radios abgestrahlt. Am 29. August 2012 erfolgte der Wechsel von DAB-Kanal 12D auf DAB-Kanal 11D. Es wird derzeit der Multiplex Radio für NRW mit den Programmen des WDR und dem Domradio mit einer Leistung von 0,36 kW ERP vertikal übertragen. Ebenso wird dieses Paket vom benachbarten Sender Ederkopf bei Netphen mit 1,5 kW abgestrahlt. Der Fernmeldeturm Eisernhardt wurde 2010 abgeschaltet[1]. Seit 14. Dezember 2015 ist dieser jedoch mit einer Sendeleistung von 10 kW auf Kanal 5C wieder auf Sendung. Verbreitet wird von dort der sogenannte Bundesmux mit Sendern des Deutschlandradios sowie sunshine live, Schlagerparadies, Energy, Klassik Radio und andere. Der Empfang von insgesamt 23 Digitalradio Programmen im Stadtgebiet Siegen sowie in der Stadt Netphen ist dadurch gegeben. Die umliegenden Gebiete sind nur teilversorgt.

Block Programme
(Datendienste)
ERP 
(kW)
Antennen- diagramm
rund (ND),
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Gleichwellennetz (SFN)
11D 
Radio für NRW
(D__00236)
DAB+-Multiplex des WDR/LfM: 0,36
(max. 1)
D V Aachen (Stolberg-Donnerberg), Arnsberg (Schloßberg), Bad Oeynhausen (P.Westf.-Wittekindsberg), Bonn (Venusberg), Dortmund (Florianturm), Düsseldorf (Rheinturm), Ederkopf (Oberste Henn), Eifel (Dahlem-Bärbelkreuz), Herford (Eggeberg), Gummersbach (Engelskirchen-Hohe Warte), Ibbenbüren (Blomenkamp), Kleve (Bresserberg), Köln (Kölnturm), Langenberg (Hordtberg), Münster (Nottuln-Baumberge), Nordhelle, Oelde (Mackenberg), Olsberg, Siegen (Giersberg), Stemwede (Arrenkamp), Teutoburger Wald (Bielstein), Wuppertal (Auf der Königshöhe)


Digitales Fernsehen (DVB-T)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DVB-T-Ausstrahlungen auf der Sendeanlage Siegen-Giersberg laufen seit dem 13. November 2007 und sind im Gleichwellenbetrieb (Single Frequency Network) mit den Sendestandorten WDR-Sendeturm Nordhelle und dem Fernmeldeturm Bödefeld. Der hohe Kanal 60 hat eine größere Dämpfung und eignet sich nicht für den Fernempfang.

Kanal Frequenz 
(MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP 
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Modulations-
verfahren
FEC Guard-
intervall
Bitrate 
(MBit/s)
Gleichwellennetz (SFN)
60 786 ARD Digital (WDR) 40 ND V 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/4 13,27 Nordhelle (Ebbegebirge), Fernmeldeturm Bödefeld (Hochsauerland Hunau Schmallenberg), Giersberg (Siegen)
27 522 ARD regional (WDR Südwestfalen) 20 ND V 64-QAM 
(8-k-Modus)
1/2 1/4 14,93 Nordhelle, Fernmeldeturm Bödefeld, Giersberg
30 546 ZDFmobil 20 ND V 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/4 13,27 Nordhelle, Fernmeldeturm Bödefeld, Giersberg
Detailaufnahme der DVB-T-Antenne, darunter UKW

Am 5. Dezember 2018 werden die 3 Sendeanlagen in Südwestfalen (Nordhelle, Siegen und Hochsauerland) auf DVB-T2 umgestellt. Ab dann sind etwa 15 öffentlich-rechtliche Fernsehprogramme in Full HD Qualität (1080p) empfangbar. Die Bezahlplattform Freenet TV wird nicht, wie andernorts üblich, über den Stadtsender Siegen verbreitet werden.

Analoges Fernsehen (PAL)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Umstellung auf DVB-T diente der Sendestandort weiterhin für analoges Fernsehen:

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
5 175,25 Das Erste (WDR) 0,0016 ND H

Mobilfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Auch wird der Mast von den Mobilfunkunternehmen für ihre Sendeanlagen genutzt (Mobil- und Richtfunk). Im September 2015 wurde zuletzt ein zweisektoriger LTE-Sender im 2600-MHz-Frequenzspektrum von Vodafone installiert und in Betrieb genommen, dieselbe Anlage deckt auch das 800-MHz-LTE-Band und UMTS ab. Die Sektoren sind nach 40° und 120° ausgerichtet und versorgen die angrenzenden Ortsteile mit schnellem Internet und Telefonie.

Nachbarsender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Geisweid (untere Bildhälfte) und Weidenau mit dem Giersberg (obere Bildhälfte) und der dortigen Senderanlage (rechter Bildrand)

Durch die Mittelgebirgslandschaft des Siegerlandes ist die Empfangsqualität in dieser Region sehr unterschiedlich. Im größten Teil des Siegener Stadtgebietes kann per Stab- oder Zimmerantenne empfangen werden. Außerhalb davon ist eine Dachantenne erforderlich, mit der teilweise auch zusätzliche Standorte empfangen werden können. Teilweise ist damit auch nur der Empfang örtlicher Sender möglich, manchmal muss auf digitalen Satellitenempfang (DVB-S) zurückgegriffen werden.

In günstigen Lagen des Sieger- und Sauerlands ist es möglich, private Programme aus den Nachbarregionen zu empfangen:

  • Köln/Bonn (RTL, Sat1, Pro7; vertikal mittels Dachantenne),
  • Rhein-Main (HR3, RTL, Sat1, Pro7, BR3; vertikal, alle mit einer Band-IV/V- oder
    UHF-Dachantenne zu empfangen vom Großen Feldberg)

Die Lokalzeit Südwestfalen des WDR wird nur von den drei Sendern Nordhelle, Siegen und Bödefeld sowie von den Sendern des DVB-T-Gebiets Ostwestfalen gesendet (hier aber ohne die 18 Uhr Kurzausgabe). Von Standorten außerhalb NRWs wird nur die Lokalzeit Köln ausgestrahlt.

Adresse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grundstück mit dem Sendemast liegt an der Straße Am Sender, einer Seitenstraße der Giersbergstraße.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DIGITALER RUNDFUNK - DAB (PDF) digitalradio.de. Abgerufen am 12. Juni 2010.